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Fasching in aller Welt

Man nennt es Fasching, Fastnacht, Mardi Gras, man nennt es Karneval
Ja, dieses hirnverbrannte Fest feiern die Menschen überall
Sie sind spontan und haben Spaß und zeigen ihren Hintern her
Doch in echt ist das nicht spaßig sondern stockreaktionär…

Christoph & Lollo – Aschermittwoch

Jedermanns Sache ist der Fasching ja anscheinend nicht, zumindest wenn es nach den Autoren der obigen Zeilen geht. Warum Fasching trotz Christoph und Lollo fast auf der ganzen Welt gefeiert wird und wie’s dabei zugeht, erfahrt ihr hier…

Fasching – Karneval – Fastnacht ist?

11.11. um 11:11 Uhr

Als Faschingsbeginn kennen wir den 11.11. um 11:11 Uhr. Grund für dieses lustige Datum war, dass im 4. Jahrhundert die 40-tägige Fastenzeit vor Weihnachten und nicht vor Ostern war. Um also die körpereigenen Fettreserven möglichst aufzufüllen feierten die Menschen ein Fest.
Warum die Zahl „11“ im Fasching so oft verwendet wird, ist unklar. Im Deutschen Sprachraum gibt es die Legende, dass „E.L.F.“ als Abkürzung für die Egalite – Liberte – Fraternite, das Motto der französischen Revolution zu verstehen ist.
Im sechsten Jahrhundert führt Papst Gregor der Große die österliche Fastenzeit ein, die Faschingsfeiern wanderten daher mit vor den Aschermittwoch. So entstand nun eigentlich ein doppeltes Faschingsfest, einmal am 11.11. und einmal vor dem Aschermittwoch.

Alles anders, alle gleich!

Das Faschingsfest selbst ist ca. 5000 Jahre alt, in Mesopotamien wurde damals ein Fest gefeiert, in dem ein Grundprinzip des Faschings erstmals sichtbar wurde – das Gleichheitsprinzip. An diesem Fest wurde die Trennung der herrschenden und der arbeitenden Klassen aufgehoben und alle feierten gemeinsam. Das Maskieren hatte (neben kultischen und anderen Gründen) eben auch den Zweck, alle gleich zu machen und so den Respekt vor der Hierarchie zu entschärfen.

Letzte Runde, Herr Ober!

Der Begriff „Fasching“ kommt übrigens vom Hochdeutschen Wort „Fastenschank“, also der letzten Ausschank vor der Fastenzeit.

In Österreich

Der Gipfel des österreichischen Faschingstreibens ist traditionell der Faschingsdienstag, 2010 wird dies der 16. Februar sein. Rund um dieses Datum konzentrieren sich diverse Faschingsumzüge, Firmen- und Privatfeiern und natürlich auch der legendäre Villacher Fasching im ORF. Generell haben wir in Österreich keine besonders stark ausgeprägte Faschingskultur, einzig verschiedenste Faschingsumzüge in ländlichen Gegenden sind an Tradition geblieben.

In Deutschland

Köln gilt als Paradestadt, wenn es um den deutschen Karneval geht – eben solche Paraden gibt es zur Faschingszeit haufenweise in Köln. Viele verkleidete Menschen ziehen durch die Straßen und bringen den Menschen den Fasching.
Das Motto des Kölner Karnevals 2010 lautet übrigens „In Kölle jebützt“ – nach kurzer Recherche war klar, es bedeutet „In Köln geküsst“. Im gesamten Rheinland wird besonders der Faschingsmontag, dort „Rosenmontag“ genannt, gefeiert. Grund dafür war eine Sitzung des Karnevalkomitees im 19. Jahrhundert, die am Montag nach dem 4. Fastensonntag stattfand. Damals war es üblich, dass der Papst an diesem Tag eine Rose segnet – dieser Tag wurde daher auch Rosensonntag genannt.

In Brasilien

Der Karneval in Rio ist weltberühmt. Auffällige Kostüme, schrille Farben und Lebensfreude, wo man hinsieht. Die Parade der besten Sambaschulen des Landes bildet dabei den Höhepunkt des Faschingstreibens. Die Plätze im Sambódromo, der Arena der Sambaschulen, werden aufgrund der hohen Eintrittspreise (300,- Euro pro Karte) meist von Touristen gefüllt. Der Karnevalsumzug startet um 21 Uhr und dauert bis in die früher Morgenstunden – je nachdem, wie viele Sambaschulen antreten, wiederholt sich dieses Spektakel an mehreren Tagen hintereinander.

In den USA

Christoph & Lollo singen im oben zitierten Lied vom „fetten Dienstag“, dem „Mardi Gras“. Diese ursprünglich französische Bezeichnung für den Faschingsdienstag hat sich zum Sammelbegriff der Faschingsfeiern in den USA entwickelt. Obwohl oder vielleicht gerade weil Halloween hier sehr groß gefeiert wird, haben Faschingsfeiern einen eher kleinen Stellenwert. Einzig die „Mardi Gras“-Feiern in New Orleans sind größer und bekannter. Dabei finden Umzüge mit bunt gestalteten Autos und Trucks statt und die Menschen werfen traditionelle, bunte Plastikketten den Feiernden zu.

Dominik Mach

kumquat "Kinderrechte" 4/2009

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