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Das Recht auf einen Purzelbaum

Gruppenstunde | Alter: 11-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Am 20. November ist der internationale Tag der Kinderrechte. Zu diesem Anlass möchten wir uns in der Gruppenstunde mit dem Thema Kinderrechte auf spielerische und kreative Weise auseinandersetzen.

Material

  • Infos für das Schätzspiel
  • Zeitungsausschnitt
  • Stifte, Plakate, kleine Zetteltel
  • Kinderrechte auf einzelnen Zetteln

Aufbau

Im ersten Teil versuchen die Kinder, Gesetze für den neu entdeckten "Staat der Kinder" zu erfinden und präsentieren diese vom Redner/innen-Pult aus der Gruppe. Wenn ihr das geschafft habt, wagt ihr einen Blick auf die Welt und lernt die UN-Kinderrechtskonvention kennen. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Spiele zur Auflockerung.

 

Einstieg


Zu Beginn schätzen die Kinder einige Daten rund um das Thema Kinder und Gesetze. Dazu stellen sie sich auf einer gedachten Linie auf, von der das eine Ende Null ist und das andere Ende eine relativ hohe Zahl (ist bei den jeweiligen Fragen angegeben), zwischen denen sie sich positionieren können.

  • Wie viele Kinder (unter 15 Jahren) gibt es auf der Welt?
    Skala: 0 bis 6.705 Mio. (=Menschen insgesamt)
    Antwort: 2,1 Mrd.
  • Wie viele Kinder (unter 15 Jahren) gibt es in Österreich?
    Skala: 0 bis 8,4 Mio. (=Menschen in Österreich)
    Antwort: 1,3 Mio.
  • Wie viele Gesetze gibt es in Österreich?
  • Wie viele davon haben mit Kindern zu tun?
  • ...


Variante: Statt sich auf einer Skala (oder gedachten Linie) aufzustellen, könnt ihr die Antworten auch "greifbar" machen, indem die Kinder beispielsweise eine Menge Sand oder Wasser in ein Gefäß füllen (je nachdem, wie viel die Kinder schätzen, wir mehr oder weniger in dem Glas/Krug/etc. sein).

Gesetze für den Kinderstaat


Du präsentierst den Kindern einen von dir gestalteten Zeitungsartikel, in dem steht, dass in Österreich gerade ein unbewohnter Flecken Land gefunden wurde. Dort soll jetzt ein Kinderstaat entstehen und alle Kinder Österreichs sind dazu aufgerufen, sich neue Gesetze für dieses Land einfallen zu lassen. Überlegt, was euch wichtig ist, was ihr gerne dürfen würdet oder einfach auch was Spaß macht (z.B. das Recht auf täglich Schokolade, das Recht, dass euch zugehört wird, das Recht auf einen Purzelbaum auf der Straße,...).

Dazu bilden die Kinder zwei bis drei "Parteien". In diesen Kleingruppen überlegen sie sich nun einen Namen für ihre Partei und einige kreative Kinderrechte, die sie in ihr Programm aufnehmen wollen. Jedes Kinderrecht wird auf einzeln auf eine kleines Blatt Papier (ca. A6) geschrieben. Wenn sie damit fertig sind, präsentieren sie den anderen Parteien vom Redner/innen-Pult aus ihre Ideen. Habt ihr alle Vorträge gehört, sucht ihr euch aus den Präsentationen diejenigen Gesetze heraus, die euch gut gefallen und klebt die jeweiligen Zettel auf ein gemeinsames Plakat. Ihr könnt es auch noch bemalen oder kleine "Comics" zu dem jeweiligen Recht dazu zeichnen.

Nun probiert ihr gleich einige von euren neuen Kinderrechten aus. Sucht euch dazu vier Rechte heraus, die man in einer Bewegung darstellen kann (z.B. Schokolade essen: kauen, schmatzen, Lippen lecken, Bauch reiben, mmmh sagen,... ODER Purzelbaum schlagen). Nun teilt ihr die Spielfläche in vier etwa gleich große Bereiche. Die Grenzen markiert ihr durch Kreide oder Tesakrepp. Bei jeder Teilfläche hängt/liegt ein Schild, auf der das Kinderrecht und damit die Fortbewegungsart steht. Alle gehen nun durcheinander über das Spielfeld. Dabei gilt es, sich immer in der Art fortzubewegen, die auf dem betreffenden Schild steht. Ruft jemand "Schrittwechsel" und eine neue Geschwindigkeit (z.B. "Schrittwechsel laufen", "Schrittwechsel schleichen", ...), wird sie von allen übernommen. Ruft jemand "Schritte halt", bleiben alle kurz in der Stellung stehen, in der sie sich gerade befinden.

UNO-Kinderrechte


Wenn wir nun nach Österreich und in die Welt schauen, finden wir dort auch schon viele Ideen von Erwachsenen, was gute Kinderrechte wären. Die Vereinten Nationen (UNO) zum Beispiel haben einen ganzen Katalog an solchen Rechten aufgestellt - die Kinderrechtskonvention. Nun könnt ihr nachschauen, ob eure Kinderrechte in dieser fast weltweiten gültigen Konvention auch vorkommen.

Dazu hast du die drei Ps der UN-Kinderrechtskonvention (nachzulesen im vorigen Artikel) mit einer kurzen Erklärung einzeln in der Umgebung oder im Pfarrheim aufgehängt. Zusätzlich gibt es einen Bereich "neue Kinderrechte". Die Kinder ziehen nun zu zweit oder zu dritt los und hängen ihre Kinderrechte zu den von dir aufgehängten, wenn sie finden, dass sie zusammenpassen. Passt ein von euch erfundenes Kinderrecht nirgends dazu, hängt ihr es in den Bereich "neue Kinderrechte". Haben alle Gruppen ihre Zettel verteilt, könnt ihr gemeinsam einen "Rundgang" durch eure Kinderrechtegalerie machen.

Abschluss


Politik und Gesetze werden von Erwachsenen gemacht und dabei ist es gar nicht so einfach, dass auch Kinder gehört werden. Oft ist es, als würde man gegen eine Wand schreien. Doch mit ein bisschen Einsatz, gelingt es sicher auch ab und zu.

Ihr bildet zwei Gruppen, die einander in einem Abstand von mindestens drei Metern gegenüber stehen. Du zeigst/sagst nun einer Person aus der ersten Gruppe ein Kinderrecht aus eurer Galerie. Er/Sie stellt sich nun in die Reihe der Gruppe gegenüber. Auf ein Zeichen von dir schreit er/sie das Kinderrecht, während die neben ihm/ihr stehenden Spieler/innen seine/ihre Rufe durch eigenes Geschrei zu übertönen versuchen. Die Gruppe auf der anderen Seite versucht nun, das ihr zugerufene Gesetz herauszuhören. Wurde es erkannt, bekommt jemand aus der anderen Gruppe ein Kinderrecht zum übermitteln.

Am Ende kannst du den Kindern noch den Quiz-Folder zu Kinderrechten (gratis im Jungscharbüro erhältlich) austeilen.

Autor/in: Hanni Traxler und Sandra Fiedler

Publikation: kumquat "quer" 4/2008

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