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Freies Ohr für Kinder - Gottesdienst

Messmodelle | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Der folgende Gottesdienst ist eine der möglichen Aktivitäten im Rahmen der Jahresaktion und ist für den Sonntag davor bzw. danach gedacht. Die Jungschar- und Ministrant/innen-Aufnahme kann im Rahmen dieses Gottesdienstes erfolgen. Wichtig bei der Planung des Gottesdienstes ist es, passende und für Kinder ansprechende Lieder auszuwählen, bei denen möglichst alle mitsingen können (rhythmische Lieder anstelle von Gotteslobliedern).

 

Bibelstellen

Einleitung:


Der 20. November wird international als "Tag der Kinderrechte" gefeiert, denn alle Kinder dieser Welt haben Rechte. In einem internationalen Vertrag sind diese Rechte des Kindes seit 1989 verankert, in der so genannten "Kinderrechtskonvention" der Vereinten Nationen. Sie wurde von fast allen Ländern der Welt innerhalb kürzester Zeit unterzeichnet. Auch in Österreich ist sie seit 1992 in Kraft. Dennoch ist sie nicht sehr bekannt und die Stimmen der Kinder stoßen auch in Österreich noch oft auf taube Ohren.
Im Mittelpunkt der Jahresaktion der Jungschar steht heuer der Artikel 12: "Kinder haben ein Recht darauf, in allen sie betreffenden Angelegenheiten ihre Meinung frei zu sagen. Ihre Meinung muss angehört und angemessen berücksichtigt werden. Kinder haben ein Recht, sich zu informieren und selbst aktiv mitzureden, ein Recht auf Freiheit der Meinung und der Religion sowie ein Recht darauf, dass ihr Privatleben geschützt wird."

Bußakt:


Erwachsene/r: Wie laut die Kinder heute wieder sind. Immer machen Kinder so viel Krach. Ich werde nie verstehen warum.
Kind: Wie still doch die Erwachsenen oft sind. Immer wollen sie ihre Ruhe haben. Immerzu Ruhe ist ja richtig langweilig.
Priester: Jesus Christus, Kinder und Erwachsene sind verschieden - und das ist gut so. Wir wollen verstehen lernen, dass keiner schlechter ist als der andere. Herr erbarme dich unser.

Erwachsene/r: Kinder können nie ernst sein. Immer müssen sie Unsinn machen. Sogar in der Kirche sind sie ausgelassen.
Kind: Erwachsene verstehen einfach keinen Spaß. Immer nehmen sie alles todernst. Sogar in der Kirche sind sie ernst, dabei wollen wir hier feiern und fröhlich sein.
Priester: Jesus Christus, Kinder und Erwachsene sind verschieden - und das ist gut so. Du willst, dass wir uns darüber freuen können und einander ergänzen. Leider bringen wir das sehr oft nicht zu Stande. Christus erbarme dich unser.

Erwachsene/r: Kinder wissen nichts. Vom Leben haben sie noch keine Ahnung.
Kind: Die Erwachsenen glauben, weil sie älter sind, haben sie immer recht. Es gibt aber Dinge, bei denen wir Kinder die Experten und Expertinnen sind.
Priester: Jesus Christus, Kinder und Erwachsene sind verschieden - und das ist gut so. Wir wollen uns bewusst machen, dass jede Meinung wichtig ist. Dafür ist es notwendig aufeinander zu hören. Herr erbarme dich unser.

Bibelstellen:


Lesung: Jer 1, 4 - 10 (Jeremias Berufung: Sag nicht ich bin zu jung...)
Evangelium: Mk 10, 13 - 16 (Jesus stellt die Kinder in die Mitte)

Predigt :


Vorschlag 1:


die Gruppenleiter/innen tragen eine mit den Kinder vorbereitete Predigt vor.

Dafür habt ihr in der Gruppenstunde folgendes getan:
Als Einstieg könnt ihr verschiedene Spiele spielen, die etwas mit reden bzw. zuhören zu tun haben wie z.B. Stille Erklärung, Wortsalat, Störsender, Sag´s anders, Das brauchst du,...
Im Anschluss daran lest ihr die Lesung von der Berufung des Jeremia vor bzw. erzählt sie den Kindern mit eigenen Worten.
Dann sammelt ihr gemeinsam mit den Kindern Gedanken zu folgenden Fragen:

  • In welchen Situationen sage ich gerne meine Meinung? (das schreibt ihr auf lächelnde Münder aus Papier)
  • Wann sage ich nicht gerne, was ich denke? (das schreibt ihr auf ernste, traurige Münder aus Papier)
  • In welchen Situationen wünsche ich mir, dass mir zugehört wird? (diese Gedanken sammelt ihr auf Papierohren)



Wenn deine Kinder gerne basteln, könnt ihr auch Dias gestalten, die dann während der Predigt gezeigt werden. Zum Bemalen der Glasdias braucht ihr entweder wasserfeste Stifte (Overheadstifte) oder ihr sprüht sie mit farbigem Faschingsspray voll, lasst sie trocknen und ritzt mit stumpfen Nadeln die Bilder auf die Dias.

Vorschlag 2:


Für die Erwachsenen gibt es zunächst eine Predigt. Anregung hierfür kann sein:
Sag nicht, ich bin zu jung: Auch Kinder haben schon Erfahrungen und sind in manchen Bereichen kompetenter als Erwachsene. Deswegen sollen sie auch in alle für sie relevanten Bereichen und Entscheidungen miteinbezogen werden, sofern sie erfassen können, worum es geht. Es ist wichtig, Kinder ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören und gemeinsam nach Entscheidungen zu suchen. Dabei ist es weder notwendig noch sinnvoll, der Meinung der Kinder immer Recht zu geben. Es soll aber deutlich werden, dass ihre Meinung sehr wohl in die Entscheidungsfindung miteinbezogen wurde.

Die Kinder können währenddessen folgendes tun:
Sie werden eingeladen, gemeinsam mit den Gruppenleiter/innen in Kleingruppen Plakate zu gestalten. Dafür habt ihr Plakate mit je einem riesigen Ohr vorbereitet. Die Kinder sollen sich nun überlegen, in welchen Situationen es für sie wichtig ist, gehört zu werden.
Sind die Plakate fertig, werden diese von den Kinder bzw. Gruppenleiter/innen der restlichen Gemeinde vorgestellt.

Jungschar- und Ministrant/innen-Aufnahme


Diese kann im Anschluss an die Predigt erfolgen.

Fürbitten:


bewusste Antwort: "Wir bitten dich ERHÖRE uns."
Fürbitten können lauten:

  • Herr, Kinder sind in den Augen Erwachsener oftmals unbequem und frech. Hilf uns, auf die Kinder einzugehen und sie ernst zu nehmen.
  • Herr, Kindern wird oft wenig zugetraut, weil sie noch klein und jung sind. Gib ihnen Kraft und Mut.
  • Herr, Kinder haben wenig Macht und keine starke Lobby. Hilf den Verantwortlichen aus Politik und Kirche, sich für die Anliegen von Kindern einzusetzen.



Friedensgruß:


Zum Friedensgruß können die Kinder die in der Gruppenstunde vorbereiteten Wattestäbchen mit ihren Anliegen austeilen. Dafür habt ihr Wattestäbchen eingefärbt (z.B. mit Eierfärbefarbe) und mit einer Banderole versehen, auf der "Freies Ohr für Kinder" steht.

Autor/in: Christina Schneider und Kathrin Wexberg

Publikation: Kumquat_3/01

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Schlagwörter: Kinderrechte, Gottesdienst