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Nagle einen Pudding an die Wand!

Gruppenstunde | Alter: 10-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

In Christine Nöstlingers Buch "Nagle einen Pudding an die Wand!" gründen Kinder eine Umweltschutzgruppe, die geheime Aktionen durchführt, um auch andere Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen. Kinder werden also für ihre eigenen Anliegen aktiv, überlegen sich ganz allein, wie sie etwas ändern könnten und tun es dann auch — denn wer soll es denn sonst tun? In einer Welt, die rein von Erwachsenen geführt wird, ist es für Kinder oft schwierig aktiv zu werden. In der Jungschar wollen wir Kindern zeigen, dass sie selbst etwas in die Hand nehmen können und sich für ihre und/oder die Anliegen anderer einsetzen können und sollen.

Material

  • Zettel mit je einer Situation vom Rollenspiel (durchnummeriert)
  • ganzes Rollenspiel mit Vorlesetexten für Erzähler/in
  • Accessoires fürs Rollenspiel (Verkleidungen und evtl. auch Gegenstände, die vorkommen)
  • Plakat mit Umfeld von Kindern
  • evtl. Spielzeugautos, -busse, -fahrräder, Legofiguren o. ä.
  • kleine Zettel
  • leere Plakate
  • Stifte, Buntstifte, Kreiden etc.
  • Scheren
  • Kleber

Aufbau

In dieser Gruppenstunde wird zuerst das Buch "Nagle einen Pudding an die Wand!" in einem kleinen Rollenspiel vorgestellt. Dann geht es darum herauszufinden, wo wir im Alltag Situationen oder Dingen begegnen, die schädlich für unsere Umwelt sind. Zu einem der so besprochenen Themen denkt ihr euch dann eine Aktion aus, bastelt Material dafür und führt sie (vermutlich in einer folgenden Gruppenstunde) durch.

 

Umweltschutz mit Katharina und Koku


Verteile im Raum die Zettel mit den Szenen. Die Kinder sollen sie in Gruppen suchen und die Szene auf dem gefundenen Zettel nachstellen. Gib ihnen ein paar Minuten Zeit, um die Szenen zu lesen und vorzubereiten (nicht zu lange — es muss und soll nicht perfekt sein). Die Kinder können die direkte Rede vorlesen, dürfen aber natürlich auch alles frei formulieren.

Du liest zwischen den Szenen immer die Teile der/des Erzähler/in vor.

Erzähler/in: Katharina ist 13 Jahre alt, sie geht in die Schule. Eines Tages kommt ein neuer Mitschüler namens Koku in die Klasse, er setzt sich ans Pult neben Katharina. Während des Unterrichts beginnt er mit Katharina zu plaudern. Das mag sie eigentlich nicht, weil das stört den Unterricht, doch irgendwie findet sie ihn doch interessant.

1. Katharina erfährt, dass Koku von seiner alten Schule geworfen wurde.
Koku erzählt ihr, dass er mit allen in der Schule ständig über Umweltschutz gesprochen hat und so den Betrieb offenbar gestört habe. Er sei zum Beispiel immer wieder zum Direktor gegangen, damit die Schulmilch in Glasflaschen und nicht mehr im Tetra-Pack geliefert wird. Im Biologieunterricht wollte er etwas zur Abholzung des Regenwaldes lernen, denn wen interessiert schon, wie das Gebiss eines Löwen ausschaut? Den Schulwart wollte er überzeugen, dass er doch einen Komposthaufen im Schulhof anlegen sollte.

Erzähler/in: Jetzt hat Koku aufgegeben, seinem Umfeld zu erklären, was sie zum Umweltschutz beitragen können. Er hat eine andere Idee: er will geheime Aktionen durchführen, die eine große Gruppe von Menschen mitbekommt, damit die mal zu denken anfangen. Vielleicht funktioniert es ja so, dass er die Welt rettet?

2. Katharina will wissen: "Wie sollen die geheimen Aktionen ausschauen?"
Koku: "So jedenfalls, dass allerhand Leuten die Spucke wegbleibt." Katharina fragt ihn auch, ob er sich nicht fürchte, dass ihn jemand dabei erwischen könnte? Koku antwortet darauf: "Und wenn es trotzdem passiert, was soll's? Ich bin im Recht, wenn ich nicht zusehe, wie die alten Wappler alles kaputtmachen. Kein Erwachsener kann mir verbieten, mich um meine eigene Zukunft zu kümmern! Wenn die stattfindet, liegen diese Herrschaften nämlich schon in ihrer Familiengruft, und da hab ich dann nichts davon, wenn es ihnen leid tut!"

Erzähler/in: Katharina hat zwar Angst bei den Aktionen mitzumachen und erwischt zu werden, aber irgendwie hat der Koku ja auch Recht, dass jemand was tun muss. Also macht sie mit! Bald planen sie eine erste geheime Aktion.

3. Katharina und Koku stellen fest, dass sehr viele Menschen den Müll nicht richtig trennen.
Also nehmen sie eines Nachts den Müll aus den Tonnen in einem großen Wohnhaus und verteilen ihn überall im Haus — vor allen Türen, in den Gängen, über die Stiegen runter. Dazu hängen sie Plakate auf, darauf steht: "Der Abfall ist nicht sortiert! Bitte nachholen!"

Erzähler/in: Die Aktionsgruppe wächst, immer mehr Freund/innen wollen die beiden unterstützen und machen mit. Die so entstandene Gruppe gibt sich den Namen "Grüne Zukunft", den sie bei all ihren geheimen Aktionen dann dazuschreiben.

4. Katharina muss bei Aktionsgruppentreffen immer wieder als Bremse für blöde Ideen herhalten.
Zum Beispiel hat jemand die Idee, in einen großen Supermarkt einzudringen und alle nicht umweltfreundlichen Produkte aufzutürmen mit der Aufschrift "Wir sind der Tod dieser Erde!". Katharina meint dazu, dass es doch total unmöglich ist, in der Nacht in einen Supermarkt einzudringen. Und kaputt machen dürfen sie ja nichts, das ist eine Grundregel der Gruppe.

Erzähler/in: Die "Grüne Zukunft" führt weiterhin Aktionen durch und wird so langsam recht bekannt. Wie die Geschichte ausgeht, möchte ich euch aber nicht verraten, weil vielleicht wollt ihr das Buch ja noch lesen!

Nach dem Rollenspiel könnt ihr euch kurz zusammensetzen und ein bisschen über die Geschichte sprechen. Was hat euch gefallen und was nicht? Wie glaubt ihr, geht die Geschichte aus?

Die Umwelt und wir


Die Themen im Buch, nämlich die Verschwendung von Wasser, der sorglose Umgang mit Müll, Luftverschmutzung, all das sind Beispiele dafür, wie Menschen mit der Natur umgehen. Was fällt euch denn ein — wo bemerkt ihr, dass die Umwelt nicht geschützt wird?

Leg das Plakat mit dem Umfeld von Kindern auf und geh gemeinsam mit den Kindern ihren Alltag durch. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch noch Spielzeugautos, -busse, Legofiguren etc. benützen, um den Tagesablauf noch besser darzustellen. Mögliche Leitfragen für dieses Gespräch könnten folgende sein:

Wie kommst du in die Schule?

  • Was beobachtest du am Weg in die Schule? Gibt es viel Verkehr?
  • Welche Dinge verwendest du in der Schule? Sammelt sich da viel Müll zusammen oder verwendet ihr Dinge immer wieder?
  • Wo isst du zu Mittag? Was isst du da? Wie ist dein Essen und Trinken serviert/eingepackt?
  • Was machst du am Nachmittag? Fällt dir da etwas ein, was für die Umwelt vielleicht schädlich sein kann? Begegnest du solchen Dingen?
  • Wie schaut es bei euch daheim aus — gibt es Mülltrennung? Versucht ihr, Müll zu vermeiden? Wie geht ihr mit Wasser um? Haben deine Eltern ein Auto?
  • Wie ist es in der Freizeit? Was machst du da und beobachtest du da auch manchmal Umweltverschmutzung?
  • Was und wo isst du am Abend? Was gibt es da oft?


Bei diesem Gespräch ist als Gruppenleiter/in viel Fingerspitzengefühl gefragt — es geht nicht darum, den Kindern ein schlechtes Gewissen zu machen (für viele Alltagsentscheidungen wie z. B. das Auto sind ja auch die Eltern und nicht sie selbst zuständig), sondern vielmehr ihr Bewusstsein dafür zu wecken, was alles veränderbar ist und wo sie selbst auch Handlungsspielräume haben. Hier sind ein paar Vorschläge, worüber ihr reden könntet. Natürlich kann es auch sein, dass bei euch in der Gruppe gerade etwas ganz anderes interessant oder besonders aktuell ist.

Verkehr: Besonders in größeren Städten ist Verkehr natürlich ein sehr wichtiges Thema, wenn es um unsere Umwelt, speziell um die Luft, geht. Je mehr Menschen mit einem eigenen Auto fahren, desto mehr Abgase verströmen sie. Gerade in Städten ist es aber recht einfach, sich anders zu bewegen: vieles geht zu Fuß oder mit dem Fahrrad und natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Essen: Da könnt ihr einerseits über unterschiedliche Verpackungen reden: Wasser in Plastikflaschen, Einweggeschirr, Alufolie usw. Für all diese Dinge gibt es Alternativen (z. B. Pfandflaschen, Bienenwachstücher) über die ihr natürlich auch reden könnt. Andererseits ist beim Essen natürlich auch wichtig, woher es kommt (der Transport von Essen führt zu mehr Luftverschmutzung), wie es angesetzt wird (Spritzmittel töten Insekten, gelangen in Luft und Grundwasser), wie viel Fleisch darin ist (Fleischproduktion ist für die Umwelt viel schädlicher, weil für die Tierzucht sehr viele Lebensmittel als Tierfutter angebaut werden und auch weil Tiere sehr viel Weidefläche brauchen, die oft da entsteht, wo vorher Wälder standen).

Jungschar: Bei größeren Veranstaltungen ist es manchmal besonders schwierig, überflüssigen Müll zu vermeiden und biologisches Essen zu kaufen. Wie macht ihr das denn in der Jungschar? Achtet ihr darauf? Ist es möglich, ein paar Veränderungen beim Jungscharlager zu machen? Das könnte zum Beispiel sein, dass ihr keine Getränke in Wegwerf-Flaschen mehr kauft, sondern nur in Pfand (es gibt auch Plastik-Pfand­flaschen). Oder fällt euch was Anderes ein?

Nun werden wir aktiv!


So, aber jetzt genug geredet: wir wollen auch etwas tun! Überlegt euch gemeinsam, welches von den angesprochenen Themen euch am meisten interessiert. Schreibt dazu alle in Frage kommenden Themen jeweils auf einen kleinen Zettel. Auf einer Seite des Raums ist der Ort für "finde ich super", auf der gegenüberliegenden Seite "finde ich nicht so gut". Die Kinder sollen sich jetzt zu jedem Thema dort hinstellen, wo es für sie passt.

Habt ihr ein Thema bestimmt, dann sammelt Ideen, was für eine "geheime Aktion" ihr durchführen könntet. Bitte achte auf die Grundregeln zu solchen Aktionen (siehe unten).

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr natürlich einen Namen für eure neue Aktionsgruppe erfinden. Oder vielleicht hat eure Jungschargruppe auch schon einen Namen, der sich dafür eignen würde?

Jetzt könnt ihr gemeinsam Plakate malen mit euren Anliegen oder andere Dinge basteln, die ihr zur Durchführung braucht. Wenn ihr wollt, könnt ihr natürlich euren Aktionsgruppennamen draufschreiben.

In einer folgenden Stunde könnt ihr die geplante Aktion dann durchführen. Überlegt auch, ob ihr dazu noch etwas braucht, was ihr vielleicht von zuhause noch mitnehmen solltet dafür. Wenn ihr für die Aktion rausgeht, bitte vergesst nicht, die Eltern vorher zu informieren!

Macht ein paar Fotos von der Aktion und wenn ihr wollt, dann schickt sie auch an uns weiter! Wir sind nämlich schon sehr gespannt, was euch Tolles einfällt! Schreibt einfach an Mail an dlwien@jungschar.at!

Abschluss


Trefft euch im Kreis und schreit auf drei alle gemeinsam "Bevor wir aufgeben, nagelst du eher einen Pudding an die Wand!"

Autor/in: Johanna Walpoth

Publikation: kumquat "Die Nöstlinger" 5/2018

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Schlagwort: Umwelt