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Das Fürchten lehren

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Ziel

Anhand eine fiktiven Figur, die durch die Gruppenstunde führt, sollen sich Kinder mit (eigenen) Ängsten auseinandersetzen und erfahren, dass Angst haben etwas Normales ist. Die Bandbreite an Dingen, die Angst machen können wird aufgezeigt und gemeinsam nach Möglichkeiten damit umzugehen gesucht und somit ein Reden über Angst erleichter werden.

Material

  • Großes A aus buntem Papier/Karton geschnitten
  • Angstbaromter
  • Angsthäschen-Karten
  • Situationskarten
  • Leere Kärtchen, Stifte
  • Box

 

Arno Ängstlich sucht Schutz


Zu Beginn der Gruppenstunde flüchtet sich Arno Ängstlich (eine Gruppenleiter/in, oder auch ein Stofftier/-hase) zu euch in den Gruppenraum und meint, er sei draußen gerade so erschreckt worden und ob er eine Weile hier bei euch bleiben kann, weil es in der Welt da draußen, so viele Dinge gibt, vor denen er sich fürchtet. Vielleicht könnt ihr ihn mit einem kleinen Spiel ablenken?

Die Angst geht um


Bei dieser Variante von Versteinern, gibt es eine/n Fänger/in, die den anderen Kindern das Fürchten lehren soll: Als Symbol hat er/sie ein großes "A" mit sich — sobald ein anderes Kind damit berührt wird, bleibt es am Platz stehen und beginnt vor Angst zu bibbern. Erlöst werden kann man aber, wenn man seine Angst mit jemand anderem teilt. Wenn ein anderes Kind kommt, seine Hand oder seinen Arm um die Schulter legt und sagt: "Du brauchst keine Angst mehr haben", ist man die Furcht los und kann weiterlaufen. Wenn der/die Fänger/in nicht mehr fangen möchte, kann er/sie das "A" ablegen und ein anderes Kind somit neue/r Fänger/in werden.

Wie viel Angst macht das denn?


Arno Ängstlich bittet die Kinder, ob sie ihm helfen können, mit einigen seiner Ängste umzugehen, weil manchmal hat er den Eindruck, er wäre der einzige, der vor vielen Dinge Angst hat. In einem ersten Schritt können die Kinder auf Zettel Situationen schreiben, in denen sie selbst Angst haben, oder in denen sie sich unwohl fühlen, weil sie sich ein wenig fürchten. Diese können anonym in eine Kiste geworfen werden. Zusätzlich hast du vor der Stunde einige Situationen vorbereitet, in denen Arno Angst hat, die auch in die Box geworfen werden, z.B.:

  • Man war kurz alleine zuhause und hat beim Spielen eine Vase kaputtgemacht. Bald kommt die Mama nach Hause und wird sicher schimpfen.
  • Beim Bergsteigen auf einem schmalen Kletterpfad gehen, wo es rechts daneben steil bergab geht.
  • Man schaut am Abend noch einen gruseligen Film und geht dann ins Bett. Auch wenn man weiß, dass es nur ein Film war, fragt man sich, ob nicht doch ein Monster unterm Bett wohnt.
  • Wenn man das erste Mal bei einem Freund/einer Freundin übernachtet und die in einem altem Haus wohnt, das manchmal knarrt.
  • Mit der Schule im Schwimmbad — alle springen vom 3 Meter Brett, man selber hat aber Angst — und noch dazu schaut der Schwarm zu!
  • Im Winter geht man am Nachmittag den normalen Weg nach Hause, nur sind beim letzten Stück diesmal alle Lampen ausgefallen und es ist sehr dunkel.
  • Du kommst in der Früh in die Schule — und dir fällt ein, dass heute eine Stundenwiederholung angesetzt ist und du nicht gelernt hast!


Du ziehst eine der Situationen und sagst, dass dies z.B. eine Sache ist, bei der Arno Ängstlich Angst hat. Dies ist insofern wichtig, da es für Kinder leichter ist, über Ängste zu sprechen, wenn diese einer Figur zugeschrieben werden, und sie nicht zugeben müssen, dass sie davor selber Angst haben. Man kann über (eigene) Ängste sprechen, aber muss sich nicht deklarieren.

Die Kinder sollen in einem weiteren Schritt nun ihre Einschätzung geben, wie "angsteinflößend" die Situation ist, in der Arno Ängstlich sich befindet. Hierfür haben sie alle eine Kärtchen, auf dem ein "Angsthäschen" abgebildet ist, dass sie auf einem Angstbaromter am Tisch oder Boden hinlegen sollen, eine Linie am Boden, die ein Spektrum zwischen "Ja, das ist sehr angsteinflößend" und "Davor solltest du gar keine Angst haben" abdeckt. Vielleicht zentrieren sich bei mancher Situation die Angsthasen auf einem Fleck, vielleicht zeigen andere Situationen deutlich, dass Leute vor ganz unterschiedlichen Dingen unterschiedlich viel Angst haben. Auch du und dein/e Co-Gruppenleiter/in können mitspielen und —diskutieren.

Wie kann man mit der Angst gut umgehen?


Wenn ihr das Barometerbild liegen habt, betrachtet es und vielleicht möchte jemand etwas dazu sagen; es soll zum miteinander Reden anregen. Anschließend kannst du die Frage stellen, was für Tipps sie für Arno in dieser Situation hätten. Dabei geht es nicht darum, herauszufinden, dass man seine Angst überwinden muss, sondern ruhig auch zu sagen, dass es sehr nachvollziehbar ist, dass man z.B. beim Klettern Angst hat, weil das ja auch sehr gefährlich ist. Ein Tipp wäre, solche Stellen nur mit guten Schuhen und Sicherung zu gehen, oder das nächste Mal, sich Wege zu suchen, die weniger steil sind.
Das Sprechen über Ängste und wie man (ganz unterschiedlich) mit diesen umgeht ist wichtiger als konkrete "Lösungen" zu finden. Du bist als Gruppenleiter/in gefragt, dass keine Ängste als lächerlich abgestempelt werden, und kein Kind persönlich angegriffen oder ausgelacht wird.

Wer fürchtet sich vor...? Alle!


Nachdem ihr einige Situationen durchbesprochen habt und die Stunde sich dem Ende zuneigt, bedankt sich Arno Ängstlich bei deinen Kids. Er ist beruhigt, dass auch andere Leute seine Ängste teilen und er damit nicht alleine ist und sagt auch danke für die Ideen und die Anregungen, und die Offenheit deiner Kinder über so ein wichtiges, aber doch auch intimes Thema gesprochen zu haben. Da er nun gesehen hat, dass Angst haben an sich nichts Schlechtes ist, schlägt er zum Abschied, bevor er bestärkt und frohem Mutes wieder hinaus geht, noch ein Spiel vor: Wer fürchtet sich vor der rosa Frau? ( ab 10 Mitspieler/innen):
Ein Kind hat ein rosa Tuch und übernimmt die Rolle der Rosa Frau, eine ein bißchen schräge Dame, die etwas außerhalb lebt und vor der sich alle Kinder ein wenig gruseln. Diese fragt die anderen Kinder: "Wer fürchtet sich vor der Rosa Frau?" Die anderen Kinder antworten wahrheitsgemäß: "Alle!" Da die Rosa Frau weiß (und auch deine Kinder nach der Gruppenstunde wissen), dass man sich nicht mehr so fürchtet, wenn man mit anderen zusammen ist und seine Ängste teilt, empfiehlt sie: "Dann fürchtet euch zu dritt." Die Kinder gehen nun in Dreiergruppen zusammen und sind so vor dem Gefangen-Werden geschützt. Die Rosa Frau versucht nun ein Kind zu fangen. Die Gruppen können und sollen sich wieder auflösen und neu bilden, um andere vor der Rosa Frau zu schützen. Die Rosa Frau kann immer wieder einen neuen Ruf starten ("Wer fürchtet sich..: Dann fürchtet euch zu...") und jede beliebige Zahl rufen. Die Zahl soll allerdings nicht größer als die Hälfte der Mitspieler/innen sein.
Wird ein einzelnes Kind von der Rosa Frau erwischt, ist es die neue Rosa Frau. Wenn die Rosa Frau kein einzelnes Kind berühren kann, kann sie erneut fragen, wer sich vor ihr fürchtet und eine neue Zahl nennen. Hat sie keine Lust mehr, lässt sie ihr rosa Tuch fallen und ein anderes Kind schlüpft in die Rolle der Rosa Frau.

Autor/in: Clemens Huber, Fanny Wiedmann

Publikation: kumquat "Angst"

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Schlagwörter: Gefühle, Ich und die anderen