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Kiriku, ein Held bist du!

Gruppenstunde | Alter: 8-11 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Der Film Kiriku zeigt ein afrikanisches Märchen: Der kleine Kiriku gebärt sich selbst und vollbringt bald große Heldentaten. Die böse Zauberin Karaba hat die Quelle des Dorfes zum Versiegen gebracht und alle Männer weggezaubert. Kiriku kann die Quelle wieder beleben und heilt schließlich die Zauberin von ihrem Leid, das sie so böse macht. Am Ende kommen auch alle Männer wieder ins Dorf zurück.
Dieses Märchen zeigt freilich ebensowenig den Alltag von Afrikaner/innen, wie Märchen aus unseren Breitengraden unseren Alltag wiedergeben. Dennoch erzählen Märchen etwas von Grundfragen: von Ängsten und Hoffnungen der Menschen. Beim Märchen "Kiriku" geht es darum, was ein kleiner Mensch tun darf und was ihm zugetraut wird. Diese Frage ist österreichischen Kindern ebenso vertraut, wie eine Reihe anderer Fragen, die mit den hier vorgeschlagenen Methoden berührt werden.

Material

  • der Film Kiriku und die Zauberin (im Jungscharbüro auszuborgen)
  • leere Kärtchen
  • Stifte
  • Schnur
  • Menschenbilder aus Illustrierten
  • halb leeres (halb volles?) Glas Wasser

Aufbau

Nach einer Begrüßung und einleitenden Überlegungen dazu, wie "wahr" Märchen sind, schaut ihr euch als Gruppe den Film an. Anschließend, oder, falls die Zeit knapp ist, eventuell in der darauf folgenden Gruppenstunde, greift ihr einige der Dialoge aus dem Film auf und macht euch Gedanken über Fragen des Lebens. Zu jedem Baustein wird erst das Zitat vorgelesen und überlegt, an welcher Stelle im Film es vorgekommen ist, dann gibt es eine Aktivität.

 

Begrüßung


Du begrüßt die Kinder und erklärst: Vielleicht waren einige der Kinder im Jänner als Sternsinger/innen unterwegs. Dabei wurde Geld gesammelt, mit dem wir Menschen helfen, z.B. Menschen in Afrika, die sich für Frieden einsetzen. Passend dazu schaut ihr euch heute einen Märchenfilm an, denn Afrika ist ja berühmt für viele Märchen und Erzählungen!
Damit den Kindern aber bewusst wird, dass es sich bei dem Film um ein Märchen und nicht um die Wirklichkeit handelt, überlegt ihr, welche Märchen ihr sonst so kennt (egal aus welchem Erdteil).

Du kannst deiner Gruppe den Hinweis geben, an Märchen zu denken, wo kleine Leute große Rollen spielen (Hänsel & Gretel, der gestiefelte Kater, Sieben-Meilen Stiefel,...).

In welchen Märchen/Geschichten kommen Zauberer und Zauberinnen vor (Dornröschen, Schlümpfe,...)?
So, aber jetzt schauen wir uns ein afrikanisches Märchen an!

Der Film Kiriku


Der Film dauert etwa 70 Minuten. Normalerweise wird also alleine das Anschauen des Films die Gruppenstunde füllen. Falls diese aber normalerweise nur 60 Minuten hat, musst du den Film entweder in zwei Teile teilen - dies hätte den Vorteil, beim zweiten Mal gleich mit dem weiteren Programm anschließen zu können. Oder aber du vereinbarst mit der Gruppe eine Woche vorher, ausnahmsweise einmal eine längere Gruppenstunde zu machen.

Echt? oder Märchen?


Du legst eine Schnur durch den Raum. An das eine Ende legst du einen Zettel "echt", ans andere Ende "Märchen". Nun sammelt ihr Dinge, Szenen, Situationen, etc., die im Film vorgekommen sind. Du schreibst sie auf Kärtchen und ihr überlegt gemeinsam, ob diese Dinge eher echt sind, also auch in Afrika so vorkommen können, oder aus dem Reich der Märchen stammen, also auch in Afrika kaum oder sicher nicht so passieren. Echt wäre zum Beispiel, dass die Leute gerne tanzen und singen, aus dem Märchen kommt, dass die Zauberin Männer verwandeln kann.

Manches wird aber dazwischen liegen, weil es für manche Menschen stimmt, für andere aber nicht. Das ist zum Beispiel mit den Lehmhütten so: Nur wenige Menschen in Afrika leben in solchen Hütten mit Strohdach, die meisten leben in Häusern aus Ziegeln oder Beton mit einem Dach aus Wellblech.

Bei einigen Dingen wird es wahrscheinlich auch für dich schwierig sein zu wissen, wo sie hingehören. Dann sag das einfach den Kindern, schließlich kann ja niemand alles wissen. Vielleicht kannst du diesen Fragen bis zur folgenden Woche dem nachgehen und den Kindern dann mehr Informationen mitbringen.

Du bist noch zu klein!


"Kiriku: Weißt du, warum Karaba so böse ist?
Alter Mann: Aber sicher, ich weiß doch alles! - Hmm, weil sie eine Zauberin ist! Aber du bist zu klein, um so etwas zu verstehen."

"Du bist zu klein!" - Das sagen Erwachsene manchmal, wenn sie genervt sind und nicht mehr reden wollen. Wie kann ich als Kind darauf reagieren? Ihr überlegt in Kleingruppen Situationen, wo dieser Satz zu Kindern gesagt wird. Anschließend wird die Situation den anderen vorgespielt, bis zu dem Moment, wo dieser Satz "Du bist zu klein dafür!" gesagt wird. Nun steigen andere Kinder in die Szene ein und spielen sie weiter: Wie kann ich als Kind darauf reagieren? Dabei sollen mehrere Lösungsversuche ausprobiert werden.

Wichtig ist es, dass allen klar wird, dass dieser Satz nicht immer berechtigt ist. Manchmal wird er ja ausgesprochen, wenn Erwachsene draufkommen, dass sie nicht mehr weiterwissen und sie nicht akzeptieren können, wenn andere (auch Kinder) mehr wissen. Oft liegt es auch daran, dass Kinder einfach auch Dinge hinterfragen wollen und die Welt nicht so akzeptieren wollen, wie sie ist. Deshalb ist es auch gut, in der Jungschargruppe zu überlegen, wie man reagieren kann.

Schenken


"Kiriku: Danke! Mmmh. Das schmeckt! Danke! Danke!
Ah. Eine Spinne! Danke. Oh, so eine schöne Blume! Danke!"

In afrikanischen Märchen ist die Spinne oft ein sehr weises und geschätztes Tier, ganz im Gegensatz dazu, wie wir oft Spinnen begegnen. Aber es gibt auch bei uns ein Märchen, wo eine Spinne einen Burschen rettet, der verfolgt wird, indem sie ein Netz über den Höhleneingang spinnt. Seine Verfolger laufen weiter, weil sie annehmen, dass schon lange niemand mehr die Höhle betreten hat. Kiriku bekommt im Film eine Spinne geschenkt. Er staunt über die Schönheit der Geschenke, die eigentlich nicht teuer sind. Welche Geschenke nehmen wir gerne an? Was schenken wir gerne?

Dazu hast du eine Reihe von Bildern von verschiedenen Menschen mitgebracht. Solche Bilder nimmst du am besten aus Illustrierten. Dazu könnten z.B. ein Foto-Modell, ein alter Mann, eine junge Frau, Kinder, Sportler/innen etc. gehören. Es sollten aber eher unbekannte Leute sein. Zu jedem Bild legst du eine Geschenkpackerl (auf Papier gezeichnet) und nun überlegt ihr, was man diesen Leuten schenken könnte, worüber die sich freuen würden. Anschließend überlegt sich jedes Kind, ob darunter auch Geschenke für es selbst dabei wären. Und worüber habt ihr euch gefreut? Du hast dazu ein verpacktes Geschenkpaket mitgebracht und beginnst von einem Geschenk zu erzählen, über das du dich gefreut hast. Das muss nicht das non-plus-ultra-Geschenk gewesen sein, sondern eines, das Freude gemacht hat. Du reichst dann das Paket einem Kind weiter, das nun von einem Geschenk erzählt. Wenn alle etwas erzählt haben, dann macht ihr das Geschenk auf - du könntest nämlich vorher ein Geschenk deinerseits an die Gruppe hineingetan haben, z.B. eine Schokolade.

klein sein hat Vor- und Nachteile


"Kiriku: Großvater! Ich bin klein und ich wär so gern groß!
Alter weiser Mann: Und wenn du groß bist, wärst du gern wieder klein!
Jetzt bist du klein, du kannst eindringen, wo sonst niemand eindringen kann! Freue dich darüber. Und wenn du groß bist, vergiss nicht dich darüber zu freuen, dass du groß bist."

Du stellst ein halb leeres (oder halbvolles?) Wasserglas hin und fragst die Kinder, ob dieses Glas nun halbvoll oder halbleer ist. Nach einigem Philosophieren wird sich wahrscheinlich herausstellen, dass viele Dinge zwei Seiten haben, je nach Betrachtungsweise. So ist es auch mit dem Kleinsein - was aber nicht bedeutet, dass man immer die Vorteile so gut wie die Nachteile gleichermaßen oft erleben kann.

Oft ist es mühsam (noch) klein zu sein, aber es hat auch Vorteile. Die Kinder überlegen nun für sich Situationen, wo es praktisch und wo es mühsam ist, klein zu sein. Alleine oder zu zweit stellen sie das pantomimisch dar. Die anderen versuchen es zu erraten.

Autor/in: Gerald Faschingeder und Christoph Watz, überarbeitet von Nani Gottschamel

Publikation: kumquat "Wir sind nicht zu klein" 2017

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Schlagwörter: Märchen, Welt