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Eine Räubertochter erzählt

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Ronja Räubertochter ist ein ziemlich mutiges Mädchen. Sie stammt aus der gleichnamigen Erzählung von Astrid Lindgren. Sie erlebt viele spannende Abenteuer und probiert auch aus, wie es ist Angst zu haben und sich zu fürchten. So mutig wie eine Räuberstochter kann und muss natürlich nicht jede/r sein, aber in dieser Gruppenstunde wollen wir uns mit dem Mutig-sein beschäftigen, was braucht man um mutig zu sein, wann es gut ist nicht so mutig zu sein, und wann es gut und okay ist Angst zu haben?

Mutig sein ist für niemanden einfach. Manchmal trauen wir uns doch etwas und können dann sehr stolz auf uns sein, es ist aber genauso mutig, nein zu sagen wenn wir uns etwas nicht trauen. Gerade für Kinder ist es wichtig, dass sie zu ihren Ängsten stehen können und keine Furcht davor haben müssen, dass man sie nicht ernst nimmt, oder sich im schlimmsten Fall sogar noch lustig über sie macht. Deswegen ist es sehr wichtig, dass sie wissen, dass sie nicht bei jeder Mutprobe mitmachen müssen um zu beweisen wie mutig sie sind.

Material

  • Situationskärtchen für die Pantomime
  • Holzperlen (2 Stück für jedes Kind)
  • Bunte Lackstifte
  • Lederbändchen (für jedes Kind eines)
  • Musik
  • Situationskärtchen für die Mutleiste

Aufbau

Am Beginn der Gruppenstunde begrüßt Ronja die Kinder, sie trägt grünes Gewand, da sie im Wald lebt und hier das hilft, sich leise durch den Wald zu schleichen.
Sie bittet die Kinder einige mutige Situationen aus ihrem Leben im Wald pantomimisch nachzustellen. Danach bemalen die Kinder "Mutperlen", die dann getauscht werden können. Diese Perlen stehen für reale Dinge, die einem beim mutig sein helfen können, oder auch für ganz absurde ausgedachte. Dann setzt ihr euch mithilfe einer Mutleiste mit dem Thema Mutproben auseinander. Zum Schluss wird ein Kreistanzspiel zum Thema mutig sein gespielt.

 

Einstieg:


Ronja Räuberstochter (ein/e Gruppenleiter/in) begrüßt die Kinder. Sie erzählt ihnen, dass sie in einem Wald lebt und dort viele aufregende Dinge erlebt. Oft probiert sie auch, mutig zu sein. Sie hat ein paar Erlebnisse von sich mitgebracht. Die Kinder können sich nun gegenseitig folgende Erlebnisse pantomimisch vorspielen und erraten, was gerade dargestellt wird.

Folgende Situationen hast du mitgebracht:

  • Auf einen Baum klettern.
  • In einen Fluss springen.
  • Ein Wildschwein verfolgen.
  • Ein Feuer machen.
  • Über einen Ameisenhügel springen.

Was brauch ich zum mutig sein?


Ronja erzählt, dass es ihr einfach leichter fällt, wenn sie gewisse Dinge bei sich hat, die ihr beim Mutig-sein helfen können. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein: Ein/e gute/r Freund/in, das Lieblingskuscheltier, ein nettes Wort, ein Glücksbringer oder auch ein Stückchen Schokolade. Natürlich hat man diese Dinge nicht immer bei sich und deshalb hat sie sich überlegt, wie man diese Dinge trotzdem immer bei sich haben kann: und zwar Mutperlen! Sie gibt jedem Kind ein Lederarmband, eine Holzperle und Lackstifte. Die Kinder können nun die Perlen gestalten, wie sie gerne möchten, sie bunt anmalen oder etwas darauf schreiben, je nachdem was sie zum Mutig-sein brauchen. Diese Perle können die Kinder sich behalten, sie können sie gleich auf ihr Bändchen fädeln und sich umhängen.

Danach bekommen sie eine zweite Perle die sie ebenfalls gestalten können. Diese wird dann in folgendes Tausch-Spiel eingebaut.

Zauberperlen


Die Kinder überlegen sich eine lustige, absurde Geschichte über die Perle, hier können sie ihren Gedanken freien Lauf lassen (zum Beispiel kann man sich ausdenken, wenn ich die Perle fest reibe dann schlüpft ein nettes Monster heraus und kann mich mit dessen Kräften beschützen, oder wenn ich die Perle fest drücke dann wird man unsichtbar). Nun gehen sie im Raum herum, erzählen sich gegenseitig ihre Geschichten und tauschen die Perlen. Wenn man eine neue Perle bekommt übernimmt man natürlich auch ihre Geschichte, die man dann nach Belieben verändern oder erweitern kann.
Wenn ihr alle Geschichten gehört habt oder nicht mehr in Tausch-Laune seid, kannst du das Spiel beenden. Jedes Kind darf sich die Perle, die es als letzte bekommen hat behalten und auf sein Bändchen fädeln.

Ist das mutig?


Hier wollt ihr gemeinsam herausfinden, was wirklich mutig ist. Das macht ihr mithilfe einer Mutleiste. Die Mutleiste kann ein langer Papierstreifen mit einer Skala von eins bis zehn, wobei zehn am mutigsten ist, oder eine rot-grüne Farbskala wobei grün mutig ist, sein. Ronja hat 3 Mutproben aus dem Alltag mitgebracht und überlegt sich mit den Kindern noch 2 weitere.

Drei mögliche Mutproben:

  • Fritzis Freunde wollen von ihm einen Beweis für seinen Mut und verlangen dass er ein Säckchen Gummibärchen stiehlt. Er sagt: "Nein! Ich bin mutig, aber doch nicht blöd!"
  • Linda geht mit ihren Freund/innen spazieren und sieht eine alte Frau die gestolpert ist. Dabei hat sich der Inhalt ihrer Einkaufssackerl am Gehweg verteilt. Lindas FreundInnen lachen die Frau aus, Linda geht hin und hilft ihr, ihre Freund/innen gehen einfach weiter.
  • Klaus steht im Schwimmbad am Drei-Meter-Brett. Er will aber nicht springen weil er Höhenangst hat. Deshalb klettert er die Leiter wieder hinunter. Susi spendiert ihm daraufhin ein Eis weil sie findet, dass es wahnsinnig mutig ist wenn man zu seiner Angst steht.



Dann liest du die Situationen vor und die Kinder positionieren sich auf der Leiste, die am Boden liegt, je nachdem wie mutig sie das Vorgelesene finden. Das Ergebnis könnt ihr diskutieren.
Sinn des Ganzen ist es, den Kindern klar zu machen, dass es oft viel mutiger ist, sich gegen andere zu stellen, zu seiner Angst zu stehen oder nein zu sagen.

Zum Schluss:


Ronja schlägt gegen Ende noch ein Spiel vor, bei dem man das Mutig-Sein ein wenig üben kann, und schauen wie es so wäre, wenn man sich irgendetwas ganz Großes traut.
Dazu stehen alle im Kreis, eine lustige Musik spielt, und dann ruft eines der Kinder "Ich trau mich auf den höchsten Berg der Welt zu kraxeln" und zeigt vor, wie man auf den Berg kraxelt. Alle anderen machen die Bewegung mit. Danach kann ein anderes Kind sagen, was es sich traut und eine Bewegung dazu machen.
Wenn ihr fertig seid, bedankt sich Ronja für den netten Besuch und wünscht ihnen noch viel Spaß beim Mutig-Sein, wie immer das auch für jede/n aussehen kann.

Autor/in: Kathi Bereits und Heidi Lang

Publikation: Kumquat "Abenteuer" 3/2011

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Schlagwörter: Spiel, Spaß, Rollenspiel, Gefühle