• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

 

Eine Reise durch die Zeit ...

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Eine alte Dampflok stößt viel Rauch aus. Das gehört zu einer Dampflok einfach dazu, werden viele sagen, manche Menschen genießen den Geruch einer alten Dampflok. Andere wiederum werden sagen: "Sie stinkt!" Jungschararbeit ist dafür bekannt, viel Rauch auszustoßen, in Form von Botschaften, Aktionen oder Ähnlichem. Vielleicht ist es dir in deiner Arbeit als Gruppenleiter/in auch schon passiert, dass sich Menschen negativ über den "Dampf" deiner Jungschararbeit geäußert haben. Für viele war der Geruch — der gemeinsame "Output" von dir und deinen Jungscharkindern — aber sicherlich angenehm. Das Bild der Eisenbahn wird uns bei der folgenden Pfarraktion begleiten.

Aufbau

Bei dieser Aktion begebt ihr euch bei verschiedenen Stationen auf eine Reise durch die Jungschar-Zeit. Die Stationen sind den einzelnen Wagons einer Eisenbahn nachempfunden.

Während einer Pfarraktion geht jede Kleingruppe durch alle "Wagons" des Zuges. Bei dieser "Zugbesichtigung" ist die Reihenfolge egal. Fein ist es, wenn du in deiner Pfarre genug Platz hast, um die Aktionen im Freien zu machen. Dann kannst du mit Absperrbändern, Karton oder Ähnlichem die kompletten Wagons nachstellen und so einen Rahmen für die einzelnen Stationen schaffen. Natürlich ist die Aktion auch drinnen in verschiedenen Räumen gut durchführbar.

Den Abschluss der Aktion bildet eine Ausstellung der gesammelten Ergebnisse und Eindrücke. Bei vielen Stationen wird es ein Plakat geben. Wie es gestaltet werden kann, kannst du bei der jeweiligen Stationsbeschreibung nachlesen.

Willst du dieses Thema in einer Gruppenstunde machen, dann suche dir einfach ein paar Wagons aus und kürze die Aktion auf diese Weise. Wenn ihr eine kleinere Gruppe seid, könnt ihr die Stationen gemeinsam machen, als größere Gruppe gehen die Kinder in Kleingruppen von Station zu Station.

 

Reisevorbereitungen

Material sichten


Für diesen Nachmittag sollten alle möglichen Quellen nach alten Photos, Dias, Informationen, Dingen aus Gruppenstunden, Plakaten etc. aus der Geschichte der Pfarrjungschar durchstöbert werden, sowohl im "Jungschararchiv" als auch im Pfarrarchiv. Vielleicht finden sich in der Pfarrchronik oder in alten Pfarrzeitungsausgaben Aufzeichnungen über Lagerorte und —teilnehmer/innen, Bilder aus dem Jungscharleben,... Möglicherweise kennt ihr auch noch Leute, die früher mal bei euch Jungschar gemacht haben und Material zu Hause haben könnten.

Einladung für eine Pfarraktion


Alle Jungscharkinder, -eltern, ehemaligen JS-Kinder bzw. Gruppenleiter/innen sowie Pfarrangehörigen werden ein paar Wochen vorher mittels Einladungen (die in den Gruppenstunden verteilt bzw. verschickt werden), Handzetteln (die am Kircheneingang verteilt werden) und Plakaten zu diesem Nachmittag eingeladen.

Die Aktion

Begrüßung


Der bzw. die Pfarrverantwortliche begrüßt die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen und lädt sie ein, zu Beginn des Nachmittags gemeinsam ein Begrüßungsspiel zu spielen, bei dem vielen Leuten die Hände geschüttelt werden:
Jede Person denkt sich eine einstellige Zahl aus. Durch Händeschütteln finden sich nun die Personen, die sich dieselbe Zahl ausgesucht haben, in Gruppen zusammen. Jede Person schüttelt dabei den anderen jeweils so oft die Hände, wie es ihrer Zahl entspricht. Trifft die Person auf jemanden, der ihr genauso oft die Hände schüttelt, bleiben die beiden beisammen und suchen gemeinsam weiter. Das Spiel ist beendet, wenn jeweils die Personen, die sich dieselbe Zahl ausgesucht haben, in einer Gruppe zusammen stehen.

Kleingruppenbildung


Bevor nun der eigentliche Stationsbetrieb startet, bitte die Teilnehmer/innen, sich zu einer Station zuzuteilen, bei der sie die Aktion beginnen. Die so gebildeten Kleingruppen sollten während der ganzen Aktionsdauer gleich bleiben.

Die Stationen

Interviews


Der erste Wagon ist der "Interview"-Wagon. Hier hast du die Möglichkeit, Begegnung und Kontakt mit ehemaligen Jungscharkindern bzw. Jungschargruppenleiter/innen herzustellen. Suche dir dazu in deiner Pfarre Menschen, die die Jungschar von früher kennen (z.B. Personen aus der Senior/innen-Runde). Im "Interview"-Wagon könnt ihr Interviews mit diesen Menschen führen, wenn sich mehrere Interview-Partner/innen finden, teilt euch einfach auf.
Fragen können sein:

  • Wann warst du/ waren Sie bei der Jungschar?
  • Was wurde damals in den Gruppenstunden gemacht?
  • Nenne/ Nennen Sie drei Spiele aus deiner/ Ihrer Jungschar-Zeit!
  • Welche Themen wurden damals behandelt?
  • Wie haben die Jungschar-Lager damals ausgesehen?
  • Was hat dir/ Ihnen bei der Jungschar immer besonders großen Spaß gemacht?


Aufs Plakat:
Die Ergebnisse sammelt ihr auf einem Plakat für die Ausstellung. Dabei kann jede Gruppe ihr Plakat individuell gestalten. Wenn du die entsprechenden Möglichkeiten in deiner Pfarre hast, kannst du auch Fotos, die während der Interviews (oder während anderer Stationen) gemacht werden, auf das Plakat geben. Es wäre auch möglich, Videos der Interviews zu machen und diese im Anschluss an die Pfarraktion vorzuführen.

Alternative, wenn du keine Interview-Partner/innen findest:
Wenn es aufgrund von "Personenmangel" nicht möglich ist, Interviews zu führen, kann in einem Gespräch mit dem Pfarrer, dem/der Pfarrsekretär/in, Pastoralassistent/in oder anderen der Frage nachgegangen werden, ob es früher überhaupt Jungschar in der Pfarre gegeben hat und wie diese ausgesehen hat.

Alternative, wenn es die Jungschar in der Pfarre noch nicht so lange gibt:
Ein Jungscharlager vor 60 Jahren — wie war das so? Bei einem Jungscharlager vor 60 Jahren gab es verschiedenste Dinge nicht, die heute zur Standard-Ausrüstung gehören. Überlegt euch in einem ersten Schritt, was das sein kann (Handy, mp3-Player, Diskman, Laptop, Digitalkamera, Computer, Mikrowelle...). Stellt diese Dinge auf einem Plakat zusammen und findet ein entsprechendes Ding, das zur damaligen Zeit die gleiche oder eine ähnliche Funktion erfüllt hat. Ihr könnt auch einen Tagesablauf eines ehemaligen Jungschar-Lagers zusammenstellen.

Heute


Der zweite Wagon ist der "Heute"-Wagon. Bei dieser Station kann jede Gruppe eine Spielekette (also Spiele mit einer Rahmengeschichte) ausprobieren. Die Spielekette kann dann auch am Ende des gesamten Aktionstags mit allen Teilnehmer/innen gespielt werden.

Hörgbo und Sögrim wollen eine Urlaubsreise machen. Sie beginnen also, zu Hause ihre Koffer zu packen.

Spiel: "Ich packe meinen Koffer"


Ein Kind fängt an, indem es sagt: "Ich packe meinen Koffer mit ...". Es nennt einen Gegenstand, zum Beispiel einen Pullover. Das nächste Kind sagt: Ich packe meinen Koffer mit einem Pullover und einem ...". Dann setzt das Kind einen Gegenstand hinzu, zum Beispiel eine Zahnbürste. Das nächste Kind wiederholt erst die Gegenstände seiner Vorgänger/innen, also im Beispiel Pullover und Zahnbürste, und fügt dann einen eigenen Gegenstand hinzu. Wenn ein Kind sich nicht mehr an alle Gegenstände erinnern kann, können ihm die anderen natürlich weiterhelfen und/oder es darf mit einer neuen Reihe starten.

Hörgbo und Söngrim sind vom Koffer-Packen total erschöpft und zu allem Unglück hat sich bei ihnen eine kleine Erkältung eingeschlichen...

Spiel: "Virus"


Ein Kind spielt das Virus, die anderen Kinder sind die im Körper herum schwimmenden Blutkörperchen. Das Virus versucht, die anderen Kinder durch Berührung mit einem Schaumgummiball anzustecken (zu berühren). Ein Kind, das angesteckt wurde, bleibt stehen - und "hustet" usw. Möchte das Virus-Kind nicht mehr Virus sein, wirft es den Ball weg. Das Kind, das den Ball aufnimmt, ist das neue Virus.
Wird ein Blutkörperchen infiziert, kann es durch zwei andere, gesunde Blutkörperchen wieder geheilt werden, indem diese es zwischen ihre einander gereichten Hände nehmen und "Gesund! Gesund!" rufen.
Variante:
Wenn zwei Blutkörperchen einander die Hände reichen, haben sie genügend Abwehrkräfte - sie sind gegen das Virus immun und können nicht infiziert werden.
Kreisen vier Blutkörperchen, die einander die Hände geben, das Virus ein und rufen: "Lirum, Larum, Aspirin, Fencheltee und Vitamin!", wird das Virus so schwach, dass es den Ball abgeben muss. Ein neues Kind wird zum Virus.

Schließlich werden die beiden aber doch noch gesund und schaffen es bis zum Bahnhof. Doch leider haben sie ihren Zug verpasst. Ein freundlicher Teppich-Händler bietet ihnen einen fliegenden Teppich an.

Spiel: "Teppich abkehren"


Für dieses Spiel benötigt ihr einen Teppich oder ein (altes) Leintuch. Alle Kinder steigen auf den Teppich und begeben sich in Startposition: Sie hockerln sich nieder. Der Start wird vollzogen, indem alle zu summen beginnen, immer lauter werden, langsam aus der Hocke aufstehen und mit einem lauten "Hui" den Teppich zum Fliegen bringen. Nun geht die Reise weiter. Der/die Gruppenleiter/in steht vorne und sagt an, was geschieht, z.B. wir fliegen über einen Berg (alle heben die Hände steil nach oben), wir fliegen eine Linkskurve (nach links neigen), wir werden in einem Sturm durchgerüttelt (alle Kinder schütteln sich) usw. Die Reise geht so lange weiter, wie es euch Spaß macht. Die Rolle des/der Reiseleiters/in kann auch ein Kind übernehmen.

Jeder Urlaub geht mal zu Ende, Hörgbo und Söngrim wollen wieder nach Hause. Für den Heimweg versuchen sie es per Autostopp. Durch welche Städte oder Länder sie Reisen, stellt ihr nun gemeinsam dar:

Spiel: "Wort bauen"


Geht einfach in Kleingruppen zusammen und denkt euch ein einfaches Wort (einen Städte- oder Ländernamen) aus. Dieses Wort versucht ihr nun mit dem ganzen Körper darzustellen. (Ein "I" kann ein Kind darstellen, indem es sich ganz gerade hinstellt; ein"F", indem beide Arme gerade nach links gestreckt werden; kompliziertere Buchstaben können auch von mehreren Kindern gemeinsam dargestellt werden.)
Die anderen Kleingruppen versuchen zu erraten, um welches Wort es sich handelt. Ist es erraten worden, können die nächsten ihr Wort vorstellen.

Aufs Plakat:
Unter der Überschrift: "So ist Jungschar heute:..." sollen sich möglichst viele Menschen auf dem Plakat verewigen. Fragt doch — falls sie nicht anwesend sein können — vorher euren Pfarrer, Mitarbeiter/innen der Pfarre, Mitglieder anderer Gruppen, Eltern, Kinder usw. damit es eine möglichst große Bandbreite ist.

Morgen


Den dritten Wagon nennen wir "Morgen"-Wagon. "Was erwartest du dir für die Zukunft der Jungschar?" ist die Frage, die wir uns hier stellen. Bei dieser Station wollen wir mit der Kleingruppe eine Zeitreise machen. Bereite dafür genügend Decken, Teppiche oder auch Pölster vor, damit jede/r Teilnehmer/in einen gemütlichen Sitzplatz hat. Wenn alle ihre Eintrittskarten für die Zeitmaschine gelöst haben, kann es auch schon losgehen. Das Ziel der Zeitreise — Ort und Datum — machst du dir mit der Kleingruppe einfach aus. Dort angekommen schaut ihr euch mal um: Wie sieht es dort aus? Wie geht es den Menschen? Gibt es eigentlich die Jungschar noch? Du kannst dir noch viele andere Fragen überlegen, die Umgebungen beschreiben lassen usw.

Dann gibst du jedem/r Teilnehmer/in einen Zettel und einen Stift. Lade nun alle ein, einen Brief an die Jungscharkinder oder JS-Gruppenleiter/innen in der Zukunft zu schreiben: Was erhoffst du dir von ihnen? Was ist dir so wichtig, dass es in der Zukunft unbedingt da sein muss? Welchen Rat könntest du ihnen in der Zukunft geben?
Eventuell könnte man hier auch Materialien zum Zeichnen oder Basteln anbieten, um einen Lagerplatz der Zukunft oder einen Gruppenstundenraum der Zukunft zu gestalten.

Aufs Plakat:
Die Briefe, Zeichnungen, Basteleien können am Plakat aufgehängt oder nach Hause mitgenommen werden.

Lokomotive


Die Lokomotive steht für das, was uns antreibt, was uns in Bewegung hält und uns vorwärts bringt. Bei dieser Station wollen wir uns Gedanken machen, was die Jungschar in der Pfarre in der nahen Zukunft braucht, um "weiterfahren" zu können. Bei dieser Station werden "Wunschzettel" ausgeteilt, auf denen die Teilnehmer/innen Wünsche an und für die Jungschar schreiben können. Die Wunschzettel können dann auch gleich aufs Plakat gegeben werden.
Mit diesen gesammelten Vorschlägen kann auch gleich beraten werden, wie die Jungschar das auch erreichen kann bzw. was die Pfarre dazu beitragen kann. (Wenn die Jungschar z.B. eine neue Couch für den Gruppenraum braucht, können die Teilnehmer/innen Ideen aufschreiben, woher diese oder wie das Geld dafür beschafft werden kann.)

Aufs Plakat:
Bereite ein Plakat vor, auf das du einen Postkasten zeichnest. Jede/r Teilnehmer/in kann die Wunschzettel nun einfach im Postkasten befestigen.

Speisewagen


Der Speisewagen ist immer geöffnet, mach einfach eine kleine Station mit Getränken und Keksen, während die Teilnehmer/innen die Stationen wechseln, können sie kurz beim Speisewagen vorbeischauen und sich eine kleine Stärkung holen.

Musikwagon


Sucht Lieder, die früher bei euch (z.B. auf Lager) gesungen wurden, und solche, die heute gesungen werden. Versucht herauszufinden, welches Lied wann aktuell war. Vielleicht kann sich jemand noch erinnern, warum gerade dieses oder jenes Lied gesungen wurde. Wenn ihr Lust habt, singt ein paar Lieder gemeinsam.

Alternative, wenn die Jungschar in der Pfarre noch sehr jung ist:
Macht ein Musik-Quiz mit Liedern von den 50er Jahren bis heute und ratet, aus welcher Zeitepoche die Lieder sind. Das Quiz kann natürlich auch noch durch Interpret/in- und Titelraten erweitert werden.

Der Sternsinger-Wagon


Du hast verschiedene Schätzstationen vorbereitet:

  • Wie viele Kinder sind seit Anfang an in eurer Pfarre als König/innen unterwegs gewesen?
  • Wie viel Geld haben sie insgesamt gesammelt? Wie hoch wäre der gesammelte Betrag, wenn er in 1-Euro-Münzen übereinander gestapelt wäre?
  • Wie viele Kilometer sind alle König/innen zusammen gegangen? Wie viele Haushalte haben sie insgesamt besucht?


(Informationen über die Sammelergebnisse der vergangenen Jahre sowie die Dreikönigsaktion allgemein erhaltet ihr im Jungscharbüro!)

Plakate-Quiz: 2004 war das große "50 Jahre Sternsingen"-Fest. Bei uns im Büro kannst du dir Bilder der Sternsinger-Plakate von 1959-2004 ausborgen, du kannst damit ein Ratespiel machen, welches Plakat in welche Zeitepoche gehört.

Abschluss


Am Ende — also wenn schon viele Wagons besucht wurden oder zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt — kommen alle wieder zusammen. Ihr könnt allen für die Teilnahme danken, auf die ausgestellten Interviews, Plakate, Fotos, Basteleien etc. nochmals hinweisen, vielleicht gibt es auch noch Wünsche für die Zukunft, die dem Pfarrer, PGR und anderen mitgegeben werden...

Autor/in: Dominik Mach und Bernhard Binder

Publikation: kumquat "feiern" 1/2007

Share |

 

Schlagwörter: Geschichte (Historie), Spiel