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13 month of sunshine

Gruppenstunde | Alter: 11-15 | Aufwand: mittel

Material

  • Afrika Karte
  • Tabellen zum Umrechnen
  • Wohlfühlutensilien für die Teezeremonie (unterschiedliche Tees, Orangen, Popcorn, Räucherstäbchen, etc.)

Aufbau

Am Beginn lernt ihr Besonderheiten aus Äthiopien kennen. Dann setzt ihr euch mit der Frage auseinander, wie "Hilfe" von außen empfunden werden kann. Den Abschluss bildet eine Tee-Zeremonie, die von der äthiopischen Kaffee-Zeremonie abgeleitet wurde.

 

Allgemeines zu Äthiopien: Was meinst du?


Zum Einstieg schaut ihr euch am besten auf einer Afrikakarte an, wo denn Äthiopien genau liegt. Ihr könnt euch auch anschauen, welche Länder daran angrenzen (es sind: Eritrea, Sudan, Kenia, Somalia und Dschibuti) und wie die Hauptstadt heißt (Addis Abeba).
Dann stellst du zu den verschiedenen Themen Fragen, die die Kids gemeinsam beantworten können, mit mehreren Antwortmöglichkeiten. (Diese kannst du dir aus den "Splittern" — siehe Kasten — zusammenstellen.)

Zum Beispiel:

  • thiopien ist 1.127 Mio. km² groß.
    Was meint ihr: Ist das 2x, 13x, oder 50x so groß wie Österreich? (ca. 13x)

  • Was von eurem Frühstückstisch kommt aus Äthiopien?
    Die Marmelade, der Kaffee, die Cornflakes? (Kaffee)

  • Was glaubt ihr: Wie viele Sprachen werden in Äthiopien gesprochen:
    2, 30 oder 80 Sprachen? (80)


usw.

Noch etwas ist anders in Äthiopien: die Zeitrechnung.

13 months


Äthiopien ist das Land der 13 Monate. In Äthiopien gilt nämlich der Julianische Kalender: Dieser hat zwölf Monate zu je 30 Tagen und einen Monat mit fünf bzw. sechs Tagen. Der Kalender ist gegenüber dem bei uns gültigen Gregorianischen Kalender um knapp acht Jahre zurück.
Das äthiopische Neue Jahr beginnt immer am 11. September. Da Äthiopien international unter anderem durch Bankwesen, Flugverkehr etc. verknüpft ist, besteht ein "Nebeneinander" beider Kalender. Überall im Land sind Kalender erhältlich, die gleichzeitig beide aktuell gültigen Daten auflisten.
Äthiopien rechnet auch die jeweilige Tageszeit anders: Der Tag beginnt um 6 Uhr (unsere Zeit), somit ist in Äthiopien morgens um 7 Uhr "die erste Stunde des Tages" vorbei (also 1 Uhr in äthiopischer Zeit). Die Sonne geht in Äthiopien somit etwa um 12.00 Uhr (Lokalzeit) unter.
Nun kann jedes Kind mit Hilfe der Tabelle versuchen, das eigene Geburtsdatum auf Äthiopisch umzurechnen. Die anderen Kinder erraten, bzw. errechnen dann das österreichische Datum.

Zum Beispiel:
7. August, Österreich = 1. Nehase, Äthiopien
7. September, Österreich = 2. Paguemen, Äthiopien
Eine Woche später bist du schon im neuen Jahr:
14. September, Österreich = 4. Maskaram, Äthiopien

Amharisch
beginnt am
Maskaram (1. Monat) 11. September

Teqemt (2. Monat) 11. Oktober

Hehdar (3. Monat) 10. November

Tahsas (4. Monat) 10. Dezember

Ter (5. Monat) 9. Januar

Yakatit (6. Monat) 8. Februar

Magabit (7. Monat) 10. März

Miyazya (8. Monat) 9. April

Genbot (9. Monat) 9. Mai

Sane (10. Monat) 8. Juni

Hamle (11. Monat) 8. Juli

Nehase (12. Monat) 7. August

Paguemen (13. Monat) 6. September


Hilfe


Aus Äthiopien wird oft von Hungerkatastrophen berichtet. Es gibt viele Arten von Hilfe: Katastrophenhilfe, langfristige Entwicklungshilfe, Lebensmittellieferungen,...
Ihr könnt euch überlegen, wie diese Hilfsangebote von den Betroffenen empfunden werden.

1. Runde: Katastrophenhilfe


Stell dir vor, es gibt eine Überschwemmung. Deine Wohnung ist völlig nass und schlammig geworden:
Variante 1: Ihr bekommt Möbel geschenkt.
Variante 2: Ihr bekommt Geld geschenkt.

Überlegt euch Vorteile und Nachteile zu beiden Varianten und präsentiert sie. Zum Beispiel mit einem "Assoziationstheater". Ihr steht beisammen und ein Kind beginnt spontan mit einem Ausruf und einer Geste dazu: "Super, da denkt jemand an mich!", "Die sind aber schiach!", "Super, ich kann mich hinlegen.", "Was fang ich denn damit an?". Der Ausruf wird von allen ein paar Mal wiederholt, bis ein anderes Kind der Gruppe einen neuen Ausruf einwirft,... usw. Die Ausrufe sollen nicht bewertet werden. Es geht um spontane Assoziationen.

Stell dir vor, es gibt Nahrungsmittelmangel, du kannst dir kein Essen kaufen, nichts kann geerntet werden:
Variante 1: Ihr bekommt Nahrungsmittel geschenkt.
Variante 2: Ihr bekommt Geld geschenkt.

2. Runde: Längerfristige Hilfsmaßnahmen


Variante 1: Ihr müsst nach einem Hochwasser in ein anderes Land umsiedeln.
Variante 2: Ihr müsst mithelfen, einen Damm und einen Kanal zu bauen.

Was sind die Vorteile? Was die Nachteile? Unter welchen Bedingungen stimmt eure Gruppe zu?

Äthiopische Zeremonie


Äthiopien ist Ursprungsland des Kaffees. Wenn es feierlich zugeht, etwa bei Hochzeiten oder wenn wichtige Gäste kommen, nimmt das äthiopische Kaffeeritual Stunden in Anspruch - unabhängig davon, ob es in Palästen oder Hütten zelebriert wird. Bei uns werden Genussmittel oft als schnelle Energiespender, als "coffee to go" oder als Instant-Getränke konsumiert. In der Gruppenstunde könnt ihr nach dem Vorbild der Kaffeezeremonie dieses Verlangsamen der Instant-Kultur mit Tee probieren.

Zur Vorbereitung teilt ihr euch in 3 Gruppen:
Gruppe 1 pflückt Gras, Blumen, Blätter und schmückt den Tisch. Die grüne Dekoration steht für Glück und Zufriedenheit.
Gruppe 2 sorgt mit Kohle, ein wenig Weihrauch, Räucherstäbchen oder Kerzen für festliche Atmosphäre.
Gruppe 3 macht Popcorn und presst Orangen frisch aus.

Nun kann die Zeremonie beginnen. Du bist festlich gekleidet und reichst offenen Tee (evtl. auch frische Pfefferminz- oder Zitronenmelissenblätter) zum Riechen durch. (Bei der Äthiopischen Kaffeezeremonie wird das Aroma durchs Kaffeerösten verbreitet.)
Während 3—4 Kannen mit unterschiedlichen Tees aufgegossen werden, knabbert ihr das Popcorn. Gesüßt wird mit frisch gepresstem Orangensaft, Honig oder Sirup.

Auf www.welthaus.at findest du einen kleinen video-stream, der eine Kaffeezeremonie bei den Hamer und eine Kaffeeröstung im Hochland zeigt.

Autor/in: Christoph Watz

Publikation: kumquat 3/06

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Schlagwörter: Arbeit, Essen, Gesellschaft, Politik