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Wie ist das Reich Gottes?

Messmodelle

Hintergrund

Im Evangelium von der selbstwachsenden Saat zeigt .Jesus, dass schon im kleinen Samenkorn das Große steckt, das später an der Pflanze zu sehen ist. So wird ein Wesenszug des Reichs Gottes dargestellt. Dass das Reich Gottes bruchstückhaft schon bei uns ist, ist der Hauptgedanke dieses Gottesdienstes.

Aufbau

Suchspiel und Gespräch nach der Begrüßung
Kyrie
Verkündigung
Präfation

 

Bibelstellen

Evangelium: Mk 4, 26-34


Zum Evangelium: Situation - Hintergründe - Bedeutungen


Das heutige Evangelium umfasst zwei Gleichnisse von denen jedes je einen charakteristischen Zug der Gottesherrschaft verdeutlicht. Das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat ist markinisches Sondergut, weder bei Matthäus noch bei Lukas finden wir Parallelstellen. Bei diesen beiden Evangelisten ist dafür das Gleichnis vom Senfkorn eng verbunden mit dem Gleichnis vom Sauerteig, das Markus nicht festgehalten hat, offenbar deswegen, weil die anderen zwei Gleichnisse sowie das ihnen vorangestellte alle mit der Saat zutun haben und das Sauerteiggleichnis aus einem anderen Zusammenhang stammt. In beiden Gleichnissen handelt es sich um unscheinbare Dinge, die sich zu Größen entwickeln und so einen unwahrscheinlichen Kontrast zu ihren Anfängen bilden. Man bezeichnet sie daher auch als Kontrastgleichnisse.

Untätiger Sämann


Die Einleitung des Gleichnisses nennt also die Gottesherrschaft als den näher zu betrachtenden Gegenstand. Der Vergleich hat weder den Sämann noch die Saat, sondern den ganzen Vorgang bis zur Ernte im Auge. Die Tätigkeit des Sämanns wird nur mit einem kurzen Satz beschrieben, dessen Untätigkeit hingegen wird genau geschildert. Sicher wusste Jesus, dass ein Bauer eggen, das Unkraut und die Dürre bekämpfen muss etc., aber das ist ihm im Zusammenhang dieses Vergleichs unwichtig. Es geht hier also nicht um die Untätigkeit des Landmanns sondern - wie schon oben erwähnt - um den Kontrast zwischen dem kleinen Anfang und der großen Ernte.

Zuversicht für die Jünger


Jesus will mit diesem Gleichnis seinen Jüngern Zuversicht und Trost geben. Er entlastet sie von einer Sorge, die ihre Kräfte übersteigen würde. Ihre Aufgabe ist es nur, durch das Land zu ziehen und das Evangelium zu verkünden. Ob ihre Tätigkeit auf fruchtbaren Boden fällt, können sie selbst kaum beeinflussen. Für die Gemeinde des Markus heißt das: Sie soll gelassen und vertrauensvoll ihren Blick in die Zukunft richten. Sie soll sich durch vorläufige Unscheinbarkeit und Alltäglichkeit des Christlichen nicht verwirren lassen; und sie soll vor allem nicht müde werden, wenn das Wachsen seine Zeit braucht.

Kleines Senfkorn


Ein Senfkorn ist etwa so groß wie ein Stecknadelkopf. Markus malt seine Kleinheit aus: Es ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Aber nicht das Kleinsein an sich ist der springende Punkt, sondern die in dem kleinen Anfang schon verborgen enthaltene große Endgestalt.

Großer Baum


Die ausgewachsene Senfstaude erreicht am See Genezareth eine Höhe von zweieinhalb bis drei Metern. In diesem Bild wird wieder deutlich, dass Markus uns ein Kontrastgleichnis vorstellt. Jesus will den gewaltigen Gegensatz zwischen kümmerlichen Anfängen des Evangeliums und der Größe des Himmelreiches darstellen. Markus malt dieses noch besonders aus, wenn er sagt, dass im Schatten der ausgewachsenen Staude die Vögel des Himmels wohnen können. Dieses Wohnen im Baum symbolisiert die Aufnahme vieler Völker in das Reich Gottes, das ihnen Heimat werden kann.

Himmelreich


Das Himmelreich wird also nicht mit dem Senfkorn verglichen, sondern mit der großen Staude, die den Vögeln Schutz gewährt. Das ursprüngliche Samenkorn wird nur erwähnt, um den Gegensatz zwischen Anfang und Vollendung zu betonen. Das Himmelreich und die Herrschaft Gottes müssen sich entwickeln, müssen wachsen können. In diesem Bild können wir auch erkennen, wie wichtig es den Evangelisten war, Gottes Herrschaft als etwas Dynamisches zu beschreiben, das sich auf etwas Wunderbares hin bewegt.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Suchspiel und Gespräch


In der Kirche sind kleine Säckchen versteckt, in denen jeweils ein paar Samenkörner einer Pflanze, die die Kinder kennen, sind. Nach der Begrüßung sagt der Priester, dass in der Kirche kleine Säckchen versteckt sind und bittet die Kinder, diese zu suchen. Sind alle Säckchen gefunden, nimmt der Priester vorbereitete Kärtchen zur Hand, auf denen die Namen der betreffenden Pflanzen stehen, und stellt diese auf einen Tisch. Die Kinder versuchen nun, die Samenkörner den richtigen Pflanzen zuzuordnen. Es wäre schön, wenn es auch die passenden Bilder dazu gäbe. Wenn alle Säckchen den entsprechenden Kärtchen zugeordnet sind, fragt der Priester die Kinder, wieso wir wissen können, aus welchem Samenkorn welche Pflanze wird. Falls die Antwort nicht von den Kindern kommt, kann er noch darauf hinweisen, dass eben schon in jedem kleinen Korn das drinsteckt, was es zur schönen Pflanze heranwachsen lässt. Die Samensäckchen bleiben auf dem Tisch liegen, und der Priester leitet zum Kyrie über.

Kyrie


Sich zu den Samenkörnern wendend, spricht der Priester:
Jesus, du zeigst uns, wieviel Wunderbares in Kleinem steckt und lehrst uns mit dir Gott zu vertrauen..
Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.

Jesus, du warnst uns davor, zu viel zu wollen, dem eigenen Tun zu viel Gewicht beizumessen, und alles perfekt machen zu wollen.
Christus, erbarme dich unser.
Alle:Christus, erbarme dich unser.

Jesus, durch viele Bilder zeigst du uns, dass das Reich Gottes in vielen kleinen Dingen schon erfahrbar ist.
Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.

Wir wissen, dass wir manchmal Gutes im Keim ersticken. Oft passiert uns das unabsichtlich. Wir wollen uns bemühen, immer genauer darauf zu achten, dass aus kleinen Samenkörnern das wachsen kann, was gut ist. Bitte, hilf uns dabei. Das bitten wir dich, Jesus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Verkündigung


Wenn wir an unser Gespräch zu Beginn des Gottesdienstes denken, dann fällt es uns sicher leichter, zu verstehen, was Jesus uns mit diesen schönen Bildern sagen will. Erinnert ihr euch noch? Wir haben davon gesprochen, wie aus diesen kleinen Samenkörnern schöne, große Pflanzen wachsen können. Und das Tolle dabei ist, dass in dem kleinen Samenkorn schon alles drinsteckt, damit es zu einer großen Pflanze wachsen kann. Jesus sagt, dass es mit dem Reich Gottes ähnlich ist. Das, was es dazu braucht, damit es wie ein Baum sein kann, indem viele Vögel nisten können, damit sich alle Menschen darin wohlfühlen können, das steckt in uns schon drinnen. Wir müssen es halt wachsen lassen, aber Gott hat den Samen schon gesät. Was glaubt ihr, was steckt schon in uns drinnen, was gibt es denn für Kleinigkeiten, die das Leben miteinander schön machen?

Auf den Plätzen der Kinder liegen aus Papier ausgeschnittene Samenkörner und Bleistifte. Jedes Kind, dem etwas einfällt, schreibt das auf ein Samenkorn. Dieses wird in die Wurzeln eines Baumes geklebt, der auf einem großen Packpapierplakat aufgezeichnet ist.

Mögliche Antwort: ein liebes Wort, lächeln, Geschenke, streicheln, jemandem bei der Aufgabe helfen, gemeinsam etwas essen ... Die Kinder sollen erzählen können, wenn sie Situationen erlebt haben, in denen aus diesen Kleinigkeiten große Freude entstanden ist.

An diesen vielen kleinen Samenkörnern können wir erkennen, dass wir auch schon einiges dazu beitragen, dass das Reich Gottes wachsen kann. Es ist also gar nicht immer nur schwer, so zu sein, wie Gott das will. Wir könnten in Zukunft versuchen, diese Kleinigkeiten ein bisschen absichtlicher zu tun. Dann kann das Leben für uns und für andere noch ein wenig schöner werden.

Präfation


Lieber Gott, du säst so viel Gutes und Schönes in unserer Welt. Jetzt wollen wir dir dafür danken. Ich lade nun alle ein, zu sagen, wofür sie Gott danken wollen. Immer, wenn drei von uns etwas gesagt haben, sagen wir gemeinsam: "Gott, wir danken dir dafür."

Publikation: kumquat "Kinderpastoralwoche" 1a/2015

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