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Gott verurteilt nicht

Messmodelle

Hintergrund

Dieser Gottesdienst gehört zu einer zusammenhängenden Reihe von Gottesdiensten, die aufeinander aufbauen und über die gesamte Fastenzeit bis zum Palmsonntag gehen. Die dazugehörigen Gottesdienste sind:

  • Gott kennt die Menschen
  • Gott geht mit uns
  • Gott gibt viele Chancen
  • Gott verzeiht
  • Von Jesus wird viel erwartet



Gesten und Taten sind wichtige Elemente der Erzählung, die uns im heutigen Evangelium mitgeteilt wird. Mit solchen Gesten setzen wir uns in diesem Gottesdienst auseinander. Wesentliche Aussage ist, dass Gott die Menschen nicht verurteilt, sondern dass er ihnen vielmehr Hilfen geben will, ihr Leben besser zu gestalten.

Material

  • Bildgeschichte (jedes Bild einzeln auf einem Karton)
  • Hände für die Bilder
  • Hand (für die Holzstütze)
  • 4 Sessel
  • 1 Holzstütze (sollte nach der Messe ca. so aussehen)
  • Stoffstreifen mit der Aufschrift "GOTT VERURTEILT NICHT"

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Gabenbereitung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jes 43,16-16

So spricht der Herr, der einen Weg durchs Meer bahnt, einen Pfad durch das gewaltige Wasser, der Wagen und Rosse ausziehen lässt, zusammen mit einem mächtigen Heer; doch sie liegen am Boden und stehen nicht mehr auf, sie sind erloschen und verglüht wie ein Docht. Der Herr spricht: Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten. Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste. Die wilden Tiere werden mich preisen, die Schakale und Strauße, denn ich lasse in der Steppe Wasser fließen und Ströme in der Wüste, um mein Volk, mein erwähltes, zu tränken. Das Volk, das ich mir erschaffen habe, wird meinen Ruhm verkünden.

2. Lesung: Phil 3,8-14

Schwestern und Brüder! Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein. Nicht meine eigene Gerechtigkeit such ich, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott aufgrund des Glaubens schenkt. Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen. So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. Nicht, dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.
Schwestern und Brüder, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt.

Evangelium: Joh 8,1-11

In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Hintergrund Evangelium:

Zusammenhang


Die Erzählung von der Ehebrecherin gehört ursprünglich nicht zum Johannesevangelium. Sie gehört in die Reihe der synoptischen Geschichten von Jesus als dem Freund der Sünder. In manchen alten Handschriften ist sie sogar dem Lukas-Evangelium zugeordnet. Auch im Johannes-Evangelium ist ihre Einordnung am Anfang nicht einheitlich. Die einleitenden Verse erinnern stark an Lukas (vgl. dort 19,4-7; 20,1; 21,37; 22,39) - das Lehren im Tempel, das Sitzen bei der Lehre, das Übernachten auf dem Ölberg. Die eigentliche Erzählung setzt ohne Übergang ein.

Eine Falle


Eine beim Ehebruch ertappte Frau wird zu Jesus gebracht. Die Vorschriften des Gesetzes sehen dafür die Todesstrafe vor. Es ist unwahrscheinlich, dass die Frau bereits von einem jüdischen Gericht verurteilt worden war. Die Gegner Jesu ergreifen vielmehr die Gelegenheit, ihm eine Falle zu stellen. Sie, die für die Auslegung des Gesetzes zuständig sind, fragen ihn nicht nach seiner Meinung, weil sie tatsächlich an einem Rat interessiert wären. Der Fall ist rein rechtlich hieb- und stichfest. Vielmehr treiben sie ihn in die Enge, um ihn verklagen zu können. Denn spricht sich Jesus für Milde aus, so stellt er sich gegen das Gesetz - akzeptiert er aber die konsequente Anwendung des Gesetzes, so gerät er in einen Widerspruch zu der von ihm verkündeten zentralen Botschaft von der bedingungslosen, erbarmenden Liebe Gottes.

Reaktion


Jesus reagiert gelassen. Er kritzelt in den Sand und zeigt damit, dass er die Frage als nicht ernsthaft gemeint ansieht. Vielleicht soll diese Geste auch eine Anspielung an Jer 17, 13 sein "Alle, die dich verlassen, werden zuschanden, die von dir sich wenden, werden in den Staub geschrieben".

Antwort


Die Schriftgelehrten aber bestehen auf ihrer Frage. Jesus fordert sie also auf, die vorgesehene Strafe selbst zu vollstrecken. Das sollen - nach Deuteronomium - zuerst die Zeugen tun. Aber Jesus knüpft eine Bedingung daran: nur jener, der ohne Sünde ist, darf einen Stein werfen. Damit hat er die Aufmerksamkeit von der Frau abgelenkt, die Ankläger sind plötzlich mit sich selbst konfrontiert und müssen ihre eigene Sündhaftigkeit anerkennen. Es sind die Ältesten, die zuerst einsehen, dass sie als Sünder nicht das Recht haben, andere zu richten.

Neue Chancen


Auch Jesus verurteilt die Frau nicht, obschon er der einzige ohne Sünde ist und es ihm zustünde. Er verlangt kein Geständnis, hält ihr keine Moralpredigt, erwähnt nicht ihre vergangenen Verfehlungen. Vielmehr eröffnet er ihr einen neuen Weg in die Zukunft, erhält sie eine Chance, neu zu beginnen.

Aktuell


Bis heute tut sich die Kirche oft schwer, in der Spannung von Gesetz und Gottes vergebender Liebe, diesem Beispiel zu folgen. Dass diese Erzählung so lange keinen festen Platz in den Evangelien gefunden hat, könnte eben daran liegen, dass man diesen Umgang Jesu mit Sündern für zu "großzügig" hielt. Doch Jesus setzt eben konsequent auf die verwandelnde Kraft der Liebe und Vergebung. Dieses Vertrauen brauchen auch wir.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Kyrie


Priester: Heute wollen wir uns ein wenig unsere Hände anschauen und was wir alles damit machen können. Versuchen wir einmal unsere Finger ganz schnell zu bewegen (Die Kinder machen das, auch der Priester macht die Bewegung mit seinen Händen). Und jetzt bewegen wir sie ganz langsam. Wir können mit unseren Händen sehr viel machen. Wenn wir sie zum Beispiel zu einer Faust ballen, dann zeigt das meistens, dass wir auf jemanden böse sind, viele Menschen schlagen dann andere. Auch uns rutscht vielleicht immer wieder die Hand aus, und wir tun jemandem anderen weh. Von Jesus wissen wir, dass er nie auf andere eingeschlagen hat. Darum bitten wir ihn:
Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.
Priester: Unsere Hände helfen uns aber auch, jemandem zu zeigen, dass wir ihn sehr gerne haben. Wie können wir das den anderen Menschen mit unseren Händen zeigen? (Streicheln, ihm die Hand geben.) Solche Zärtlichkeiten können anderen Menschen auch Hilfe sein, wenn sie traurig sind oder wenn ihnen etwas weh tut. Von Jesus wissen wir, dass er zu Menschen zärtlich war, viele hat er sogar von ihrem Leiden befreit, indem er ihnen seine Hände aufgelegt hat. Darum bitten wir ihn:
Christus, erbarme dich unser.
Alle: Christus, erbarme dich unser.
Priester: Wir können auch unsere Begeisterung mit den Händen ausdrücken. Wir tun das oft, wenn wir etwas, das jemand anderer tut, sehr gut finden. Was tun wir denn dann? (Ihm auf die Schulter klopfen, klatschen; alle klatschen jetzt ganz kräftig). Von Jesus wissen wir viel, von dem wir begeistert sein können. Darum bitten wir ihn:
Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.

Verkündigung


Es sind vier Bilder vorbereitet, auf denen folgendes zu sehen ist:


Schauen wir uns noch einmal an, was in dieser Geschichte passiert ist. Da bringen einige Männer eine Frau zu Jesus und sagen: "Schau, diese Frau ist eine schlimme Sünderin!" (Er stellt das erste Bild auf einen Sessel, sodass es die Kinder gut sehen können). Dann sagen sie: "In einem Gesetz von uns steht, dass diese Frau gesteinigt werden muss". (Nun wird das zweite Bild auf einen Sessel gestellt). Steinigen, das heißt, einen Menschen so lange mit Steinen zu bewerfen, bis er tot umfällt. Das ist also eine sehr brutale Angelegenheit. Aber Jesus setzt sich einfach hin und zeichnet mit dem Finger irgendetwas auf den Boden. (Das dritte Bild wird auf einen Sessel gestellt).

Was Jesus gezeichnet oder geschrieben hat, das wissen wir nicht genau. Die Männer brüllen weiter, doch Jesus zeichnet weiter und sagt einfach: "Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, der soll den ersten Stein auf sie werfen". Er meint also, dass die Männer die Frau nur dann verurteilen dürfen, wenn sie selbst ganz ohne Sünden sind. Weil natürlich keiner der Männer noch nie eine Sünde begangen hat, gehen sie der Reihe nach weg. Dann sagt Jesus zu der Frau: "Wo sind sie denn alle geblieben?" Und er sagt auch: "Ich will dich auch nicht verurteilen. Du kannst gehen; aber tu es nicht wieder!" (Dabei wird das vierte Bild auf einen Sessel gestellt). Obwohl Jesus sicher kein Sünder ist, hat er die Frau trotzdem nicht verurteilt.

Ich habe vier Kartontafeln mit Händen. Jede dieser Hände drückt etwas anderes aus. Wir wollen nun jede Tafel einem Bild zuordnen. (Der Priester tut das mit den Kindern). Die aufmunterndste Handbewegung ist wohl die letzte. Diese Geste ist uns ja gut bekannt. Wann zeigen wir sie denn jemandem anderen? (Wenn wir ihn bestärken möchten, wenn wir ihm zeigen möchten: Tu weiter so, oder: Das ist gut, was du versuchst). Diese Handbewegung passt gut für ein Wesensmerkmal von Gott. Darum wollen wir sie auf unseren letzten Holzpfeiler stecken. (Er tut das)
.
Der Satz, den wir heute dazu schreiben können, lautet: Gott verurteilt nicht. Denn wir können das gut bei Jesus sehen. Er sagt der Frau schon: Das, was du getan hast, finde ich nicht richtig. Aber ich traue dir zu, es besser zu machen. Darum will ich dich nicht verurteilen. Ich sage dir: Tu das nicht wieder, versuche es besser zu machen! Da können wir uns ein Beispiel an Jesus nehmen. Ich glaube nämlich, dass wir sehr schnell einen anderen verurteilen, ohne ihn versuchen zu lassen, es besser zu machen. Beobachten wir uns in der nächsten Woche ein bisschen. Wenn uns dann etwas an uns selbst auffällt, können wir daran denken, wie Jesus gehandelt hat und überlegen, ob wir es nicht auch schaffen könnten.

Fürbitten


  • Guter Gott, wir wissen, dass du uns immer wieder zutraust, nach Fehlern etwas besser zu machen. Wir vertrauen darauf, dass du uns nicht verurteilst, wenn wir uns bemühen, den richtigen Weg zu finden. Darum bitten wir dich: Hilf allen Menschen, die andere leicht verurteilen, zu erkennen, dass ein Zusammenleben eher möglich ist, wenn wir einander helfen und zutrauen, nach Fehlern etwas besser zu machen. Darum bitten wir dich.
  • Für alle, die Arbeit haben: dass sie diejenigen ohne Arbeit nicht verurteilen, zu faul zu sein, sondern dass sie den Mut haben, nach ihren Möglichkeiten die Arbeit zu teilen.
  • Für alle in der Kirche, die Gesetze machen: Dass sie jene, die nicht nach diesen Gesetzen leben wollen oder können, nicht verurteilen, sondern dass sie diese um ihre Beweggründe fragen und auf sie eingehen.
  • Für alle in unserer Gemeinde die das Leben hier anders gestalten wollen als andere; dass sie jene nicht verurteilen, zu wenig christlich zu sein, sondern dass sie die Möglichkeit haben, ihre Vorstellungen zu äußern.
  • Für alle, die zu schwach sind, um ihr Recht zu kämpfen; dass sie von den Mächtigen nicht verurteilt und unterdrückt werden, sondern dass sie Solidarität unter den Menschen erleben können.
  • Für alle, die an schweren Krankheiten leiden; dass sie nicht auf diese Weise verurteilt werden, indem sie erst recht alleine gelassen werden, sondern dass sie Menschen, die in ihrem Lied zur Seite stehen.


Gabenbereitung



Friedensgruß


Wenn Menschen früher mit offenen Händen, also so, dass man die Handflächen sehen kann, einander begegneten, dann zeigten sie damit dem Gegenüber, dass sie ohne Waffen kamen. Wir tragen zwar heute keine Waffen bei uns, und doch geben wir einander die Hände, wenn wir einander begrüßen. Beim Friedensgruß wollen wir auch einander die Hände reichen und damit deutlich machen, dass wir auch keine unsichtbaren Waffen einsetzen wollen, wenn wir einander begegnen. Wir wollen mit gutem Willen und voll Achtung voreinander miteinander leben, ohne einander absichtlich zu verletzen und weh zu tun. In diesem Sinn wünschen wir einander den Frieden Gottes, den wir in unserem Tun in der Welt verwirklichen können.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Fastenzeit

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 5. Fastensonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Fastenzeit

 

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