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Fremdes ist nur fremd, weil der/die Fremde es nicht kennt ...

Bausteine | Alter: 6-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind nicht nur etwas was uns in Medien und Politik begegnet. Auch im Alltag sind wir und somit auch die Kinder in unseren Jungschargruppen immer wieder damit konfrontiert.
Bei all diesen Vorschlägen und Methoden sind uns folgende Grundsätze wichtig:

  • In der Jungschar soll ein spielerischer, kindgerechter Umgang mit dem Thema (Anti-)Rassismus und Fremdenfeindlichkeit möglich sein.
  • Trotz allem darf eine bestimmte Grenze in der Argumentation nicht überschritten werden. Rassistische und diskriminierende Aussagen und Ansichten haben in der Jungschar keinen Platz. Wenn ein Kind solche Aussagen tätigt, ist es aber wichtig, darauf einzugehen und nachzufragen, was es damit meint. Vielleicht ist ihm gar nicht klar, was es damit eigentlich sagt. Ihr solltet auch immer besprechen, warum dieser oder jener Ausdruck verletzend oder diskriminierend sein kann und dass es einen Grund gibt, wieso er nicht verwendet werden soll. Wichtig ist auf jeden Fall, Rassismus von Seiten der Kinder nicht zu ignorieren, aber ihnen auch nicht unkommentiert das Wort zu verbieten.
  • Bei Rollenspielen unterscheide bitte ganz deutlich zwischen der Meinung der Rolle und der Meinung des Kindes — Verkleidungen und Attribute können hierbei sehr hilfreich sein.

Material

  • findest du bei den jeweiligen Bausteinen

 

Baum-Methode — Einstiegsmethode für ältere Kinder


Alter: 12-15
Zeit: 10-15 Minuten
Hintergrund: Der Begriff "Rassismus” ist sehr sperrig und die Ursachen und Auswirkungen sind selbst für Erwachsene schwierig zu verstehen. Diese Methode hilft dir, das besser zu veranschaulichen.

Material: Großes Plakat mit Baum mit Wurzeln und kahler Krone (also nur Ästen)


Ablauf: Auf einem Plakat zeichnet man einen Baum. Auf den Baumstamm schreibt man das Wort "Rassismus” und überlegt sich was die Ursachen, also die Wurzeln von Rassismus sein könnten und schreibt diese zu den Wurzeln des Baumes dazu. Dann überlegt man sich was die Auswirkungen von Rassismus sind und schreibt sie zu den Ästen. Dann dreht man den Baum um und kann so visualisieren, dass die Auswirkungen auch die Ursachen sein könnten und umgekehrt!

Bei uns UND anderswo


Alter: 8-12
Zeit: 20 Minuten
Hintergrund: Wir neigen dazu, bestimmte Traditionen und Handlungsweisen bestimmten Teilen der Erde zuzuschreiben. Oft wissen wir gar nicht oder übersehen, dass es manche Traditionen bei uns und auch anderswo gibt, wir einander also gar nicht so fremd sind wie es auf den ersten Blick vielleicht scheinen könnte.

Material: Weltkarte, Kärtchen mit Beschreibungen von Bräuchen, Ritualen, Traditionen, Spielen, Sprichwörtern etc. und jeweils einem passendem Symbol, kleine Kärtchen mit den jeweiligen Symbolen zum Aufkleben auf die Karte


Ablauf: Du hast eine große Weltkarte mitgebracht (oder auf ein Plakat skizziert) und nachdem jeweils ein Kärtchen vorgelesen wurde, könnt ihr gemeinsam die Symbole dort platzieren, wo ihr denkt, dass dieses Kärtchen zutrifft. Am Schluss hast du noch eine Auflösung und ihr stellt gemeinsam fest, wo ihr richtig geraten habt und wo nicht.

Gemeinsamkeiten-Netz


Alter: 6-15
Zeit: 20 Minuten
Hintergrund: Manchmal sieht man nur die Unterschiede zwischen Menschen, in diesem Spiel wird auf die (möglichen) Gemeinsamkeiten aufmerksam gemacht.

Material: Fotos aus verschiedensten Quellen (Zeitungen, Prospekte, Internet, Flyer) mit möglichst vielfältigen Darstellungen von Menschen (Ihr könnt auch noch zusätzlich Fotos von eurer Gruppe dazu nehmen!), Plakat, Wolle


Ablauf: Alle Fotos werden in Kreisform auf ein Plakat geklebt. Die Aufgabe ist nun möglichst viele Gemeinsamkeiten zu finden. zB das Mädchen aus Indien und das Mädchen aus dem Italien-Prospekt und 5 aus unserer Gruppe tragen eine Jeans. Dann wird ein Wollfaden (sternförmig) als Verbindung zwischen den beteiligten Personen aufgelegt/aufgeklebt. Am Schluss sehen wir, dass wir eigentlich alle mehr Gemeinsamkeiten haben, als es auf den ersten Blick scheint.

Oder aber — Foto-Story


Alter: 10-15
Zeit: 20 Minuten
Hintergrund: Wenn wir Fotos betrachten, sehen wir oft nicht nur ein Bild, sondern auch eine Geschichte dazu. Manchmal spielen unsere eigenen Stereotype eine ziemlich große Rolle dabei, wie sich diese Geschichten entwickeln und wir schreiben Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft Eigenschaften und Handlungsmuster zu. Wie sehr das manchmal von der Realität abweicht, soll diese Methode zeigen. Um den Unterschied zwischen den Zuschreibungen, die wir machen, noch einmal zu verdeutlichen, kann man im ersten Teil der Übung vor allem Fotos verwenden, auf denen Menschen in Situationen zu sehen sind, die uns sehr vertraut sind und im zweiten Teil mehr Bilder aus anderen Teilen der Welt oder für die Kinder ungewohnteren Lebenssituationen.

Material: Fotos (groß ausgedruckt) mit einem aufgeklebten Kuvert auf der Rückseite, Situationsbeschreibungen


Ablauf: Auf den Fotos sind verschiedenste Situationen mit Menschen aus verschiedensten Teilen der Welt zu sehen. Die Kinder sind nun eingeladen, ein Foto zu nehmen und sich in ein paar kurzen Sätzen eine Geschichte dazu auszudenken. Wenn man mit seiner erfundenen Geschichte fertig ist, legt man das Foto wieder in die Mitte und ein anderes Kind darf das Foto nehmen und eine andere Geschichte erzählen. Das geht so lang, bis kein Kind mehr etwas erzählen mag. Dann lädst du ein Kind ein, in das Kuvert auf der Rückseite des Fotos zu schauen und die Situation vorzulesen.

No kangaroos in Austria


Alter: 12-15
Zeit: ca. 40 Minuten
Hintergrund: Österreichs Bild in der Welt ist uns oft nicht bewusst, auch uns gegenüber gibt es viele Vorurteile, viel Unwissen. Sich mit diesen auseinanderzusetzen soll den Kindern aufzeigen, wie unberechtigt und falsch Vorurteile sein können.

Material: Bilder aus internationalen Werbesujets über Österreich, Fotos von "Sound of Music”, "Arnold Schwarzenegger”, typisch österreichischen Speisen (Keine Ideen? http://www.nationalstereotype.com/austrian-steoretypes/), Verkleidungen, ..., Kamera


Ablauf: Zuerst besprecht ihr gemeinsam die verschiedenen Stereotypen durch. Dabei könnt ihr euch folgende Fragen stellen:

  • Was habt ihr noch nie gehört?
  • Was kommt euch besonders lächerlich vor?
  • Gibt es etwas, dem ihr zustimmt?
  • Was würdet ihr euch wünschen, dass im Bild von Österreich im Ausland vorkommt?
  • Warum könnte es sein, dass das nicht so ist?
  • Haben wir von anderen Ländern auch Bilder, die vielleicht gar nicht stimmen?


Anschließend könnt ihr euch in kleinen Gruppen verkleiden und anhand dieser besprochenen Stereotypen die lustigsten, lächerlichsten, übertriebensten oder klischeehaftesten Werbespots für Österreich drehen oder als Szene einstudieren und euch gegenseitig vorspielen.

Der Titel "Fremdes ist nur fremd, weil der/die Fremde es nicht kennt ..." ist angelehnt an Disney's Pocahontas-Soundtrack: "Fremde Erde ist nur fremd, weil der Fremde sie nicht kennt!"

Autor/in: Valentina Steigerwald und Veronika Schippani

Publikation: kumquat "alle anders - alle gleich!

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