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Hiob muss leiden

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Hintergrund

Das Leid ist für Kinder nichts Unbekanntes - auch wenn sie es oft nicht so benennen. Und mit Leid umgehen zu lernen gehört - wie so vieles andere auch -genauso zum Menschsein. Das Ansprechen dieses Themas mit Kindern muss aber ganz besonders behutsam erfolgen. Es soll hier geschehen anhand der Geschichte von Hiob und wie er mit dem Leid umging. Und anhand dieser Geschichte können dann die Kinder Stellung nehmen und sich fragen: Glauben wir, dass manche Sachen, die dem Hiob geholfen haben, auch uns helfen könnten, wenn es uns schlecht geht?
Ein Aspekt, der auch in der Überleitung zum Evangelium nochmals deutlich wird, ist besonders wichtig. Es geht in jeder Form von Leid darum, es so weitgehend wie nur immer möglich, zu lindern oder es aus der Welt zu schaffen. Und einander in den Leiden, die nicht zu ändern oder zu erklären sind, nicht alleine zu lassen.

Aufbau

Die gestalteten Elemente sind:

  • Begrüßung

  • Kyrie

  • Vor der Lesung

  • Nach der Lesung

  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Ijob 7, 1-4, 6-7

Ijob ergriff das Wort und sprach: Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde? Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners? Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt, wie ein Tagelöhner, der auf den Lohn wartet.
So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe, und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu. Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn? Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert. Schneller als das Weberschiffchen reifen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist. Nie mehr schaut mein Auge Glück.

Evangelium: Mk 1, 29-39

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgten für sie.
Am Abend als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.
In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige, denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb Dämonen aus.

Hintergrund 1. Lesung:

Das Buch


"Ijob" wird zu den ganz großen Werken der Weltliteratur gezahlt. Eines der Werke, wo es um die großen Fragen des Menschseins geht: Das Leben, wie es ist und wie es sein sollte; die Frage nach der Herkunft der Ungerechtigkeit des Leides.
Das Buch durfte zwischen dem 5. und 3. Jh. v. Chr. entstanden sein. Es enthält zwar mehrere Zusätze, ist im Großen und Ganzen aber - vor allem, was die Thematik anbelangt - aus einem Guss.

Geschichtlicher Hintergrund


In der Zeit, in der das Ijob-Buch verfasst wurde, hatten die Israeliten Schweres mitgemacht. Israel und Juda waren zerstört worden, viele Menschen nach Babylon deportiert, die Juden in aller Welt zerstreut, das verheißene Land Israel nicht mehr in ihrem Besitz. Es stellte sich nun die große Frage: Wie, warum konnte das alles passieren? Eine der gegebenen Antworten, die die Theologen damals fanden, war: Das Leid jetzt ist die Vergeltung für die bösen Tage Israels früher.
Hinzu kam noch - verständlich durch die erschütterte, geschwächte Position Israels und die Angst, die eigene Identität zu verlieren - die Tendenz, sich deutlich von allen anderen abzugrenzen, auch zu ersuchen, nur ja nicht wieder so eine Katastrophe heraufzubeschwören. Ergebnis dieser Bemühungen war aber oft eine Schematisierung, eine Einengung der Erfahrung und der Lebenswirklichkeit. Ein Beispiel dafür ist die Auseinandersetzung Ijobs mit seinen Freunden in der Frage des Leides.

Der Inhalt


Das "Ijob-Buch" erzählt die Geschichte eines Mannes, der ohne Schuld in tiefes Leid gestürzt wurde. Seine Freunde, die ihn trösten wollen, versuchen nun in den Gesprächen mit ihm draufzukommen, was denn die Ursache für Ijobs Schicksal ist. Dabei argumentieren sie ganz auf der oben beschriebenen, gängigen Linie. Leid ist die Strafe für früher begangene Vergehen.
Ijob weiß aber, dass dem nicht so ist. Ihn trifft keine Schuld an seinem Zustand. Seine Freunde sind aber zu verbohrt, um von ihrer schematisierenden Haltung abrücken zu können. Gott selbst ist es am Ende, der Ijob recht gibt: Das Leid ist letztendlich nicht zu "erklären", zu "verstehen" oder zu begreifen". Einzig die Gemeinschaft mit Gott ist entscheidend.

Ijobs Klage


Der heutige Lesungstext ist die Antwort auf die Rede eines der drei Freunde Ijobs - Elijas. Sie sind gekommen, und nachdem sie (Ijob 2,11-13) sieben Tage und Nächte mit ihm gelitten haben, sollen sie Ijob trösten. Elijas ist überzeugt, dass es irgendeinen "dunklen Punkt" in Ijobs Vergangenheit gibt und, dass deshalb sein Leid Vergeltung dafür ist. Ijob weiß um seine Unschuld, und so kann ihn Elijas Rede auch nicht trösten. Missverstanden bricht er erneut in eine Klage aus. Dabei zeichnet er seine bittere Erfahrung mit allgemeinen Bildern.

"Kriegsdienst" und "Mühsal"


Der hebräische Text bringt die aussichts- und hoffnungslose, ja verzweifelte Situation Ijobs noch deutlicher zum Ausdruck als die Übersetzung. "Kriegsdienst" (Vers 1) meint mehr als nur die schutzlose Härte des Krieges: es meint auch, wie im nächsten Vers deutlich wird, den Frondienst, die harte Arbeit der "Tagelöhner". Israel musste harten, ja entwürdigenden Dienst in Ägypten tun. Ijobs Situation ist die des "Tagelöhners, der auf den Lohn wartet" und "nach Schatten lechzt". Das Ende des Tages, der Lohn, der Schatten sind unendlich weit entfernt. Ja, wenn Ijob davon spricht, dass das alles sein "Erbe" (Vers 3) geworden ist, so wird seine Klage noch eindringlicher. Mit "Erbe" wird sonst das verheißene Land beschrieben, die Heilsgabe Jahwes schlechthin. Ijob merkt nichts mehr davon, sein Leben geht dahin, wie "der Faden ausgeht" (Vers 6) beim Weben. Unausgesprochen ("Denk daran .... " Vers 7) wendet sich Ijob am Ende dieser Klage an Gott. Er soll sich Ijobs annehmen, seine Situation wieder zum Guten wenden.

Zusammenhang mit dem Evangelium


Jesus ist gekommen, um allen Hiobs dieser Erde zu helfen und sie zu heilen. Er ist für alle da, die leiden.

Elemente für den Gottesdienst


Begrüßung


Wenn wir uns hier jeden Sonntag treffen, dann geht es uns dabei oft sehr verschieden. Manchen eher besser - die haben vielleicht besonders gut gefrühstückt - manchen vielleicht etwas schlechter - vielleicht haben die einen schlechten Traum gehabt, oder ihnen tut irgendetwas weh, oder sie haben vielleicht Angst vor irgendetwas. Wir haben das alle schon irgendwann einmal erlebt. Manchmal geht es einem eben gut, und manches Mal schlecht. Beides gehört zum Menschsein dazu. Heute werden wir in der Lesung von einem Mann hören - Ijob heißt er - dem es sehr schlecht gegangen ist. Dieser Ijob hat sehr gelitten, geweint und geklagt.

Kyrie


Guter Gott, du weißt, dass es uns manchmal gut und manchmal schlecht geht.
Herr, erbarme dich unser.
In Jesus hast Du uns gezeigt, wie wir miteinander umgehen sollen.
Christus, erbarme dich unser.
Hilf uns, dass wir miteinander so ähnlich umgehen können, wie Jesus mit den Menschen umgegangen ist.
Herr, erbarme dich unser.

Vor der Lesung


Heute möchte ich euch die Geschichte von Ijob erzählen. Ijob war ein Mann, der vor langer Zeit gelebt hat. Ijob war ein guter Mann, gut zu allen Menschen und gut zu allen Tieren, die auf seinem Hof lebten. Ijob ging es sehr gut. Er war gesund, reich, hatte viele Kinder und eine sehr liebe Frau. Aber eines Tages passierte es. Seine Herden wurden gestohlen, seine Diener umgebracht, seine Kinder waren alle gemeinsam in einem Haus um miteinander ein Fest zu feiern. Da stürzte das Haus ein und alle wurden erschlagen. Und noch dazu wurde Ijob sehr schwer krank.
In dieser Stelle wird auf ein Plakat hingewiesen, dass gut sichtbar am Altar aufgehängt
ist. In der Mitte des Plakates ist eine große Träne aufgemalt. Rund um die Träne herum
ist Platz, an dem nun im Folgenden vier Bilder, die die Geschichte Ijob illustrieren, aufgeklebt
werden. Die aufgemalte Träne auf dem Plakat soll das Leid Ijobs symbolisieren.
Ijob ging es also sehr, sehr schlecht. Er litt, er war sehr traurig und klagte. Drei Freunde von Ijob hörten von seinem Unglück und kamen zu ihm um ihn zu trösten. Als sie sahen, wie schlecht es Ijob ging, waren sie in der ersten Zeit Oberhaupt nicht fähig, ihm auch nur irgendein Wort zu sagen. Schweigend setzten sie sich zu ihm und trauerten sieben Tage und Nachte mit Ijob. Das erste Bild wird links oben auf das Plakat geklebt.
Erst nach dieser Zeit begannen sie miteinander zu reden. Die Freunde Ijobs versuchten ihn zu trösten. Sie versuchten mit ihm zu reden und draufzukommen, warum es ihm denn jetzt so schlecht ging. Das zweite Bild wird rechts oben auf das Plakat geklebt.
Aber das nützte alles nichts. Die Freunde meinten es zwar gut mit Ijob, aber sie verstanden ihn eigentlich nicht richtig. Sie wollten nämlich Ijob ständig einreden, dass er selber an seiner Situation schuld sei. Aber Ijob wusste genau, dass er nichts für all das konnte, was ihm nun geschehen war. So klagte er laut zu Gott. Dabei wird das dritte Bild links unten dazugeklebt

Lesung


Nun wird der heutige Lesungstext vorgelesen.

Nach der Lesung


Was ihm seine Freunde auch erzählen, sie könnten Ijob nicht erklären, warum er so leiden musste. Zuletzt sprach Gott selbst mit Ijob. Und da wurde ihm vieles klar. Das vierte Bild wird aufgeklebt.
Von da an ging es wieder aufwärts mit Ijob. Er wurde wieder gesund. Er bekam nochmals zehn Kinder und wurde noch reicher.
Die Geschichte von Ijob ist schon sehr alt. Aber noch immer leiden Menschen, manche mehr, manche weniger. So wie wir es in der Geschichte gehört haben, kann man einander aber helfen, wenn man leidet. Ijobs Freunde kamen und saßen einfach bei ihm, ohne ein Wort zu sagen. Sie ließen Ijob einfach nicht allein, als es ihm schlecht ging. Manchmal kann es helfen, wenn jemand mit uns redet. Die Freunde Ijobs haben das auch versucht, nur hat das in der Geschichte dem Ijob nicht sehr viel geholfen. Daran können wir sehen, dass wir einander - wenn jemand von uns leidet und es ihm sehr schlecht geht - auf verschiedene Art und Weise helfen können und auch müssen - manchmal hilft das eine mehr und manchmal das andere. Manchmal hilft es auch nur mehr zu jammern, zu klagen und zu weinen. Ijob hat das zum Beispiel auch gemacht. Vielleicht hat der eine oder der andere schon selber einmal die Erfahrung gemacht wie gut es sein kann, sich einfach auszuweinen. Und manchmal ist das Leid auf einmal wie weggeblasen. Ijob dürfte es am Ende der Geschichte so gegangen sein. Da sagt die Bibel dann dazu, dass Gott dem Ijob geholfen hat. Man kann sich dann oft nicht genau erklären, wie das Leid auf einmal verschwinden konnte, aber es ist weg.

Indem der Leiter der Verkündigung ein entfaltetes Papiertaschentuch vorzeigt, erklärt er weiter: Jedem von uns hilft wahrscheinlich etwas anders, wenn es uns schlecht geht, oder wenn wir leiden. So wie das Taschentuch unsere Tränen abtrocknen kann, so können uns die verschiedensten Dinge helfen, mit schlimmen, leidvollen Situationen fertig zu werden. Man lässt uns nicht allein, irgendjemand redet mit uns, wir können uns einfach ausweinen, oder es geschieht irgendetwas, das wir uns vielleicht gar nicht so richtig erklären können.

Nun werden alle eingeladen, Taschentücher jeweils zu dem Bild auf dem Plakat zu kleben, von dem man glaubt, dass einem ähnliches selbst helfen würde, wenn es einem sehr schlecht geht, oder von dem man schon einmal erlebt hat, dass es einem geholfen hat in einer Situation des Leides. Man kann auch zu mehreren Bildern Taschentücher kleben. Wenn die Kinder an dieser Stelle von sich aus von Situationen erzählen, wo ihnen geholfen wurde oder wo sie jemandem halfen, dann ist das sicher sehr gut, man sollte sie aber nicht dazu auffordern.

Im heutigen Evangelium hören wir, wie auch Jesus den verschiedensten Menschen in
deren Leiden hilft.

Fürbitten


Für alle, die in ihrem Leiden nicht allein sein wollen. Schickt ihnen jemand, der sie tröstet.
Für alle, die gerne mit jemandem über ihre Probleme reden wollen. Lass sie Menschen finden, die gut zuhören und die sie verstehen können.
Für alle, die ihr Leid in sich hinein schlucken und sich nicht trauen, es anderen zu sagen, dass es ihnen schlecht geht. Gib ihnen den Mut zum Klagen und Weinen.
Für alle, die nur mehr wenig Hoffnung haben. Gib ihnen Menschen, die sie nicht allein lassen.

Publikation: effata

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