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Ein Tag mit Kathini

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Die DKA unterstützt Projektpartner/innen in den verschiedensten Ländern des Südens, unter anderem auch in Kenia. Von dort kommen heuer 3 Projektpartner/innen nach Österreich, um von ihrer Situation und ihrer Arbeit zu berichten. Der Alltag eines Dorfkindes in Kenia unterscheidet sich sehr vom Leben der Jungscharkinder. Zum Einstieg in die Sternsingeraktion ist es für die Kinder interessant, das Land Kenia, in dem heuer ein Projekt von unserer Diözese unterstützt wird, spielerisch näher kennenzulernen.

Ziel

Die Kinder erfahren mehr über das Leben eines etwa gleichaltrigen Mädchens in Kenia. Sie stellen Vergleiche mit ihrer eigenen Situation an und verstehen, wie Sternsingergelder in Kenia zum Einsatz kommen.

Material

  • Bilder und Uhr für jede Station
  • Steckbrief Kathini und Steckbriefformulare
  • Atlas, ev. Gegenstände aus Afrika
  • Kärtchen mit Tierfamilien
  • Baumpuzzle
  • Avocados, Zahnstocher, Glas
  • Messer, Löffel, Gabel, Schüssel
  • Salz, Pfeffer, Zitrone, Hüttenkäse
  • Brot oder Tortillachips
  • Wasserkrug oder Kübel, Kopftuch oder Schal
  • 10 kleine Steinchen
  • Trommeln oder afrikanische Musik auf Kassette (im Jungscharbüro zu entlehnen)
  • Ev. Filmdosen, Reis, Schnur

Aufbau

Anhand eines Tagesablaufs der 9-jährigen Kathini werden in verschiedenen Stationen unterschiedliche alltägliche Situationen aus Kenia näher betrachtet.
Tipp:
Wenn du Gegenstände aus Afrika hast (z.B. Tücher, Kalebassen, Rasseln, Masken, ...), kannst du den Gruppenraum damit dekorieren. Das schafft Atmosphäre und macht die Kinder gleich neugierig.
Bring einen Atlas mit, in dem ihr Kenia suchen könnt.
Die afrikanische Trommelmusik könnte schon während dem Eintrudeln der Kinder laufen und diese so leichter ins Thema einsteigen lassen.
Ihr könntet diese Gruppenstunde auch als Vorbereitungsmodell für alle Sternsingerkinder der Pfarre gestalten.

 

Einstieg:


Wenn die Kinder kommen, liegt bereits ein Bild und ein kurzer Steckbrief von Kathini in der Mitte des Gruppenraumes
Steckbrief:
Name: Kathini David
Geburtsdatum: 26.4. 1991
Wohnort: Musalala (Kenia)
Geschwister: Cathrin (17), Susanna (4), Mwanzia (6), Francis Mutia (1 Monat), Mwangangi (12), Katungwa (2), Muendi (7), Wanza (14)
Hobbys: singen, tanzen, spielen
Neben dem Bild liegen weitere Steckbriefformulare. Die Kinder füllen nun einen eigenen Steckbrief aus und kleben ihn auf ein großes Plakat.

Stationenspiel: "TAGESABLAUF"


Als durchgehendes Element brauchst du für jede Station eine auf ein A4 Blatt gemalte Uhr mit der jeweiligen Tageszeit und das dazugehörige Bild. (Kannst du vom kumquat rauskopieren oder kostenlos im Jungscharbüro bestellen und behalten)

Station "AUFSTEHEN UND TIERE VERSORGEN"


Uhrzeit: 5 Uhr
(Bild: Kinder mit Kuh)

Kathini wird um 5 Uhr früh von ihrer Mutter geweckt. Sie wäscht sich das Gesicht, rollt ihre Schlafmatte ein und zieht sich an. Vor dem Frühstück muss sie ihre Morgenarbeit erledigen: Gemeinsam mit ihren zwei älteren Schwestern füttert sie die Tiere.

Tierfamilienspiel
Es sind Kärtchen vorbereitet, auf denen Tiernamen stehen oder Tiere gezeichnet sind; und zwar von jeder vorkommenden Tierart vier (bei größeren Gruppen fünf) Kärtchen. Jedes Kind zieht ein Kärtchen. Nun sollen sich jene Kinder zusammenfinden, auf deren Kärtchen derselbe Tiername steht. Das tun sie, indem sie den Tierlaut imitieren. So finden sich die Tierfamilien zusammen. In einer ersten Runde könnt ihr normale Haustiere wie Ziegen, Hühner, Katzen oder Kühe spielen, die wirklich von Kathini gefüttert werden wollen. Beim zweiten Durchgang ist es sicher auch spannend, Löwen, Giraffen, Zebras und Elefanten zu imitieren. Wenn ihr nicht genau wisst, welche Geräusche diese Tiere machen, könnt ihr sie auch pantomimisch darstellen.

Station "SCHULE"


Uhrzeit: 9 Uhr
(Bild: Kind in der Schule)

Nach dem Frühstück macht sich Kathini gemeinsam mit ihren Geschwistern und Freund/innen auf den Weg in die Schule. Sie müssen fast eine Stunde gehen, aber sie haben viel Spaß unterwegs und singen. Kathini geht gern in die Schule, denn sie will später einen Beruf erlernen und nicht irgendwo als Dienstmädchen arbeiten. Sie ist eine gute Schülerin und stolz darauf. Nicht jedes Kind kann zur Schule gehen und eine Ausbildung abschließen — das weiß auch Kathini.
In der Schule lernen die Kinder nicht nur lesen und schreiben, sondern auch viele praktische Dinge: über Hygiene, ihren Umgang mit Wasserreserven, Thema Aufforstung, über die Bedeutung von Holz im täglichen Leben (zum Bauen, als Feuerholz). Sie hören sehr oft, wie wichtig es ist, immer wieder Bäume nachzupflanzen, damit kein Wasserproblem entsteht. Warum das so ist, verstehst du vielleicht durch das Baumpuzzle.

Baumpuzzle
Bäume sind wie Regenmacher
Durch die Verdunstung wird die Luft mit Feuchtigkeit versorgt. Es bilden sich Wolken und Regen.

Bäume sind wie Schutzschilder
Bei starkem Regen stoppen die Blätter das Wasser und schützen den Boden davor, dass er ausgewaschen und weggeschwemmt wird.

Bäume sind wie Wohnungen
Viele Tiere finden auf den Zweigen, unter den Wurzeln im Stamm und in der Rinde ihren Lebensraum.

Bäume sind wie Trinkwasserleitungen
Von der Feuchtigkeit, die die Bäume im Boden speichern, können viele Tiere und Pflanzen leben.

Bäume sind wie Schwämme
Drei Viertel des Regenwassers werden von den Blättern aufgenommen und gespeichert. Ein großer Teil verdunstet wieder. Es bilden sich Wolken, die wieder Regen bringen können.

Bäume sind wie Sonnenschirme
Große Bäume schützen kleinere Pflanzen und Menschen vor der Sonne.

Bäume sind wie Brücken
Aus Holz werden viele wichtige Gegenstände und Geräte hergestellt: Schüssel, Löffel, Pflug, Mörser, Brücken, Schuppen und Wägen sind lebensnotwendige Dinge aus Holz.

Bäume sind wie Feuerzeuge
Zum Heizen und Kochen wird Holz verwendet.

Bäume sind wie Kläranlagen
Die Kapillaren (=Haargefäße, durch deren Wände der Gasaustausch und der Stoffwechsel stattfindet) der Bäume tragen zur Reinigung des Wassers bei.

Bäume sind wie Wasserspeicher
Die Baumwurzeln, die tief in die Erde reichen, speichern das Wasser, schleusen es durch die feinen Kapillargänge (das sind die kleinen "Wasserleitungen") und halten die Erde feucht und fest. Die Erde kann so nicht weggespült werden.

Du hast das Puzzle des Baumes ausgeschnitten, die Teile auf Karton geklebt und gibst jeweils zwei oder drei Kindern gemeinsam ein Stück des Puzzles. Sie lesen sich die Bedeutung des Baumes durch und suchen den richtigen Platz für ihren Puzzleteil. Sie legen ihn dazu und berichten den anderen über die Bedeutung des Baumes, die auf ihrem Puzzleteil beschrieben war.

Aktion: Avocadokerne pflanzen
Neben Kathinis Schule ist ein Schulgarten und die Kinder betreuen dort junge Pflanzen. Später werden diese auf den Hügeln in der Umgebung gepflanzt und Kathini freut sich schon darauf, in diesem Wald spazieren zu gehen. Unter anderem sind bei diesen Pflanzen auch Avocadobäumchen.

Solche Avocados können auch wir pflanzen, denn sie gedeihen am Fensterbrett sehr gut. Sie brauchen viel Licht, einen warmen Platz und ausreichend Wasser. Nehmt einige reife Avocados (Schale lässt sich mit dem Finger eindrücken) und schneidet sie der Länge nach auf. Löst den Kern heraus und hebt das Fruchtfleisch (mit Zitronensaft beträufelt) für später auf. In den Kern werden seitlich vier Zahnstocher gesteckt, damit ihr ihn auf ein Glas setzen könnt, und nur die breitere Unterseite leicht ins Wasser ragt. Nach etwa vier bis fünf Wochen könnt ihr beobachten, wie die ersten Wurzeln aus dem Kern kommen. Jetzt ist es so weit, und der Avocadokern kann mit den Wurzeln nach unten in einen kleinen Blumentopf gesetzt werden. Der Kern platzt oben auf, und die Pflanze kann wachsen.


Station "ARBEITEN"


Uhrzeit: 14 Uhr
(Bild: Wassertragende Mädchen)

Als Kathini aus der Schule kommt, entdeckt sie, dass der Wasserbehälter fast leer ist. Sie nimmt ein Gefäß und macht sich auf den Weg zum Brunnen, um auf ihrem Kopf Wasser nach Hause zu tragen.

Balancierspiel
Knüpfe ein Kopftuch so, dass ein Ring entsteht. Nacheinander legen die Kinder diesen Ring auf den Kopf. Darauf wird ein Gefäß gestellt (Topf, Korb oder Kübel). Die Kinder versuchen eine bestimmte Strecke zu gehen, ohne dass das Gefäß herunterfällt. Wenn es Spaß macht, könnt ihr auch einen richtigen Parcours aufbauen (auf Sessel steigen, Slalom gehen, ....).


Station "SPIEL"


Uhrzeit: 16 Uhr
(Bild: Spielende Kinder)

Eines der Lieblingsspiele der Dorfkinder heißt "Nyakua". Es ist ein Geschicklichkeitsspiel, zu dem du nicht mehr benötigst als ein paar kleine Steine. Probiert es doch einfach aus.

Diejenige Person, die anfängt, wirft zuerst fünf kleine Steine auf den Boden. Dann hebt sie einen von den fünf Steinen auf und wirft ihn in die Luft. Während sie dieses Steinchen mit den Augen verfolgt, hebt sie ein zweites Steinchen vom Boden auf und versucht, das vorher in die Luft geworfene Steinchen mit der Hand aufzufangen, in der sie schon das zweite Steinchen hält. Wenn sie das schafft, dann darf sie das erste Steinchen zur Seite legen und das Spiel von Werfen und Auffangen noch einmal anfangen. Sie macht so lange weiter, bis alle fünf Steine aufgebraucht sind oder sie einen Fehler macht und die nächste Person an die Reihe kommt. In der zweiten Runde wird es schwieriger. Die spielende Person wirft wieder ein Steinchen in die Luft, aber jetzt hebt sie zwei Steine vom Boden auf, bevor sie den Stein in der Luft auffängt. Und so kannst du weitere Varianten erfinden, damit das Spiel interessant bleibt und herausfordert.


Station "KOCHEN"


Uhrzeit: 17 Uhr
(Bild: Maisstampfende Kinder)

Das Kochen auf dem Holzfeuer ist eine aufwendige Angelegenheit, bei der Kathini auch mithilft. Meistens gibt es Gerichte aus Hirse, Maniok oder Mais mit etwas Gemüse und Soße. Fleisch gibt es nur zu besonderen Anlässen. Während ihre Schwestern den Mais stampfen, kümmert sich Kathini ums Feuer und muss nebenbei noch aufpassen, dass ihr kleiner Bruder sich nicht verbrennt.

Aktion: Avocadoaufstrich
Das Fruchtfleisch wird mit einem Esslöffel aus der Schale gelöst, in einer Schüssel zerdrückt und mit wenig Zitronensaft, Salz und Pfeffer vermengt. Fertig ist der gesunde und leckere Brotaufstrich. Du kannst die Avocadocreme auch mit Hüttenkäse vermengen oder statt Brot auch Tortillachips in den Avocadodip tauchen.


Station "TANZ"


Uhrzeit: 19 Uhr
(Bild: Kind mit Usanga)

Nach getaner Tagesarbeit treffen sich die Dorfbewohner/innen am zentralen Platz. Es werden Neuigkeiten ausgetauscht, es wird gelacht und geplaudert. Es dauert nicht lang und es erklingen die ersten Gesänge. Bald wird fröhlich getanzt, gesungen, musiziert und geklatscht. Kathini hat ihre selbstgebastelte Usanga (eine rasselnde Kette) mitgenommen und tanzt mit, bis ihre Mutter sie in die Hütte schlafen schickt.

Zu afrikanischer Musik könnt ihr nun tanzen, klatschen, trommeln und rasseln. Wenn ihr Lust habt könnt ihr zur Musik einen Tagesablauf pantomimisch darstellen, eine/r stellt diverse Tätigkeiten dar, alle anderen machen diese nach. Eine Usanga kannst du auch selbst herstellen. Füllt Reis in Filmdosen und bindet diese an eine lange Kette.

Literatur: Spielemappe für Kindergruppenleiter/innen, Kath. Jungschar Wien/ Arbeitshilfe zur Kinderfastenaktion 1996, Misereor/ Truus Nijhuis, Afrikanische Kinderspiele Jugenddienstverlag

Autor/in: Christine Meller, Christoph Burkhart

Publikation: Kumquat_4/00

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Schlagwörter: Welt, Arbeit, Familie