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Christ auf der Anklagebank

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

In dieser Gruppenstunde untersuchen wir, ob Christen/innen im Alltag so leben, wie wir es laut Jesus tun sollten, ob das, was wir im Gottesdienst feiern, übereinstimmt mit dem, was wir leben. Dabei gilt es auch zu erkennen, was wir überhaupt feiern und wie wir das in unser Alltagsleben einbringen können. Dieser Gruppenstunde liegt die Textstelle 1 Kor 11, 17-34 zugrunde.

Material

  • lebensgroße Puppe (mit Zeitungspapier ausgestopfte Kleider, Kopfbedeckung, etc.), Schild mit der Aufschrift CHRIST, Zettel mit der Einladung zu der Gerichtsverhandlung, Klebeschilder (kleine, weiße Beschriftungszettel), auf denen "ANKLAGE" bzw. "VERTEIDIGUNG" steht, Stichwortzettel für jede Partei

Aufbau

Die ganze Stunde läuft in Form einer Gerichtsverhandlung ab, bei der der CHRIST angeklagt wird, sich im Alltag nicht so zu verhalten, wie er es im Gottesdienst bekennt. Auf diese Weise analysieren und beurteilen wir das Alltagsverhalten von Menschen und setzen es in Relation zu einer christlichen Grundhaltung.

 

Du hast den Gruppenraum wie einen Gerichtssaal hergerichtet. Vorne steht ein Tisch, wo der/die Richter/in sitzt, dann ist ein Sessel für den Angeklagten und auch Sessel für die Kinder, die entweder in die Rolle der Ankläger/innen oder in die Rolle der Verteidiger/innen schlüpfen.
Auf der Anklagebank sitzt eine lebensgroße Puppe und hat Schild mit der Aufschrift "CHRIST" umhängen. Jedes Kind erhält eine Einladung zur Gerichtsverhandlung, auf der folgender Text steht:
Große Gerichtsverhandlung, Angeklagter: Christ. Die Anklage lautet: Der Christ zeigt in seinem Alltag ein Verhalten, das nicht mit dem übereinstimmt, was er im Gottesdienst bekennt.

Wenn alle Kinder im Gerichtssaal sind und die Einladung erhalten haben, begrüßt ein/e Gruppenleiter/in in der Rolle eines/r Gerichtsvorstehers/in alle Anwesenden mit folgenden Worten:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich begrüße Sie zu unserer heutigen Gerichtsverhandlung. Ich möchte Ihnen den Fall kurz schildern. Der CHRIST erklärt im Gottesdienst, dass er den Frieden mit allen Menschen will. Er nimmt an der Abendmahlfeier teil und bekennt dadurch, dass er bereit ist, mit jedem Menschen sein Brot zu teilen. Er betet um Gerechtigkeit und singt fröhlich Lieder mit den Mitfeiernden. Nun wurde Anklage erhoben, weil der CHRIST sein Christsein - laut Anklage - in den Mauern der Kirche zurück lässt. Es wird ihm vorgeworfen, dass er sich im Alltag nicht so verhält, wie er selbst es während der Messfeier bekennt und fordert.
Ich bitte Sie nun, sich zu entscheiden, ob sie zur Anklage gehören oder der Verteidigung beistehen wollen. Nehmen sie sich als Erkennungszeichen bitte ein Kärtchen und kleben sie es sich an Ihr Gewand.

Die Kinder nehmen sich nun die Kärtchen und teilen sich so in zwei Gruppen auf, eine Gruppe übernimmt die Verteidigung, die andere die Anklage. Jede Gruppe hat nun Zeit sich zu beraten - am besten wäre es, wenn zu jeder Gruppe ein/e Gruppenleiter/in dazu geht und die Ergebnisse sammelt.
Aus den Vorbereitungen der noch fehlenden Hauptverteidiger/in und des/der Staatsanwaltes/in können die Kinder sich Anregungen holen, da diese auf einem Stichwortzettel zusammengefasst sind.
Auf dem Stichwortzettel, den sich der Staatsanwalt, der die Anklage vertritt, steht z. B. folgendes: Unehrlichkeit einem/r Kollegen/in gegenüber, nörgelt an Freunden/innen herum, war unpünktlich, hat sich mit dem Bruder/Schwester gestritten,...

Auf dem Stichwortzettel, den sich die Verteidigung vorbereitet hat, steht z. B. folgendes:
Ist freundlich zu den Mitmenschen, grüßt andere Bewohner/innen im Haus, Spielt mit den Kindern am Wochenende, macht in der Straßenbahn anderen Menschen Platz,...

Die Kinder sollen sich nun in Anlehnung an die Vorbereitungen, die schon getroffen wurde, überlegen, was Menschen in ihrem Alltag gut bzw. weniger gut machen, was dem Leben wie es Jesus uns vorgelebt hat, mehr entspricht und was weniger.

Wenn die Kinder genügend Argumente gesammelt haben, fängt die Gerichtsverhandlung an. Der/die Gerichtsvorsteher/in, ein/e Gruppenleiter/in, bittet nun um die Plädoyers und lässt darüber diskutieren.

Während der Diskussion sollte es die Rolle des/r Gruppenleiters/in sein, darauf zu achten, dass die beiden Gruppen beide zu Wort kommen und nicht anfangen zu streiten. Weiters solltest du darauf achten, dass sich positive und negative Beispiele gleichwertig vorhanden sind und auch darauf schauen, ob und mit welcher Absicht die Dinge passiert sind, die der Art zu Leben nach Jesus nicht entsprechen. Manchmal kann es ja durchaus passieren, dass wir falsch handeln und im Nachhinein uns entschuldigen bzw. es gerne ungeschehen machen. In der Diskussion wichtig, ist vor allem, dass du darauf schaust, ob und mit welcher Absicht bzw. warum Menschen auch gegen den Sinn von Jesus handeln können. Denn im Leben von uns Menschen passiert auch nicht immer alles so, wie wir es geplant hatten und am besten gewesen wäre.

Und am Schluss bedankt sich, der/die Gerichtsvorsteher/in bei den Kindern für die vielen Argumente. Gemeinsam überlegen nun alle, ob der CHRIST für schuldig bzw. nicht schuldig erklärt wird bzw. welche Auflagen der CHRIST erfüllen muss, damit eine Bewährung möglich ist. Hier können auch noch mehr Argumente gebracht werden.

Ena Vichytil

Publikation: Kumquat Tatort Korinth

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