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(Zu)wenig Gruppenleiter- Was nun?

Mal angenommen, deine Gruppenleiterinnenrunde würde sich aus 12 Gruppenleiterinnen zusammensetzten. Mit einer so großen Gruppenleiterinnenrunde wäre es kein Problem, im Laufe des Jahres, eine Vielzahl von Aktionen durchzuführen, ein zweiwöchiges Lager zu organisieren und ein mal im Monat eine Jungscharmesse zu veranstalten. Die Arbeit könnte ja leicht aufgeteilt werden und es wäre halb so schlimm, wenn nicht immer alle Gruppenleiter an den Aktionen teilnehmen könnten.

Was wenn es nicht so ist???

Die Realität sieht aber oft ganz anders aus. In vielen Pfarren setzt sich die Gruppenleiterinnenrunde nur aus einer Hand voll Gruppenleiterinnen zusammen. Die einen bauen gerade erst eine Jungschar in ihrer Pfarre auf, bei den anderen haben viele Gruppenleiterinnen auf einmal aufgehört, und in wieder einer anderen Pfarre gibt es einen ganz anderen Grund für die kleine Gruppenleiterinnenrunde.

Aufgrund von pfarrinternen Traditionen, dem Vorbild anderer Pfarren oder sonstigen äußeren Zwängen versuchen einige dieser kleinen Gruppenleiterinnenrunden ebenso viele Veranstaltungen zu organisieren. Der Stress der sich dadurch für die wenigen Gruppenleiterinnen ergibt kann dazu führen, dass es den Gruppenleiterinnen mit der Zeit einfach keinen Spaß mehr macht und sie eventuell sogar das Handtuch werfen - und dann heißt es: "Da waren´s nur mehr fünf".

Dies ist aber nicht im Sinne des Erfinders, denn Jungschararbeit soll ja Spaß machen. Außerdem merken Kinder sofort, wenn die Gruppenleiterinnen nur halbherzig bei der Sache sind, es ihnen überhaupt keinen Spaß macht und sie eigentlich viel lieber nicht bei dieser Aktion dabei sein würden.

Worauf ich hinaus möchte, ist, dass jede Gruppenleiterinnenrunde, nach ihren Möglichkeiten, schauen muss, welche Aktionen sie denn anbieten möchte, die den Kindern aber auch den Gruppenleiterinnen Freude bereiten!

Klein aber oho!

So könnte zum Beispiel das Motto einer kleinen Gruppenleiterinnenrunde lauten, wenn sie sich an die Jahresplanung macht. Lieber weniger Aktionen, dafür aber mit viel Liebe, Engagement und Begeisterung. Das heißt zum Beispiel, anstatt einer Nikoloaktion UND eines Faschingsfests einfach nur ein Faschingsfest zu organisieren und die Nikoloaktion auszulassen (der Advent ist ohnehin immer eine stressige Zeit). Dieses Faschingsfest wird dafür um so detaillierter vorbereitet und mit vielen kleinen Details verfeinert.

Warum denn immer ohne Hilfe!

Einen weitere Möglichkeit, nicht in Arbeit zu ersticken und doch viele (aufwendige) Aktionen für die Kinder durchzuführen, ist zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit einigen Müttern. Die Mütter kümmern sich dabei um Speis und Trank, und du kümmerst dich mit den Gruppenleiterinnen um die Stationen, Spiele, ... kurz gesagt um die Kinder!
Das gleiche Konzept gilt auch fürs Lager; das heißt eben, nicht selber zu kochen, sondern ein eigenes Küchenteam (das wirklich nur für die Verpflegung zuständig ist) mitzunehmen - für so ein Küchenteam sind Eltern oft ungeeignet, daher empfehlen sich Ex-Gruppenleiterinnen, Gruppenleiterinnen aus anderen Pfarren oder Freunde und Bekannte.

Lets do it together!

Da es viele Pfarren gibt, die nicht so reichlich mit Gruppenleiterinnen gesegnet sind, ist es einen Versuch wert, in die Nachbarpfarren zu blicken, um nachzuschauen, ob es denn denen auch so geht. Wenn ja, dann wäre es eine Überlegung, eine Aktion, für die man mehrere Gruppenleiterinnen braucht, mit dieser Pfarre in Kooperation vorzubereiten und durchzuführen!
Im Idealfall bleibt es nicht bei dieser einen Aktion, sondern es entwickelt sich ein positives Arbeitsklima, welches weitere Aktionen ermöglicht. Für einen solchen Schritt ist es aber sehr wichtig, aufgeschlossen gegenüber neuen Ideen, Arbeitsweisen, Gruppenstrukturen usw. zu sein.

Jugend!

Im Falle einer funktionierenden Jugend besteht auch da die Möglichkeit einer Zusammenarbeit. Das könnte zum Beispiel eine (Faschings-) Disco mit zeitlich fließendem Übergang zwischen Jungschar und Jugend stattfinden (dabei haben die ältesten Jungscharkinder gleich die Möglichkeit, in die Jugend hinein zu schnuppern). Auf Grund der zeitlichen Staffelung von Jungschar- und Jugenddisco ergibt sich auch gleich eine praktische Arbeitsteilung: Die Jungschargruppenleiterinnen bauen die Disco auf, übergeben sie dann an die Jugend und die Jugendleiterinnen sind für den Abbau der Disco nachher verantwortlich!

Die älteste Gruppe!

Oft ist zu beobachten, dass, je älter Jungscharkinder werden, desto weniger sind sie für die angebotenen Veranstaltungen zu begeistern. Vor allem für jene Veranstaltungen, die für alle Kinder aller Altersstufen angeboten werden. Dies ist zu einem guten Teil darauf zurückzuführen, dass sie sich durch das Programm nicht mehr angesprochen fühlen. Die Kids wollen mit 14 nicht mehr die gleichen Stationen durchlaufen wie die Achtjährigen.

In diesem Fall bietet sich die Möglichkeit an, dass die Kids zum Beispiel das Buffet betreuen helfen, beim Auf- und Abbau mittun, oder eventuell sogar mit einer Gruppenleiterin gemeinsam eine Station betreuen und vieles mehr. Damit würde man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens wären die Gruppenleiterinnen entlastet; sie müssten sich zum Beispiel nicht ums Buffet kümmern. Zweitens hätten die älteren Kinder dann vielleicht wieder mehr Freude an solchen gemeinsamen Aktionen. Und drittens ist das eine ideale Gelegenheit, um den Kindern das Gruppenleiterinnen-Dasein schmackhaft zu machen - vielleicht steckt ein zukünftiger Gruppenleiterinnen unter ihnen!!

Womit ich auch schon beim nächsten Aspekt angekommen bin: Woher könnte ich denn neue Gruppenleiterinnen bekommen?

Woher nehmen, wenn nicht stehlen!

Bevor ihr euch in der Gruppenleiterinnenrunde mit dieser Frage auseinander setzt, empfiehlt es sich, vorher einige Punkte zu klären: "Warum bzw. für welche Aufgaben brauchen wir denn eine neue Gruppenleiterin und was erwarten wir uns von ihm."
Mit diesem Anforderungsprofil in der Hand bleibt die Frage, wo man denn nach neuen Gruppenleiterinnen suchen soll.

Als Ausgangspunkt für diese Suche eignet sich zum Beispiel die älteste Jungschargruppe aus dem vergangenen Jahr; in diesem Fall ist es natürlich hilfreich, wenn man schon fleißig Werbung macht (oder sie wie vorhin erwähnt bei Aktionen mithelfen lässt) solange sie noch in der Jungschar sind und auch in der Zeit zwischen Jungschar- und Gruppenleiter-Dasein nicht aus den Augen verliert. Außerdem kann man diese potentiellen Gruppenleiterinnen schon vorher bei Aktionen und am Lager beobachten, wie sie denn mit Kindern umgehen, ...
Daneben gibt es natürlich noch weitere Orte wo potentielle Gruppenleiter versteckt sein könnten: In Jugendgruppen, in Firmgruppen, im Freundeskreis, usw. Wichtig beim Suchen ist nur, dass ihr eine Gruppenleiterin findet, die in die bestehende Gruppenleiterrunde gut hineinpasst, dem Anforderungsprofil entspricht und nicht nur jemanden zur Gruppenleiterin macht, damit sieben anstatt sechs Gruppenleiterinnen zur Gruppenleiterinnenrunde gehören.

Nicht immer leichter!

Das waren nun einige Lösungsideen, wie man das Problem "Wenig Gruppenleiterinnen", lösen könnte. Was aber bis jetzt übersehen wurde, ist, dass die Arbeit mit einer großen Gruppenleiterinnenrunde nicht unbedingt leichter ist. So ergeben sich eine Vielzahl von Problemen, die in kleineren Gruppenleiterinnenrunden nicht (oder zumindest nicht in dieser ausgeprägten Form) vorkommen.

Allem voran steht da die Kommunikation unter den Gruppenleiterinnen. Je größer die Anzahl an Gruppenleiterinnen, um so öfter kommt es zu Differenzen oder Streitereien wegen irgendwelchen Kleinigkeiten und daraus resultieren Grüppchenbildungen. Die Anzahl der Gerüchte steigt ebenfalls wie das Tuscheln hinter dem Rücken eines anderen. Bei 12 Gruppenleiterinnen ist es dann auch unmöglich, dass jede mit jeder gleich gut kann und besonders schwierig ist dies natürlich dann für die Pfarrverantwortliche. All dies kann einer Gruppe sehr zusetzen und es kostet viel Zeit und Arbeit für den Pfarrverantwortlichen, aber auch für die Gruppe, solche Schwierigkeiten zu überwinden um konstruktiv weiterarbeiten zu können.

Ein weiteres Beispiel ist die Verläßlichkeit und das Engagement. Bei einer großen Gruppenleiterinnenrunde kann die Pfarrverantwortliche die Aufgaben zwar auf mehrere aufteilen aber sie muss verstärkt aufpassen, ob denn eh alles rennt beziehungsweise der jeweiligen Gruppenleiterin nachrennen, wenn es nicht funktioniert. Die verstärkte Aufgabenteilung führt aber auch oft dazu, dass sich die Gruppenleiterinnen für vieles nicht mehr zuständig fühlen, was außerhalb ihres unmittelbaren Arbeitsbereiches liegt. Das bedeutet, dass sich bei einer großen Gruppenleiterinnenrunde die Aufgaben und Probleme des Pfarrverantwortlichen nicht unbedingt reduzieren, sondern meistens nur verlagern.

Es liegt nun an euch!

Eine generelle Entscheidung ob eine große Gruppenleiterinnenrunde einer kleinen vorzuziehen ist kann ich hier nicht treffen. Wie erwähnt, bieten beide Möglichkeiten viele Vorteile aber mit Sicherheit lassen sich auch ebenso viele Nachteile finden. So liegt die Entscheidung letztendlich bei jeder einzelnen Gruppenleiterinnenrunde selber; nur sie alleine kann entscheiden ob sie denn mehr Gruppenleiterinnen braucht oder doch lieber in der kleinen Runde weiterarbeiten möchte.

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