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Woher nehmen, wenn nicht stehlen…

Wie kommen wir zu neuen Kindern?

 „Wir stellen die Kinder in die Mitte“ ist einer der Leitsätze der Jungschar. Voraussetzung dafür sind zwei wichtige Personengruppen: wir, die Gruppenleiter/innen und die Kinder. Was aber nun, wenn da keine Kinder sind, die man in die Mitte stellen kann? Ideen dazu, wie du zu Kindern für eine neue oder eine bereits bestehende Jungschargruppe kommst, findest du im folgenden Artikel.

Beginn einer neuen Jungschargruppe

In den meisten Pfarren sind die Kinder, die hier auf die Erstkommunion vorbereitet wurden, der Pool, aus dem die neuen Jungscharkinder geschöpft werden. Nach der Erstkommunion werden die Kinder zu einer ersten Jungscharstunde eingeladen und so reihen sich die Gruppenstunden nahtlos an die wöchentlichen Vorbereitungsstunden. Damit sich die Kinder und auch ihre Eltern ein Bild davon machen können, was Jungschar eigentlich ist, ist es auf jeden Fall vorteilhaft, schon während der Zeit der Erstkommunionsvorbereitung in deren Leben zu treten.

Ihr könnt die Erstkommunionskinder zum Beispiel in der Vorbereitungsstunde besuchen und sie persönlich zur ersten Jungscharstunde einladen. Noch persönlicher ist es natürlich, wenn ihr jedes Kind kurz zu Hause besucht und die Einladungen direkt überreicht. So könnt ihr die Kinder und deren Eltern kennen lernen und sie euch. Vielleicht lasst ihr die Kinder auch schon vorher an einer Jungscharaktion (Geländespiel, Bastelnachmittag,…) teilnehmen, wo sie ihre zukünftigen Gruppenleiter/innen, andere Jungscharkinder und Eindrücke davon, wie eine Jungscharstunde so aussehen kann, gewinnen können.

Für viele Eltern ist es wahrscheinlich nicht so klar wie für dich, wer oder was sich hinter dem Begriff „Jungschar“ eigentlich versteckt. Mit einem Informationsabend lassen sich so manche Unklarheiten beseitigen: Hier können die Eltern die Geschichte und Grundsätze der katholischen Jungschar erfahren. Sie können sich ein Bild davon machen, welche Fixpunkte es im Jungscharjahr gibt (Lagerfeuer, Sternsingen, Sommerlager,…) und wie eine wöchentliche Gruppenstunde ablaufen kann. Vor allem können sie auch die zukünftigen Gruppenleiter/innen ihrer Kinder und die/den Pfarrverantwortliche/n persönlich kennen lernen.

Die Kinder werden weniger…

Die meisten Gruppenleiter/innen werden im Laufe ihres Leiter/innen-Daseins bemerken, dass sich ihre Gruppe verändert. Die Kinder werden älter, ihre Interessen wechseln, Freundschaften werden geschlossen, andere beendet. Die wöchentliche Gruppenstunde begleitet die Kinder beim Älterwerden. Einmal in der Woche können die Gruppenleiter/innen die Weiterentwicklung der Kinder und damit auch der gesamten Gruppe beobachten. Da diese Entwicklungen aber meist langsam vor sich gehen, fallen manche Veränderungen im Gruppenbild erst nach einiger Zeit auf.

Es kann so zum Beispiel vorkommen, dass dir als Leiter/in einer Gruppe eines Tages bewusst wird, dass ein Geländespiel, für das du eine gewisse Kinderanzahl benötigst, mit der du noch vor einem Jahr jederzeit rechnen konntest, auf einmal nicht mehr durchführbar ist. Einfach, weil nicht mehr „genug“ Kinder in die Stunde kommen. Der Anwesenheitsraster im ersten Abschnitt deines Jungschar-Planers bietet dir die Möglichkeit, eher zu bemerken, wenn eines deiner Kinder plötzlich mehrere Male nicht in die Stunde kommt. Dann kannst du es anrufen und nachfragen, warum es nicht mehr kommen mag oder kann.

…und wieder mehr

Die Gründe für ein Kind, nicht mehr die Gruppenstunde zu besuchen, können unterschiedlich sein: Vielleicht hat es einen Streit mit anderen Jungscharkindern gegeben, den du mit diesen gemeinsam schlichten kannst. Vielleicht ist auch ein Missverständnis welcher Art auch immer gewesen, das du ausräumen kannst. Vielleicht ist auch eine Terminkollision schuld daran. Oft kommt es zum Beispiel vor, dass sich nach den Semesterferien das Basketballtraining oder die Klavierstunde auf einen anderen Tag verschiebt und sich dann zeitlich mit der Jungscharstunde überlappt. Da kann eine Verschiebung des Gruppenstundentermins um eine halbe Stunde oft Wunder bewirken.

Manche Kinder verlieren nach einiger Zeit auch einfach die Freude an der Jungschar. Wenn du diese Kinder persönlich einlädst, zu einer coolen Aktion zu kommen, zu der jede/r etwas beitragen kann (wie etwa gemeinsam kochen), kannst du einen neuen Anreiz für den Besuch der Gruppenstunde schaffen. Ansprechende Einladungen, die du auch an die Kinder schickst, die eher seltener kommen und ein abwechslungsreiches Programm können wie Magnete wirken.

Natürlich kannst du deine Gruppe auch dadurch vergrößern, dass du neue Kinder einlädst. Du kannst beispielsweise deine Jungscharkinder dazu einladen, ihre Freund/innen oder Geschwister in die Gruppenstunde oder zu Aktionen wie der Jungschardisco oder dem Sternsingen mitzubringen.  Durch selbst gemachte Bändchen, am Lager bedruckte T-Shirts oder dem Erzählen von tollen Jungscharerlebnissen wirken deine Kinder selbst als eine Art Werbung für die Jungschar (auch wenn das eigentlich gar nicht beabsichtigt ist).

Öffentlichkeitswirksame Aktionen wie zum Beispiel im Artikel „Jungschar im Jahreskreis“ beschrieben, sind ebenfalls ein Tor zu neuen Kindern für deine Jungschargruppe. Egal ob Jungscharmessen, Dreikönigsaktion oder Theateraufführungen – Tätigkeiten wie diese können neue Kinder ansprechen, ebenso wie die Präsenz durch Informationsmedien wie Plakate im Pfarrschaukasten, eine Homepage oder ein Abend, an dem ihr vom letzten Sommerlager berichtet. Feste im Jahreskreis wie Ostern oder Kirtage bieten euch als Jungschar genauso die Möglichkeit, aufzufallen und Interesse zu wecken, wie Unternehmungen mit anderen Gruppen in der Pfarre wie zum Beispiel den Senioren oder der Babyrunde.

Jungschar ohne Kinder ist wie schwimmen ohne Wasser. Wie du siehst, gibt es verschiedenste Möglichkeiten, zu verhindern, dass man auf dem Trockenen landet. Wobei du dir natürlich zu allererst die Frage stellen solltest, ob es nun wirklich zu wenige Kinder sind und ob manchmal nicht doch weniger mehr ist.

Bernhard Binder

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