• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Pfarrgemeinderatswahl: Wir wählen mit!

Gruppenstunde | Alter: 10-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Alle fünf Jahre sind Pfarrgemeinderatswahlen. In der Wahlordnung dazu kann Folgendes nachgelesen werden:
"Aktiv wahlberechtigt sind alle Katholiken, die am diözesanen Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet oder das Sakrament der Firmung empfangen haben, am Wahltag einen Wohnsitz im Pfarrgebiet haben bzw. regelmäßig am Leben der Pfarrgemeinde teilnehmen. Diese Feststellung ist von der Wahlkommission zu treffen." (WO 1.1)
"Kinder vor Erreichung der Wahlberechtigung haben eine Stimme. Das Stimmrecht wird von den erziehungsberechtigten Eltern ausgeübt. Beide erziehungsberechtigten Eltern vereinbaren, wer das Stimmrecht für die Kinder ausübt." (WO 1.1.1)
Wird dieses Recht sinnvoll angewendet, sagen die Kids ihren Eltern, wen sie gerne gewählt haben wollen, oder noch besser: Die Kids füllen selbst den Stimmzettel aus. Um das zu können, müssen wir ihnen eine gute Auseinandersetzung mit dem Sinn der PGR-Wahlen und mit den Kandidat/innen ermöglichen. Dazu soll diese Gruppenstunde dienen.

Material

  • Packpapier, Kärtchen (für Sammlung am Beginn und Problemliste), Stifte
  • Zettel mit PGR-Mitgliedern
  • Zettel mit Gegensatzpaaren
  • leere Zettel für Fragebogen

Aufbau

In dieser Gruppenstunde geht es — nach einer kurzen Information über den Pfarrgemeinderat an sich — darum, die Pfarrgemeinde und ihre Angebote im Hinblick auf ihre Kinderfreundlichkeit zu überprüfen. Aus den Ergebnissen wird ein Fragebogen erstellt, der an die PGR-Kandidat/innen geschickt wird. In einer nächsten Gruppenstunde setzen sich die Kinder dann mit den zurückgeschickten Fragebögen auseinander.

 

Was ist der PGR?


Im Raum liegt ein großes Plakat, auf dem PFARRGEMEINDERAT steht. Ihr könnt sehen, dass sich das Wort in zwei Teile gliedert: in den Begriff PFARRGEMEINDE und den Begriff RAT.
Nun könnt ihr überlegen, was in eurer Pfarrgemeinde so alles los ist (Jungschar, Ministrant/innen-Stunden, Gottesdienst, Ausflüge, Feste, Bibelrunden,...). Was euch einfällt, schreibt ihr auf kleine Kärtchen (z.B. in Form einer Kirche), die ihr unter das Wort PFARRGEMEINDE legt.
Am besten überlegst du dir vor der Stunde schon, welche Bereiche es alle in der Pfarre gibt, damit du Bereiche, die den Kindern nicht einfallen, ergänzen kannst.

Nun bleibt also noch das Wort: RAT. Dieser tut das, was das Wort besagt: Er berät und entscheidet über die Dinge, die es in der Pfarrgemeinde gibt. Er ist also etwas ganz Wesentliches in der Pfarre.
Auf Zetteln hast du bereits aufgeschrieben, wer ohne Wahl schon Mitglied des PGR ist: Pfarrer, evtl. Kaplan, evtl. hauptamtlicher Diakon, Pastoralassistent/in,... Auf anderen Zetteln sind Fragezeichen: Sie sind für die gewählten Mitglieder gedacht.
Diese Zettel werden nun auf Sessel gehängt, damit die Kinder sich besser vorstellen können, wie sich der PGR zusammensetzt: Du stellst einen Sesselkreis mit genau so vielen Sesseln auf, wie Mitglieder im PGR sein werden. (Wenn dir die Anzahl nicht bekannt ist, erkundige dich einfach beim Pfarrer oder beim Wahlvorstand!) Nun erklärst du den Kindern, wer aller im PGR ist, und klebst dabei die Zettel der erwähnten Personen mit Tixo auf die Sessellehnen. Die Personen mit den Fragezeichen stehen noch nicht fest. Sie müssen erst gewählt werden, und das könnt auch ihr tun!
Hier erklärst du den Kindern genauer, wie das Kinderstimmrecht funktioniert (siehe Hintergrund).

Die Kandidat/innen?


Um bei der Wahl eine gute Entscheidung treffen zu können, ist es nötig zu wissen, wer von den Kandidat/innen die Anliegen der Kinder am besten vertritt. Ihr könnt nun einen Fragebogen erstellen, den du den Kandidat/innen zuschicken bzw. übergeben wirst. Die beantworteten Fragebögen schaut ihr euch in der folgenden Gruppenstunde an. Um zu überlegen, was ihr die Kandidat/innen alles fragen wollt, haben die Kinder nun die Möglichkeit, sich genauer damit auseinander zu setzen, was ihnen in der Pfarre gut bzw. weniger gut gefällt.

Interviews: Was gefällt uns (nicht)?


Jedes Kind nimmt sich eines der Kärtchen, auf die ihr vorher geschrieben habt, was in eurer Pfarre alles los ist, und klebt es auf einen A3-Zettel, auf dem z.B. folgende Gegensatzpaare stehen:
langweilig — interessant
zu lang — zu kurz
ich verstehe nicht viel — ich verstehe alles
keine besondere Stimmung — schöne Stimmung
...

Die Kinder gehen nun herum und interviewen einander anhand dieser Zettel über das jeweilige Thema (z.B. Gottesdienst). Es ist sinnvoll, wenn die Kinder Bereiche für die Interviews auswählen, die für sie wichtig sind und sie auch tatsächlich betreffen (z.B. Kinderwortgottesdienst, Kreuzweg, Faschingsfest,... — im Gegensatz zu Bereichen wie etwa Seniorenmesse, Familiengespräche usw.).
Das Kind mit dem Interviewbogen trägt die Antworten der anderen dann auf der Skala zwischen den Gegensatzpaaren ein. So erfährt z.B. das Kind mit dem Interviewbogen "Gottesdienst" von allen anderen, ob diese Veranstaltung eher fad oder interessant, verständlich oder weniger verständlich, usw. erlebt wird. Natürlich können auch noch weitere Kommentare dazu auf den Zettel geschrieben werden.

Was uns stört!


Sind die Kinder mit den Interviews fertig, so kommt ihr wieder alle zusammen und jede/r stellt kurz vor, was bei seinem/ihrem Interview herausgekommen ist. Du notierst währenddessen auf einem Plakat, was die Kinder als störend erleben bzw. bei welchen Veranstaltungen die Kinder Änderungswünsche haben.

Wenn alle Ergebnisse vorgestellt wurden, wendet ihr euch dieser Problemliste zu und geht sie mit Hilfe folgender Fragen durch:
1) Wo genau liegt das Problem? und
2) Wie könnte diese Veranstaltung aus unserer Sicht verbessert werden?

Danach könnt ihr euch noch überlegen, ob es Wünsche von euch gibt, die noch nicht zur Sprache gekommen sind (z.B. "Auf dem Pfarrplatz stehen zu viele Autos und es ist zu wenig Platz zum Spielen.").

Der Fragebogen an die Kandidat/innen


Über die Punkte auf der Problemliste könnt ihr nun die Kandidat/innen mit Hilfe des Fragebogens informieren und sie um eine Stellungnahme bitten. (Stellt sich beispielsweise heraus, dass euch die Lieder im Gottesdienst nicht schwungvoll genug sind, dann könntet ihr Folgendes auf den Fragebogen schreiben: "Wir finden, dass die Lieder im Gottesdienst zu wenig schwungvoll sind. Möchten Sie sich dafür einsetzen, dass im Gottesdienst schwungvollere Lieder gesungen werden?")
Daraus könnt ihr also euren individuellen Fragebogen zur PGR-Wahl zusammenstellen.

Fragen, die ihr zusätzlich stellen könnt:

  • Name und Alter:
  • Ich möchte im Pfarrgemeinderat mitarbeiten, weil: ...
  • Meine besonderen Anliegen sind: ...
  • Wenn ich über Kinder und Jugendliche in unserer Pfarrgemeinde nachdenke, dann fällt mir ein: ...


Nach der Gruppenstunde schickst bzw. übergibst du die Fragebögen an die Kandidat/innen und bittest sie, diese bis zur nächsten Gruppenstunde an dich zurückzugeben — wenn möglich mit einem aktuellen Photo. (Falls der zeitliche Rahmen zu kurz ist, solltest du die 2. Gruppenstunde zur PGR-Wahl erst 2 Wochen danach ansetzen.)

In der nächsten Gruppenstunde


Als Teil einer nächsten Gruppenstunde schaut ihr euch gemeinsam die zurückgekommenen Fragebögen an:
Vor der Gruppenstunde hast du die ausgefüllten Fragebögen und die Fotos der Kandidat/innen im Gruppenraum aufgehängt. Die Kinder können nun umhergehen, die Antworten lesen und dabei markieren, worüber sie sich nachher noch genauer unterhalten wollen. Dazu könnt ihr folgende Symbole verwenden:
Plus-Zeichen = Diese Antwort gefällt mir besonders gut.
Minus-Zeichen = Diese Antwort gefällt mir nicht.
Fragezeichen = Hier verstehe ich etwas nicht.

Haben alle Kinder die Fragebögen gelesen, setzt ihr euch nun zusammen und geht die markierten Stellen gemeinsam durch. Die Kinder können nun den anderen erklären, warum ihnen ein bestimmtes Statement gut/ weniger gut gefallen hat. Die Stellen, die Kinder nicht verstanden haben, könnt ihr nochmals gemeinsam lesen — sollte euch nicht klar werden, was gemeint ist, kannst du bei den Kandidat/innen nochmal nachfragen.

Wenn euch einige Kandidat/innen besonders interessieren, dann könnt ihr diese natürlich auch einmal in eine Gruppenstunde einladen und sie persönlich zu ihren Zielen und Wünschen befragen.

Autor/in: Regina Petrik-Schweifer und Andrea Jakoubi

Publikation: kumquat "bewegen" 4/2006

Share |

 

Schlagwörter: Pfarrgemeinde, Mitbestimmung