• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

7 thesen zum thema

Diese 7 Thesen fassen in wenigen Sätzen den Standpunkt der Diözesanleitung der Katholischen Jungschar der Erzdiözese Wien zusammen. Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, wie Pfarre ein Ort für Kinder sein kann, an dem sie positive Erfahrungen machen und Kirche als etwas Bereicherndes erleben können.
Diese Thesen können als Basis für eine Auseinandersetzung in der Pfarre oder im PGR dienen. Anregungen hierfür finden Sie im „Modell für den PGR“.

1. Kinder sind nicht nur die Zukunft der Kirche sondern vor allem ihre Gegenwart.
Die Kinder als Zukunft der Kirche ist ein schöner und berechtigter Wunsch von Erwachsenen. Kinder sind ein lebendiger Teil der Gegenwart der Kirche und wollen als solcher auch respektiert werden.

Mit dieser These wird darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder nicht nur in der Zukunft als Kirchemitglieder Bedürfnisse haben, sondern auch jetzt schon ein wichtiger Teil der Kirche sind. Es mögen ihre Bedürfnisse andere sein als die vieler Erwachsener, dennoch sind sie genauso berechtigt an der Kirche in einer ihnen angemessenen Form teilzuhaben.

2. Kinder wollen wertgeschätzt und wahrgenommen werden und sich aktiv einbringen.
Wer Kinder ernstnimmt, gibt ihnen die Gelegenheit zum Mittun und Mitgestalten und achtet darauf, dass die Anliegen und Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden.

Kinder entwickeln erst um das 12. Lebensjahr herum die Fähigkeit abstrakt zu denken. Das bedeutet, dass sie eine konkrete Aufgaben- oder Fragestellung benötigen und diese nicht durch nachdenken und diskutieren sondern im konkreten Tun und ausprobieren lösen können. Deswegen benötigen sie auch andere Angebote, die diesen Bedürfnissen entsprechen.

3. Kinder brauchen altersgemäße und ansprechende religiöse Angebote bei denen sie selbst entscheiden können, wo sie mitmachen wollen.
Kinder sind (wie alle Menschen) von Grund auf religiös talentiert und daher interessiert an spannenden religiösen Angeboten. Deswegen sind kindgemäße Angebote, sei es im Gottesdienst oder bei anderen pfarrlichen Veranstaltungen, wichtig. Genau wie Erwachsenen sollen sie selbst entscheiden dürfen, ob und an welchen dieser Angebote sie teilnehmen wollen.

4. Kinder brauchen belastbare Beziehungen zu verantwortungsvollen Jugendlichen und Erwachsenen.
Kontinuierliche und belastbare Beziehungen, die Kindern zeigen, dass man sich für sie interessiert und sie ernstnimmt sind wichtig und wertvoll für Kinder. Dazu gehört es auch, den Kindern gegenüber glaubwürdig zu sein. Das erfahren Kinder vor allem dadurch, dass die Dinge die man tut mit dem was man sagt zusammen passt und man sie nicht mit zu simplen Antworten abspeist.

Dennoch gibt es Zeiten, in denen Kinder lieber ungestört untereinander sind und auch Phasen, in denen sie sich aus der Pfarre ein Stück zurückziehen. Es wäre schön, wenn die Pfarre ein Ort sein kann, an dem die Kinder einander treffen können um auch unter sich sein zu können.

5. Kinder brauchen Orte, an denen sie spüren, dass sie unabhängig von ihren Leistungen willkommen sind, so wie sie sind.
In der Schule wie auch in vielen Freizeitangeboten werden Kinder vor allem durch ihre Leistung bewertet. Die Pfarre kann hier zur Oase werden, wo die Kinder als Personen unabhängig von ihren Leistungen willkommen sind.

Wenn wir den Kindern zeigen wollen, was es heißt im Geiste Jesu zu leben, dann wäre es schön, wenn sie bedingungslose Wertschätzung erfahren könnten. Das meint Kinder deswegen zu mögen, weil es sie gibt und nicht weil sie so gut malen, immer ruhig sind, regelmäßig in die Kirche gehen. Wenn Kinder dies auch tun, ist das durchaus lobenswert, aber es sollte kein Grund sein, sie besonders hervorzuheben.

6. Kinder brauchen Raum!
Raum ist ein sehr handfestes Bedürfnis von Kindern in der Pfarre – Räume, die Platz zum Spielen bieten, wo sie auch laut sein können.
Der Bewegungsraum von Kindern ist heute wesentlich eingeschränkter. Dafür ist vor allem die starke Zunahme des Autoverkehrs verantwortlich. Kinder haben weniger Möglichkeit sich zu bewegen und auch einmal laut und ausgelassen zu sein – Dinge die für eine gute Entwicklung notwendig sind. So ist es gut darauf zu achten, bei der Nutzung der Räume auch auf die Bedürfnisse der Kinder zu achten und eventuelle Konflikte schon im vorhinein zu klären z.B. die Klärung der Frage: Wann finden welche Veranstaltungen statt und stören sie sich gegenseitig,...

7. Kinder brauchen Freiraum und Flexibilität
Kinder sollen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Lösungen für die Fragestellungen des Lebens zu entwickeln. Dafür ist es wichtig, dass sie mit Jugendlichen und Erwachsenen zu tun haben, die bereit sind auch ihre eigenen Antworten immer wieder zu hinterfragen und sich gemeinsam mit den Kindern auf die Suche zu machen.

Share |