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Gefahren im Netz

„Das Internet, gibt’s diesen Blödsinn noch immer?“, fragte Homer Simpson, Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk Springfield, 2011 seine Tochter. Die Antwort lautet wohl klar und deutlich: „JA!“, und es wird mehr und mehr von Kindern und Jugendlichen genutzt. Schon im Alter von acht Jahren haben über 25% der Kinder ein Smartphone, mit 12 Jahren gehört man ohne ein solches bereits zur klaren Minderheit.

Mit den Möglichkeiten, die das Internet bietet, gehen leider auch eine Reihe von Gefahren einher. Das mag nicht wirklich eine Neuigkeit für dich oder deine Gruppe sein, es hat sich allerdings leider gezeigt, dass das Wissen welche Gefahren das sind und wie man sich davor schützen kann oft mangelhaft ist. So ist Jugendlichen völlig klar, dass Informationen aus sozialen Netzwerken kaum zu trauen ist, trotzdem beziehen 59% ihre Infos über tagesaktuelles genau aus diesen Quellen, 30% geben dazu auch an, sich bei der Glaubwürdigkeit nur auf ihr Bauchgefühl zu verlassen.
Fehlerhafte oder einseitige Informationen sind allerdings leider nur eine von vielen Gefahren.

Das Netz vergisst nicht!

Ist ein Text, ein Bild, ein Video einmal online, bleibt es da auch. Was passiert, wenn man es versucht, kann man an Beispielen wie Donald Trump sehen, dessen peinliche Fotos  satt zu verschwinden tausendfach kopiert, gespeichert und geteilt wurden, trotz seiner Bemühungen.

Um solch einem Debakel zu entgehen, greifen derzeit viele auf Möglichkeiten wie Snapchat zurück. Hier wird das Foto nach zehn Sekunden automatisch gelöscht, …oder eben auch nicht. Nicht nur technisch ist es so, dass da Foto weiter gespeichert ist, jedoch nicht mehr aufgerufen werden kann, auch ganz praktisch ist es kein Problem einen Screenshot zu machen. Der/Die Absender/in wird in diesem Fall zwar informiert, aber auch das lässt sich mit frei zugänglicher Software problemlos übergehen.  Also bitte Vorsicht!

Ungeeigneter Inhalt

Pornographie, Gewaltszenen, rassistische und aufhetzende Inhalte oder andere für für Kinder und Jugendliche unpassende Inhalte sind im Internet allerdings leicht zu finden. Auch wenn es eine Reihe gesetzlichen Regelungen gibt, so gelten diese in vielen Fällen nur für Seiten der jeweiligen Länder. So sind Sicherheitsschranken, die verhindern, dass unpassende Inhalte gefunden werden, in vielen Fällen nicht vorhanden. Oft sind unter unscheinbaren Suchbegriffen auch Inhalte versteckt, mit denen die User/innen nicht gerechnet haben. So wird der Pixar Film „Moana“ (im deutschen Vaiana) in Italien den Titel „Oceania“ tragen, unter anderem weil der Film Moana bereits als Biographie einer Pornodarstellerin in Verwendung ist.

Auch Gewaltdarstellungen sind zu finden. Gelegentlich tauchen besonders geschmacklose Seiten auf, deren Adressen auf Schulhöfen verbreitet werden. Immer wieder werden auch von Kindern und Jugendlichen selbst Gewaltszenen aus dem Schulleben weiterverbreitet ("Happy Slapping“/"Slap Cam“). Hier gilt es, mit den Kindern und Jugendlichen offen ins Gespräch zu kommen und sie zur gemeinsamen Reflexion anzuregen. Es müssen klare Grenzen gezogen werden, sowie ein Verständnis dafür geschaffen werden, warum dies so ist.

Urheberrecht

Das Herunterladen von Filmen, Spielen und Musik kann leicht unangenehme Konsequenzen haben. Neben Viren und Trojanern, die man ungewollt mitgeliefert bekommt, verletzt der Download teilweise auch das Urheberrecht. Besonders gefährlich sind hier Tauschbörsen, in denen die neuesten Hits gratis angeboten werden. Hier wird nämlich nicht nur heruntergeladen, sondern auch upgeloadet. Das bedeutet, dass andere Nutzer von deinem PC „downloaden“. Dies wird aktiv von verschiedenen Anwaltskanzleien verfolgt und es kommt auch in Österreich immer wieder zu hohen Geldstrafen.
Auch das Hinterlegen von z.B. Kurzvideos mit dem eigenen Lieblingshit wird illegal, wenn man es danach hochlädt und postet. Hier gilt es, genau auf den Urheber zu achten und lieber auf Dinge zurückzugreifen, die zum Beispiel unter einer freien (z.B. Creative Commons) Lizenz stehen.

Cybermobbing

Von Cybermobbing sprechen wir, wenn jemand über einen längeren Zeitraum über digitale Medien beleidigt, bedroht, bloßgestellt, belästigt oder ausgegrenzt wird. Diese Übergriffe passieren zumeist über Soziale Netzwerke oder über das Handy (SMS, WhatsApp,…). In vielen Fällen sind die Täter/innen dabei zwar aus dem nahen Umfeld, die Angriffe selbst allerdings durch Fakeprofile oder ähnliches anonym. Besonders schwierig macht es auch, dass die Übergriffe über das Internet ein großes Publikum finden und es nur schwer möglich ist gepostete Dinge vollständig zu entfernen.

Sollte ein Kind oder Jugendlicher in deiner Gruppe von Cybermobbing betroffen sein, so empfiehlt es sich, bei Beratungsstellen wie Rat auf Draht (147) anonym und kostenlos Infos und Unterstützung für deinen individuellen Fall einzuholen.

Sexting

Sexting meint das Verschicken und Tauschen von eigenen (Halb-)Nacktfotos über Internet und Handy. Sexting ist Teil des jugendlichen Beziehungsverhaltens geworden und wird bei der Beziehungspflege, als Liebeserweis, beim Flirten, zur sexuellen Erregung, aber auch zum besseren Kennenlernen eingesetzt.

Auch wenn die Gefahr von Sexting von Jugendlichen selbst als sehr hoch eingeschätzt wird, trauen sie sich in der Situation selbst oft nicht, die Anfrage abzulehnen und geben nach. Wenn Beziehungen in Brüche gehen, werden diese Bilder zum Beispiel manchmal als Rache genutzt. Man sollte sich also genau überlegen ob und wem man solche Bilder schickt, und im Fall des Falles  Fotos verwenden auf denen das Gesicht nicht zu erkennen ist. So können sie nicht so leicht gegen einen verwendet werden.

Vor der Weitergabe und Veröffentlichung von erhaltenen Fotos ist des Weiteren nicht nur aufgrund ethischer Bedenken dringendst abzuraten, sondern auch im rechtlichen Sinn, denn in diesem wäre die Weitergabe von erotischen Bildern von Minderjährigen als Verbreitung von Kinderpornographie einzustufen!

Grooming

Eine der Schattenseiten des Internets ist das unerwünschte Anbaggern und Bitten um intime Fotos und Videos. Im Extremfall wird dies Grooming genannt und meint das Erschleichen des Vertrauens von Minderjährigen, mit dem Ziel der sexuellen Belästigung oder des Missbrauchs.

Um sich vor Gromming so gut wie möglich zu schützen, gilt es sensibel mit seinen Daten umzugehen und ein gewisses Grundmisstrauen bei Onlinebekanntschaften zu bewahren. Treffen mit diesen Bekanntschaften sollten niemals alleine stattfinden und immer nur an öffentlichen Orten mit vielen anderen Leuten.

Auch wir Gruppenleiter/innen können unseren Teil beitragen, indem wir Kinder und Jugendliche bestärken auf ihr Bauchgefühl zu hören und „NEIN“ sagen zu lernen. Dazu ist es notwendig ihre Gefühle und Wünsche ernst zu nehmen, darauf einzugehen und sie zu bestärken diese zu äußern. Wenn sie erleben, dass wir als Gruppenleiter/innen sie ernst nehmen, lernen sie auf diese zu vertrauen und können die Achtung ihrer Grenzen immer selbstsicherer einfordern.


Benni Dittmoser-Pfeifer

Movi 2/2017

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