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Kinderfreundliche Pfarre

Nein, Mittwoch Nachmittag kann niemand in den Pfarrsaal. Da ist die Jungschar drinnen. Und Montag und Donnerstag auch nicht. Ob sie vielleicht rausgehen können? Schon möglich, aber das müssen Sie sie selbst fragen. Bei uns haben die Kinder immer Vorrang, und nur sie selbst bzw. die GruppenleiterInnen können entscheiden, ob sie den Pfarrsaal anderen überlassen wollen."

Ein fiktiver Dialog? Wahrscheinlich, denn die Pfarre, in denen Kinder absoluten Vorrang genießen, gibt es wohl nicht. Muss es eigentlich auch nicht, obwohl es schön wäre. Es würde schon reichen, wenn es genügend Freiräume für Kinder gibt, damit sie sich wohl fühlen und in der Gemeinde willkommen.

Wir von der Katholischen Jungschar der Erzdiözese Wien wollen Wege aufzeigen, wie man in der Pfarre diesem "Wohlfühlen" und "Willkommen sein" einige Schritte näher kommen kann. Nicht nur, weil das besser für die Kinder ist, die schon in der Pfarre sind, sondern weil damit auch weitere Kinder, die Pfarre und damit letztendlich auch die Katholische Kirche als Lebensraum schätzen lernen können.

Im großen Rahmen hat auch dieses Projekt viel mit dem zu tun, was in den letzten Monaten unter dem Titel "Stadtmission" bekannt geworden ist. Wenn wir wollen, dass möglichst viele Kinder den christlichen Glauben positiv kennen lernen und dies als Basis für ihr weiteres Leben nehmen, dann müssen wir auch das entsprechende Umfeld bieten.

Vieles, was vor einigen Jahrzehnten noch selbstverständlich war, ist heute ganz anders. Wir müssen als Kirche nicht nur mit vielen anderen Gruppen und Vereinen konkurrieren, wie müssen auch ganz andere Lebenskonstruktionen zur Kenntnis nehmen, in denen Glaube und Religiosität leider keine Rolle mehr spielen.

Wenn wir wollen, das sich dieser Trend nicht noch mehr verstärkt, müssen wir einiges tun. Wir müssen viel mehr aushalten, als eine Pfarrgemeinde vor 50 Jahren. Kinder, aber auch GruppenleiterInnen, die sich nicht angenommen oder erwünscht fühlen, drehen oft von einem Tag auf den anderen der Gemeinde und damit oft auch der Kirche den Rücken zu. Viele andere Angebote, Gleichgültigkeit von Eltern der Kirche gegenüber etc. lassen die Kirche schnell vergessen. Das ist schmerzhaft, aber wir müssen damit umgehen lernen.

Kinder, die selten in den Gottesdienst gehen; Kinder die sich erst einmal austoben müssen, bevor sie was anderes machen können; Kinder, die nur dann zu einer Gruppenstunde kommen, wenn es ihnen passt,... Das und vieles mehr ist leider oft eine Selbstverständlichkeit. Damit gilt es umzugehen und das beste daraus zu machen.

Wir wollen mit diesem Projekt die Pfarrgemeinden, insbesonders aber den PGR, anregen, über die eigene Gemeinde als Lebensraum für Kinder nachzudenken. Wo und wie kann man Kindern unter den heutigen Lebensumständen ein Umfeld anbieten, dass es ihnen ermöglicht Glaube und Kirche als etwas positives und bereicherndes zu erfahren. Dafür gibt es sowohl ein einfaches, kurzes Modell, wie auch ein ausführliche Modell, dass sich über mehrere Monate ziehen kann.

Wichtig dabei ist es, dieses Thema nicht auf die Jungschar, die MinistrantInnen oder andere Kindergruppen abzuschieben. Hier geht es einmal um die Erwachsenen.

Wir wünschen dabei viel Erfolg! Wir freuen uns, wenn uns möglichst viele Pfarrgemeinden über ihr Erfolge und Misserfolge dabei berichten. Und vielleicht gibt es ja in Zukunft doch die eine oder andere Pfarre, wo der Pfarrsaal zuerst den Kindern und dann allen andern gehört.

Die Diözesanleitung der Katholischen Jungschar

 

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