• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Woher kommt unser Obst?

Gruppenstunde Ausflug | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Nur ein Teil des Obstes, das wir essen, kommt aus Österreich bzw. aus Europa. Der andere Teil ist weit gereist. Einige Beispiele: Brasilien lieferte von den 57 Mio. Tonnen Orangen, die 1999 geerntet wurden, 19 Mio. und ist damit der größte Orangenproduzent der Welt, vor den USA (8,9 Mio t) und Mexiko (3,5 Mio t). Umgekehrt wurden im selben Jahr in Deutschland pro Kopf 32,4 kg Zitrusfrüchte gegessen, in Österreich dürfte es ähnlich viel sein.
Dass Länder der "Dritten Welt" Geld mit dem Export von Obst verdienen, ist sicherlich gut. Umgekehrt aber braucht Obst viel Platz zum Wachsen. Das Obst, das aus Brasilien, von den Philippinen, aus Ghana oder von sonst wo zu uns kommt, wächst aber nicht in kleinen Obstgärten, sondern auf großen Plantagen. Auf Mindanao (südl. Philippinen) etwa haben viele Ureinwohner/innen ihr Land verloren, weil daraus Plantagen gemacht worden sind. Dort wird Obst für Ananas-Dosen produziert. Die Plantagen brauchen nicht nur viel Raum, sondern auch viel Wasser. Außerdem wird das Obst stark gespritzt.

Ziel

Diese Rausgehaktion will die Kinder damit vertraut machen, dass Obst zum Teil in fernen Weltregionen hergestellt wird und weit gereist ist. Dabei sollen die Kinder auch etwas über die Hintergründe der Obstherstellung erfahren. Dazu gibt es Ideen für eine weiterführende Gruppenstunde.

Material

Aufbau

 

Diese Aktion führt euch auf einen Markt oder eventuell in einen Supermarkt. Entweder du kennst in der Nähe der Pfarre einen geeigneten (Super-)Markt oder aber ihr nehmt die U-Bahn und fahrt zum Meiselmarkt an der U3-Station Johnstraße. Natürlich könnte man genauso gut zum Naschmarkt, zum Karmelitermarkt, zum Brunnenmarkt oder sonst wo auf einen anderen Markt fahren. Der Reiz eines offenen Marktes ist die eigene Atmosphäre, die doch ganz anders als im Supermarkt ist. Außerdem kennen die Kindern Supermärkte wahrscheinlich ohnehin, während es sein kann, dass sie sich bei einem Besuch am Markt etwas "Fremdes vertraut machen".

Die Welt-Obst-Karte


Im Zentrum dieser Rausgeh-Aktion steht eine Obstuntersuchung. Die Kinder bekommen eine Weltkarte [Graphik] und sollen nun durch den Markt gehen. Bei den Obstständen sollen sie überlegen bzw. lesen oder fragen, woher das Obst kommt. Nicht vergessen: Dosenobst ist auch Obst! Bei diesen Ländern werden Klebepunkte auf die Weltkarte gemacht. Die Gruppe kommt dann wieder zusammen und vergleicht die Ergebnisse. Dadurch soll deutlich werden, dass unsere alltäglichen Einkäufe fast mit der ganzen Welt zu tun haben. Für viele Länder stellt der Export von Obst eine wichtige Einnahmequelle dar.

Erlebnisse eines Obststückes


Mit Hilfe der Weltkarte ist es sicherlich nicht schwierig festzustellen, welches Obst am weitesten gereist ist. Von diesem erwerbt ihr ein Stück und versucht nun, euch in seine Lage zu versetzen. Dazu stellt ihr euch in einen Kreis und erzählt euch eine Rundum-Geschichte. Du beginnst und erzählst von der Aussaat der Obstsamen oder dem Pflanzen des entsprechenden Obstbaumes. Dann gibt du die Frucht an ein Kind weiter, und dieses erzählt, wie das Obst entstanden, wie es aufgewachsen ist etc. Dieses gibt das Obststück wieder weiter und jemand anderer setzt fort. Das geht so lange, bis ihr am aktuellen Zeitpunkt angelangt seid, wo ihr das Obst in euren Händen haltet. Stationen eines Obstlebens könnten sein: Saat, Blühen, Wachsen, Ernte, Verpackung, Kühlung, Verschiffung, Verladung auf einen LKW, Neuverpackung in kleinere Behältnisse, Transport auf den Markt, Entdeckung durch euch ...

Obstgerichte


Weil ihr gerade am Markt seid, könntet ihr die Gelegenheit dazu nutzen, einige Früchte einzukaufen und daraus ein spezielles Obstgericht herzustellen (Anleitungen siehe unten). Vielleicht geht sich das erst in der folgenden Woche aus, dann ist es vielleicht klüger, wenn du das Obst kurz vorher frisch besorgst.

Die Obstkonferenz


Idee für die darauf folgende Gruppenstunde



In dieser Gruppenstunden gilt es nun, einige Obstsorten aufeinander treffen zu lassen. Sie sollen sich ihre Erlebnisse erzählen und darüber nachdenken, ob es gut ist, wenn Menschen sie unter diesen Bedingungen herstellen.

Die Kinder teilen sich dazu in vier Kleingruppen ein, jede zu einer anderen Obstsorte. Sie basteln sich dort zunächst ein möglichst großes Obstgesicht. Aus einem Karton schneiden sie den Umriss ihres Obstes, machen Löcher für Augen und eventuell den Mund hinein und binden ein Gummiband daran, um diese Obstmaske auf ihrem Gesicht zu fixieren. [bitte eine Zeichnung!]

Nun zu den vier Obstsorten:

  • eine Orange aus Brasilien
  • eine Banane aus Nicaragua
  • eine Ananas von den Philippinen
  • eine Kakaobohne aus Ghana



(Ist Kakao ein Obst? Nein, natürlich nicht. Als Obst gelten jene Früchte, die essbar sind. Kakao muss aber erst verarbeitet werden. Aber wieso soll Kakao nicht einmal aus der Reihe tanzen dürfen und "Obst für einen Tag" (oder auch nur eine Stunde) sein?)

Jeweils eine Geschichte aus Sicht einer Frucht dazu sowie diverse Informationen über den Nährwert, die Herstellung, den Handel etc. findest du im Internet unter www.jungschar.at/wien. Wir schicken es dir aber auch gerne zu, wenn du im Jungscharbüro anrufst (01/51 552/3396)!

Die Kinder lesen sich in den Kleingruppen gegenseitig die Geschichte ihres Obstes vor. Wenn alle das Gefühl haben, sie kennen ihr Schicksal nun gut genug, um auch anderen davon zu erzählen, treffen sich alle wieder.


Die Große Obstkonferenz


Du übernimmst nun die Rolle des/der Konferenz-Präsident/in und nennst dich Peppo Pepperone oder Zitrona Zitronella. Du erklärst, dass ihr zusammengekommen seid, um euch über die Entstehungsbedingungen des Obstes auszutauschen und euch die Frage zu stellen, ob da alles mit rechten Dingen zugeht.
Du bittest nun eine Obstsorte nach der anderen, sich vorzustellen und zu erzählen, was sie davon wissen, wie sie produziert werden.
Hinter dir hängst du ein großes Plakat mit einer Obst-Gerechtigkeits-Waage auf. Du schreibst auf Negativ-Gewichte all jene Argumente auf, die von den Kindern genannt werden und die Belastungen darstellen. Dazu könnten gehören: Chemische Düngemittel, Kinderarbeit, geringe Löhne für Produzent/innen etc. Auf Positiv-Gewichte schreibst du jene Argumente, die aus dem Bericht der Kinder positiv sind, z.B. Vitamine, guter Geschmack, Beitrag zum Einkommen der Arbeiter/innen etc.

Das Schlussurteil


Nach allen vier Berichten bittest du die versammelten Obstexpert/innen um eine Beratung: Was halten sie nun von einer solchen Obst-Herstellung? Ist das gerecht? Soll die weiterhin so gemacht werden? Oder soll Obst künftig nur mehr unter bestimmten Bedingungen akzeptiert werden?

Obst-Plakat


Das Ergebnis eurer Beratungen haltet ihr auf einem Plakat fest, das ihr an einem gut sichtbaren Ort aufhängt. Vielleicht findet folgender Slogan eure Zustimmung:
"Wir wollen nicht nur gesundes, sondern auch gerechtes Obst!"

Autor/in: Gerald Faschingeder

Publikation: Kumquat_3/01

Share |