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Macht und Ohnmacht

Gruppenstunde | Alter: 12-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

So wie wir als Gruppenleiter/innen stoßen auch unsere Kids manchmal auf Barrieren, die sich nicht überwinden lassen oder sind Machtsituationen ausgesetzt, mit denen sie nicht fertig werden. Um nicht an solchen Situationen zu verzweifeln, bedarf es eines Auffangnetzes, Hilfe von außen und einer Möglichkeit, sich mit den eigenen Gefühlen in solchen Situationen gut auseinandersetzen zu können.
Diese Gruppenstunde dreht sich um schwierige Situationen und Dinge, bei denen wir anstehen. Gemeinsam werden Lösungsmöglichkeiten erdacht und es wird erfahren, wie andere aus der Gruppe mit Herausforderungen umgehen würden.

Material

  • verschiedenste Illustrierte
  • ein Plakat (das Wort Glück groß darauf geschrieben, evtl. noch verziert)
  • Scheren
  • Kleber
  • Situationskärtchen
  • viele leere Schachteln (Billa, Spar,...)
  • dicke Filzstifte
  • 4 Schilder A4 (1x "sehr, 1x "eher", 1x "eher nicht", 1x "gar nicht")
  • ausgedachte Statements
  • für alle kopiertes Gebet von Reinhold Niebuhr

 

Heiliger Geist, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
gib mir den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann
und die Weisheit,
das eine vom andern zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr

Glück für mich, für dich und für die ganze Welt


Bei dieser Einstiegsmethode sollen die Kids überlegen, was Glück bedeuten kann. Dazu hast du ein Plakat vorbereitet, auf dem groß das Wort "Glück" geschrieben steht, eventuell mit ein paar typischen Symbolen gespickt (Kleeblatt, Schweinchen...). Aus vielen Zeitschriften (wichtig, dass es möglichst unterschiedliche Zeitschriften sind!) werden nun von den Kids in 2er- oder 3er-Gruppen Dinge ausgeschnitten, die für sie Glück bedeuten.

Danach wird gemeinsam überlegt, in welche "Kategorie" dieses Glück fällt: betrifft es mich persönlich als Einzelperson, mich im Bezug auf mein näheres Umfeld oder betrifft es die ganze Menschheit?

Wir haben nun ganz viele Dinge gesammelt, die für uns und andere Glück bedeuten. Oft passiert es aber, dass diesem Glück größere oder kleinere Dinge im Weg stehen. Als Überleitung zur nächsten Methode kann mit den Kids überlegt werden, wie ich oder andere zu den oben gesammelten "Glückszuständen" kommen kann.

Auf Hindernisse stoßen


Für diese Methode werden Situationskärtchen benötigt, auf denen verschiedene "Hindernisse" beschrieben werden. Diese Kärtchen werden gemeinsam mit den Kindern durchgegangen und es wird nach möglichen Lösungen gesucht.
Falls einer der Namen auf den Situationskärtchen sich mit einem in deiner Gruppe vorkommenden Namen decken sollte, verwende bitte einen anderen.

In der Pfarre soll ein neuer Jungscharraum gestaltet werden. Alles ist schon geplant und auch die Kids sind bereit, tatkräftig mitzuhelfen. Plötzlich heißt es von Seiten des Pfarrgemeinderates, das Projekt dürfe nicht durchgeführt werden, da das die Ästhetik des Pfarrheims zerstören würde.

Ein neuer Abenteuerspielplatz ist gebaut worden. Als ihr mit der Jungschargruppe einen Ausflug dorthin macht und es beim Spielen lauter wird, kommen zwei Menschen aus dem nahegelegenen Wohnbau und beschweren sich stark über den Lärm.

Sonja hat zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen und Rika darf nicht kommen, weil ihre Eltern Sonja nicht gut kennen und es nicht möchten, dass Rika zu fremden Leuten auf ein Fest geht.

Die Jungschargruppe trifft sich nach den Sommerferien wieder und es soll ein neuer Termin für eine Gruppenstunde ausgemacht werden. Jan und Tamara sind die einzigen, die am Donnerstagabend nicht können, an den anderen Tagen findet sich aber kein geeigneter Termin.

Sandra hat auf ihre letzte Englischschularbeit einen Fünfer bekommen. Sie ist ziemlich verzweifelt, weil sie noch nicht weiß, wie sie das ihrem Vater sagen soll.

Als die Schüler/innen der 3c am Anfang des neuen Jahres in die Schule kommen, bemerken sie, dass die Klassen neu gemischt wurden. Alle Kids sind halbwegs zufrieden nur Thomas nicht, der als einziger in die 3d wechseln muss, wo er niemanden kennt.

Susanna saß in der Klasse neben Petra. Heute hat der Klassenvorstand beschlossen, dass ein neuer Sitzplan zusammengestellt werden soll. Nun sitzt sie nicht mehr neben ihrer Freundin sondern neben Richard, den sie nicht nur nicht leiden kann, sondern der auch noch sehr gemein zu ihr ist. Auf der anderen Seite möchte sie sich aber nicht beschweren gehen, da sie Angst hat, dass sich die ganze Klasse über sie aufregt.

In der Jungschargruppe von Tina und Marek soll eine Spendensammelaktion für die Caritas stattfinden. Als die Kinder gemeinsam mit der Gruppenleiterin ihr Projekt dem Pfarrer und der Caritasverantwortlichen vorstellen, meinen die beiden, dass sie doch noch viel zu jung dazu wären und dass das sicher nicht funktionieren wird.

Noah hat Probleme mit seiner Chemieprofessorin. Obwohl er das Gefühl hat, dass er im Unterricht aufmerksam ist, schimpft sie sehr oft mit ihm und wenn in der Klasse etwas schief geht, sagt sie meistens, dass er schuld sei.

Christina möchte in den Ferien sehr gerne zu ihrer Großmutter fahren. Ihre Eltern jedoch wollen in die Berge wandern und Christina soll mitkommen, da sie meinen, dass sie der Großmutter eh nur zur Last fallen wird.

Weg mit der Wut!


Manchmal kann es gut sein, bevor man sich mit der Lösung eines Problems befasst, "Dampf abzulassen". Bei dem folgenden Spiel lernen wir eine Methode kennen, bei der wir unsere Wut und unseren Ärger rauslassen können.
Hier werden die Schachteln benötigt. Auf die Schachteln werden mit Filzstift Dinge geschrieben, die in uns Wut erzeugen. Das muss nichts Konkretes aus dem Leben der Kinder sein, sondern es können auch ganz gewöhnliche Schlagwörter wie Streit, Hungersnot, Liebeskummer, Ungerechtigkeit,... sein. Gemeinsam wird dann aus den Schachteln ein möglichst hoher Turm gebaut. Wenn viele Kinder in der Gruppe sind, teilen sich die Kinder nun in Kleingruppen zu ca. 3 Personen. Auf drei wird nun der Schachtelturm umgeworfen — wenn eure Umgebung es zulässt, kann dabei auch laut geschrien werden. Das Umwerfen wird sooft wiederholt, bis alle Kinder ein Mal an der Reihe waren.
Nun geht es darum, sich konkret damit auseinander zu setzen, wie man damit umgehen kann, wenn Dinge, die uns ärgern und sich nur schwer verändern lassen.

Wenn ich nicht weiter weiß,...


Du hast dir zuvor einige Situationen und Statements ausgedacht und eventuell aufgeschrieben, die du bei der jetzigen Methode verwenden kannst. Zuerst werden im Raum vier Ecken mit Schildern beschriftet. Eine Ecke bekommt ein Schild mit der Aufschrift "sehr", die zweite Ecke "eher", die Dritte "eher nicht" und die vierte Ecke ein Schild mit der Aufschrift "gar nicht". Zu Beginn stehen die Kinder in der Mitte des Raumes. Der/die LeiterIn beginnt nun Statements vorzulesen, die ungefähr der Formulierung der nachstehenden entsprechen:
"Wenn ich auf eine Person sehr wütend bin, rede ich gleich mit der Person direkt darüber"
"Wenn ich auf eine Schularbeit eine schlechte Note bekommen habe, gebe ich oft einer anderen Person daran die Schuld."
Zu jedem dieser Statements stellen sich die Kinder in die jeweiligen Ecken des Raumes — je nachdem ob die Aussage sehr, eher, eher nicht oder gar nicht auf sie zutrifft. Der/die Gruppenleiter/in übernimmt nach jeder Aufstellung die Rolle des/der Moderators/Moderatorin — das bedeutet, dass er/sie die Kinder fragt, warum sie dort stehen oder warum sie nicht anders handeln.

Abschluss


Du hast für alle Kinder das oben stehende Gebet von Reinhold Niebuhr kopiert — dieses teilst du ihnen jetzt aus. Gemeinsam wird das Gebet nun gelesen, die Kinder können Anmerkungen dazu einbringen.

Autor/in: Sara Dallinger

Publikation: kumquat "macht" 1/2009

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