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Ich will's wissen

Messmodelle | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Anlässlich des Tages der Kinderrechte am 20. November könnt ihr einen Gottesdienst feiern, bei dem es um das Recht auf Bildung, um das Lernen für und aus dem Leben geht. "Ich will's wissen": ausgehend vom Artikel aus der Kinderrechtskonvention überlegen sich die Kinder, wie und wo sie aus dem Leben lernen und stellen durch das Evangelium "Der zwölfjährige Jesus fragt und diskutiert im Tempel" auch einen Bezug zu Jesus und wie er gelernt hat her.

Material

  • Symbole (zB.: Tierlexikon, Ball, Kutte, Polster aus dem JS-Heim, Stofftier oder anderes Symbol für ein Haustier, große/r Bruder/Schwester, Kreuz)

Aufbau

Die Bausteine eignen sich sowohl für eine Messe als auch für einen Wortgottesdienst.

 

Bibelstellen

Evangelium: Lk 2,41 — 52

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.

Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.

Dann kehrte er mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.

Hintergrund Evangelium:

Pilgerreise


Gemäß dem jüdischen Gesetz pilgern die Eltern Jesu zum Paschafest nach Jerusalem. Zwar verlangt die Vorschrift strenggenommen dies nur von den Männern, doch haben sich gewohnheitsmäßig Frauen und Männer an diesen Wallfahrten beteiligt. Die Entfernung von Nazareth nach Jerusalem beträgt etwa 100km, die nötigen Umwege mitgerechnet ergibt einen Weg von ca 120km, das waren drei gute Tagesmärsche. Zum Schutz vor den vielfältigen Gefahren einer solchen Reise waren ganze Dorfgemeinschaften gemeinsam unterwegs.

12 Jahre


Die Altersangabe (12 Jahre) steht vielleicht in Zusammenhang mit der Gewohnheit, die Knaben ein Jahr vor dem Jünglingsalter an die strenge Gesetzesbeobachtung zu gewöhnen. Die Familie verbringt die ganze Festwoche in Jerusalem, obwohl das Gesetz nur einen zweitägigen Aufenthalt fordert. Sie tun also mehr als das Gesetz verlangt.

Jesus bleibt


Während die Pilger nach den Festtagen wieder nach Hause ziehen, bleibt Jesus in Jerusalem. Eine wichtige theologische Aussage, die sich durch die ganze Kindheitsgeschichte zieht, liegt auch hier: Der Messias Jesus ist nicht in Betlehem oder auch nicht in Nazareth zu Hause, sondern in der heiligen Stadt Jerusalem.

Die Suche


In der großen Gruppe bemerken die Eltern sein Fehlen nicht gleich. Dann suchen sie ihn zuerst bei Verwandten und Bekannten, von denen wir hier erstmals erfahren. Am zweiten Tag kehren sie nach Jerusalem zurück. Nach einiger Suche finden sie ihn dann am dritten Tag im Tempel. Diese drei Tage sind also hier eine realistisch gedachte Zeitangabe und nicht symbolisch zu verstehen.

Eine Diskussion


Jesus sitzt mitten unter den Gesetzeslehrern. Er tut an sich nichts Ungewöhnliches. Er beteiligt sich an der Diskussion mit den anerkannten Lehrautoritäten. Er hört zu und stellt Fragen. (Jesus wird weder als Lehrender beschrieben, noch als einer, der den Gesetzeslehrern überlegen wäre und sie blamiert hätte!) Doch seine Beteiligung am Gespräch zeigt sein (für sein Alter) außergewöhnliches Verständnis.

"Mein Vater"


Die Eltern sind betroffen, ihn in dieser Situation zu finden und machen ihm verständlicherweise Vorwürfe. Jesus aber widerspricht - und es klingt sogar für heutige Ohren sehr frech. Erstmals deutet er dabei sich selbst, sein Wesen und seine Aufgabe. Er muss dort sein, wo es um Gott geht. Erstmals wird damit auch die Spannung zwischen dem Gehorsam Gott gegenüber und Verpflichtungen Menschen gegenüber deutlich angesprochen. Das Evangelium wird im weiteren Verlauf dem Leser zeigen, dass dieser anfängliche Gehorsam wieder nach Jerusalem zu Kreuz und Auferstehung führen wird.

Unverständnis


Seine Eltern aber verstehen ihn nicht. Hier klingen bereits die Konflikte an, die Markus beschreibt, etwa wenn die Verwandten später meinen, "er sei von Sinnen" (Mk 3, 21 und ff). Der Abschlusssatz ist in Parallele zu 1 Sam 2,16 formuliert und schließt die Kindheitsgeschichte dieses Evangeliums ab.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Vorbereitung mit den Kindern

  • Die Kinder überlegen sich Symbole zum Thema Wissen/Lernen, die für sie persönlich wichtig sind bzw. wo sie das Gefühl haben, dass sie etwas ganz Wichtiges für sich, für ihr Leben gelernt haben und versuchen mit eigenen Worten davon zu erzählen, was ihnen daran wichtig ist und was sie gelernt haben.
  • Die Kinder setzen sich mit der Feierleitung und dem/der Gruppenleiter/in mit dem Bibeltext auseinander, diskutieren darüber, was der Text mit ihrem Leben zu tun hat und was sie sich daraus mitnehmen. Die Kinder können ihre Gedanken zur Auslegung der Bibelstelle anstelle der Predigt einbringen. Für die Auseinandersetzung mit den Kindern sind die Hintergründe zum Evangelium ein guter Ausgangspunkt.

Lied zur Eröffnung


Einfach spitze, dass du da bist

Einstieg


Kinder haben Rechte — das wollen wir heute bedenken und feiern. Heuer steht am Tag der Kinderrechte das Recht auf Bildung im Mittelpunkt. Da heißt es in der Kinderrechts-Konvention: "Kinder haben ein Recht auf Bildung, und zwar in einer Form, die ihren Bedürfnissen und Begabungen entspricht. Bildung soll Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen das Handwerkszeug vermitteln, ein aktives und verantwortungsbewusstes Leben zu führen." Nicht für die Schule lernen wir sondern für das Leben — und aus dem Leben. Die Kinder haben Symbole zum Thema mitgebracht, wo sie für und über das Leben lernen.

Zum Beispiel:

  • Ein Tierlexikon: Wenn ich in diesem Buch blättere dann komme ich immer wieder ins Staunen — wie groß und bunt unsere Welt ist.
  • Ball Wir üben beim Spielen immer wieder aufeinander zu schauen. Wenn beim Fussballspielen ein Pass gelingt und wir den Ball miteinander ins Tor bringen — das ist leiwand.
  • Ministrant/innen-Kette> Als Ministrant/in habe ich mich am Anfang nicht so recht getraut vor allen Leuten in der Kirche. Jetzt trau ich mich und kenn mich schon gut aus, wann was im Gottesdienst kommt.
  • Polster: Das ist ein Polster aus dem Jungscharraum. Dort ist es immer gemütlich, da können wir spielen und plaudern. Freundinnen und Freunde kennen lernen, streiten, uns miteinander vertragen — das ist für mich auch für's Leben lernen.
  • Stofftier: Mich um Alfi zu kümmern, da hat mich meine Mama schon immer wieder erinnern müssen. Aber jetzt mach ich das ganz alleine und pass gut auf ihn auf.
  • Große Schwester/großer Bruder: Auch wenn sie/er mir manchmal auf die Nerven geht, ist es schön, eine Schwester/einen Bruder zu haben. Ich hab von ihr/ihm gelernt, wie man Rad fährt und wie man Mama am besten zu einem Eis überredet.


Der/die Gottesdienstleiter/in bringt ein Kreuz als Symbol und legt es dazu und formuliert authentisch aus ihrem Leben, in etwa so:

  • Ich lerne von Jesus jeden Tag: Er kann wunderbare Geschichten erzählen und geht liebevoll und achtsam mit allen Menschen um.

Kyrie:


Diesen Jesus begrüßen wir in unserer Mitte:

Kind 1: Jesus Christus, von dir können wir viel lernen.
Liedruf: V/A: Kyrie eleison.

Kind 2: Jesus Christus, du stellst die Kinder in die Mitte und segnest sie.
Liedruf: V/A: Kyrie eleison.

Kind 3: Jesus Christus, du willst, dass es alle Menschen gut haben.
Liedruf: V/A: Kyrie eleison.

Lob/Danklied:


Für alles, wo wir lernen dürfen, wollen wir Gott danken und loben im Lied:
z.B. Danke für diesen guten Morgen
z.B. Wir kommen zu dir, oh Herr
z.B. Freude kann Kreise ziehn

Tages-/Eröffnungsgebet:


Guter Gott, du liebst uns Menschen.
Jeden und jede von uns hast du einzigartig geschaffen
mit unseren Bedürfnissen und Begabungen.
Hilf uns, dass alles sich entfalten und entwickeln kann,
das du in uns angelegt hast.
Hilf uns zu lernen, immer mehr und besser Mensch zu werden
wie Jesus es uns vorgelebt hat.
Öffne unsere Ohren und unser Herz
für die Weisheit deiner Worte aus der Bibel.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Freund und Bruder.
A: Amen.

Evangeliumstext zum Vorlesen


Jedes Jahr gingen die Eltern zum Paschafest nach Jerusalem. Als Jesus zwölf Jahre alt war, hielten sie sich wieder dort auf. Nach den Festtagen machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass die Eltern es merkten, denn sie dachten, er ginge mit anderen Reisenden. Erst nach einer Tagesreise suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Sie fanden ihn nicht, kehrten zurück nach Jerusalem und suchten ihn dort. Drei Tage lang suchten sie nach ihm, da entdeckten sie ihn endlich im Tempel. Er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu, stellte Fragen und diskutierte mit ihnen. Alle, die ihn hörten, staunten über sein Verständnis und über seine Antworten.

Als seine Eltern ihn dort sahen, waren sie sehr erschüttert und seine Mutter sprach: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voller Angst gesucht. Da sagte Jesus zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Ihr hättet euch doch denken können, dass ich im Haus meines wirklichen Vaters bin! Seine Eltern verstanden diese Antwort nicht. Jesus aber ging gehorsam mit ihnen nach Nazaret zurück. Maria bewahrte alles in ihrem Herzen. Jesus wurde älter und größer. Seine Weisheit nahm zu, sodass Gott und die Menschen ihre Freude an ihm hatten.

(aus: Oberthür Rainer: Die Bibel für Kinder und alle im Haus, Kösel München 2013.)

Predigtimpulse:


"Er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu, stellte Fragen und diskutierte mit ihnen. Alle, die ihn hörten, staunten über sein Verständnis und über seine Antworten." heißt es im Evangelium. Jesus war sicher ein ganz besonderes Kind. Er war ja menschlich aber auch göttlich. Heute würde ihm wahrscheinlich der Stempel "hochbegabt" aufgedrückt werden. Jesus war sicher auch wie alle Kinder:

Kinder sind neugierig, stellen Fragen, wollen's wissen — und machen sich ihre eigenen Gedanken. Kinder denken und fühlen anders als Erwachsene und nicht immer fällt es uns leicht zu verstehen, was sie meinen. In der ihnen eigenen Sichtweise und Deutung liegt aber auch die große Chance — von ihnen auch in religiöser und spiritueller Sicht zu lernen. Kinder haben uns was zu sagen und können mit ihrer Sicht den Blick von uns Erwachsenen weiten.
In der Bibelstelle saß Jesus mitten unter den Lehrern, hörte zu, stellte Fragen, diskutierte.

Fragen stellen, diskutieren, miteinander über die Schrift ins Gespräch kommen — Wir haben uns von der Bibelstelle inspirieren lassen und haben mit den Kindern die Bibelstelle gedeutet.
Heute dürfen wir uns von ihrer Sicht inspirieren lassen.

Die Kinder erzählen und reden über ihre Deutungsideen oder lesen die gemeinsam vorbereitete Auslegung vor.

Segensgebet

(im Wechsel)
Gottes Segen komme zu uns Kindern, dass wir stark sind.
Gottes Segen komme zu uns Erwachsenen, dass wir die Stärke der Kinder ernst nehmen.
Gottes Segen komme zu uns Kindern, dass wir sagen, was wir denken.
Gottes Segen komme zu uns Erwachsenen, dass wir zuhören, wenn Kinder reden.
Gottes Segen komme zu uns Kindern, dass wir mutig sind in unserem Recht.
Gottes Segen komme zu uns Erwachsenen, dass wir bereit sind, von den Kindern zu lernen. Gottes Segen komme zu uns Kindern, dass wir NEIN sagen, wo es nötig ist.
Gottes Segen komme zu uns Erwachsenen, dass wird das NEIN aushalten können.
Gottes Segen komme zu uns Kindern, dass wir JA sagen, wo es gut ist.
Gottes Segen komme zu uns Erwachsenen, dass wir das Ja wachsen lassen.
Gottes Segen komme zu uns Kindern, dass wir uns einsetzen für alle Kinder.
Gottes Segen komme zu uns Erwachsenen, dass wir für die Rechte der Kinder kämpfen.
Gottes Segen komme zu uns Kindern und Erwachsenen, dass wir miteinander nach der Wahrheit suchen und die Wirklichkeit verändern.

(Nach: Ulrike Labuhn, in: Bundesverband Diakonie/BETA (Hg.), Kinder haben Rechte! ... das es gerecht zugeht!, Arbeitshilfe zum Weltkindertag 20.9.2008, 14.)

Liedvorschläge:

  • Überall wirkt Gottes Geist
    "Immer wieder dringen Menschen ein ins Wissen, und sie lesen Schritt um Schritt der Schöpfung Bücher. Heil'ger Geist Erfindung schenkt."
  • Finde den Raum, Liederquelle
  • Du und ich
  • Wir mischen mit
  • Wenn einer sagt ich mag dich du

Autor/in: Michaela Druckenthaner überarbeitet von Martina Triebl

Publikation: kumquat "Ein Recht auf Herzensbildung" 4/2018

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Schlagwörter: Kinderrechte, Gottesdienst