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Viele Teile bilden ein Ganzes - Elemente für einen Gottesdienst auf Kinderlager

Lager Messmodelle | Alter: 8-15 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Ausgehend vom Bibeltext "Ein Leib und viele Glieder" (1 Kor 12, 12-31) dreht sich dieses Gottesdienstmodell rund um die Frage, wie unterschiedliche Menschen gut zusammenleben können. Im Verlauf des Gottesdienstes wird diese Frage konkret auf das Zusammenleben auf Lager bezogen.

Material

  • 5 Plakate
  • Malfarben
  • Eddings

Aufbau

Die Bausteine eignen sich sowohl für eine Messe als auch für einen Wortgottesdienst.

 

Begrüßung


Zur Begrüßung können etwa folgende Worte gesprochen werden:
Hier auf Lager leben viele verschiedene Menschen eine Weile zusammen: Jüngere und Ältere, Kinder und Gruppenleiter/innen, Buben und Mädchen,... Jeder und jede von uns ist anders und hat unterschiedliche Bedürfnisse. Oft macht es Spaß, wenn so viele Menschen beisammen sind, manchmal ist es aber auch schwierig, mit den Unterschieden zwischen uns gut umzugehen.

Kyrie


Manchmal sind wir wie eine Melodie oder ein Lied. Jeder und jede von uns ist ein einzelner Ton. Gemeinsam klingen wir manchmal wie eine schöne Melodie, in manchen Momenten passen die Töne auch nicht zusammen.
Alle: Herr, erbarme dich.

Ein gutes Essen besteht aus vielen verschiedenen Zutaten. Es braucht z.B. Fleisch, Gemüse, Nudeln, aber auch Salz, Pfeffer, Kräuter und andere Zutaten in der richtigen Mischung, damit das Essen gut schmeckt. Wenn eine Zutat fehlt oder zu viel ist, wird das Gericht nicht werden. Manchmal sind wir gemeinsam wie ein gutes Essen. Jeder und jede von uns leistet einen Beitrag, damit es gut schmeckt.
Alle: Christus, erbarme dich.

Ein Mobile besteht aus vielen verschiedenen Teilen und Gegenständen, die miteinander durch Fäden und Stäbe verbunden sind. Bewegt sich ein Teil, bewegen sich dadurch auch alle anderen Teile. Manchmal sind auch wir wie ein Mobile. Wenn jemand etwas macht, kann das auch Einfluss auf die anderen haben.
Alle: Herr, erbarme dich.

Zur Verdeutlichung der Beispiele könnt ihr auch Gegenstände mitbringen und während des Kyries herzeigen, z.B. Klanginstrumente, die verschiedene Töne erzeugen, Gewürze, ein Mobile,...

Lesung


Auch in der Bibel finden wir ein Bild dafür, wie einzelne Menschen zusammen eine Gruppe bilden.
Ein/e Gruppenleiter/in oder ein Kind liest dazu die Stelle aus dem 1. Brief an die Korinther: 1 Kor 12, 12-31. Diese Bibelstelle ist recht lang, vor allem für jüngere Kinder kann es ratsam sein, sie zu kürzen, damit die Kinder ihr gut folgen können. In der hier abgedruckten Version sind Kürzungsvorschläge mit Klammern angezeigt.

Viele Glieder — ein Leib


Man kann die Gemeinde Christi mit einem Leib vergleichen, der viele Glieder hat. Obwohl er aus so vielen Teilen besteht, ist der Leib doch einer. [Denn wir alle, Juden und Nichtjuden, Sklaven und Freie, sind in der Taufe durch denselben Geist in den einen Leib Christi eingegliedert worden, und wir haben auch alle an demselben Geist Anteil bekommen.]

Ein Körper besteht nicht aus einem einzigen Teil, sondern aus vielen Teilen. Wenn der Fuß erklärt: "Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich nicht die Hand bin" — hört er damit auf, ein Teil des Körpers zu sein? Oder wenn das Ohr erklärt: "Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich nicht das Auge bin" — hört es damit auf, ein Teil des Körpers zu sein? Wie könnte ein Mensch hören, wenn er nur aus Augen bestünde? Wie könnte er riechen, wenn er nur aus Ohren bestünde? Nun hat Gott aber jedem Teil seine besondere Aufgabe im Ganzen des Körpers zugewiesen. Wenn alles nur ein einzelner Teil wäre, wo bliebe da der Leib? Aber nun gibt es viele Teile, und alle an einem einzigen Leib.

Das Auge kann nicht zur Hand sagen: "Ich brauche dich nicht!" Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: "Ich brauche euch nicht!" [Gerade die Teile des Körpers, die schwächer scheinen, sind besonders wichtig. Die Teile, die als unansehnlich gelten, kleiden wir mit besonderer Sorgfalt, und genauso machen wir es bei denen, die Anstoß erregen. Die anderen Teile haben es nicht nötig.] Gott hat unseren Körper zu einem Ganzen zusammengefügt und hat dafür gesorgt, dass die geringeren Teile besonders geehrt werden. Denn er wollte, dass es keine Uneinigkeit im Körper gibt, sondern jeder Teil sich um den anderen kümmert. Wenn irgendein Teil des Körpers leidet, dann leiden alle anderen mit ihm. Und wenn irgendein Teil des Körpers geehrt wird, freuen sich alle anderen mit.

Ihr seid zusammen der Leib Christi; jeder einzelne von euch ist ein Teil davon. Jedem hat Gott seinen bestimmten Platz zugewiesen. [Zuerst kommen die Apostel, dann die Propheten, dann die Lehrer. Dann kommen die, die Wunder tun oder heilen können, die helfen oder verwalten oder in unbekannten Sprachen reden. Nicht alle sind Apostel, nicht alle Propheten, nicht alle Lehrer. Nicht jeder kann Wunder tun, Kranke heilen, in unbekannten Sprachen reden oder diese Sprachen übersetzen. Bemüht euch um die höheren Gaben!]

Aus: Die Gute Nachricht. Die Bibel in heutigem Deutsch.

Verkündigung


Eine Melodie, ein Essen, ein Mobile, ein Körper... all das besteht aus vielen unterschiedlichen Teilen. Jeder Teil davon ist wichtig und leistet einen Beitrag für das Ganze. Manchmal ist das ganz schön schwierig, dass diese verschiedenen Teile gut zusammen passen. Denn jeder Teil ist ja anders, benimmt sich anders und braucht etwas anderes.

So ist es auch bei uns hier auf Lager. Wir sind viele verschiedene Menschen, die hier gemeinsam Zeit verbringen und zusammen leben. Das ist oft sehr schön, zum Beispiel wenn wir gemeinsam spielen, am Lagerfeuer sitzen, essen,... (Hier könnt ihr auch kurz gemeinsam überlegen, was ihr bisher Schönes gemeinsam erlebt habt.)

Manchmal kann das Zusammenleben aber auch eine große Herausforderung sein. Wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, wenn einige schon müde sind und andere noch plaudern wollen, wenn wir verschiedene Dinge machen wollen, die nicht alle gleichzeitig möglich sind...

Das ist grundsätzlich auch gut so und auch nichts Schlimmes, denn es wäre ja auch langweilig, wenn wir alle gleich wären und immer gleich denken würden!

Die Körperteile...


Nach diesen einleitenden Worten teilen sich die Kinder jeweils mit einem/einer Gruppenleiter/in in fünf Kleingruppen. Wenn ihr eine sehr große Gruppe seid, könnt ihr euch auch in 10 Kleingruppen teilen und alle Gruppen doppelt machen. Jede Gruppe bekommt ein Plakat sowie Malfarben und Eddings und soll auf das Plakat jeweils einen anderen Körperteil malen: einen Kopf, einen Oberkörper, einen linken und einen rechten Arm sowie ein linkes und ein rechtes Bein. Diese Körperteile sollten von der Größe her in etwa zusammenpassen.

Jede Gruppe bekommt außerdem einen Zettel mit folgenden Fragen:

  • Wann fällt es uns leicht, wie die Teile eines Körpers als Gruppe ein Ganzes zu bilden?
  • Wann fällt es uns schwer?
  • Was braucht es, damit wir gut zusammenleben können?
  • Was kann jeder und jede Einzelne dazu beitragen, dass wir wie Köperteile gut zusammenpassen?


Die Antworten auf diese Fragen sollen auf das Plakat geschrieben werden. Der/die Gruppenleiter/in moderiert das Gespräch und hilft den Kindern, das Bild aus der Bibelstelle mit konkreten Situationen aus dem Leben der Kinder zu verbinden. Es soll dabei nicht um schnelle und "richtige" Antworten gehen, die aber abstrakt bleiben (z.B. "Wir sollen nicht streiten.", "Wir sollen Rücksicht nehmen." usw.), sondern es soll die ganze Fülle an schönen und schwierigen Seiten des Zusammenlebens in einer Gruppe zur Sprache kommen können.

Bevor wieder alle zusammen kommen, können die Kleingruppen gemeinsam eine Fürbitte aus ihrem Gespräch formulieren. Wenn das den Kindern schwer fällt oder sie es nicht machen wollen, sollte das der/die Gruppenleiter/in übernehmen.

...bilden gemeinsam ein Ganzes!


Dann werden die Plakate gut sichtbar zusammen so aufgehängt, dass sie einen großen Körper bilden. Dabei wird ein buntes Bild entstehen, das vielleicht manchmal besser, manchmal nicht so gut zusammenpasst. So wie das Leben in einer größeren Gruppe eben ist!

Die Kinder oder die Gruppenleiter/innen können kurz berichten, was sie in den Kleingruppen gesprochen haben.

Anschließend werden die Fürbitten gelesen.

Abschluss-Segen


Gott segne uns alle, die wir hier gemeinsam ein Lager verbringen.
Er segne die Mädchen und die Buben,
er segne die Kinder, die Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen.
Gott sei bei uns in den Momenten, in denen wir miteinander lachen, spielen und Spaß haben.
Er unterstütze uns in den Momenten, in denen wir uns schwer tun miteinander, in denen wir unterschiedlicher Meinung sind und streiten.
Er begleite uns in allen Momenten unseres Lebens.
Amen.

Autor/in: Christine Anhammer und Verena Vichytil

Publikation: kumquat "Folgen" 2/2006

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Lager-Kategorie: Gottesdienst

Schlagwörter: Gottesdienst, Lager