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Nikolaus

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Den heiligen Nikolaus gab es in der griechischsprachigen Landschaft Lykien in Kleinasien im Abstand von 200 Jahren zweimal: Bischof Nikolaus von Myra, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. lebte, und Abt Nikolaus von Sion, der Abt eines Klosters in der Nähe von Myra, der später Bischof von Pinara wurde.
Überlieferungen aus dem Leben beider Männer verschmolzen schon sehr bald zu einer Heilgengestalt, die vor allem in der Ostkirche verehrt wurde und beim Volk großen Anklang fand. Ab dem 6. Jahrhundert ist ein entsprechender Nikolauskult in Myra und Konstantinopel bekannnt.
Im Laufe der Zeit haben sich viele Legenden und Wunderberichte gebildet, die in verschiedensten Gegenden unterschiedlich ausgestaltet wurden. Das Wesentliche an diesen Legenden ist natürlich nicht, die Darstellung von Wundern an sich. In der bildhaften Sprache der Legenden können wir das Wirken und die Großartigkeit des Nikolaus entdecken, der durch sein konkretes Handeln sich immer wieder auf die Seite der Kleinen, Schwachen und Unterdrückten stellte.
Landschaftlich verschieden und zeitlich nicht genau festlegbar ist das Auftauchen verschiedener Begleiter des Nikolaus, in der Regel Schreckensgestalten, die nach dualistischem Gedankenprinzip den Anti-Nikolaus repräsentieren sollen. Im Brauchtum waren diese "Bartln", "Klaubaufe",.. immer an die Gestalt des heiligen Nikolaus gebunden und wurden von ihm eindeutig beherrscht. In den letzten hundert Jahren allerdings artete die Begleitung dieser "Kramperln" in zunehmendem Maße in perfiden Gewalttätigkeiten und Kinderprügeleien aus, die den ursprünglichen Charakter des Nikolausfestes zu überlagern drohen.
Schluß mit Angst machen:
Die Katholische Jungschar bemüht sich, die christliche Intention des Heiligen hervorzustreichen und sein Engagement für Notleidende und Unterdrückte in kindgemäßer Form darzustellen. Ein besonderes Anliegen ist es dabei, gegen jede Art des erzieherischen Mißbrauchs des Heiligen einzuschreiten. Denn noch häufig wird der heilige Nikolaus von Eltern als subtile Erziehungsmaßnahme verwendet. Das Angst machen - "Warte nur, bis der Nikolaus kommt..." - das Drohen mit Gewalt - "Wenn das der Nikolaus sieht, bringt er Dir die Rute mit!"- und das Ausüben von moralischem Druck - "Wenn Du brav bist und...." - sind nicht zu rechtfertigende Erziehungsmittel.
Unterlagen und Informationen zur Gestaltung von Nikolausfeiern, in Familie, Kindergruppe und Pfarre, bei denen die Gestalt dieses Heiligen nicht mißbraucht wird, bekommst Du im Jungscharbüro.

Ziel

Die folgende Gruppenstunde versucht den Kindern ein Bild von diesem Heiligen zu zeigen, der sich anderen Menschen zugewandt hat, dem es gelungen ist Menschen ihre Angst zu nehmen, sie in ihrem Leben zu bestärken und zu ermutigen.

Material

  • 1 kleines blaues Tuch (für das Fangspiel )
  • 1 großes blaues Tuch
  • 1 Schokonikolaus für jedes Kind
  • Post its
  • Situationskärtchen
  • 1 Papiermitra für jedes Kind
  • Klammermaschine
  • Nikolaussack
  • in dem Sack sind Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen, die Papiermitren, Wachskreiden, ein Nikolauslied und drei Karterl, auf denen je eines Eurer Lieblingsspiele steht

Aufbau

Nach einem Fangspiel "auf hoher See" wird die Nikolauslegende vom Sturm auf dem See erzählt. Anschließend überlegen wir anhand von Situationskärtchen, wie verschiedenen anderen Menschen aus einer mißlichen Lage geholfen werden kann und erinnern uns an Situationen, in denen uns selbst geholfen worden ist. Mit einem gemütlichen Ausklang endet die Stunde.

 

Auf hoher See


Am Beginn der Gruppenstunde erzählst Du den Kindern folgende Spielgeschichte:
Viele Schiffe befinden sich auf offener See und fahren umher - alle Kinder laufen durch den Raum. Plötzlich weht ein wirbelnder Sturm - ein Kind mit einem blauen Tuch ist der/die Fänger/in und versucht durch Berühren mit dem blauen Tuch andere Kinder zu fangen. Gerät ein Schiff in den Sturm und wird vom blauen Tuch berührt, bleibt es stehen und dreht sich am Platz.
"Wegweiser" können dem orientierungslosen Schiff eine Richtung zur Weiterfahrt anzeigen - jedes andere Kind kann diese Rolle übernehmen, ein "Schiff im Sturm" vorsichtig an der Hand nehmen und ihm durch die ausgestreckte Hand die Richtung zum Weiterlaufen zeigen.

Wenn es stürmisch wird...


Nach dem Fangspiel setzt Ihr Euch gemütlich im Kreis am Boden.
In die Mitte stellst Du das Körberl mit den Schokonikoläusen, darüber legst Du das große blaue Tuch, in der Hand hältst Du ein gefaltetes Papierschifferl.
Du erzählst den Kindern, daß es vor langer Zeit in einem fernen Land genau so einen heftigen Sturm auf hoher See gegeben hat...

Nikolaus war Bischof in Myra, das ist eine Stadt in Kleinasien.
Zu dieser Zeit fuhren Schiffleute über das Mittelmeer.
Während sie unterwegs waren, brach plötzlich ein furchtbarer Seesturm los.
Der Himmel wurde ganz finster, die Wellen tobten und es donnerte und krachte.
Der Sturm packte das Segel und riß es in viele kleine Stücke.
Dann zerbrach er auch noch den Mast. Die Wellen schlugen über den Bootsrand,
und bald stand das Schiff voll Wasser.
Die Seeleute hatten Angst.
Sie waren völlig verzweifelt und wußten nicht, was sie tun sollten.
Da sahen sie plötzlich den heiligen Nikolaus am Steuer sitzen.
Er nickte ihnen freundlich und beruhigend zu und lenkte das Boot sicher
durch die Fluten.
So erreichten sie trotz des furchtbaren Unwetters, sicher das Ufer.

Während der Geschichte fährst Du mit dem gefalteten Schiff am blauen Tuch umher. Wenn Du vom Sturm und den Wellen erzählst, können die Kinder das blaue Tuch in der Mitte wellenartig bewegen und die Geschichte mit stürmischen Geräuschen begleiten.
Einer der Schokonikoläuse aus dem Körberl übernimmt die Rolle des Nikolaus in der Geschichte und bringt das Schiff wieder sicher in den Hafen zurück.

Auch wir kommen ins "Strudeln"....


Diese Geschichte ist schon sehr alt und der heilige Nikolaus lebt auch schon lange nicht mehr. Aber auch heute gibt es immer wieder Situationen, in denen wir ganz schön ins "Strudeln" kommen, nicht mehr weiter wissen und wo es dann manchmal geschieht, daß irgend jemand da ist, der uns aus dieser mißlichen Lage heraushilft.
Solche Situationen schaut Ihr Euch nun gemeinsam an, dazu hast Du drei Situationskärtchenvorbereitet.

Situationskärtchen:

Sebastian hat sein Mathematikbuch in der Schule vergessen hat. Oje, er braucht es dringend für seine Aufgabe. Der Schulwart sperrt aber am Nachmittag die Klassenräume zu und ist bestimmt nicht mehr in der Schule. Morgen muß die Aufgabe abgegeben werden!

Karins Fahrrad hat keine Luft mehr im Reifen.
Ausgerechnet jetzt will sie so dringend zu ihrer Freundin fahren.
Verzweifelt fragt sie ihre Mutter was sie jetzt tun soll.

Michis Rollerskates sind kaputt.
Er kennt sich in der Stadt gar nicht gut aus und weiß nicht, wo er sie reparieren lassen kann. Seine Eltern haben heute am Nachmittag überhaupt keine Zeit.

Die Situationskärtchen liegen auf dem blauen Tuch. Wenn Du die erste Situation erzählst, fährst Du mit dem Schiff zur Tuchmitte. Wird die Situation "stürmisch" reagieren die Kinder wieder mit Sturmgeräuschen und Wellenbewegungen mit dem Tuch Gemeinsam überlegt Ihr dann, wie den Kindern in den verschiedenen Situationen geholfen werden könnte. Wer könnte so ein Art "Nikolaus" für sie sein?

Wenn Euch eine Hilfstellung einfällt, schreibt Ihr diese Möglichkeit auf ein Post it und klebt es auf einen Schokoladenikolaus. Diesen steckt Ihr in das Schifferl, das Kind ist nicht mehr "im Strudeln", der Sturm wird schwächer und klingt ab bis das Schiff wieder im Hafen (bei dem/der Erzähler/in) gelandet ist.

Nach der dritten Situation fragst Du die Kinder, ob ihnen selbst Situationen einfallen, in denen sie selbst erfahren haben, daß ihnen jemand aus einer "stürmischen" Situation herausgeholfen hat, - für sie wie ein Nikolaus war.
Wer mag kann seine Geschichte dann erzählen, die dann, wie bei den vorhergehenden Situationen, mit "Wellen und Sturm" untermalt wird.

Ein ge-Nüsse-licher Ausklang


Ein ganz wichtiges Zeichen des Nikolaus - neben Mitra und Bischofstab - ist natürlich auch der Nikolaussack. Gemeinsam mit den Kindern schaust Du jetzt in den von Dir mitgebrachten Sack. Gemeinsam könnt Ihr nun zum Abschluß die Schokoladenikoläuse essen, eine eigene Mitra basteln, das Nikolauslied singen, eines Eurer Lieblingsspiele spielen und die Köstlichkeiten aus dem Sack verzehren.

Autor/in: Marcus Bruck , Ursi Schrei

Publikation: KiK 97

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Jahreskreis: Advent

Schlagwörter: Nikolaus, Religiöses