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Freude über die Wiederentdeckung des Verlorenen

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Hintergrund

Im Kindergottesdienst empfiehlt sich, die Kurzfassung des Lektionars (mit den Gleichnissen von Hirt und Hausfrau) zu nehmen, da die Länge des zweiten Doppeigleichnisses die Aufmerksamkeit für das erste Doppelgleichnis überlagern würde. In der Predigt kann aber auf das Gleichnis vom barmherzigen Vater Bezug genommen werden, da es ja aus dem Religionsunterricht oder der Bußsakramentvorbereitung bekannt sein müßte.

Eine andere Möglichkeit ist, die Perikope in drei Teilen zu lesen und die Lesungen nicht zu nehmen, zumal wenn weder die alttestamentliche (Zorn und Reue Gottes?) erklärt wird noch die neutestamtentliche ausgedeutet wird.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Ex 32,7-11.13-14

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.
Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.
Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt. Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es für immer besitzen. Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.

2. Lesung: 1 Tim 1,12-17

Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen, obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wußte in meinem Unglauben nicht, was ich tat. So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte.
Das Wort ist glaubwürdig und wert, daß man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der Erste. Aber ich habe Erbarmen gefunden, damit Christus Jesus an mir als erstem seine ganze Langmut beweisen konnte, zum Vorbild für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen.
Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Lk 15,1-32

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.
Weiters sagte Jesus:
Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagt: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weiter kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagt zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und frage, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Hintergrund Evangelium:

Verhalten Jesu gegenüber "Ausgesonderten"


Das Kapitel 15 des Lukasevangeliums besteht aus zwei Doppelgleichnissen zum Thema: "Freude über das Wiederfinden des Verlorenen". Die Pharisäer nehmen Anstoß an Jesu Zuwendung zu den Zöllnern und Sündern. Die religiösen Führer der Juden empören sich darüber, dass Jesu demonstrativ Diskriminierte aufnimmt und mit ihnen isst. Mit den Gleichnissen verteidigt Jesus sein Verhalten. Die Schriftgelehrten wollten keine Lebensgemeinschaft mit Menschen, die sich (oft wegen ihrer Armut oder berufsbedingt) nicht an die Gesetze halten konnten. Die Liebe Gottes aber äußert sich in Jesu Sendung zu den Verlorenen und Ausgestoßenen.

Handeln wie Gott


Die aktiv handelnden Personen der Gleichnisse sind menschliche Beispiele für das Handeln Gottes und derer, die zur Gemeinschaft Gottes gehören.

Verhalten des Hirten


Jeder normale Hirte lässt die Gesamtherde allein, um ein einziges abhanden gekommenes Schaf zu suchen. Bei den Beduinen schwankt die Größe der Herden zwischen 20 und 200 Stück Kleinvieh (Schafe und Ziegen). Wenn man den Tieren auch häufig ein Bein an den Schwanz band, damit sie sich nicht zu weit entfernten, kam es doch immer wieder vor, dass einige fortliefen und es den Hunden nicht gelang, sie zurückzuholen; man musste selbst hinterherlaufen. Jedes Tier war wertvoll, durfte nicht verloren gehen, allein war es der Gefahr von wilden Tieren (Hyänen, Schakalen, Wölfen) ausgesetzt.

Verhalten der Hausfrau


Die Frau, die nur zehn Drachmen besitzt, ist ebenfalls auf das Wiederfinden der einen verlorenen angewiesen. Der Silberwert einer Drachme könnte heute mit etwa zehn bis zwölf Schilling angegeben werden. Der Gebrauchswert aber lässt sich daran messen, dass die eine griechische Drachme (ebenso wie ein römischer Denar) der Tageslohn eines Arbeiters war (man kann daran auch ersehen, wie schwer es war, sein tägliches Brot zu verdienen). Also scheut die Hausfrau keine Mühe und tut alles, um diese eine Drachme wiederzufinden.

Gleichnis vom gütigen Vater


Im Doppelgleichnis vom jüngeren und älteren Sohn wird nochmals gleichnishaft die Zuwendung Jesu zu den Sündern und deren Annahme des jüngeren Sohnes der Kritik des älteren Sohnes ausgesetzt. Der Hörer muss sich entscheiden, ob er sich mitfreuen will über die Güte Gottes, oder den Wert und Lohn für sein Wohlverhalten in Frage gestellt sieht. Der Vater rügt den Sohn nicht für seinen Neid. An ihm liegt es, an die Liebe des Vaters zu glauben.

Die Größe des Vaters


Schon das Auszahlen des Erbteiles zeigt die Großzügigkeit des Vaters. Der Vater war im wahrsten Sinn des Wortes Herr der Familie, ein verkleinertes Abbild Gottvaters. Grundsätzlich waren Söhne und Töchter das unumschränkte Eigentum des Vaters. Er entlässt den Sohn also aus seiner Verfügung in die Freiheit. Damit gehörte er aber nun auch nicht mehr zur Familie und musste für sich selber sorgen. Deshalb auch seine Überlegung, bei seinem Vater sich als Angestellter wieder in die Hausgemeinschaft einfügen zu lassen, seine Anrechte als Sohn hatte er ja verspielt. Für die Familie war er so gut wie gestorben.

Heidnisches Leben


Für jüdisches Gesetzesempfinden war nicht nur das Essen von Schweinefleisch verboten, sondern es war auch unzulässig, damit in Berührung zu kommen. Die Größe der Notlage wird also durch die Arbeit des Schweinehütens deutlich herausgestrichen. (Das Leben mit den Schweinen ist wohl auch ein Bild für das Leben der Heiden).
Der gütige Vater verlangt keine Vorleistung vom reuigen Sohn. Er nimmt ihn sofort auf, ohne ihn seine Schuld abdienen zu lassen. Er hat immer auf ihn gewartet. Vers 24 interpretiert die Umkehr des Sohnes als Auferweckung vom Tod zum Leben. Gott sucht den Sünder und dessen Leben.

Verhalten des älteren Bruders


Die Reaktion des älteren Sohnes ist voll Eifersucht und Zorn, er will nicht am Fest teilnehmen. Der gütige Vater hört sich die Vorwürfe des Sohnes geduldig an. Er tröstet ihn, dass er immer an seinem Wohlstand teilhat, er solle sich doch über die Rückkehr des verlorenen Bruders freuen. Dieser Schlusssatz enthält die Kritik an Jesu Gegnern, die nicht an Gottes Freude über die Zuwendung Jesu zu den Sündern teilnehmen wollen. Die Pharisäer bemühen sich zwar um den beständigen Gehorsam gegenüber Gottes Wille und Gesetz, aber in ihrer formalistischen Leistungsfrömmigkeit der Gesetzeserfüllung mangelt es ihnen an Liebe und Barmherzigkeit gegenüber den sogenannten Sündern. Jesus hingegen praktiziert Gottes Liebe, die den Gesetzesfrommen skandalös erscheint.

Verhalten christlicher Gemeinden


Lukas verlagert die Spitze der Gleichnisse vom Suchen auf das Finden und die unermessliche Freude darüber. Er beantwortet die Frage seiner Adressaten: "Soll die Gemeinde untreu gewordene Christen wieder aufnehmen?" mit einem eindeutigen Ja. Dieses Ja gründet in der Botschaft Jesu vom liebenden und verzeihenden Gott, welche den Kern seines ganzen Evangeliums darstellt.

Schwerpunkt der Verkündigung


In der Verkündigung ist darauf zu achten, dass wir uns zunächst nicht mit den Verlorenen identifizieren, sondern mit den Personen, die sich über die Wiedergefundenen und Zurückgekehrten freuen können, ohne von ihnen große Vorleistungen und Beweise ihrer echten Bekehrung zu fordern. Die pharisäische Selbstgerechtigkeit verbaut den Schuldigen den rettenden Weg und zugleich den Gerechten den Weg zur Freude. Die Gleichnisse sollen kein schlechtes Gewissen machen oder Gefühle der Demütigung hervorrufen. In erster Linie geht es darum, sich an der Barmherzigkeit Gottes zu erfreuen und auf sie zu vertrauen Und es geht darum, dass auch wir Menschen das können - uns am Verlorengegangenen erfreuen. Wir müssen uns entscheiden, welchem Gefühl wir die Oberhand lassen - dem Neid, der Scham oder der Freude.
In der Verkündigung für die Kinder sollte in jedem Fall die Freude im Vordergrund stehen, d.h. man sollte ihre eigenen Erfahrungen mit dem Wiederfinden von Verlorenem ansprechen (Haustiere, Spielzeug, Freunde, Eltern).

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 24. Sonntag

 

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