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Recht haben!

Gruppenstunde Bausteine | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Mehr zum Thema Kinderrechte kannst du hier nachlesen...

Material

  • findest du bei den einzelnen Bausteinen

Aufbau

Die folgenden Bausteine zum Thema Kinderrechte kannst du verwenden, um das Thema mit deinen Jungscharkindern näher zu beleuchten.
Der erste Baustein eignet sich als Einstieg in das Thema, die weiteren greifen jeweils ein konkretes Kinderrecht auf und sollen die für Kinder doch ziemlich abstrakte Materie greifbarer machen und in den Alltag der Kinder bringen. Die Bausteine kannst du beliebig zusammenstellen und auf deine Gruppe abstimmen.

 

Kinder haben Recht(e)!


Material: Plakat mit Symbolen zu verschiedenen Lebensbereichen, Stifte, evtl. Kinderrechte-Postkarten

Auf ein Plakat hast du Symbole für die verschiedenen Lebensbereiche der Kinder aufgezeichnet (z.B. Strichmaxerln für "Familie", ein Haus mit einem Schild für "Schule", ein Jungscharzeichen für "Jungschar", ein Baum oder Ball für "Park", etc.).

Gemeinsam sammelt ihr nun Rechte, die euch einfallen. Ganz allgemein gesagt, ist ein Recht etwas, das mir zusteht, etwas, das ich einfordern darf. Vielleicht fällt es den Kindern leichter, sich etwas unter einem Recht vorzustellen, wenn sie an ihre Familie, an die Schule oder auch an das Jungscharlager denken. Was gibt es dort für Vereinbarungen, die getroffen wurden, die nicht Verbote sind, sondern auf die man sich berufen kann, z.B.: Wenn ich mein Zimmer mit meiner Schwester teile, dann gibt es Bereiche, die für meine Schwester tabu sind. Wir haben uns zum Beispiel ausgemacht, dass meine Schwester ihre Sachen nicht auf meinem Schreibtisch herumliegen lässt. Wenn sie es dann doch tut, dann kann ich sie an unsere Abmachung erinnern und ihr klar machen, dass das nicht okay ist. Genauso wie ich nicht ihr Tagebuch lese.

Alle Rechte, die euch einfallen, schreibt ihr jetzt zu diesen Symbolen dazu, je nachdem wohin sie gehören. Wenn euch noch weitere Kategorien einfallen, malt ihr einfach zusätzliche Symbole dafür auf das Plakat. Wenn Rechte zu mehreren Kategorien passen, könnt ihr Verbindungslinien malen.

Im Anschluss daran kannst du erklären, dass es ein internationales Abkommen gibt, das festschreibt, welche Rechte für Kinder auf der ganzen Welt gelten sollen. Das ist die Kinderrechtekonvention, viele Länder haben diesen Vertrag unterschrieben und sich dadurch verpflichtet, den Kindern in ihrem Land diese Rechte zu gewährleisten.
Wahrscheinlich werden in eurer vorigen Sammlung schon einige Dinge gefallen sein, die in der Kinderrechtskonvention auch stehen. Hier kannst du dann z.B. die Kinderrechte-Postkarten verwenden oder Kinderrechte auf einem Plakat vorbereitet haben. Diese könnt ihr mit den Rechten, die ihr gesammelt habt, vergleichen.
Natürlich soll es hier nicht darum gehen, alle Kinderrechte zu erwähnen, das würde viel zu lange dauern und würde wahrscheinlich für die Kinder langweilig werden. Such dir vor der Gruppenstunde am besten ein paar heraus, über die du dich informierst und von denen du glaubst, dass sie deine Jungscharkinder besonders interessieren. Genaue Infos zu den Kinderrechten erhältst du z.B. auf der Homepage www.kinderhabenrechte.at.

Recht auf Privatleben


Material: Stifte, eine kleine Schachtel für jedes Kind (evtl. auch selbst gefaltet)

Jedes Kind hat das Recht auf ein Privatleben. Andere Kinder und Erwachsene müssen akzeptieren, dass es Dinge gibt, die niemanden anderen etwas angehen.

Jedes Kind bekommt eine (Schuh-) Schachtel. In Kleingruppen oder allein überlegen die Kinder, was Dinge sind, die nur sie etwas angehen. Das können ganz konkrete Sachen sein, aber auch allgemeinere wie:

  • Niemand darf meine Post öffnen.
  • Niemand darf in meinem Tagebuch lesen.
  • ...


Die Kinder schreiben diese Dinge in die Innenseite ihrer Schachteln hinein, wenn die Kiste zu ist, kann sie also niemand lesen.
Anschließend könnt ihr euch darüber austauschen, was den Kindern bei den Dingen, die niemand anderen etwas angehen, besonders wichtig ist — es soll aber natürlich niemand etwas dazu sagen müssen!

Recht auf Spielen und Spaß


Material: Plakat mit Zeitraster, Stifte in verschiedenen Farben

Kinder haben ein Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung! Städte und Gemeinden sollen dafür sorgen, dass genug Spielplätze vorhanden sind. Es soll auch kulturelle Veranstaltungen für Kinder geben.

Gemeinsam könnt ihr zunächst überlegen, warum es dieses Recht gibt. Anschließend könnt ihr versuchen darzustellen, wie viel Zeit deine Jungscharkinder zum Spielen zur Verfügung haben. Du hast einen Zeitraster auf einem Plakat vorbereitet, das du in 24 Felder geteilt hast. Jedes Feld steht für eine Stunde des Tages.
Jetzt denkt ihr an einen durchschnittlichen Wochentag (also nicht ans Wochenende) und überlegt gemeinsam, was an diesem Tag wie viel Zeit braucht: Schlafen, Hygiene, Essen, Schule und Schulweg, Lernen und Hausaufgaben, Arbeiten zu Hause (z.B. auf Geschwister aufpassen, Müll wegtragen, Geschirrspüler ausräumen,...), organisierte Freizeit (Musikschule, Turnverein...), unverplante Freizeit.
Das tragt ihr dann ungefähr in den Zeitraster ein. Dabei werdet ihr bei vielen Sachen einen Durchschnittswert eintragen müssen, weil das bei jedem und jeder natürlich unterschiedlich ist. Den verschiedenen Tätigkeiten könnt ihr verschiedene Farben zuordnen und die Felder dementsprechend anmalen, dann entsteht eine übersichtliche Aufstellung über euren Alltag.
Wenn du eine ältere Jungschargruppe hast, kann auch jede/r für sich einen Raster ausfüllen und dann mit allen vergleichen, für jüngere Kinder ist es wahrscheinlich einfacher, einen Raster für alle gemeinsam zu machen.

Dann überlegt ihr gemeinsam, wie ihr die unverplante Freizeit, die übrig bleibt, nutzt. Was sind die verschiedenen Dinge, die jede/r von euch gerne tut, wenn nichts anderes zu tun ist, z.B. alleine, mit Freund/innen oder Familie; drinnen oder draußen; Ballspielen, fernsehen, zeichnen, nichts tun, Gesellschaftsspiele spielen, Computer spielen,...

Recht auf Meinungsäußerung


Material: Zettel, Stifte, evtl. niedrige "Podeste" für den Speaker's Corner (z.B. stabile Kisten, niedrige Hocker,...)

Jedes Kind hat das Recht, seine Meinung zu sagen. Kinder haben das Recht zu allen Angelegenheiten, die sie betreffen, ihre Meinung zu äußern und von Erwachsenen gehört zu werden.

Zunächst könnt ihr sammeln, was für Angelegenheiten das konkret sein können, die Kinder betreffen (z.B. Ungerechtigkeiten in der Schule, Programm der Jungscharstunde, eigene Freizeitgestaltung,...). Was euch einfällt, schreibt ihr auf Zetteln, diese hängt ihr dann in verschiedenen Ecken des Raumes auf und veranstaltet einen Speaker's Corner. Jedes Kind, das eine Meinung zu einem der gesammelten Themen hat und diese sagen möchte, stellt sich zu dem jeweiligen Zettel und tut seine Meinung lautstark kund. Du kannst auch niedrige Podeste (stabile Kisten oder niedrige Hocker) zu jedem Zettel stellen, auf die sich die Kinder, die ihre Meinung sagen, dann stellen können.
Am Beginn kann das zum "Aufwärmen" auch ganz durcheinander geschehen, danach können die Sprecher/innen eine Zeit lang die Aufmerksamkeit aller haben.

Anschließend könnt ihr euch darüber austauschen, ob es immer so möglich ist, seine Meinung zu äußern. Außerdem könnt ihr euch überlegen, was dabei zu beachten ist, z.B.: Zu sagen, was man denkt, ist wichtig. Wenn man seine Meinung äußert, dann sollte man sie, wenn möglich, auch begründen. Nachdem man seine Meinung gesagt hat, muss man wahrscheinlich schauen, was die anderen Betroffenen dazu denken, und dann muss man sich gemeinsam ausmachen, was man ändern kann oder was als nächstes getan wird.

Autor/in: Angie Weikmann

Publikation: kumquat "Rot" 3/2006

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Schlagwort: Kinderrechte