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Wickie und die starken Kinder!

Gruppenstunde | Alter: 9-11 | Aufwand: mittel

Ziel

Kinder lernen durch Bücher, Hörspiele, das Fernsehen, das Radio, usw. viele verschiedene Figuren aus Geschichten kennen. Diese Figuren werden zu Vorbildern und viele Kinder möchten einmal so stark sein wie Pippi Langstrumpf, so clever wie Wickie, so weise wie Momo oder so hilfsbereit wie Michel aus Lönneberga. Autor/innen wie Astrid Lindgren, Michael Ende oder Erich Kästner, haben in ihren Geschichten die Kinder zu etwas Besonderem gemacht.
In dieser Gruppenstunde wird versucht, ein paar dieser "Heldinnen und Helden" genauer zu betrachten und vielleicht so Gemeinsamkeiten mit den Kindern zu entdecken.

Material

Aufbau

Zu Beginn der Gruppenstunde setzen sich die Kinder mit verschiedenen Hauptfiguren aus Kinderbüchern und deren Besonderheiten auseinander. Gemeinsam überlegen sich die Kinder anhand eines/r selbstgebastelten Heldin/Helden, welche Eigenschaften typisch für diese sind. In einem Rollenspiel versuchen die Kinder Situationen nachzuspielen, in denen sie oft benachteiligt sind und wo sie selbst gerne "heldenhafte" Eigenschaften hätten. Zum Abschluss wird noch ein Tauschbasar veranstaltet, bei dem die Kinder ihre Eigenschaften miteinander tauschen können, um in schwierigen Situationen besser handeln zu können.

 

Pippi Langstrumpf & Co


Zu Beginn dieser Gruppenstunde hast du mehrere Bilder von Hauptfiguren aus Kinderbüchern und -filmen mitgebracht. Das können zum Beispiel sein: Pippi Langstrumpf, Wickie, Michel aus Lönneberga, Momo, Karlsson vom Dach, Ronja Räubertocher, Hanni & Nanni, die rote Zora, Pünktchen und Anton, uvm.

Es wird wahrscheinlich so sein, dass nicht alle deine Kinder jede/n dieser Protagonist/innen kennen und das ist auch gut so. Die Kinder sollen nun versuchen, die Namen mit einer kurzen Personenbeschreibung, die du auf Kärtchen geschrieben hast, den richtigen Bildern zuzuordnen. Es wäre gut, eine möglichst große Auswahl an bekannten und weniger bekannten Figuren zu haben, denn dann können die Kinder gemeinsam überlegen und sich austauschen, wenn sie sich beim Zuordnen nicht ganz sicher sind.

Was ist das Besondere?


In einem nächsten Schritt, geht es darum zu schauen, was diese Personen so besonders macht.
Dazu bastelt ihr gemeinsam eure/n persönliche/n Held/in. Ihr nehmt einen Bogen großes Packpapier und malt darauf den Körperumriss von einer Person.
Jetzt überlegt ihr euch, welche Eigenschaften die vorhin genannten Figuren haben. Diese Eigenschaften schreibt ihr dann an den richtigen Ort auf diese Papierfigur drauf. Zum Beispiel, Wickie hat immer gute Ideen, also könnt ihr "gute Ideen" oder "clever sein" auf den Kopf schreiben. Michel möchte immer sehr hilfsbereit sein, also könnt ihr "hilfsbereit" auf die Hände schreiben. Pippi ist stark, das könnt ihr auf die Arme oder Beine schreiben, usw.

Währenddessen könnt ihr mit den Kindern darüber ins Gespräch kommen, warum ihr manche Eigenschaften gut und wichtig findet. Wenn euer Held, eure Heldin fertig ist, könnt ihr das Ganze noch ein bisschen mit bunten Farben verzieren und im Gruppenraum aufhängen.

In einem nächsten Schritt, geht es nun um deine Kinder. In welchen Situationen wünschen sich Kinder auch manchmal, besonders stark, clever, usw. zu sein? Das sind vor allem solche Situationen, in denen sich Kinder benachteiligt, klein, schwach oder ignoriert fühlen.

Ein Rollenspiel für "starke" Kinder


In diesem Teil der Gruppenstunde versuchst du, mit deinen Kindern Situationen zu sammeln, in denen sie sich manchmal benachteiligt und schwach fühlen. Diese Situationen schreibst du stichwortartig auf Kärtchen und legst diese in eine Schachtel. Falls deinen Kindern keine Situationen so ad hoc einfallen, hast du welche vorbereitet. Solche Situationen können zum Beispiel sein:

  • Betti möchte sich im Zoo die Löwen anschauen, aber es stehen viele Erwachsene vor dem Käfig, sodass Betti nichts sieht. Sie traut sich nicht, etwas zu sagen.
  • Clemens möchte auf dem Spielplatz gerne auf den Kletterturm hinaufklettern, aber dieser ist mit mehreren älteren Kindern schon die ganze Zeit besetzt. Er bemerkt ein zweites Kind, das auch gerne hinaufklettern möchte. Er weiß nicht, was er tun soll.
  • Clara geht gerne mit ihren Freundinnen in den Park, um Ball zu spielen. Auf einmal kommt ein Mann zu ihr und sagt, sie sollen gefälligst weggehen, er möchte hier die Ruhe genießen. Clara ist traurig und ärgert sich.
  • usw.


Wenn ihr genug Situationen gesammelt habt, bittest du immer zwei oder drei Kinder, ein Kärtchen aus der Schachtel zu ziehen und diese Situation nachzuspielen. Dabei sollte die Rollenverteilung klar sein und genug Möglichkeit sein, um frei spielen zu können.

Die Kinder, die gerade nicht spielen, bekommen auch eine Aufgabe. Sie sollen versuchen sich zu überlegen, wie sie in dieser Situation reagieren würden und wenn ihnen eine gute Idee einfällt, können sie "Stop" rufen. Dann friert das Rollenspiel kurz ein, die Kinder können ihre Ideen kurz einbringen und dann geht das Rollenspiel wieder weiter. Ihr könnt eine Szene so lange spielen, bis ihr zu einer guten Lösung gekommen seid, oder es beenden, bevor es langweilig wird.

Wenn ihr mit einer Szene fertig seid, könnt ihr noch einmal eure/n gebastelte/n Held/in zur Hand nehmen. Überlegt euch nun, welche von den Eigenschaften, die ihr zu Beginn auf diese Figur geschrieben habt, euch beim Rollenspiel hilfreich sein konnten. Diese Eigenschaften kreist noch einmal rot ein, sodass sie richtig heraus stechen.
Ihr könnt die Szenen dann noch einmal übertrieben spielen, wo die Kinder zum Beispiel besonders stark sind oder diesmal andere Rollen einnehmen, um die andere Sichtweise auch kennenzulernen.

Tausche Mut mit Hilfsbereitschaft!


Abschließend überlegt ihr euch, welche von diesen Eigenschaften auf euch selber zu treffen und welche ihr an euch besonders gut findet und betonen wollt! Ihr könnt gemeinsam einen Tauschbasar veranstalten.

Schreibt alle Eigenschaften auf Post-Its und tauscht diese mit anderen, während ihr durch den Raum geht. Dabei können zum Beispiel die Kinder, die gerne hilfsbereit sind, diese Eigenschaft gegen eine andere tauschen, zum Beispiel gegen Mut in schwierigen Situationen. Um das Ganze ein bisschen lustiger zu machen, könnt ihr auch fiktive Eigenschaften erfinden, wie zum Beispiel "kann Gedanken lesen", "kann gleichzeitig reden und zuhören", usw. Ihr könnt dann auch als Abschluss die gesammelten Eigenschaften gemeinsam auf euren Helden, eure Heldin kleben!

Autor/in: Hanni Traxler

Publikation: kumquat "Kinderrechte" 4/2009

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Schlagwörter: Rollenspiel, Ich, Ich und die anderen