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Ein Leben in Fülle

Gruppenstunde | Alter: 9-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Von einem Leben in Fülle ist bereits in der Bibel immer wieder die Rede. Dabei wird nicht nur Bezug auf ein Reich Gottes oder ein Leben nach dem Tod genommen, sondern es werden auch Visionen für ein Leben in dieser Welt entwickelt, die davon ausgehen, dass ein gutes Leben für alle Menschen nicht nur möglich, sondern auch eine Verpflichtung ist.

Material

  • Gegenstände, Bilder, Stichwortzettel
  • Plakate
  • Material für Collagen (Zeitschriften, Klebstoff, Papier)
  • kopierte Bibelstelle
  • kleine Zettel, Stifte

Aufbau

Durch Einteilen von Begriffen entsteht eine erste Annäherung an den Begriff Fülle. Dann überlegen sich die Kinder in Kleingruppen, was zu einem guten Leben gehört. Diese Ergebnisse werden mit Bibelstellen verglichen und Gemeinsamkeiten, Widersprüche und Fragen herausgefunden. Zum Abschluss überlegt ihr, was das Leben in Fülle gefährdet.

 

Knappheit, Fülle, Überfluss


Zu Beginn der Gruppenstunde hast du verschiedene Gegenstände (z.B. Geldschein, Apfel, Zeitung, Krug mit Wasser, DVD,...), Bilder (z.B. von einer schönen Berglandschaft, einer Müllhalde, Fischschwarm,...) und Stichworte (z.B. Information, Umweltverschmutzung, Mitgefühl, Musik, Zeit,...) auf Zetteln mitgebracht und in der Mitte aufgelegt, sodass alle sie gut sehen können.

Gemeinsam überlegt ihr nun für alle Dinge, ob es von ihnen zu wenig oder zu viel gibt oder, ob man das so nicht sagen kann. Anschließend kannst du alle Dinge, die zu wenig vorhanden sind, mit "Knappheit" überschreiben, alle, die zu viel sind, mit "Überfluss".

Nun schaut ihr euch die Begriffe noch einmal an und schaut, ob es auch etwas gibt, von dem man nicht zu viel haben kann. Diese Gruppe könnt ihr mit "Fülle" überschreiben. Im Laufe der Gruppenstunde kann sich diese vorläufige Definition von "Fülle" noch verändern und erweitern.

Leben in Fülle


Nach diesem ersten Annähern an den Begriff der "Fülle" versucht ihr nun herauszufinden, was mit einem Leben in Fülle gemeint sein könnte. Dafür überlegen sich die Kinder in 2er- oder 3er-Gruppen, was und wie viel davon für einen einzelnen Menschen bzw. eine Gruppe von Menschen wichtig für ein gutes Leben ist.

Dafür hast du für jede Kleingruppe ein Plakat vorbereitet, auf dem ein Mensch bzw. eine Gruppe von Menschen zu sehen ist, darüber steht: "Für ein Leben in Fülle brauche/n ich/wir...". Dazu können die Kleingruppen auch passende Bilder aufkleben bzw. eine Collage gestalten.

Anschließend stellen alle Kleingruppen ihre Ergebnisse vor und können bei den anderen nachfragen. Dann hängt ihr die Plakate auf.

Ein Leben in Fülle in der Bibel


Die Bibel spricht auch an verschiedenen Stellen von einem Leben in Fülle. Gemeinsam schaut ihr euch nun einige dieser Bibelstellen an und versucht, Gemeinsamkeiten mit euren Ergebnissen aber auch Fragen und Widersprüche zu finden, die ihr dazuschreibt.

Mögliche Bibelstellen


Die hier vorgeschlagenen Bibelstellen erheben keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit und können von dir noch erweitert werden.

Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Lk 12, 33-34

Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung!
Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen.
Jes 55, 1-2

Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.
Apg 2, 43-47

Was die Fülle bedroht/vermehrt


In den Bibelstellen kommt nicht nur vor, wie ein Leben in Fülle aussehen kann, sondern auch, was es dafür nicht braucht bzw. was ein Leben in Fülle erleichtert. Vorher habt ihr euch Gedanken darüber gemacht, was zu einem Leben in Fülle dazugehört. Zum Abschluss der Gruppenstunde versucht ihr nun herauszufinden, was ein Leben in Fülle fördert. Dafür sammelt ihr Begriffe und Dinge, die ein Leben in Fülle fördern — diese schreibt ihr auf Kärtchen und klebt sie zu euren Plakaten dazu. Findet ihr etwas, das ein Leben in Fülle behindert, schreibt ihr es ebenfalls auf, streicht es durch und klebt es auf.

Zum Abschluss der Gruppenstunde spielt ihr das Spiel Steigerungskarussell, bei dem eine kleine Bewegung oder ein Geräusch immer mehr und größer wird (oder ein anderes Spiel, das ihr alle gerne mögt).
Alle stehen im Kreis. Nun beginnt ein Kind, indem es eine Bewegung und ein Geräusch dazu macht. Beide sollen leicht nachzumachen sein. Sein/e Nachbar/in übernimmt diese, steigert die Lautstärke und vergrößert die Bewegung. Sind Geräusch und Bewegung wieder beim Ausgangspunkt angekommen, beginnt ein anderes Kind mit einer neuen Bewegung und einem neuen Geräusch.
Geräusche und Bewegungen können natürlich auch genauso in der Lautstärke verringert und verkleinert werden. Dazu ist es nötig, mit einem lauten Geräusch und einer großen Bewegung zu beginnen.

Autor/in: Christina Schneider mit Ideen von Bernhard Binder

Publikation: kumquat "Es reicht" 1/2006

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Schlagwörter: Bibel, Werte, Ungerechtigkeit