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Essen, was grad wächst! — KlimaFair Kochen

Gruppenstunde | Alter: 9-11 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Eine sinnvolle und recht einfache Art unser Klima zu schützen, ist Produkte einzukaufen, die möglichst klimaschonend angebaut und hergestellt werden, wie das bei "Bio-Produkten" der Fall ist. Im Unterschied zu konventioneller Landwirtschaft wird bei biologischem Anbau beispielsweise auf Pflanzenschutzmittel, Wachstumsförderer oder andere chemische Mittel verzichtet und Methoden anwendet, die im Einklang mit der Natur stehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, um beim Einkaufen auf die Umwelt zu achten, ist Produkte zu wählen, die bei uns in Österreich wachsen (regionale Produkte). Da dies von Wetter und der Jahreszeit abhängig ist, bekommt man bestimmte Lebensmittel nur zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr (saisonal).
In der folgenden Gruppenstunde kannst du dich mit deinen Kindern damit auseinandersetzen, was wann bei uns wächst und welche Produkte momentan bei uns im Supermarkt zu finden sind. Eine Alternative wäre auch, zu einem Markt (z.B. einem Bauernmarkt) zu gehen, dort kannst du die Mengen, die du brauchst auch ganz genau bekommen. Es wird weniger Verpackungsmaterial benötigt und somit weniger Müll erzeugt.

Material

  • 4 Plakate: für Frühling, Sommer, Herbst und Winter
  • leere Kärtchen
  • Filzstifte, Kugelschreiber, Block
  • Einkaufstaschen und eine Lupe
  • Zutaten siehe Rezept

Aufbau

Am Beginn der Stunde spielt ihr ein Spiel und überlegt dann gemeinsam, welche Produkte gerade in Österreich wachsen. Dann geht ihr in einen Supermarkt (oder einen anderen Markt) in der Nähe, nehmt einige Produkte unter die Lupe und besorgt das, was ihr braucht, um im Anschluss gemeinsam zu kochen. Du findest hier auch einige Rezeptvorschläge, nach Jahreszeiten geordnet, die du mit den Kindern umsetzen kannst. Für den gesamten Ablauf werdet ihr wahrscheinlich länger als eine Stunde brauchen, es ist also gut, wenn ihr nach hinten hin Zeit habt!

 

Einstieg: Gemüseeintopf rühren


Die Kinder sitzen oder stehen im Kreis, ein Kind steht in der Mitte. Alle Kinder suchen sich nun Namen von Gemüsesorten, zum Beispiel Karotte, Zucchini, Paradeiser,... aus. Jedes Kind nennt reihum sein Gemüse, damit alle die Sorten der anderen kennenlernen. Das Kind, das in der Mitte steht, ruft nun einen der Gemüsenamen und versucht, das Kind mit dem genannten Gemüse zu berühren. Dieses kann sich davor schützen, indem es schnell eine andere Sorte ruft, die es nun zu berühren gilt. Die Kinder im Kreis bleiben dabei auf ihren Plätzen stehen. Wird ein Kind berührt, bevor es ein anderes Gemüse gerufen hat, ist es der/die neue Fänger/in. Ruft ein Kind irrtümlich die Sorte des Fänger/innenkindes, so wird es selbst zum/zur Fänger/in.
Das Kind in der Mitte hat auch die Möglichkeit, zwei Gemüsenamen zu rufen. Diese tauschen daraufhin ihre Plätze. Der/die Fänger/in kann versuchen, während des Platzwechsels auf einen der beiden freien Plätze zu gelangen. Das Kind, das keinen Platz findet, wird zum/zur Fänger/in.
Spielt das Spiel solange es euch Spaß macht!

Die Einkaufsliste


Nach dem Spiel kannst du die vier Plakate auflegen, jeweils eines für Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Kinder können nun überlegen, welche Gemüse ihnen einfallen und diese auf ein Kärtchen schreiben oder zeichnen, und sie zur Jahreszeit dazu legen, in der sie glauben, dass es reif ist und gegessen werden kann. Im Anschluss seht euch die Plakate gemeinsam an und ergänzt sie.
Nun erstellt gemeinsam eine Liste von den Produkten (siehe Rezept), die ihr kaufen wollt und wie viel ihr davon braucht. Nehmt die Liste und eine Einkaufstasche (am besten aus Baumwolle, oder einen Rucksack, dann braucht ihr kein Sackerl kaufen und spart somit Material und Geld) mit in den Supermarkt.

Unter die Lupe nehmen...


Geht gemeinsam durch den Markt und schaut euch die Produkte genau an. Die Kinder können auch unterschiedliche Marken bzw. Angebote vergleichen und dabei auf folgende Punkte achten (fragt eventuell auch nach, vielleicht hat der/die Filialleiter/in ein paar Minuten Zeit für euch):

  • Wo wurde das Produkt hergestellt? Ist das erkennbar? (Das Herkunftsland sollte angegeben sein!)
  • Ist es ein Bio-Produkt, oder kommt es aus konventionellem Anbau? Findest du ein Bio-Gütesiegel darauf?
  • Wie viel kostet es, welches ist das billigste/teuerste?
  • Wie sieht es aus, wie ist es verpackt (Papier, Netz, Plastik, lose)?
  • Falls ihr Lust habt, könnt ihr auch schauen, welche anderen Produkte (speziell Gemüse) gerade angeboten werden und woher sie kommen.

Gemeinsam kochen...


Gemeinsam kochen und essen hat einige Vorteile: Ihr könnt euch die Arbeit aufteilen, dabei plaudern und Musik hören und die Freude an einer guten Mahlzeit teilen... dann schmeckt es gleich viel besser!

Sucht alles zusammen was ihr braucht (ist bei den Rezepten angegeben).

Überlegt euch die einzelnen Arbeitsschritte und schreibt (oder malt) sie auf Kärtchen. Schritte sind beispielsweise Gemüse schneiden, einzelne Zutaten abwiegen, Teig rühren bzw. kneten, Wasser oder Öl erwärmen, Gemüse kochen und umrühren. Jedes Kind zieht dann ein Kärtchen mit einem Arbeitsauftrag, wobei auch zwei oder drei Kinder gemeinsam tun können. Halte dich selbst als Gruppenleiter/in frei, um den Überblick zu bewahren und den Kindern da zu helfen, wo es notwendig ist. Passe besonders bei scharfen Utensilien, wie z.B. bei Messern, auf und zeige den Kindern vor, wie sie damit hantieren sollen.

Während der Wartezeiten kann der Tisch gedeckt und eventuell dekoriert werden.

Auch das Abwaschen nach dem Essen könnt ihr dann alle gemeinsam machen, dann geht es ganz schnell... Ein Kind wäscht mit Spülmittel, ein Kind spült mit Wasser ab, mehrere trocknen ab und räumen die Utensilien wieder an ihren Platz. Noch ein Tipp: schwungvolle Musik erleichtert die Arbeit oft sehr!

Rezepte für jeweils vier Personen:

Frühling (März — Juni)


Bärlauch, Spargel, Spinat, Rhabarber, Radieschen, Erbsen, Jungzwiebel, Karotten, Kohlrabi, Kresse, Lauch, Feldsalat
Erdbeeren

Nockerl mit Spinat und Ziegenkäse
Ihr braucht: eine Rührschüssel, Nockerlsieb, Löffel, Messer und Schneidbretter, eine Pfanne, einen Topf (der recht breit ist und auf dem das Nockerlsieb gut Platz hat), Kochlöffel
Ca. 2 l Wasser im Topf aufkochen
400 g Mehl, mind. 1/2 l Wasser, Salz, ev. 2 Eier zusammen mischen und so lange rühren, bis sich der Teig langsam vom Löffel löst (nicht zu pickig oder zu flüssig).
Ins siedende Wasser gibst du nun nach und nach den Teig und lässt die Nockerl ein paar Minuten kochen — dieser Vorgang ist wahrscheinlich öfters hintereinander notwendig.

400 g frischen Spinat waschen, die Enden entfernen und in Streifen schneiden
1 Stange Lauch waschen und in dünne Ringe schneiden
250 g Ziegenkäse in Würfel schneiden
Öl in einer großen Pfanne (mit Deckel) erhitzen und den Lauch darin anbraten.
Drehe nun die Temperatur am Herd zurück und mische den Spinat dazu.
Mit Salz und Pfeffer würzen (Achtung: Ziegenkäse kann auch schon ganz schön salzig sein).
Lasse das Gemüse nun ein paar Minuten dünsten und menge dann den Käse dazu.

Sommer (Juni — August)


Zucchini, Fenchel, Fisolen, Gurke, Mangold, Melanzani, Melone, Paprika, Salat, Stangensellerie, Paradeiser, Zuckermais, Kopfsalat, Rettich, Steinpilz
Marillen, Beeren, Zwetschken, Erdbeere, Kirsche, Pfirsich

Gemüse — Dinkelpfanne (Zucchini, Paprika, Paradeiser)
Ihr braucht: zwei Töpfe, Messer und Schneidbretter, Pfanne, Kochlöffel
200 g Kochdinkel mit der zweieinhalbfachen Menge Wasser (500 ml) und Salz aufkochen und ihn 10 min leicht köcheln
1 Zwiebel, 300 g Zucchini, 1 rote und 1 gelbe Paprika schälen bzw. waschen und in kleine Würfel schneiden. Das Gemüse brate in heißem Öl an und gieße es mit
125 ml Gemüsebrühe auf, dann lasse es ca. 10 min köcheln.
4 mittelgroße Paradeiser waschen und in Spalten schneiden, unter das Gemüse mischen und ca. 3 min dünsten.
3 EL frischen Thymian und 3 EL frische Petersilie waschen und hacken
mit dem Dinkel unter das Gemüse heben und mit
1 TL Paprika edelsüß, Salz und Pfeffer würzen

Herbst (September — November)


Brokkoli, Erdäpfel, Kürbis, Rote Rüben, Zucchini, Zwiebeln, Rettich, Steinpilz, Maroni, Erdäpfel, Kürbis, Rote Rüben, Zucchini, Zwiebeln
Äpfel, Birnen, Zwetschken

Kürbisauflauf
Ihr braucht: Auflaufform, Topf, Erdäpfelschäler, Messer und Schneidbretter, Käsereibe, Löffel, Schüssel
Heize das Backrohr auf 180 Grad Celsius vor.
400 g Erdäpfel kochen, schälen und in Scheiben schneiden
1 kg Kürbis schälen (Hokkaido kann mit Schale gegessen werden!) und in Scheiben schneiden
125 g Parmesan reiben
Die Auflaufform fettest du am besten etwas ein, damit dann nichts anklebt. Dann lege abwechselnd Kürbis, Erdäpfel und Käse in Schichten in die Form, ganz oben streue den Käse darüber.
500g Schlagobers (oder Rahm oder Sojasahne) mit Salz, Peffer und Muskalnuss verrühren und darüber gießen.
Bei 180 Grad etwa 45 min backen

Winter (November — März)


Hülsenfrüchte, Kohl, Kraut, Kren, Pastinaken, Sauerkraut, Schwarzwurzel, Sellerie, Erdäpfel, Kürbis, Rote Rüben, Zwiebeln, Knoblauch, Feldsalat
Äpfel

Sellerie-Apfelsuppe
Ihr braucht: einen Topf, Messer und Schneidbretter, Kochlöffel, Pürierstab
50 g Zwiebel, 100 g Sellerie, 100 g Apfel, 50 g Erdäpfel schälen und in große Stücke schneiden.
Öl erhitzen und Zwiebel anbraten, mit der entsprechenden Menge Wasser aufgießen und aufkochen, dann einen
1/2 Gemüsesuppenwürfel beimengen
Sellerie und Erdäpfel beimengen und mit der Gemüsesuppe aufgießen und ca. 15 min kochen lassen
Mit Salz und Pfeffer würzen
Wenn das Gemüse schon weich ist auch den Apfel beimengen, nochmal kurz kochen lassen und dann mit einem Stabmixer pürieren.

Dinkelbrot
(braucht etwas länger und kann gut für ein Picknick vorbereitet werden, oder am Winter-Lager gebacken werden, wenn mehr Zeit ist)

Ihr braucht: zwei Schüsseln, einen Löffel, eine Kastenform, Backpapier
1 Würfel Hefe in
600 ml lauwarmen Wasser auflösen
600 g Dinkelvollkornmehl in eine Schüssel füllen und mit dem Hefewasser vermischen, gut umrühren und ca. 10 min ruhen lassen
3 TL Salz, 50 g Sonnenblumenkerne, 50 g Leinsamen dazumischen und noch 3 min gut durch kneten
Lege eine Kastenform mit Backpapier aus und fülle nun Teig ein.
Im nicht vorgeheizten Backrohr wird das Brot nun bei 250 Grad etwa 1 Stunde gebacken. Das Brot ist fertig, wenn es beim Draufklopfen mit einem Holzlöffel hohl klingt.

GUTEN APPETIT!

Autor/in: Flo Bischof und Clara Graf

Publikation: kumquat "klima(un)gerecht?!" 1a/2010

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Schlagwörter: Essen, Umwelt, Welt