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Krone auf und los zur Ernte!

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Die folgende Gruppenstunde dient zur Vorbereitung der Kinder auf die Sternsingaktion 2021 und beinhaltet daher Informationen zum Modellprojekt SNIRD (Society for National Integration through Rural Development) — einer Organisation, die sich in Südostindien für den Klimaschutz einsetzt. Wir empfehlen, diese Gruppenstunde rechtzeitig einzuplanen. Am besten sind zu diesem Termin auch alle Begleitpersonen da, damit die Kinder sie kennenlernen können.

Material

Aufbau

In dieser Gruppenstunde geht es darum, gemeinsam etwas über die Arbeit der Modellprojekts SNIRD zu erfahren. Die Kinder werden mittels eines Spiels erleben, wie sich Klimawandel auf das Leben von Bauern und Bäuerinnen auswirken kann und was es für eine gute Ernte braucht. Dass Probleme besser gemeinsam bewältigt werden, können Kinder lernen, indem sie zusammen eine Papier-Palme bauen.

 

Sterne für die König/innen


Beim Ankommen der Kinder malen diese sich gegenseitig oder selbst einen kleinen Stern auf die Wange, die Stirn oder die Hand - als Zeichen, dass sie bei der kommenden Sternsingaktion dem "Stern von Bethlehem" folgen werden. Je nach Corona-Regelung, können die Kinder nicht wählen, sondern müssen sich selbst den Stern aufmalen, da ein Mindestabstand notwendig sein kann.

Infos zum Beispielprojekt SNIRD


Du erzählst den Kindern von unserem Projekt SNIRD, dass bei der diesjährigen Sternsingaktion im Mittelpunkt steht. Die Organisation SNIRD legt in ihrer Arbeit den Fokus darauf, dass sich Bäuerinnen und Bauern zusammenschließen, austauschen und sich gegenseitig unterstützen, indem sie ihr Wissen und Erfahrung oder auch Saatgut miteinander teilen. SNIRD betreibt außerdem ein Ausbildungszentrum, in dem Workshops, Rechtsberatung und diverse Trainings angeboten werden. Da es im südöstlichen Teil Indiens im Zuge des Klimawandels verstärkt zu Extremwetterereignissen wie Tsunamis oder Dürren kommt, ist SNIRD darum bemüht, durch nachhaltige Anbaumethoden die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Krisen bei der lokalen, von der Landwirtschaft lebenden, Bevölkerung zu stärken. Viele Bauern und Bäuerinnen, mit denen SNIRD arbeitet, bauen Mangos an. Die Mango wird in Indien "Obstkönig/in" genannt. Gerne kannst du dazu ein paar Bilder herzeigen oder noch weiteres zum diesjährigen Modelprojekt erzählen. Projektinfos und -fotos gibt es hier.

Weltkarte mal anders


Du kannst den Kindern getrocknete Mangostücke von EZA mitbringen. Im Raum hängt eine übliche Weltkarte und eine spezielle Weltkarte nach Mango-Produktion, in der Länder mit hohem Mangoanbau proportional größer dargestellt sind. Die Kinder haben bereits erfahren, dass SNIRD mit Mango-Biobäuerinnen und -bauern zusammenarbeitet. Ihr sucht auf den beiden Karten Indien und Österreich und gemeinsam mit den Kindern kannst du jetzt vergleichen, was die Unterschiede zwischen den beiden Weltkarten sind und warum die Länder so verschieden aussehen.

Zur Erklärung der Mango-Karte: Indien ist auf der Mango-Produktion-Weltkarte überproportional groß, während z.B. Österreich gar nicht mehr zu finden ist. Indien ist nämlich mit 18 Mio Tonnen jährlich das größte Mango-Produktionsland der Welt. Das heißt jeder in Österreich lebende Mensch könnte jährlich 2 Tonnen indische Mangos essen. Das entspricht dem Gewicht eines Nilpferds bzw. eines großen Autos. Danach kommt China mit 4,6 Mio Tonnen pro Jahr. Wüsstet ihr außerdem, dass Mango das am meisten konsumierte Obst auf der Welt ist? Das Problem dabei ist, dass diese Mangos nicht für den eigenen Bedarf, sondern für Export produziert werden. Während die Länder des Globalen Südens mit billigen Rohstoffen wie Obst die Länder des Globalen Nordens beliefern, stellt der Globale Norden teure Fertigprodukte her und profitiert eindeutig von diesem Handelssystem.

Eine gute Ernte

Hintergrund:


In Österreich aber auch in Indien braucht es die selben "Bausteine", damit Bauern und Bäuerinnen eine gute Ernte haben, also möglichst viel Obst, Gemüse oder Getreide ernten können. Es braucht zum Beispiel die richtigen Samen, gute, fruchtbare Erde, ein stabiles Wetter, Sonne, hin und wieder Regen und guten Dünger. Wichtig sind natürlich für alle Bauern und Bäuerinnen auch Wissen, Erfahrung und das richtige Werkzeug, um den besten Ertrag zu bekommen. Nun ist es leider so, dass der Klimawandel, also die zu schnelle Erwärmung der Erde, all diese Aspekte wie Sonne und Regen extremer und unberechenbarer werden lässt — wichtige Sonnenstrahlen können - wenn sie zu lange da sind — zu brütender Hitze werden und der Regen, der so wichtig ist, damit Pflanzen wachsen können, kann, wenn er zu lange anhält, die fruchtbare Erde und die kleinen Pflänzchen wegspülen.

Um diese Wechselwirkungen besser verstehen und euch besser in die Lage von Bauern und Bäuerinnen in Indien und Österreich versetzen zu können, spielt ihr gemeinsam ein Spiel.

Bei dem Spiel gibt es ein Spielfeld und verschiedene Karten, die sich gut oder schlecht auf die Ernte auswirken. Ihr schaut euch die Karten an und überlegt gemeinsam, was haben die Karten bzw. die darauf abgebildeten Symbole mit einer Ernte und Klimawandel zu tun (im Materialpaket findest du dazu die Symbolbeschreibungen als Unterstützung).

Das Ziel des Spieles ist es, gemeinsam das Feld gut zu bepflanzen und ernten zu können. Die Kinder lernen, dass man gemeinsam einfach mehr schafft, wenn man Erfahrung, Wissen, Werkzeug, Samen und Dünger gut miteinander teilt und sich so gegenseitig unterstützt. Auch SNIRD weiß das — sie vernetzen Bauern und Bäuerinnen miteinander, so dass dieses Wissen, Saatgut und noch viel mehr miteinander teilen können, denn zusammen ist man stärker und niemand ist mit seinen Problemen alleine.

Spielaufbau:


Das Spiel ist für jeweils 4-6 Personen, je nach Größe deiner Gruppe kannst du das Material einfach mehrfach ausdrucken.
Ihr sitzt im Kreis um das Spielfeld, vor euch der Stapel mit Karten. Ihr stellt euch vor, dass ihr jetzt Bäuerinnen und Bauern seid. Indem ihr gemeinsam ein Feld bebaut und erntet, bildet ihr eine Produktionsgemeinschaft — SNIRD hilft den Bauern und Bäuerinnen auch, sich zu solchen zusammen zu schließen.

Es geht reihum und jede/r zieht eine Karte. Auf den Karten ist ein Symbol und schriftlich steht daneben, wofür sie steht und ob es sich positiv (gut) oder negativ (schlecht) auf die Ernte auswirkt. In jeder Runde muss von jedem/jeder eine Karte gezogen werden. Das Feld vor euch hat verschiedene Nummern. Je höher die Nummer des Feldes ist, desto mehr Ertrag könnt ihr von diesem Feld ernten.

  • Um ein Feld mit der Nummer 1 bebauen zu können, braucht es eine Samenkarte und zwei weitere unterschiedliche, positive Karten.
  • Um ein Feld mit der Nummer 2 bebauen zu können, braucht es eine Samenkarte und drei weitere unterschiedliche, positive Karten.
  • Um ein Feld mit der Nummer 3 bebauen zu können, braucht es eine Samenkarte und vier weitere unterschiedliche, positive Karten.


Wenn eine Person eine Karte gezogen hat, darf er oder sie beliebig viele Karten die er/sie auf der Hand hat mit anderen Spieler/innen tauschen — denn ihr arbeitet ja zusammen! Dann darf die Person das Feld bebauen, wenn er/sie die richtige Anzahl und Mischung an Karten auf der Hand hat.

Tipp: Sprecht euch ab, welche Felder ihr bebauen wollt, ihr könnt gemeinsam verschiedene Strategien ausprobieren. Die Karten mit denen das Feld bebaut wurde, werden zur Seite gelegt und das Feld kann mit einem Spielstein besetzt werden.

Aber Vorsicht, wird eine negative Karte gezogen (z.B. Unwetter), muss diese sofort in die Mitte gelegt werden. Sobald drei beliebige negative Karten auf dem Stapel in der Mitte liegen, muss ein Stein vom Spielfeld entfernt werden — dieser Teil des Feldes wurde zerstört und muss wieder neu aufgebaut werden. Es gibt in zwei Runden Bonuskarten, die euch einen wichtigen Vorteil bringen.

  • Nach zwei bebauten Feldern (egal welcher Punktezahl) dürft ihr an einem Workshop von SNIRD zum Thema bessere Anbaumethoden teilnehmen und bekommt deswegen zwei zusätzliche Wissenskärtchen.
  • Nach vier bebauten Feldern dürft ihr an einem Workshop von SNIRD zum Thema staatlicher Unterstützungsmöglichkeiten, teilnehmen. Da ihr dieses Geld bekommt, könnt ihr euch mehr Werkzeug leisten und bekommt zwei zusätzliche Werkzeugkarten.


Diese Bonuskarten werden in die Mitte gelegt und ihr könnt euch ausmachen, wer sie am besten bekommen soll, damit ihr mehr Felder bebauen könnt. Das Spiel ist gewonnen, wenn 12 Punkte erreicht werden, denn dann hat eure Produktionsgemeinschaft das Feld erfolgreich bestellt und hat somit genug zu essen — also zum Beispiel, wenn zwei Felder mit dem Wert 3, ein Feld mit dem Wert 2 und vier Felder mit dem Wert 1 bebaut wurden. Viel Spaß!

Pflanzen wir eine Palme!


Im Zuge der Abholzung der Wälder in Küstennähe stellen heftige Zyklone eine große Bedrohung für die Landwirtschaft sowie für die Bewohner/innen dar. Zyklone sind heftige Stürme, die dazu führen, dass unter anderem fruchtbare Erde weggetragen wird. SNIRD setzt sich daher dafür ein, dass das Küstengebiet bepflanzt wird. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung pflanzen sie Palmen, da sie mit ihren Wurzeln die Erden zusammenhalten und die Zyklone abschwächen.

Auch ihr könnt heute gemeinsam eine Palme pflanzen! Du verteilst Bilder von Erde sowie den einzelnen Palmteilen wie Wurzel, Stammteile, Blätter, Blüten und Früchte im Raum, je nach Gruppenraum versteckt oder offensichtlicher und legst Sitzkissen (oder Tücher) bereit. Natürlich ist in Küstennähe der Boden oft zu weich oder zu gatschig, um direkt darauf zu gehen. Deshalb müsst ihr euch mit einem Trick helfen. Zu Beginn des Spiels stellt sich jedes Kind auf eines dieser Kissen, ein paar weitere Kissen werden zusätzlich hingelegt, diese können sich die Kinder im Laufe des Spiels zuwerfen oder auflegen. Das Spiel startet und der Boden darf nicht mehr berührt werden (wie "der Boden ist Lava"), weil man ja sonst im Gatsch einsinken würde. Auf einem Polster kann immer nur ein Kind stehen. Die Kinder sollen nun gemeinsam die einzelnen Palmenteile einsammeln, dabei ist zu beachten, dass ein Kind nur ein Teil in der Hand halten soll. Die Palmeteile bringen die Kinder zum einen im Vorfeld festgelegten Zielort und bauen die Palme zusammen. Wie die einzelnen Bilder eingesammelt werden und ob die Kinder auf die Sitzkissen hinspringen oder einen Pfad daraus bilden ist ihnen überlassen — der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Abschluss


Abschließend kommt ihr alle zusammen in einem Kreis, jede/r sitzt mit genügend Abstand und angezogenen Beinen da und ihr macht eine kurze Blitzlichtrunde, was jedem/jeder gefallen hat und was ihr als "Ernte" von der heutigen Gruppenstunde mitnehmt. Wer gesprochen hat, streckt die Beine in einem "V" aus, sodass sich genau die Zehenspitzen von Nachbar/innen berühren. Am Ende habt ihr gemeinsam einen großen Stern gebildet.

Autor/in: Johanna Aman und Alžbeta Srovnalová

Publikation: kumquat "sternsingen" 1/2020

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Schlagwörter: Sternsingen, Welt