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Der 12-Jährige im Tempel

Messmodelle

Hintergrund

Der Bericht im Evangelium vom zwölfjährigen Jesus im Tempel soll Anlaß sein, an diesem Sonntag, dem Fest der Heiligen Familie, ein wenig über die eigene Familiensituation nachzudenken.

Material

  • aufgeblasener Luftballon, auf einer dünnen Drahtstange befestigt
  • Luftballons

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Eröffnung
  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sir 3,2-6. 12-14

Der Herr hat den Kindern befohlen, ihren Vater zu ehren, und die Söhne verpflichtet, das Recht ihrer Mutter zu achten. Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden, und wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen, der Schätze sammelt. Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den eigenen Kindern, und wenn er betet, wird er Erhörung finden. Wer den Vater achtet, wird lange leben, und wer seiner Mutter Ehre erweist, der erweist sie dem Herrn.
Mein Sohn, wenn dein Vater alt ist, nimm dich seiner an, und betrübe ihn nicht, solange er lebt. Wenn sein Verstand abnimmt, sieh es ihm nach, und beschäme ihn nicht in deiner Vollkraft! Denn die Liebe zum Vater wird nicht vergessen, sie wird als Sühne für deine Sünden eingetragen.

2. Lesung: 1 Joh 3, 1-2,21-24

Schwestern und Brüder! Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat. Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat. Liebe Schwestern und Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Liebe Schwestern und Brüder, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht; alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was ihm gefällt.
Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht. Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.

Evangelium: Lk 2,41-52

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.

Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.

Dann kehrte er mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen

Hintergrund Evangelium:

Pilgerreise


Gemäß dem jüdischen Gesetz pilgern die Eltern Jesu zum Paschafest nach Jerusalem. Zwar verlangt die Vorschrift strenggenommen dies nur von den Männern, doch haben sich gewohnheitsmäßig Frauen und Männer an diesen Wallfahrten beteiligt. Die Entfernung von Nazareth nach Jerusalem beträgt etwa 100km, die nötigen Umwege mitgerechnet ergibt einen Weg von ca 120km, das waren drei gute Tagesmärsche. Zum Schutz vor den vielfältigen Gefahren einer solchen Reise waren ganze Dorfgemeinschaften gemeinsam unterwegs.

12 Jahre


Die Altersangabe (12 Jahre) steht vielleicht in Zusammenhang mit der Gewohnheit, die Knaben ein Jahr vor dem Jünglingsalter an die strenge Gesetzesbeobachtung zu gewöhnen. Die Familie verbringt die ganze Festwoche in Jerusalem, obwohl das Gesetz nur einen zweitägigen Aufenthalt fordert. Sie tun also mehr als das Gesetz verlangt.

Jesus bleibt


Während die Pilger nach den Festtagen wieder nach Hause ziehen, bleibt Jesus in Jerusalem. Eine wichtige theologische Aussage, die sich durch die ganze Kindheitsgeschichte zieht, liegt auch hier: Der Messias Jesus ist nicht in Betlehem oder auch nicht in Nazareth zu Hause, sondern in der heiligen Stadt Jerusalem.

Die Suche


In der großen Gruppe bemerken die Eltern sein Fehlen nicht gleich. Dann suchen sie ihn zuerst bei Verwandten und Bekannten, von denen wir hier erstmals erfahren. Am zweiten Tag kehren sie nach Jerusalem zurück. Nach einiger Suche finden sie ihn dann am dritten Tag im Tempel. Diese drei Tage sind also hier eine realistisch gedachte Zeitangabe und nicht symbolisch zu verstehen.

Eine Diskussion


Jesus sitzt mitten unter den Gesetzeslehrern. Er tut an sich nichts Ungewöhnliches. Er beteiligt sich an der Diskussion mit den anerkannten Lehrautoritäten. Er hört zu und stellt Fragen. (Jesus wird weder als Lehrender beschrieben, noch als einer, der den Gesetzeslehrern überlegen wäre und sie blamiert hätte!) Doch seine Beteiligung am Gespräch zeigt sein (für sein Alter) außergewöhnliches Verständnis.

"Mein Vater"


Die Eltern sind betroffen, ihn in dieser Situation zu finden und machen ihm verständlicherweise Vorwürfe. Jesus aber widerspricht - und es klingt sogar für heutige Ohren sehr frech. Erstmals deutet er dabei sich selbst, sein Wesen und seine Aufgabe. Er muss dort sein, wo es um Gott geht. Erstmals wird damit auch die Spannung zwischen dem Gehorsam Gott gegenüber und Verpflichtungen Menschen gegenüber deutlich angesprochen. Das Evangelium wird im weiteren Verlauf dem Leser zeigen, dass dieser anfängliche Gehorsam wieder nach Jerusalem zu Kreuz und Auferstehung führen wird.

Unverständnis


Seine Eltern aber verstehen ihn nicht. Hier klingen bereits die Konflikte an, die Markus beschreibt, etwa wenn die Verwandten später meinen, "er sei von Sinnen" (Mk 3, 21 und ff). Der Abschlusssatz ist in Parallele zu 1 Sam 2,16 formuliert und schließt die Kindheitsgeschichte dieses Evangeliums ab.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Eröffnung


Der Leiter der Verkündigung hat einen Luftballon mitgebracht, den er jetzt - auf einer dünnen Drahtstange gebunden - in der Hand hält. Den Kindern erklärt er: Vielleicht wundert ihr euch, dass ich heute einen Luftballon mithabe. Das ist ein Spielzeug für Kinder. Ich bin ja kein Kind mehr. In Wirklichkeit ist es aber so, dass in einer besonderen Weise auch die Erwachsenen Kinder sind. Sie sind zwar größer und älter, aber genauso wie die Kinder gibt es immer etwas, was sie noch lernen können. Sie sind nicht perfekt. Kein Erwachsener weiß alles so gut, als dass es nicht noch einen anderen gäbe, der noch erfahrener, noch klüger ist.

Außerdem ist man als Erwachsener ganz froh, auch einmal Kind sein zu dürfen und zu spielen, lustig und ausgelassen zu sein und nicht alles immer so ernst zu nehmen. Weil heute das Fest der Heiligen Familie ist, wollen wir ein wenig darüber nachdenken, wie es in einer Familie so zugeht und was die Erwachsenen, also die Eltern, mit den Kindern gemeinsam machen.

Kyrie


Auch Jesus war einmal ein Kind. Er hat Maria und Josef gebraucht, die ihm zu essen gegeben haben, ihn Dinge gelehrt haben, für ihn da waren. Unser ganzes Leben brauchen wir andere Menschen, die für uns da sind. Zuerst sind das die Eltern, die Verwandten, die Geschwister, später die Lehrer, die Freunde, die Kollegen. Obwohl wir wissen, dass wir von diesen Menschen lernen können, dass sie uns helfen können, ist es für uns oft nicht leicht, uns helfen zu lassen, auf den anderen zu hören. Wer gibt schon gerne zu, dass er alleine nicht mehr weiter weiß?

Weil aber Jesus selbst auch einmal ein Kind war, das andere gebraucht hat, dürfen wir beten:

  • Jesus, unser Bruder, es passiert uns manchmal, dass wir die Hilfe anderer nicht annehmen, weil wir uns dafür schämen, es nicht alleine zu schaffen. Du aber hast dich gefreut, wenn du Freunde gefunden hast, die dir bei deinen Aufgaben geholfen haben. Herr, erbarme dich.
  • Jesus, unser Bruder, es kommt vor, dass es uns manchmal nicht leicht fällt, andere um Rat zu bitten. Weil du auch einmal ein Kind warst, kennst du unsere Sorgen. Christus, erbarme dich.
  • Jesus, unser Bruder, du bist unser Freund, der uns begleitet. Oft erkennen wir nicht, dass du uns durch andere Menschen hilfst und beistehst, damit wir nicht alleine sind. Herr, erbarme dich.


Verkündigung


In der Lesung haben wir heute gehört: Wir sind alle Kinder Gottes. Erinnert euch, was ich zu Beginn gesagt habe: Auch die Erwachsenen sind im Grunde Kinder. Als Kinder Gottes sind wir alle Geschwister. So seltsam es klingt: auch unsere Eltern sind unsere Geschwister. Im Evangelium haben wir von den Eltern Jesu gehört. Sie waren in Sorge um den zwölfjährigen Jesus, haben ihn überall gesucht. Und als sie ihn endlich gefunden haben und zur Rede stellen, da gibt Jesus eine eigentlich recht freche Antwort. Jesus hat sich mit Dingen beschäftigt und im Tempel mit seinen Lehrern Sachen besprochen, über die sich die Eltern gewundert haben.

Vielleicht ist euch das auch schon passiert, dass ihr von euren Lehrern Dinge lernt, die eure Eltern nicht wissen. Die Eltern von Jesus haben hier ein Erlebnis gehabt, wo sie gemerkt haben, dass man auch von einem zwölfjährigen Kind etwas lernen kann. Glaubt ihr, dass es auch Dinge gibt, die eure Eltern von euch lernen können? Was zum Beispiel?

Am besten wird wohl sein, wir fragen auch die Erwachsenen hier, ob sie schon einmal von Kindern etwas gelernt haben. Ich selber habe schon etwas von Kindern gelernt. (Eventuell kann der Leiter der Verkündigung hier eine Begebenheit aus seinen Erfahrungen erzählen.) Als Zeichen dafür binde ich meinen Luftballon hier fest. (Im Altarraum ist eine Schnur gespannt, am besten quer vor dem Altar. Die Kinder werden eingeladen, nach vorn zu kommen und beim Festbinden zu helfen. Dann werden die Erwachsenen gebeten, sich auch einmal zu überlegen, ob sie schon einmal etwas von Kindern gelernt haben. Jeder, auf den das zutrifft, bläst nun einen Luftballon auf - Luftballons wurden vor dem Gottesdienst auf die Bänke gelegt oder werden in Körbchen herumgereicht - und bringt den Luftballon zu den Kindern. Die Kinder binden alle Luftballone an die Schnur. Dann setzen sie sich wieder.)

Wir sehen, es gibt doch einiges, was die Kinder den Erwachsenen beibringen können. So ist also jeder Mensch beides: jemand, der die Hilfe anderer braucht und jemand, der für andere eine Hilfe sein kann. So soll es ja unter Geschwistern sein.

Friedensgruß


Sind die Erwachsenen wirklich groß? Für ein Veilchen ist eine Rose groß. Für eine Rose ist ein Baum groß. Für einen Baum ist ein Berg groß. Für ein Kind ist ein Erwachsener groß. Besser gesagt: lang. Aber wie sind die Erwachsenen wirklich? Sie bringen den Kindern Sachen bei und sie verbieten den Kindern Sachen. Sie pflegen Kranke und Verletzte und führen Kriege. Sie pflanzen Bäume und machen Bäume kaputt. Sie können Gutes tun und Schlimmes tun, und sie tun es auch. Sie können die Kinder gute Dinge lehren und schlechte.

Den Kindern sind die guten Dinge lieber. Guter Gott, Friede kann nur sein, wenn die guten Dinge mehr und die schlimmen weniger werden. Erst wenn wir wirklich wie Geschwister zueinander sind, ist Friede. Weil wir alle deine Kinder sind, sind wir auch Geschwister. Guter Gott, bleibe bei uns, wenn wir uns Mühe geben, auch wie Geschwister zu handeln. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Neujahr

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : Fest der Heiligen Familie

Schlagwörter: Gottesdienst, Familie

 

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