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Prophet im eigenen Land

Messmodelle

Hintergrund

Weil man in Nazareth Jesus und seine Familie schon viele Jahre kannte, trauten ihm die Menschen dort nicht zu, ein Prophet, ja sogar der Sohn Gottes zu sein. Dieser Frage, dass es oft passiert, dass Menschen, die man nicht kennt, mehr zugetraut wird als Menschen, deren Lebensgeschichte einem bekannt ist, wird in den Elementen des Gottesdienstes nachgegangen.

Material

  • Tische und Werkzeug (Schlosserwerkstatt)

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Ratespiel zu Beginn
  • Kyrie
  • Spiel zur Lesung
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jer 1,4-5. 17-19

In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda, erging das Wort des Herrn an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Gürte dich, tritt vor sie hin, und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage. Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken. Ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt, zur eisernen Säule und zur ehernen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda und gegen das Volk auf dem Land. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten - Spruch des Herrn.

2. Lesung: 1 Kor 12, 31-31,13

Schwestern und Brüder! Strebt nach höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnisse hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig; die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.

Prophetisches Reden hat ein Ende. Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Evangelium: Lk 4,21-30

In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazareth darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs? Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!

Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

Hintergrund Evangelium:

In der Synagoge


Dieses Evangelium schließt nahtlos an das des vorigen Sonntags (siehe "Heute erfüllt sich die Schrift") an. Jesus befindet sich also in der Synagoge. Er hat ein Bibelwort vorgelesen, es erklärt und dabei auf seine Sendung als Heilsbringer hingewiesen. Er spricht, wie es jedem Mann gestattet ist, zu den Gläubigen in der Synagoge und erfreut sich zunächst großen Interesses.

Nazareth


Jesus befindet sich in seinem Heimatort Nazareth. Dieses ist ein kleines Dorf in den Bergen Galiläas. Im Osten und im Westen führen in den Tälern die Handelsverkehrsstraßen vorbei, aber Nazareth selbst liegt eher abgeschieden. Jeder kennt jeden. Auch Jesus ist bekannt, und er ist bekannt als der Sohn des Zimmermanns. Kurz, man weiß, dass er wohl im Glauben gut unterrichtet wurde, man weiß aber auch, dass er keine höhere Schule besucht hat und daher keine besondere Bildung genießen konnte. All das spielt in dieser Szene eine wesentliche Rolle, in dieser Begebenheit, die die unterschiedlichsten Reaktionen auf das Wirken Jesu schildert.

Staunen


Lukas schildert, dass die Zuhörer über die Worte von Jesus zunächst ein wenig staunen, hätten sie ihm doch nicht zugetraut, derartig beeindruckend zu reden. Es handelt sich dabei weniger um echte Zustimmung, diese ist eher unverbindlich und birgt schon ein wenig Ablehnung in sich. Die Frage "Ist dieser nicht der Sohn des Zimmermanns?" zeigt die starke Unsicherheit, die sich mit dem Staunen verbindet.

Provokation


Das völlig unmotivierte Sprichwort "Arzt, heile dich selbst", das Jesus den Zuhörern in den Mund legt, hört sich fast wie eine Provokation an. Noch hat niemand widersprochen, noch ist die Stimmung eher positiv. Aber Jesus geht es offensichtlich darum, das Ungenügen des bloßen Staunens zu enthüllen. Jesus rechnet also eigentlich damit, in der Heimat abgelehnt zu werden und verhält sich schon dementsprechend.

Abwehr


Prompt folgt dann auch die Abwehr durch die Zuhörer. Es ist der Protest der "Frommen", die meinen, einen Anspruch auf Gott zu haben, und seine bedingungslose Gnade nicht verstehen können. Sie reagieren, wie viele Mitbürger früherer Propheten auf diese reagierten. Darauf weist Jesus ja sogar hin. Er deutet damit auch an, dass er das Prophetenschicksal teilen muss. Der Evangelist ist offenbar sehr daran interessiert, diese Ablehnung Jesu durch jüdische Mitbürger deutlich zu machen und an den Anfang des Wirkens Jesu zu stellen. Auf diese Weise schafft er die Voraussetzungen für die Heidenmission, bringt er ein Argument, warum sich die befreiende Botschaft Jesu auch an nichtjüdische Menschen richtet.

Elija und Elischa


Jesus weist auf seine Gemeinsamkeit mit den Propheten Elija und Elischa hin. Elija war ein Prophet, der die religiösen und politischen Entwicklungen seiner Zeit am Glauben an Jahwe maß. Er kämpfte vor allem auch gegen Anhänger heidnischer Kulte und hielt dem König Ahab dessen religiöse und soziale Vergehen vor. Elischa wurde von Elija zum Jünger und Diener berufen. Er setzte das religiöse und politische Wirken seines Vorgängers fort. Beide waren immer wieder massiven Bedrohungen durch ihre Mitmenschen ausgesetzt, und beide wirkten in ihren Heimatorten keine Wunder.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Ratespiel zu Beginn


Nach der Begrüßung lädt der Priester die Kinder (im Gemeindegottesdienst auch die Erwachsenen) ein, sich jeweils zu zweit zueinander zu wenden. Es sollten, wenn möglich, solche Mitfeiernden ein Paar bilden, die einander schon ein wenig kennen. Nun soll sich einer eine gute Eigenschaft von sich selbst überlegen. Der andere versucht nun, durch Fragen, die mit "JA" oder mit "NEIN" zu beantworten sind, herauszufinden, welche gute Eigenschaft sich sein Gegenüber ausgewählt hat. Dann wird gewechselt.

Der Priester fragt dann die Kinder, wie es ihnen beim Auswählen der Eigenschaften und beim Erraten ergangen ist. Ist es schwer gefallen, die Eigenschaft des anderen herauszufinden? Was war schwer daran? Was war leicht?
Priester: Einige werden sich vielleicht gedacht haben: "Dich kenne ich schon, ich weiß, was du für gute Eigenschaften hast." Und gerade da ist es dann schwer, wirklich genau zu erraten, was sich der andere gedacht hat. Bei jemandem, den man nicht so gut kennt, ist das vielleicht leichter. Weil da glaube ich nicht schon vorher, die Antwort zu wissen. Jesus ist es einmal ähnlich ergangen. Die Menschen, die ihn schon als Kind kannten und die seine Familie in Nazareth kannten, glaubten ihn besser zu kennen, als das tatsächlich der Fall war. Darum haben sie auch gesagt: Ach der, der ist ja der Sohn vom Zimmermann Josef, der hat nichts studiert, der kann kein sehr gescheiter Mensch sein." Hätten sie nicht geglaubt, ihn zu kennen, hätten sie ihm vielleicht mehr zugetraut. Davon werden wir heute im Evangelium hören.

Kyrie


Priester: Jesus, unser Bruder, nicht überall wollten die Menschen auf dich hören und dir glauben. Trotzdem bist du deinen Weg weitergegangen. Wir vertrauen dir und beten zu dir:
1. Kind: Jesus, unser Bruder, du hast viele Menschen; mit deinen Worten überzeugen können. Auch wir wenden uns dir zu und sagen: Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.
2. Kind: Jesus, unser Bruder, du hast gezeigt, wie wichtig es ist, dass das, was wir sagen, und das, was wir tun, übereinstimmt. In unserem Bemühen darum wenden wir uns dir zu und sagen: Christus, erbarme sich unser.
Alle: Christus, erbarme dich unser.
3. Kind: Du bist in deinem eigenen Heimatort abgelehnt worden. Du warst dennoch immer für alle Menschen da. Auch wir wenden uns dir zu und sagen: Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.

Spiel zur Lesung


Anstelle der Lesung wird diesmal eine Geschichte vorgespielt. Es wirken mit: Schlosser Schraube; Hubert, der Sohn des Schlossers; Frau Tritsch, Herr Tratsch, Max Schüttel, Elke Wunder.
Die Geschichte spielt in einem Dorf irgendwo in Österreich. Der Schlosser Schraube sitzt in seiner Werkstatt. Da kommt Elke Wunder herein.
Elke: Grüß Gott, Herr Schraube! Ich habe gehört, dass ihr Sohn, der Hubert wieder da ist. Er hat sich ja lange nicht mehr blicken lassen.
Schlosser: Ja, er ist wieder da. Zwei Jahre lang ist er in der Weltgeschichte herumgereist, und jetzt hat er viel zu erzählen.
Elke: Und was er erzählt! Andere Menschen geben halt einfach Reiseberichte ab. Aber der Hubert hat ja lauter neue Ideen. Er meint, wir sollten in unserem Dorf einiges anders machen. Zum Beispiel soll der Bürgermeister seine Sprechstundentermine so legen, dass auch die berufstätigen Menschen eine Möglichkeit bekommen, mit ihm zu reden. Er meint auch, dass wir nicht so viel übereinander tratschen sollten, sondern wirklich über wichtige Dinge miteinander sprechen.
Schlosser: Ja, ja, lauter neue Ideen hat der Bub. Ah, da draußen steht er ja!
(Hubert steht vor der Werkstatt. Um ihn herum stehen einige Leute, darunter auch die oben genannten Personen. Auch Elke begibt sich zu der Menge.)
Elke: Ach Hubert, erzähl doch den anderen auch von deinen Ideen.
Hubert: Während ich weg war, habe ich mir überlegt, warum wir in unserem Dorf so oft miteinander streiten und doch zu keinem Ergebnis kommen. Und da habe ich einige Ideen gehabt. Ich finde, wir sollten im Gemeindeamt öfter sagen, was uns stört, damit wir darüber reden können. Ich bin auch dafür, eines unserer alten Kaffeehäuser nett herzurichten, um einander dort zu treffen, zu diskutieren. So können wir einander vielleicht auch wirklich mehr helfen.
Fr. Tritsch: Ach du, hör doch auf mit deinen komischen Ideen. Was willst denn du uns sagen? Warst zwei Jahre lang nicht da und glaubst, dass du uns noch Ratschläge geben kannst!
Hr. Tratsch: Wie kommst du überhaupt dazu zu meinen, deine Ideen wären besser als das, woran wir alle gewöhnt sind? Was bildest du dir eigentlich ein, wer du bist? Wir wissen doch, dass du der Sohn vom Schlosser bist!
Max Schüttel: Ja, und wir wissen, dass du nach der Hauptschule keine Schule mehr besucht hast. Ungebildet bist du, dumm und überheblich, sonst gar nichts! Jetzt kommst du mit deinen Ideen daher!
Elke: Warum seid ihr denn so stur? Vielleicht sind seine Ideen gar nicht so schlecht.
Fr. Tritsch: Ach was, den kennen wir doch, der hat keine klugen Ideen.
Hubert: Schade, dass ihr mir nicht einmal richtig zuhört. Ich glaube, woanders werden sich die Leute ganz gerne meine Ideen anhören. Ich werde unser Dorf wohl wieder verlassen.
Max: Ja, geh nur!
(Hubert verlässt den Platz. Kopfschüttelnd und mit empörtem Murmeln gehen dann auch die anderen.)

Verkündigung


Diesmal soll die Verkündigung gleich nach dem Spiel sein. Dann erst wird das Evangelium gelesen. In einem Gespräch mit den Kindern werden folgende Fragen behandelt:

  • Warum haben die Leute in dem Dorf die Ideen von Hubert so abgelehnt?
  • Wird es ihm woanders besser ergehen? Wenn ja, warum?
  • Ist es euch auch schon einmal so ergangen, dass euch jemand etwas nicht zugetraut hat, weil er euch kennt; dass dieser andere also gesagt hat: "Dich kenne ich doch, du kannst das doch nicht."?
  • Wie waren diese Begebenheiten?


(An dieser Stelle kann der Priester auch die Erwachsenen miteinbeziehen. In dieser Frage haben sicher Jugendliche auch einige Erfahrungen gemacht.)

  • Haben wir selbst schon einmal eine Aufgabe eher jemandem zugetraut, den wir nicht so gut kannten als jemandem, von dem wir schon viel wussten?
  • Wem habe ich schon einmal beweisen müssen, dass ich etwas Bestimmtes kann? Wie war das damals? Warum musste ich das erst beweisen?


Priester: Wir haben jetzt über viel nachgedacht und sind auf einiges draufgekommen. Jetzt können wir vielleicht die Geschichte von Jesus, die uns heute im Evangelium erzählt wird, besser verstehen. So etwas Ähnliches wie dem Hubert Schraube in seinem Dorf ist Jesus in Nazareth, seinem Heimatort, auch einmal passiert. Jesus war einige Zeit lang nicht zu Hause. Als er zurückkam, ging er in die Synagoge, in das Gotteshaus der Juden, und predigte. Er hat auch keine besondere Schule besucht. Trotzdem spricht er zu den Menschen über Gott. Und was ihm da passiert, das werden wir jetzt hören.

Fürbitten


Wieder sollen sich kleine Gruppen in der Kirche bilden. Jede Kleingruppe soll nun darüber nachdenken, welche Personen oder Personengruppen es gibt, denen sehr wenig zugetraut wird, die von anderen oft verlacht oder geringgeschätzt werden. Fällt der Kleingruppe etwas dazu ein, soll sie eine Bitte formulieren, in der zum Ausdruck kommt, was wir diesen Menschen wünschen und bei welchen Bemühungen wir Gott um seine Hilfe bitten wollen. Von jeder Gruppe, die ihre Bitte vortragen will, kommt dann eine/r nach vorne und sagt, mit welcher Bitte sie sich an Gott wenden. Dann antworten alle darauf: Bitte höre auf uns und hilf uns.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 4. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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