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Hans im Glück

Gruppenstunde | Alter: 9-13 | Aufwand: mittel

Ziel

In dieser Gruppenstunde geht es in erster Linie um den Spaß am Tauschen, dabei spielen aber auch verschiedene Überlegungen eine Rolle: Kein Ding hat einen absoluten Wert, Hans im Glück steht als Symbol dafür, dass man glücklich werden kann, auch wenn man objektiv betrachtet am Ende weniger besitzt als vorher.

Material

  • ein Brief von Hans im Glück in Form einer Flaschenpost
  • Zettel, auf denen je eine skurrile Sache steht, drei pro Kind und ein paar als Reserve
  • Gegenstände, die du nicht mehr benötigst, etwas mehr als in der Anzahl der Kinder
  • evtl. Vereinsmitgliedschafts—Urkunden für alle Kinder
  • Die Märchen der Gebrüder Grimm kannst du dir zum Nachlesen im Jungscharbüro ausborgen.

Aufbau

Hans im Glück hat euch einen Brief aus Amerika geschickt. Um in seinem Verein Mitglieder zu werden, muss man sich im Tauschen üben. Dazu spielt ihr zwei Spiele, die als Vorübung dienen: eine Variante von "Das brauchst du!" und "Der Lauf der Dinge".
Dann können die Kinder ihre erworbenen Fähigkeiten unter Beweis stellen, indem sie Leute im Pfarrgebiet ansprechen und zum Tausch animieren.
Zuletzt berichten die Kinder einander von ihren Tauscherfahrungen und bekommen evtl. auch eine Urkunde verliehen, die ihnen die Mitgliedschaft im Hans-im-Glück-Verein bescheinigt.

 

Post aus Amerika


Du begrüßt die Kinder zur Gruppenstunde und erzählst, dass ihr eine Flaschenpost aus Amerika bekommen habt. Du ziehst aus der Flasche einen Brief, der schon recht alt aussieht - du hast ihn zuvor an den Rändern etwas angerußt und daran herumgeknüllt. Im Brief ist Folgendes zu lesen:


Liebe Kinder!
(Wenn eure Gruppe einen Namen hat, kannst du ihn hier einsetzen.)
Ich weiß nicht, ob ihr mich kennt, ich werde hier in Amerika, wo ich jetzt lebe, John Trader genannt, da wo ich herkomme, kennt man mich als Hans im Glück. Vor vielen Jahren bin ich in Deutschland berühmt geworden, weil ich so viel getauscht habe. Die Leute haben mich damals ausgelacht, weil sie dachten, ich wüsste nicht, wie viel die Dinge wert seien, weil ich zum Beispiel auch kostbares Gold für ein Pferd hergegeben habe.
Es war mir nie so wichtig, wie viel etwas wirklich wert ist - es hat mir einfach Spaß gemacht, schöne Dinge mit den Menschen tauschen zu können.

Ihr kennt vielleicht die Geschichte von mir, die die Brüder Grimm erzählen. Ich hatte sieben Jahre lang weit weg von zu Hause gearbeitet. Schließlich kündigte ich und ließ mir meine Abfertigung auszahlen: einen großen Goldklumpen. Den tauschte ich am Heimweg gegen verschiedenste Dinge ein, bis ich am Schluss Schleifsteine hatte. Die Brüder Grimm erzählen aber nicht, was ich getan habe, nachdem mir die Steine in einen Brunnen gefallen waren: Ich bin nach Hause gegangen, habe mich von meiner Mutter verabschiedet und bin ausgewandert. In Amerika habe ich weiter getauscht, vielen Menschen etwas geben können, was sie gerade gebraucht haben, und wenn ich etwas gebraucht habe, dann habe ich es mir auch ertauscht.

Inzwischen habe ich einen Tauschverein gegründet, wir haben viele Mitglieder und ich habe mir gedacht, dass ihr vielleicht auch gerne mittun wollt: Tauschen macht nämlich großen Spaß. Ich empfehle euch, erst einmal gemeinsam zu üben, dann könnt ihr auf der Straße Leute ansprechen und probieren, ob sie etwas mit euch tauschen. Dabei ist Verschiedenes wichtig: Man muss das, was man tauschen möchte, gut beschreiben und bewerben können und die Leute davon überzeugen, dass sie es brauchen - dabei darf man ihnen aber nichts aufschwatzen, denn ein Tausch ist nur ein guter Tausch, wenn nachher beide zufrieden sind. Man muss sich außerdem merken, wie man getauscht hat, damit man den anderen davon erzählen kann. Ganz besonders wichtig ist die letzte Regel: Man darf auf keinen Fall Geld nehmen, dann wäre es ja kein Tausch mehr, sondern ein Kauf, und man hätte auch nichts zum Weitertauschen.
Probiert es doch auch aus: Ich wünsche Euch viel Spaß dabei.
Liebe Grüße
John Trader


Übung macht den/die Tauschmeister/in


Nachdem ihr den Brief gelesen habt, schlägst du den Kindern vor, mit zwei Vorübungen zu beginnen: Zunächst ist es wichtig, das, was man tauschen will, gut anzupreisen. Als Übung dafür spielt ihr eine Variante von "Das brauchst du!" ( Spielemappe 5.18.)

Das brauchst du!


Jedes Kind bekommt drei Zettel mit verschiedenen skurrilen, scheinbar nutzlosen Dingen: z.B. "23 Pinguine", "eine Tube Obstflecken", "2 Dosen Traurigkeit" oder "ein Kübel voll Mundgeruch". Es scheint vorerst so, als ob diese Dinge völlig nutzlos wären. Die Aufgabe der Kinder ist es nun, Situationen und Gründe zu finden, wo man die betreffenden Dinge ganz dringend brauchen kann. Die Kinder bewegen sich im Raum und treten miteinander in Verhandlungen, sie preisen ihre Dinge an, und wenn sich zwei gefunden haben, die miteinander tauschen wollen, so tun sie das und tauschen das Ertauschte auch weiter. Nach einiger Zeit beendest du das Spiel, nun könnt ihr Erfahrungen austauschen: Was war lustig? Was weiterzutauschen ist euch schwer gefallen ?

Der Lauf der Dinge


Als zweites Spiel erklärst du den "Lauf der Dinge", ein Spiel, das dazu dient, die Erinnerung an die Tauschpartner/innen zu schärfen. Zunächst bekommt jedes Kind einen beliebigen Gegenstand. Bei der Auswahl dieser Dinge empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass es keine Dinge sind, mit denen die Kinder sich weh tun könnten, oder die für sie so spannend sind, dass sie sich nur mehr damit beschäftigen wollen, z.B. ein Feuerzeug, Bälle, Kaugummis, ein Bravo, usw. Die Gegenstände sollten auch ungefähr gleich attraktiv sein.
Dann wird genau wie beim ersten Spiel getauscht, nur geht es diesmal darum, jedesmal dazu zu sagen, wer die vorherigen Besitzer/innen des Gegenstandes waren: Je länger man spielt, desto mehr werden das natürlich. Bei der Übergabe sagt man immer einen Satz, der so klingen kann: "Hier hast du die Batterie, die vor dir schon Elisabeth, Johannes und ich, Georg, gehabt haben." Mit älteren Kindern kann man auch eine schwierigere Variante probieren, bei der auch dazu gesagt wird, wofür die Vorbesitzer/innen den Gegenstand eingetauscht haben: "Hier hast du die Batterie, die Elisabeth dem Johannes für ein Packerl Taschentücher, die dann Johannes mir, Georg, für einen Radiergummi gegeben hat." So nehmen die Dinge ihren Lauf... Ihr könnt das Spiel mehrere Runden lang spielen, solange es euch Spaß macht.

Bei beiden beschriebenen Spielen bist du Anlaufstation, wenn Kinder mit ihrem Tauschmaterial nicht zurecht kommen. Sie können dann ihren Zettel oder Gegenstand bei dir gegen einen anderen, attraktiveren oder leichter zu bewerbenden eintauschen.

Auf geht´s!


Nach diesen Vorübungen können die Kinder die erworbenen Fähigkeiten auf der Straße anwenden. Sie gehen dazu in Gruppen zusammen, jede Gruppe kann sich einen Anfangsgegenstand aussuchen, den sie den Leuten zum Tausch anbietet. Gemeinsam übt ihr noch, wie man die Leute ansprechen kann: Man stellt sich vor und erzählt vom Hans-im-Glück-Verein in Amerika. Wenn die Leute mitspielen wollen, so bietet man ihnen einen Gegenstand an und erklärt, wozu sie diesen brauchen könnten. Das einzige, was man als Tauschmittel nicht akzeptiert, ist Geld. Für die Tauschaktion solltest du etwa 30 Minuten einberechnen.

Jede Gruppe sollte unbedingt von einem/einer Gruppenleiter/in begleitet werden. Je nach Alter deiner Kinder und je nachdem, wie sie es gerne hätten, kannst du ihnen helfen oder dich eher im Hintergrund halten.

Herzlichen Glückwunsch!


Wieder zurück in der Pfarre könnt ihr einander von euren Erlebnissen berichten und überlegen, was ihr jetzt mit den eingetauschten Dingen anfangen werdet. Dann kannst du deinen Kindern in einer würdevollen Zeremonie auch noch eine Urkunde über die Mitgliedschaft im Hans-im-Glück-Verein überreichen.

Autor/in: Martin Lacroix

Publikation: Kumquat_1/00

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Schlagwörter: Spiel, Werte, Wirtschaft