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Nieder mit dem Querulieren - oder doch nicht?

Gruppenstunde | Alter: 9-12 | Aufwand: mittel

Ziel

In dieser Gruppenstunde sollen sich die Kinder anhand verschiedener Situationen kritisch mit dem Thema "Querulieren" auseinandersetzen.

Material

  • Großer Bogen Papier
  • Situationskärtchen

Aufbau

Nach dem Einstieg, der sich rund um Synonyme von Querulieren dreht, sollen die Kinder entscheiden, in welchen Situationen querulieren durchaus angebracht und okay ist und wann es nervig sein kann. Zum Abschluss gibt es ein Spiel, bei dem es um Wörter & Emotionen geht.

 

Worträtsel entschlüsseln


Du kennst sicherlich verschiedenste Begriffe, die querulieren umschreiben, bzw. dem ähnlich sind. In der deutschen Sprache und vor allem auch im Österreichischen gibt es sehr viele: querulieren, nörgeln, klagen, sudern, raunzen, meckern, jammern, ...
Du schreibst das Wort "querulieren" senkrecht auf ein großes Plakat. Davon ausgehend werden (wie bei einem Kreuzworträtsel) waagrecht Kästchen an einzelne Buchstaben angefügt, wo man passend die Synonyme eintragen soll.
Je nach Alter kann man die Begriffe dazu geben, so dass die Kinder diese nur mehr zuordnen müssen, oder aber keine vorgeben, sodass man zuerst nach Wörtern mit ähnlicher Bedeutung suchen muss.

"Hör bitte auf zu raunzen" oder "Erzähl mir mehr — ich hör dir zu"?


Nach diesen Einstieg geht es darum, zu diskutieren in welchen Situationen es angebracht ist zu querulieren — sei es, um mal Dampf abzulassen, oder weil es wirklich nachvollziehbar ist und es die Person gerade so sehr braucht. Oder wann querulieren nur nervig ist, und übertrieben wird. Du hast hierfür ein paar Situationen auf Kärtchen vorbereitet, andererseits sollen die Kinder aber auch selber die Möglichkeit haben, erfundene oder aus ihrem Leben stammende Situationen aufzuschreiben. Dazu gibt es noch zusätzliche leere Kärtchen. Ihr könnt nun einzeln die Karten ziehen und darüber diskutieren. Vielleicht reizt es deine Kinder auch, die Situationen kurz anzuspielen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Falls ihr der Meinung seid, dass das Querulieren hier okay ist, dann klebt die Kärtchen zu eurem Kreuzworträtselplakat, falls nicht könnt ihr auch darüber nachdenken, was in dieser Situation angebrachter wäre als raunzen.

Beispiele für Situationen:

  • Dein Freund Mersad ruft dich am Tag vor deiner Geburtstagsparty an, um dir zu sagen, dass er nicht kommen kann, da er vergessen hat, dass an diesem Tag sein Opa seinen 80. Geburtstag feiert. Er würde viel lieber zu dir kommen, vor allem weil auch sein Schwarm Anja da wäre, aber seine Eltern sagen, er muss zur Familienfeier. Mersad ist stinksauer und lässt bei dir Dampf ab, indem er sich über seine Eltern furchtbar aufregt und meint, das Leben sei so ungerecht zu ihm.
  • Eine Kindergartengruppe steigt in die Straßenbahn ein und sofort steigt der Lärmpegel, da die Kinder sich laut miteinander unterhalten und herumscherzen. Zwei Männer beginnen, sich zu beklagen, dass die Kinder von heute keine Ahnung mehr haben wie sie sich in der Öffentlichkeit zu benehmen haben.
  • Deine Tante hat ein bisschen Geld im Lotto gewonnen. Sie scheint sich aber nicht so recht freuen zu können und raunzt die ganze Zeit nur darüber, wie kompliziert es ist, es sich ausbezahlen zu lassen, dass sie gar nicht weiß, was sie damit tun soll und dass sie gar keine Zeit hat, sich um finanzielle Dinge zu kümmern.
  • Eure Klasse fährt zum ersten Mal gemeinsam auf Schikurs. Alle freuen sich irrsinnig darauf, auch Vanessa. Bereits am ersten Tag stürzt Vanessa und bricht sich den Arm, worauf sie wieder nach Hause fahren muss. Sie ruft dich nun jeden Tag an, einerseits um zu fragen, wie es so bei euch läuft und was sie alles verpasst. Andererseits weint sie sich auch aus und beschwert sich, was für ein Pechvogel sie denn nicht ist.
  • Die Eltern deiner besten Freundin haben sich vor 6 Monaten scheiden lassen. Du weißt, dass sie das anfangs sehr mitgenommen hat und hast versucht sie, so gut es geht zu unterstützen. Sie wirkt seitdem verändert und ist viel öfter niedergeschlagen als früher. Ständig beschwert sie sich über alles — ihre Eltern, die Schule, das Wetter, manchmal, wenn du keine Zeit hast, auch über dich.
  • Du hast beim Geografietest ein Nicht Genügend bekommen. Als du den Test zurückbekommst, siehst du, dass du die Antworten teilweise richtig hingeschrieben hast. Deine Lehrerin hat aber angemerkt, dass sie deine Schrift nicht immer lesen kann. Du beschwerst dich bei ihr, aber sie bleibt stur. In den nächsten Pausen fragst du einige deiner Mitschüler/innen, was sie tun würden und beschwerst dich massiv über diese — in deinen Augen — Ungerechtigkeit.


Bei manchen Situationen werden sich deine Kinder vielleicht sehr schnell einig, bei anderen kann es unter Umständen länger dauern, oder sie können sich gar nicht einigen — was auch okay ist. Es zeigt sich vielleicht auch, dass querulieren an sich nicht schlecht sein muss und manchmal auch gut tut und vielleicht gerade nicht anders geht.

Anti-Querulieren-Wortsalat


Zum Abschluss könnt ihr eine veränderte Version des Spiels Wortsalat spielen. Jedes Kind soll sich etwas überlegen, über das man sich normalerweise beschwert, oder etwas über das oft geraunzt wird, z.B. Schularbeit, Schlechtwetter, Liebeskummer, etc. In einer ersten Runde, man steht im Kreis, sagt jede/r sein/ihr Wort in der Tonart und Stimmung wie man es normalerweise sagt oder zu hören bekommt, z.B. Liebeskummer sehr traurig. Danach übt man einige Runden, die Wörter bewusst anders zu sagen, z.B. alle sagen ihr Wort besonders erfreut, oder wie als wäre man verliebt, wie ein tolles Geheimnis, etc. Dann kann man im Raum herumgehen und sich miteinander "unterhalten", darf aber nur dieses eine Wort verwenden, und nicht ins querulieren verfallen, sondern muss positiv bleiben.

Autor/in: Clemens Huber

Publikation: kumquat "quer" 4/2008

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