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Mehr als ein Hobby – Lobby!

Lobby ist?

Spätestens seit 2007 ist der Begriff „Lobby“ und „Lobbying“ auch in Österreich weitverbreitet und bekannt. Damals hat die Eurofighter-Affäre rund um den Lobbyisten Steininger weite Kreise gezogen, der parlamentarische Untersuchungsausschuss beherrschte lange die innenpolitische Berichtserstattung.

Auch durch dieses breit in den Medien diskutierte Ereignis bekam der Begriff „Lobby“ eine Schmutzschicht übergezogen - unter Lobbying wird oftmals etwas Geheimnisvolles,  im Verborgenen stattfindendes verstanden bei dem viel Geld und viele, mächtige Menschen im Spiel sind. Schnell wird dabei an Bestechung und Erpressung gedacht.

Lobbyismus damals

Tatsächlich wird der Begriff „Lobby“ seit den 90er Jahren verstärkt verwendet, ursprünglich bezeichnet er die Vorhalle des Parlaments. In dieser Vorhalle, speziell in der „Lobby“ des britischen Unterhauses und des Kongresses der USA „erinnerten“ führende Abgeordnete ihre Parteigenossen vor anstehenden Abstimmungen an die (ihrer Meinung nach) richtige Wahl. Dort wurde - oft in letzter Minute – Werbung für die eigene Sache gemacht, Versprechungen beim gewünschten Wahlverhalten oder auch Drohungen ausgesprochen.

Lobbyismus heute

Hans Merke definiert in seinem Buch Lobbying – Das Praxishandbuch für Unternehmen (Primus, Darmstadt 2003) Lobbyismus folgendermaßen:
Die zielgerichtete Beeinflussung von Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung nennt man Lobbying.

Aus der heutigen politischen Szene ist Lobbyismus nicht mehr wegzudenken. Alleine in Brüssel sind nach Schätzungen 15000 bis 20000 Lobbyist/innen tätig – oftmals für mehrere Firmen oder Organisationen gleichzeitig.

Jungschar ist Lobby…

…im Interesse der Kinder – so lautet eine der vier Säulen der Jungschar. Kinder sind in unserer Gesellschaft eine oftmals benachteiligte Gruppe: Sie haben vor dem Gesetz als noch nicht „mündige“ Bürger/innen wenig bis keine Rechte und dürfen kaum mitentscheiden. Kinder haben keine politischen Netzwerke und keine wirtschaftliche Macht, um für ihre Interessen Meinung zu bilden. Um diesen Benachteiligungen entgegen zu wirken, braucht es Organisationen, die auf zweierlei Ebenen arbeiten:

  • Bei der Mitgestaltung und dem Mitspracherecht von Kindern bei politischen Entscheidungen, die Kinder betreffen
  • Erwachsene für kinderpolitische Aspekte zu sensibilisieren und so ein Bewusstsein zu schaffen

Die Interessen der Kinder fördern heißt für uns als Jungschar…

Kindern aktiv Beteiligung anbieten

Kinder werden in Politik und Gesellschaft oft als Objekte ohne eigene Bedürfnisse und ohne eigenen Willen angesehen, die lediglich beaufsichtigt werden müssen. Wir setzen uns für eine neue Sichtweise ein, in der Kinder mit ihren eigenen Rechten, Interessen und Fähigkeiten ernst genommen werden und sie sich an der Gestaltung der Welt beteiligen können - in der Pfarrgemeinde, der Familie…
Dabei ist es wichtig, Kinder nicht einfach in bestehende Erwachsenengremien zu setzen und ihre Meinung dort vom Wohlwollen anderer abhängig zu machen. Kinder brauchen altersgemäße Möglichkeiten der Mitsprache und Mitgestaltung!

Öffentlichkeit für Kinderanliegen schaffen

Die Einflusskraft einer Interessensgruppe ist heutzutage stark vom Bild in der Öffentlichkeit abhängig. Für Kinder sind die Möglichkeiten von Medienarbeit aber oft nur sehr beschränkt nutzbar. Gerade Pfarrgemeinden haben hier die Möglichkeit, Kindern in Schaukästen oder Pfarrzeitungen Platz zur eigenen Gestaltung mit eigenen Anliegen und Themen zu bieten.

Kindgerechtheit zum Maßstab des politischen Handelns machen

Kinderinteressen werden in verschiedensten politischen Handlungsfeldern oft kaum bis gar nicht berücksichtigt. Die „Erwachsenentauglichkeit“ wird zu Maßstab für alles Handeln. Wir fordern eine gezielte Beachtung der Kindgerechtheit, beispielsweise bei Bauvorhaben, Straßenplanungen etc.

Zu Gunsten der Kinder umverteilen

Besonders Kinder von Alleinerzieher/innen und Kinder mit mehreren Geschwistern sind eine im höchsten Maße armutsgefährdete Gruppe in Österreich – 27% der Kinder und Jugendlichen sind armutsgefährdet (EU-SILC 2005).  Die Qualität kindlicher Lebensbedingungen fordert eine Umverteilung finanzieller Unterstützung zu Gunst von Kindern und einer Neu-Organisation der Arbeitswelt um es Eltern zu ermöglichen, ausreichend Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Auf Benachteiligungen sensibel reagieren

Kinder benötigen in belastenden Situationen unsere besondere Unterstützung – ebenso wie benachteiligte Kinder. Kinder, die von einer Scheidung oder anderen krisenhaften Familiensituationen betroffen sind, brauchen z.B. spezifische Angebote psychologischer Betreuung.

Lobby = Öffentlichkeitsarbeit?

Diese zwei Begriffe werden oft in einem Zug verwendet, oft gibt es in Unternehmen eine zuständige Person für „Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit“. Tatsächlich gibt es jedoch große Unterschiede:
Unter Öffentlichkeitsarbeit versteht man direkt nach außen gerichteten Aktionen die auf ein möglichst großes Interesse einer bestimmten Gruppe von Menschen abziehen.

Lobbyarbeit ist oft nicht direkt an die Öffentlichkeit gerichtet, vielmehr geht es um das Knüpfen von Netzwerken und von Kontakten um diese im Bedarfsfall zu nützen und damit Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.

So ist ein Bericht in der Pfarrzeitung über neue Spielgeräte mit der Bitte nach Spenden Öffentlichkeitsarbeit, vorhergegangene persönliche Gespräche mit PGR-Mitgliedern oder Eltern fallen in den Bereich des Lobbyismus.

Dominik Mach

[aus dem context "Lobby"]

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