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„Leute, ich hab eine tolle neue Idee!“ - “Geh, du hast ja keine Erfahrung, schau erst mal zu, wie wir das bisher gemacht haben!”

Kommt euch der “Dialog” in der Überschrift bekannt vor? Mir auch.
Wenn neue Gruppenleiter/innen in eine Runde einsteigen, die schon lange und gut zusammen gearbeitet hat, dann ist das oft eine aufregende Zeit.

Situationen, in denen junge, engagierte Menschen das Team erweitern und sozusagen “frischen Wind” in die Runde bringen, können unter Umständen auch herausfordernd sein. Sowohl für neue Gruppenleiter/innen, als auch für jene, die schon länger dabei sind gilt es, aufmerksam zu sein und sich auf die neue Situation einzulassen. Um hier allen Beteiligten einen geeigneten Raum zu bieten, gibt es einige Punkte, auf die man als Pfarrverantwortliche/r schauen sollte:

Wertschätzung: “Schön, dass du dabei bist!”

Als neue Gruppenleiter/in ist man am Anfang ganz schön aufgeregt, weil man jetzt “endlich” im Team dabei sein darf. Gerade am Anfang ist es wichtig, dass die neuen Gruppenleiter/innen auch spüren können, dass sie und das, was sie tun, auch wertgeschätzt werden. Das heißt, ihre Ideen und Vorschläge haben genauso viel Gewicht, wie jene der anderen Gruppenleiter/innen. Sie sollen genauso die Möglichkeit bekommen, sich in Diskussionen zu beteiligen und dort auch ernst genommen werden.
Ein kleines Willkommensgeschenk wäre sicher eine nette Möglichkeit, um gleich von Beginn an den neuen Gruppenleiter/innen zu zeigen, dass es gut ist, dass sie dabei sind!

Aufgabenverteilung: “Diese Aufgabe kannst du locker umsetzen!”

Bei der Aufgabenverteilung ist es auch eine Art der Wertschätzung, gewisse Bereiche den neuen Gruppenleiter/innen zuzutrauen! Vor allem dann, wenn die Neuen eine Aufgabe haben und sich aktiv in das Jungschargeschehen einbringen, können sie viel lernen und fühlen sich schneller einer Sache zugehörig und dafür verantwortlich.

Wenn ich als GruppenleiterIn nie ein Spiel anleiten oder etwas planen darf, weil mir nichts zugetraut wird, dann fühle ich mich nicht vollwertig und ernstgenommen…dann schlägt sich das vielleicht irgendwann in einer Demotivation nieder.

Rollenverständnis: “Du hast jetzt eine andere Rolle als Gruppenleiter/in.”

Oft ist es so, dass im Herbst neue Gruppenleiter/innen starten, die zwei Monate davor gerade noch ihr letztes Jungscharlager als Kinder erlebt haben. Doch jetzt sind sie in einer neuen Rolle. Das sollte gemeinsam mit den neuen Gruppenleiter/innen unbedingt thematisiert werden. Die Beziehung, die Kinder untereinander haben, ist natürlich eine andere, als sie Gruppenleiter/innen zu Kindern haben. Als Gruppenleiter/in bin ich jetzt verantwortlich für die Kinder und bemühe mich darum, dass es ihnen gut geht. Dabei ist es wichtig, dass ich mir meiner Grenzen bewusst werde, diese einhalte und z.B. nicht mehr alleine mit einem Kind in einem Zimmer schlafen werde. Das heißt nicht, dass sich dadurch die gute, nette, vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern ändern, sondern es ändert vermutlich den Umgang damit.

Dieses neue Rollenverständnis sollte für alle Beteiligten immer deutlich und klar sein.

Begleitung: “Es gibt jemanden, der/die auf dich schaut.”

Für neue Gruppenleiter/innen ist es wichtig, eine Ansprechperson zu haben, die schon länger in der Runde dabei ist. Diese Person sollte von den Neuen selbst gewählt sein und muss auch nicht unbedingt öffentlich genannt werden. Wichtig ist, dass diese Ansprechperson dafür sorgt, dass der oder die neue Gruppenleiter/in mit wichtigen Informationen versorgt ist und Hilfestellungen bekommt, falls es nötig ist. Das kann z.B.

  • während einer Besprechung sein: die Ansprechperson sitzt direkt neben dem oder der neuen Gruppenleiter/in und flüstert nebenbei Erklärungen zu, falls etwas unklar ist.
  • bei der Vorbereitung einer Aktion sein: die Ansprechperson erzählt, was bei der Planung und Organisation wichtig und zu beachten ist.
  • nach einer Aktion oder Besprechung sein: die Ansprechperson fragt nach, wie es der oder dem neuen Gruppenleiter/in gegangen ist und ob irgendwo Hilfe oder Erklärung nötig ist!

Diese Ansprechpersonen müssen nicht immer die Pfarrverantwortlichen sein! Manchmal ist es für die PVAs sogar sehr hilfreich, wenn diese Begleitung der neuen Gruppenleiter/innen auf die Leiter/innenrunde aufgeteilt ist. Trotzdem ist es sinnvoll wenn die PVAs auch immer wieder nachfragen, wie es den Neuen so geht und ob sie etwas brauchen, um sich wohl zu fühlen. 

Sinnvoll wäre auch, neue Gruppenleiter/innen im Jungscharbüro direkt oder über unsere Homepage anzumelden. Dann bekommen diese ein Startpaket mit einem eignen Kumquat zum Thema Anfangen, dem Jungschar-Planer und dem aktuellen Kumquat zugeschickt. So sind neue Gruppenleiter/innen dann auch gleich mit guten und wichtigen Infos für ihre Gruppenarbeit versorgt.
Ein weiterer Schritt wäre dann der Grundkurs im Sommer auf der Burg Wildegg, wo lauter neue Gruppenleiter/innen eine intensive und unvergessliche (Ausbildungs-)Woche erleben können.

Als Pfarrverantwortliche/r ist es meine Aufgabe darauf zu schauen, dass sich auch neue Leute gut in die Gruppe integrieren können und dabei wohl fühlen. Wichtig ist, neue Gruppenleiter/innen auch genügend Zeit zu lassen, sich in die neue Runde einzubinden und darauf zu vertrauen, dass sie ihre Sache gut machen werden!

Viel Erfolg dabei!

Hanni Traxler

kumquat "dazugehören" 3/2012

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