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Lasset die Kinder zu mir kommen!

Ideen für die Gruppenleiter/innen-Runde zum Thema "Raum für Kinder"

Die Pfarre als ein guter Lebensraum für Kinder, dieses Ziel haben wahrscheinlich viele, die sich für Kinder einsetzen. Deswegen gibt es auch das Projekt "Raum für Kinder" das sich vor allem an den Pfarrgemeinderat und die Erwachsenen in der Pfarre richtet. In diesem Modell soll es nun darum gehen, wie sich die Gruppenleiter/innen-Runde mit dem Thema auseinandersetzen kann.

Im Folgenden findest du einige Anregungen, was ihr zu dem Thema machen könnt. Einerseits geht es um die konkrete Jungschararbeit, andererseits aber auch um alle Kinder in der Pfarre. Wie ihr eure Schwerpunkte setzt, bleibt ganz eurem Belieben überlassen. Die einzelnen Schritte sind nicht als Gesamtprogramm gedacht, sondern als verschiedene Anregungen an das Thema heranzugehen.

Die Jungschararbeit

Material: Postkarten, bunte Kärtchen, Stifte

Die Arbeit mit den Kindern steht im Mittelpunkt eurer Arbeit. Deshalb ist es auch sinnvoll, sich zuerst mit den Bedürfnissen der Kinder in Hinblick auf euer Tun zu beschäftigen.

Zu Beginn erhält jede/r Gruppenleiter/in eine Postkarte und darf auf dieser Postkarte Wünsche an die Jungschar eurer Pfarre aus der möglichen Sicht eines Kindes schreiben. Die Postkarten werden gesammelt und anschließend gemeinsam gelesen.

Ergeben sich daraus konkrete Veränderungsvorschläge z.B. am Sonntag nach der Messe den Pfarrgarten für Kinder zu öffnen, gemütliche Teppiche für den Jungscharraum anschaffen, mehr Verkleidungsmaterial zur Verfügung zu haben, bei Veranstaltungen laut sein zu dürfen,... dann ist es sinnvoll, diese schriftlich auf bunten Kärtchen festzuhalten. Anschließend könnt ihr darüber diskutieren, welche der Vorschläge durchführbar sind und was jeweils dafür bzw. dagegen spricht sie umzusetzen.

Nachdem es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, alle Vorschläge umzusetzen, überlegt ihr nun auch noch, welche tatsächlich ausprobiert werden, wer dafür verantwortlich ist und bis wann das geschehen soll. Handelt es sich um umfangreichere Umgestaltungen ist es auch sinnvoll, die nächsten notwendigen Schritte zu überlegen und diese auch schriftlich im Protokoll festzuhalten.

Wenn ich ein Kind wäre…

Material: 7 Thesen auf A4-Zetteln

Für den nächsten Schritt hast du 7 Thesen auf A4-Zetteln vorbereitet:

1. Kinder sind nicht nur die Zukunft der Kirche sondern vor allem ihre Gegenwart.
Die Kinder als Zukunft der Kirche ist ein schöner und berechtigter Wunsch von Erwachsenen. Kinder sind ein lebendiger Teil der Gegenwart der Kirche und wollen als solcher auch respektiert werden.

2. Kinder wollen wertgeschätzt und wahrgenommen werden und sich aktiv einbringen.
Wer Kinder ernst nimmt, gibt ihnen die Gelegenheit zum Mittun und Mitgestalten und achtet darauf, dass die Anliegen und Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden.

3. Kinder brauchen altersgemäße und ansprechende religiöse Angebote, bei denen sie selbst entscheiden können, wo sie mitmachen wollen
Kinder sind (wie alle Menschen) von Grund auf religiös talentiert und daher interessiert an spannenden religiösen Angeboten. Deswegen sind kindgemäße Angebote, sei es im Gottesdienst oder bei anderen pfarrlichen Veranstaltungen, wichtig. Genau wie Erwachsene sollen sie selbst entscheiden dürfen, ob und an welchen dieser Angebote sie teilnehmen wollen.

4. Kinder brauchen belastbare Beziehungen zu verantwortungsvollen Jugendlichen und Erwachsenen.
Kontinuierliche und belastbare Beziehungen, die Kindern zeigen, dass man sich für sie interessiert und sie ernst nimmt sind wichtig und wertvoll für Kinder. Dennoch gibt es Zeiten, in denen Kinder lieber ungestört untereinander sind und auch Phasen, in denen sie sich aus der Pfarre ein Stück zurückziehen.

5. Kinder brauchen Orte, an denen sie spüren, dass sie unabhängig von ihren Leistungen willkommen sind, so wie sie sind.
In der Schule wie auch in vielen Freizeitangeboten werden Kinder vor allem durch ihre Leistung bewertet. Die Pfarre kann hier zur Oase werden, wo die Kinder als Personen unabhängig von ihren Leistungen willkommen sind.

6. Kinder brauchen Raum!
Raum ist ein sehr handfestes Bedürfnis von Kindern in der Pfarre - Räume, die Platz zum Spielen bieten, wo sie auch laut sein können.

7. Kinder brauchen Freiraum und Flexibilität
Kinder sollen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Lösungen für die Fragestellungen des Lebens zu entwickeln. Dafür ist es wichtig, dass sie mit Jugendlichen und Erwachsenen zu tun haben, die bereit sind auch ihre eigenen Antworten immer wieder zu hinterfragen und sich gemeinsam mit den Kindern auf die Suche zu machen.

Gemeinsam ordnet ihr die Thesen in einem Koordinatensystem ein. Auf einer Achse entscheidet ihr zwischen: Das finden wir für Kinder wichtig - das finden wir weniger wichtig. Auf der anderen Achse überlegt ihr zwischen: Das gibt es bei uns in der Pfarre schon in ausreichendem Maß - das gibt es bei uns in der Pfarre gar nicht.


Daraus ergibt sich nun ein Bild. Vielleicht entdeckt ihr Punkte, die euch sehr wichtig sind, die in der Pfarre gar nicht vorhanden sind oder nur sehr wenig. Dann könnt ihr nun überlegen, was konkret verändert werden könnte und wer (aus der Pfarre) das umsetzen könnte.

Luftschlösser bauen

Material: alles mögliche mit dem man kreativ sein kann: buntes Papier, Stifte, Klebstoff, Scheren, Malfarben, Wolle, Filmdosen, CDs, Zeitschriften, Bockerl, Stoffe, Schachteln,…
Bunte Kärtchen, Stifte

Wenn ihr gerne kreativ arbeitet, dann könnt ihr ein visionäres Modell eurer Pfarre entwerfen. Wie könnte die Pfarre aussehen, um ein optimaler Lebensraum für Kinder zu sein. Dabei geht es zuerst nicht darum, ein realistisches Bild zu entwerfen sondern einfach Ideen zu spinnen und diese darzustellen. Bei großen Gruppenleiter/innen-Runden ist es sinnvoll, Kleingruppen zu bilden, sodass nicht mehr als 5-6 Gruppenleiter/innen an einem Modell basteln.

Ist das Modell fertig, dann könnt ihr einander eure Modelle vorstellen und gemeinsam überlegen, welche der Vorschläge euch gefallen und vielleicht auch umsetzbar sind. Dies könnt ihr auf grünen Kärtchen festhalten und eventuell noch weitere Ideen, die auftauchen, notieren. Auf roten Kärtchen haltet ihr zwar gute, aber ziemlich sicher nicht durchführbare Ideen fest.

Ihr könnt eure Modelle vielleicht auch im Rahmen eines Pfarrcafes oder einer anderen Veranstaltung der Pfarre präsentieren und diese einladen Kommentare und Ergänzungen ebenfalls auf Kärtchen dazuzuschreiben.

 

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