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Ist alles erlaubt?

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Die unterschiedliche Herkunft der Gemeindemitglieder von Korinth führt in diesem neuen Zusammenleben zu Spannungen. Diese drücken sich als ein Problem von Freiheit und Rücksichtnahme aus. In dieser Gruppenstunde beziehen wir uns am deutlichsten auf 1Kor 10,14-33. Für die Kinder haben wir den Grundgedanken von Paulus (siehe Ziel) in drei Kategorien konkretisiert:
körperlich stark sein
sich etwas trauen
etwas können

Ziel

Der Kernsatz von Paulus "Alles ist erlaubt, aber nicht alles nützt der Gemeinschaft" (1 Kor 10,23) soll von den Kindern auf eine ihnen entsprechende Weise an konkreten Beispielen durchdacht werden.

Material

  • 3 Schilder mit den drei Kategorien, 3 Plastiksackerl, nötige Gegenstände zu den Kategorien, leere Zettel

 

Drei mal drei
Im Gruppenraum hast du drei durchsichtige Plastiksackerl mit je drei Gegenständen aufgehängt. Jedes Plastiksackerl deckt nun einen der folgenden Bereiche (körperlich stark sein, sich etwas trauen, etwas können) ab und beinhaltet Gegenstände, die dazu passen:
Ich bin stark: Hantel, Expander, Müsliriegel,...
Ich trau mich was: Zündholzschachtel, Mikrophon, Knallfrosch,...
Ich kann etwas: Werkzeug, Buch, Instrument, Malfarben, Springschnur,...

Wenn möglich, hänge die Sackerl nicht an die Wand, sondern in die Raummitte.
Wenn alle Kinder da sind, schauen wir, was in den Sackerl drinnen ist und versuchen uns die Zusammenstellung zu merken. Dann legen wir alle Gegenstände in die Mitte auf einen Haufen - damit können wir jetzt folgende Spiele spielen:

Mach´s nach
Wir stellen uns im Kreis um die Gegenstände auf. Eine/r beginnt und nimmt ein Stück. Damit macht er/sie irgendeine Bewegung und ein Geräusch. Alle anderen beobachten ihn/sie genau und machen es gleichzeitig nach. Wenn derjenige/diejenige genug hat, gibt er/sie den Gegenstand einem anderen Kind, das damit weitermacht oder einen neuen Gegenstand nimmt und damit eine neue Bewegung macht.

Rundum-Geschichte
Wir stehen oder sitzen im Kreis um die Gegenstände. Eine/r nimmt einen davon und beginnt eine Geschichte zu erzählen. Zum Beispiel zu bestimmten Themen wie Reisen, Abenteuer, Jungscharlager, etc. Nach ein paar Sätzen gibt er den Gegenstand an jemanden weiter, der/die jetzt weitererzählen soll, aber dabei auch den Gegenstand austauschen darf. Natürlich kann jede/r Gegenstand beliebig oft ins Spiel kommen.

Pantomime-Spiel
Ein Kind nimmt einen Gegenstand und stellt damit pantomimisch eine bestimmte Tätigkeit dar. Hier können ebenfalls bestimmte Themen vorgegeben werden wie z.B. Situation in der Schule, beim Einkaufen, beim Friseur, etc. Die anderen sollen erraten, was er/sie ihnen zeigt. Dann kommt ein/e andere/r dran, so lange es eben Spaß macht.

Verschiedene Tätigkeiten
Nun werden drei Schilder mit den Überschriften: "Ich bin stark", "Ich trau mich was", "Ich kann etwas" zu den Sackerl dazu geheftet.
Mit den Kindern kannst du dir jetzt weitere, konkrete Dinge überlegen, die zu diesen Aussagen passen, diese dann auf Zettel schreiben und ins Sackerl hineingelegt. Solche Dinge könnten sein:
stark sein: raufen, eine gute Fußballerin sein, etwas Schweres heben können, ein guter Turner sein,...
sich was trauen: bei einer Rauferei den Schwächeren schützen, dem Lehrer widersprechen, jemandem einen Streich spielen, über eine hohe Brücke gehen,...
etwas gut können: einen Witz erzählen können, ein Geschenk selber basteln, einen Judotrick können, schön zeichnen können,...


Meine verschiedenen Seiten
Jedes Kind bekommt einen Ziegelstein und Stifte. Nun beklebt ihr gemeinsam alle Ziegelsteine mit Kreppband, sodass man später auf jede Seite des Ziegelsteins etwas darauf schreiben kann.
Im Gruppenraum hängst du nun ein Plakat auf, auf dem viele verschiedene Eigenschaften stehen. Mit den Kindern überlegst du kurz, ob ihnen wichtige Eigenschaften auf diesem Plakat noch fehlen, die sie vielleicht selber haben. Wenn diese ergänzt wurden, sucht sich jedes Kind sechs Eigenschaften aus, die auf ihn/sie zutreffen und schreibt diese auf den Ziegelstein — pro Seite nur eine Eigenschaft. Das Plakat soll dabei nur als Ideenanreger dienen, natürlich können auch noch andere Eigenschaften verwendet werden, die nicht auf dem Plakat stehen.

Rauferei in der Versammlung
Nun lädst du die Kinder zum Niedersetzen ein. Mit Hilfe des Tatort- Korinth Plakates berichtest du über den heutigen Fall in Korinth:

In der vergangen Zeit haben wir schon öfter einen genauen Blick auf die Gemeinde von Korinth geworfen, in der es eine ganze Reiche von Problemen und Streitfragen gibt. Bei Gemeindeversammlungen kommen die unterschiedlichsten Leute zusammen: Beamte/innen, Handwerker/innen, einfache Sklaven/innen und Handwerker/innen, Matrosen und Obstverkäufer/innen, gläubige Juden/Jüdinnen und begeisterte Jesus-Anhänger/innen, wohlhabende Händler/innen und Bauern/Bäuerinnen aus der Umgebung.
Natürlich kann jede/r von ihnen etwas ganz anderes. Wenn sie sich dann treffen, um ihre gemeinsamen Angelegenheiten zu besprechen, über ein Wort von Jesus nachzudenken und zu überlegen, was sie als nächstes tun wollen, dann geht es ziemlich kompliziert zu. Irgendwann bricht dann ein großer Streit aus.
Die Gescheiten bilden sich ein, dass sie besser als die anderen wüssten, was jetzt richtig ist. Und die, die sich für gute Organisatoren hielten, haben am Liebsten die anderen zu verschiedenen Arbeiten eingeteilt und das führte zu einem großen Krach.
Diese Tumulte wurden immer ärger und manchmal gab es schon fast eine Rauferei, bis dann wieder einmal ein Brief von Paulus kam, in dem er ihnen ganz klar sagte:
"Was der Geist in jedem einzelnen bewirkt, das ist zum Nutzen aller bestimmt. Was also jeder einzelne von euch kann und wie er ist und denkt, das darf nicht nur für ihn selber gut sein — das darf er nicht dazu benutzen, sich besser als die anderen zu fühlen. Ganz im Gegenteil muss er alles das, zum Nutzen der Gemeinschaft einsetzen. Ihr seid erst dann eine Gemeinde, wenn jeder bei euch einen Platz hat und akzeptiert wird — und wenn jeder das, was er kann, auch für die anderen tut und die anderen das auch für das Gemeinsame annehmen." (Vgl. 1Kor 12,6-11)
Es hat eine Weile gebraucht, bis die Worte von Paulus auch bei den Menschen angekommen sind und sie angefangen haben, wie eine gute Gemeinde zu leben und die verschiedenen Talente anderer anzunehmen. Erst, als die Stimmung untereinander besser wurde, haben sie begriffen was Jesus wirklich gemeint hat, als er sagt, sie sollen ihm nachfolgen.


Ein Stein kommt zum anderen
Nun setzen sich alle Kinder mit ihren Ziegelsteinen im Kreis auf. Gemeinsam überlegt ihr euch nun Aktionen, Situationen, Aktivitäten, in denen ihr zusammen seid:
z.B. am Jungscharlager, beim Faschingsfest, während der Messe, einen Adventkalender basteln,... immer, wenn eine Aktivität genannt wird, überlegt sich jede/r, welche Eigenschaften er/sie dabei gut einbringen kann. Dann legt jede/r den Ziegelstein mit der entsprechenden Seite nach oben vor sich hin. Gemeinsam schaut ihr im Kreis herum, was alles so vorkommt und ob ihr in eurer Gruppe viele Eigenschaften gemeinsam habt, oder viele Kinder viele unterschiedliche Dinge einbringen können.

Liste mit Eigenschaften

geschickt
kreativ
ausdrucksstark
ideenreich
einfallsstark
sportlich
kann gut zeichnen
technisch versiert
kann gut kochen
kinderfreundlich
ehrlich
wahrheitsliebend
kann gut beobachten
sagt, was er/sie sich denkt
lustig
fantasievoll
menschlich
kann andere akzeptieren
fröhlich
arbeitet genau
reaktionsschnell
wissbegierig
witzig
unerschrocken
kann sich freuen
neugierig
gut organisiert
schnell
kann gut rechnen
stark
vertrauenswürdig

Heiße Ware in Korinth
Zum Abschluss könnt ihr noch ein interessantes Spiel ausprobieren. Ihr alle befindet euch auf dem Gemeindemarkt von Korinth, wo mit vielen Dingen gehandelt wird. Doch ihr alle habt nur einen einzigen Gegenstand, der unter euch weitergegeben wird. Ein Person verlässt kurz den Raum, damit ein/e Spieler/in mit dem Gegenstand in der Hand beginnen kann. Sobald das Treiben auf dem Markt beginnt, kann der/die wartende Person den Raum betreten und muss herausfinden, bei wem sich der gesuchte Gegenstand denn gerade befindet. Lautes miteinander Feilschen, Tratschen und Herumgehen, können die Suche aufregender und lustiger machen.

Hanni Traxler

Publikation: Kumquat Tatort Korinth

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