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Jungschar Manifest

Was für uns als Gruppenleiter/innen Jungschar bedeutet

Unsere Jungschargruppen und -lager sind Orte, an denen sich Kinder wohlfühlen können, Oasen, in der die Kinder sich miteinander treffen. Jungschar ist für alle da. Hier können Kinder – abseits von Eltern und Schule – spielen, Freund/innen treffen, Zeit mit ihnen verbringen, über Gott und die Welt diskutieren und sich entfalten - spielerisch und altersadäquat. Wir wollen den Kindern in der Jungschar damit eine sinnvolle Freizeitgestaltung bieten, die sich an den Grundwerten des Christentums orientiert. Dafür schaffen wir Freiräume und Möglichkeiten, wo Kinder coole, interessante, spannende oder lustige Dinge ausprobieren können.  

Wir als Gruppenleiter/innen wollen die Kinder ein Stück des Weges begleiten und ihnen zur Seite stehen. Jungschar soll für die Kinder ein Ort sein, an den sie später gern zurückdenken. Viele von uns haben als Kinder in der Jungschar gute Erfahrungen gemacht und viele Freund/innen gefunden und möchten das gerne als Gruppenleiter/innen weitergeben. Wir interessieren uns für die Kinder und wollen sie stärken. Wir wollen ihnen etwas auf ihren Weg mitgeben, sowohl religiös als auch weltlich. Wir wollen Kindern  Bezugs- und Vertrauenspersonen sein, damit sie auch bei Problemen zu uns kommen können. Dazu wollen wir verlässlich, ehrlich und authentisch sein. 

In der Jungschar stehen die Kinder mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten, ihren Stärken und Schwächen in der Mitte. Bei uns ist Platz für alle Kinder, egal welcher Herkunft, Religion oder Nationalität, ob mit Behinderung oder ohne. Es ist uns wichtig, dass kein Kind bevorzugt wird, sondern alle möglichst gleichwertig behandelt werden.

Jungschar ist freiwillig, ohne Druck und Erwartungshaltung seitens der Gruppenleiter/innen oder der Pfarre. Bei uns können Kinder so sein wie sie sind, ohne eine Leistung erbringen zu müssen. Wir urteilen und benoten nicht und bieten einen wettbewerbsfreien Raum, wo es nicht  darum geht, der/die Beste zu sein. 

Im Vordergrund des Gruppenlebens steht die Freude am Zusammensein und am gemeinsamen Tun. Gemeinschaft erleben, Verantwortung lernen, füreinander da sein, Spaß haben sind für uns wichtige Aspekte. Wir versuchen im Miteinander etwas Tragendes aufzubauen. Dabei können wir gute Dinge festigen und Neues entdecken. 

Wir sammeln viele Erfahrungen auf eine spielerische, leichte, unbeschwerte Weise. Mitbestimmung und Mitspracherecht für die Kinder sind selbstverständlich. Alle können ihre Meinung sagen, ohne verspottet zu werden. Die Jungschar ist ein guter Ort zum Reden und gehört werden. Wir treffen gemeinsam Entscheidungen, übernehmen Verantwortung und lernen, Entscheidungen mitzutragen.

Wir bieten den Kindern Raum, soziales Engagement und wichtige Werte fürs Leben zu entdecken und vermitteln den Kindern Grundprinzipien, wie etwa Demokratie, friedliche Zusammenarbeit, gut und gerecht miteinander umzugehen, Toleranz und Offenheit gegenüber Andersdenkenden, und vieles mehr. Dabei schauen wir auch über unseren Tellerrand bis in andere Länder und Kulturen und erfahren, wie es dort Menschen ergeht. 

Aus diesem Verständnis heraus wollen wir uns auch für andere Menschen einsetzen, die in der Gesellschaft – sowohl in Österreich als auch in anderen Ländern – benachteiligt werden. Besonders aber wollen wir als Gruppenleiter/innen eine Lobby für Kinder sein, uns für sie, ihre Anliegen und Rechte einsetzen.

In der Jungschar wollen wir unseren Glauben gemeinsam leben. Das bedeutet für uns besonders Gemeinschaft, Gespräche, Treffen, Spaß und Entwicklung am Menschen, aber auch ruhigeres Tun und kindgemäßes Beten. Unsere Kinder zu begleiten und zu fördern heißt auch, sie im Glauben zu stärken und ihnen zu ermöglichen auf ihre Art den christlichen Glauben zu entdecken und hineinzuwachsen. Wir wollen christliche Werte kindgerecht spielerisch vermitteln und leben, um den Kindern einen ihnen entsprechenden Weg in die Kirche anzubieten. 

Aus unserer eigenen Erfahrung heraus wollen wir  ihnen zeigen, dass die Frohbotschaft Jesu Christi eine gute Grundlage für ihr Leben sein kann. Wir wollen den Kindern eine lebendige Kirche zeigen, die nicht nur aus Regeln und Gesetzen besteht, sondern auch richtig Spaß und Freude bereiten kann. Wir wollen den Kindern ein positives Bild der Kirche zeigen und mit ihnen unseren Glauben als weltoffene, neugierige, kritische, soziale und selbstbewusste Gruppe innerhalb der Katholischen Kirche in Österreich leben. 

Es gibt aber auch vieles, was wir nicht sind oder sein wollen: Wir sind keine Spielgemeinschaft, kein zusätzlicher Religionsunterricht, kein Hort und keine Kinderbetreuung. Wir versuchen Kinder zu motivieren, aber es gibt keinen Leistungsdruck, keinen Zwang und keine zusätzlichen Bedingungen (Mitgliedsbeitrag, Mithelfen in der Pfarre, Teilnahme am Gottesdienst,…). Wir haben keine Leistungsabzeichen oder Prüfungen und kein leistungsorientiertes System, mit dem wir Kinder auf das Leben vorbereiten müssen.

Konkurrenzdenken, Druck, Zwang, Gewalt jeder Art, Drill und strenge Regeln haben bei uns keinen Platz. Wir machen Kindern nicht absichtlich Angst durch Gruselgeschichten, Erschrecken etc. und setzen sie niemals bewusst Situationen aus, die für sie schädlich sein können. 

Wir versuchen kein Kind zu bevorzugen, keines zu diskriminieren und wollen kein Kind ausschließen. Intoleranz und Überheblichkeit, insbesondere gegenüber Menschen mit anderer Religion oder Weltanschauung lehnen wir ab. Wir sind offen für Kinder aus allen Religionen und wenden uns gegen Ausgrenzung und Rassismus jeglicher Art. Konflikte versuchen wir konstruktiv und gemeinsam zu lösen.

Wir glauben, dass Jungschar eines der besten Dinge im Leben ist, das Kindern „passieren“ kann. Dafür setzen wir gerne unsere Zeit und Energie ein.

Erstellt auf Basis von vielen Überlegungen von Gruppenleiter/innen.
Beschlossen vom Jungscharforum der Katholischen Jungschar der Erzdiözese Wien am 14.1.2012

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