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Wie geht’s denn so…?

Methoden für Stimmungsbilder für die Gruppenleiter/innen Runde

Wenn Menschen sich begegnen, begrüßen sie sich oft mit der Floskel „Hallo, wie geht’s?“. Ich glaube, die meisten wollen auf diese rhetorische Frage gar keine ehrliche Antwort. Das würde ja bedeuten, dass man auf die Befindlichkeit des/der anderen wirklich eingehen muss, dass das Gespräch länger dauern könnte und man nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern sich wirklich auf jemanden einlassen muss.

Genau darum geht es in der Jungschar. Sich auf andere einlassen, einstellen, die anderen ernst nehmen und ihnen zeigen, dass sie uns wichtig sind. Nicht an der Oberfläche zu bleiben, sondern wirklich über die Befindlichkeit unserer Mitmenschen Bescheid wissen und ihnen mit offenen Ohren und Herzen zuhören. Empathie und Mitgefühl für andere zeichnen das soziale Miteinander, das wir in der Jungschar leben wollen, aus.

Um zu erfahren, wie es der Gruppenleiter/innen-Runde denn wirklich geht, welche tollen Neuigkeiten es gibt, was die anderen beschäftigt und wer vielleicht gerade viel Lernstress oder Streit mit einer Freundin / einem Freund hat, gibt es die Methode des „Stimmungsbildes“. In verschiedenen Varianten dient sie dazu, der persönlichen Befindlichkeit  einen Platz in einer Sitzung, einer Besprechung zu geben und mit den anderen zu teilen, was einen gerade beschäftigt. Zu wissen, wie es den anderen im Team geht erleichtert die Arbeit und verschafft einen Überblick. Der/die Pfarrverantwortliche leitet in der Regel diese Methoden an. Natürlich kann das auch variieren und jemand aus dem Team kann etwas kreatives vorbereiten. Natürlich kann es beim „Stimmungsbild“ auch um Probleme oder Erfolge in den einzelnen Gruppen gehen. Alles, was für die Arbeit im Team relevant ist hat hier Platz.

Ich möchte dir hier ein paar Varianten dieser Methode „Stimmungsbild“ vorstellen. Diese sind natürlich veränderbar und können auf die Situation und die Gruppe angepasst werden. Für die meisten brauchst du wenig oder gar kein Material. Gerade wenn ihr als Gruppe schon lange in der gleichen Konstellation zusammenarbeitet können neue Varianten frischen Wind in die Sitzung / die Besprechung bringen und wieder neue Motivation mit bringen.

Die Kategorisierung soll dir helfen, die richtige Methode für deine Sitzung schnell zu finden:

  • flotti-karotti, geht sehr schnell, kaum Material
  • Materialaufwand etwas höher
  • muss man mehr dazu überlegen und kann mehr dazu sagen

flotti-karotti, geht sehr schnell, kaum Material

Daumen hoch

Eine der bekanntesten Varianten ist sicher die „Daumen hoch“ Methode. Hier zeigt jede/r mit seinem / ihrem Daumen wie es ihm/ihr grade geht. In einer kurzen Runde darf (muss aber nicht!) jede/r erzählen, wie er/sie gerade drauf ist, was ihn/sie belastet, was seit der letzten Sitzung vielleicht anstrengend oder besonders toll war. Weitere schnelle und mit wenig Material durchführbare Methoden sind z.B. Ampelkärtchen (rot, gelb u. grüne Kärtchen), die verschiedensten Körperhaltungen, etc.

Mittelpunkt/Positionierung

Material: ein aus buntem Papier ausgeschnittener Kreis
Bei dieser Variante, wird der bunte Kreis in die Mitte des Raumes gelegt und in ein paar Runden immer mit einer anderen Frage betitelt. Zum Beispiel: Mir geht es heute super gut. Ich bin heute traurig. Ich ärgere mich über etwas. Und so weiter. Jede/r bezieht nun rund um diesen Kreis Stellung. Je näher jemand beim Kreis steht, desto mehr trifft die Aussage auf ihn/sie zu. Natürlich darf (muss aber nicht!) jede/r in jeder Runde erzählen, warum er/sie dort steht.

Eine weitere lustige Methode ist das „Schuhewerfen“. Je näher der Schuh bei dem/der Werferin liegt, desto besser geht es der Person und je weiter weg, desto mühsamer ist es gerade für diese Person.

Materialaufwand etwas höher

Landschaftsplakat mit Markierungsgegenständen

Material: Plakat, Gegenstände zum Markieren
Eine weitere recht kreative Methode ist das Landschaftsplakat. Dazu malt derjenige/diejenige die die Methode vorbereitet eine Landschaft auf ein A3 großes Blatt Papier. Dazu musst du kein/e große/r Künstler/in sein. Ein Stück eines Weges, eine Blumenwiese, ein Haus, ein See, ein paar Vögel… und schon ist das Plakat fertig. (Wenn du überhaupt nicht selber malen magst, findest du sicher irgendwo ein Foto einer geeignet Landschaftsszene, das du dann etwas größer kopieren kannst). Zu dieser Methode brauchst du auch Markierungsgegenstände. Zum Beispiel kannst du Knöpfe, Spielfiguren, Puzzleteile, Lego-Tiere, etc. hernehmen. Jede/r Gruppenleiter/in sucht sich einen Gegenstand aus und platziert diesen in der Landschaft. In einer Runde kann (muss aber nicht!) jede/r erzählen, warum er gerade diesen Markierungsgegenstand gewählt hat und warum dieser Gegenstand gerade dort platziert wurde.

Postkarten / Bilder / Gegenstände

Material:   

  • verschiedenste Postkarten (z.B. freecards)
  • oder verschiedenste Bilder – entweder aus eurem Jungscharalltag, vom letzten Lager oder aus privaten Archiven
  • oder verschiedenste Gegenstände – z.B. Quietscheente, Fernbedienung, Salzstreuer, Büroklammer, Schere, Filzblume, Radiergummi, Post-its, Brille, Sonnencreme, etc. (deiner Phantasie beim Sammeln und Suchen der Gegenstände ist keine Grenze gesetzt)

Du platzierst die Postkarten, Bilder oder Gegenstände in der Mitte des Raumes / des Sesselkreises. Jede/r sucht sich die Postkarte, das Bild, den Gegenstand, das/der ihn/sie gerade am meisten anspricht und auf die persönliche Stimmung zutrifft. In einer Runde kann (muss aber nicht!) jede/r erzählen, warum gerade diese Karte, dieses Bild, dieser Gegenstand ausgewählt wurde und was die Geschichte dazu ist. Wenn Postkarten oder Bilder verwendest, die du nach der Methode nicht mehr brauchst, ist es vielleicht eine nette Erinnerung an die Gruppenleiter/innenrunde, wenn die Gruppenleiter/innen diese mit nach Hause nehmen dürfen…

Muss man mehr dazu überlegen und kann mehr dazu sagen

Metapher

„Ich fühle mich wie eine Kirsche. Äußerlich bin ich, wie die Haut der Kirsche, etwas angespannt, weil ich heuer zum ersten Mal eine Gruppe alleine leiten darf. Innen ist das weiche Fruchtfleisch, das für meine Unsicherheit steht, wie ich mit den Herausforderungen die jetzt auf mich zukommen umgehen werde und ob ich alles gut erledigen kann. Und der harte Kern ist meine Zuversicht und mein Vertrauen, dass ich durch die drei Jahre Erfahrung schon einiges gelernt habe und das Schiff schon schaukeln werde.“
So oder so ähnlich könnte eine Metapher zur momentanen Stimmungslage aussehen. Jede/r überlegt kurz, wie er/sie sich gerade fühlt und versucht dann eine passende Metapher zu finden. Diese eher kreative Methode macht besonders viel Spaß und lockert die Stimmung. Besonders gut geeignet finde ich sie für den Beginn einer Sitzung, in der besonders „anstrengende“ Themen auf die Gruppenleiter/innen-Runde warten.

Stimmungslinie

Material:    ein A3 Blatt pro Gruppenleiter/in, Ölkreiden, Bunt- oder Filzstifte
Jede/r Gruppenleiter/in bekommt ein Blatt Papier und Stifte. Bei dieser Variante des Stimmungsbildes geht es darum die Zeit von der letzten Sitzung bis zu dieser ein bisschen zu reflektieren und nach zu spüren, wie es einem in dieser Zeit gegangen ist. Die Gefühle sollen anhand einer Stimmungslinie in einem Koordinatensystem eingetragen werden. Wobei die Koordinaten von jede/r selbst definiert werden können. So entstehen viele verschiedene und sehr persönliche Stimmungslinien, die in einer Runde vorgestellt werden können. Auch die momentane Stimmung kann/soll in diese Linie mit eingezeichnet werden.

Nika Fürhapter

[aus dem kumquat "AlT" 4/2010]

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