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Kinderarbeit verbieten?

Gruppenstunde | Alter: 12-15 | Aufwand: hoch

Ziel

Weltweit tragen 246 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren durch Arbeit zur Existenzsicherung ihrer Familie bei. Die meisten Kinder arbeiten im so genannten informellen Sektor, also dort, wo es weder Verträge noch Sozialleistungen gibt: Sie arbeiten mit ihren Eltern in der Landwirtschaft, sie verdingen sich auf den Straßen der großen Städte als Schuhputzer/innen, Zeitungsverkäufer/innen oder Lastenträger/innen, sie betteln, sie schuften isoliert und ohne Pause als Dienstmädchen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Kinderarbeiter/innen sind in Betrieben beschäftigt, die Waren exportieren - wie etwa in Textilfabriken, Teppichmanufakturen oder auf Kakao- und Kaffeeplantagen.

Zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit zählen Sklaverei, Schuldknechtschaft, kommerzielle sexuelle Ausbeutung, Kinderhandel und die Zwangsrekrutierung für Kampfhandlungen. In diesem Zusammenhang sollte man aber nicht mehr von "Arbeit" sprechen, sondern von Verbrechen.

Der Begriff Kinderarbeit ist sehr weit interpretierbar. Von Mithilfe im familiären Haushalt mit genügend Raum für Bildung und Freizeit bis hin zu oben genannter ausbeuterischer Kinderarbeit. Kinderarbeit ist also nicht gleich Kinderarbeit.
Darauf machen auch immer wieder arbeitende Kinder aufmerksam, die sich organisiert haben und ihre Entwicklung selbst bestimmen wollen. Sie wollen ernst genommen und in ihrer Leistung geschätzt werden. Sie wollen bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, aber nicht alle wollen, dass ihre Arbeit abgeschafft wird. Ausbeutung aber, darin sind sich alle einig, muss abgeschafft werden.
Im Kampf gegen Kinderarbeit sollte neben Bildungsprogrammen und Armutsbekämpfung auch den betroffenen Kindern Gehör geschenkt werden.

Weitere Hintergrundinfos, Bilder und Geschichten findest auf: www.dka.at/bildungsarbeit/kinderarbeitindex.htm.

Material

  • Hintergrundmaterial (Lebensgeschichten von Kindern, Bilderausstellung mit Beschreibungen, Artikeln zum Thema etc. findest du auf: www.dka.at/bildungsarbeit/kinderarbeitindex.htm.)
  • Plakat
  • Stifte
  • Papier (evtl. Maxerl mit Sprechblasen)

Aufbau

Nach einer ersten Auseinandersetzung mit dem Thema (Lesen von Lebensgeschichten, Bilderausstellung,...) versetzt ihr euch in verschiedene Rollen und deren Sichtweisen. Ihr überlegt euch Argumente und Meinungen, um bei einer "Offen gesagt" Fernsehdiskussion eure Standpunkte zu vertiefen.

 

Beginn
Für eine erste Auseinandersetzung mit dem Thema hast du Hintergrundinfos, Fotos und Geschichten im Raum aufgelegt.
Am Beginn der Stunde könnt ihr herumgehen und euch informieren. Dazu kannst du leise Musik spielen lassen. Auf einem Plakat in der Mitte des Raumes könnt ihr eure eigenen Assoziationen zum Thema Kinderarbeit aufschreiben (z.B. mit dem Satz: Wenn ich "Kinderarbeit" höre, dann denke ich an...)

in Rollen versetzen...
Die Kids bilden zwei Kleingruppen. Jede Kleingruppe bekommt drei Rollenbeschreibungen. Nun ist es ihre Aufgabe, sich in die jeweiligen Rollen hineinzuversetzen und die bisherigen Informationen aus dem Blickwinkel der/desjenigen noch einmal durchzudenken. Was denkt er/sie über das Thema? Was spricht für sie/ihn gegen oder für Kinderarbeit? Schreibt eure Argumente und Meinungen auf (z.B. auf Maxerln mit Sprechblasen).
Das macht ihr für alle drei Rollen. Die Rollenbeschreibungen findest du im Anschluss an die Gruppenstunde.

"Offen gesagt"
Ihr seid zur Fernsehdiskussion "Offen gesagt" zum brisanten Thema "Kinderarbeit verbieten?" eingeladen. Ausgestattet mit den von euch gesammelten Argumenten, kommen 2-3 Vertreter/innen (je nachdem, wer welche Rolle übernehmen möchte) aus jeder Kleingruppe zusammen.
Du als Gruppenleiter/in übernimmst die Rolle des/der Moderators/in. Du stellst die geladenen Gäste vor (siehe Rollenbeschreibungen) und eröffnest die Diskussion. Ein Sessel bleibt frei, damit sich auch die Kids, die nicht als Vertreter/in mitdiskutieren, dazusetzen können, wenn sie zu einem Thema etwas sagen und zeitweise in die Diskussion einsteigen wollen. Achte beim Moderieren darauf, dass jede/r, der/die möchte, zumindest einmal drankommt, und beschließe die Diskussion mit einer Abschlussrunde, in der sich jede/r noch einmal äußern kann.

Wenn ihr Lust bekommen habt, auch andere Leute in eurer Pfarre auf das Thema aufmerksam zu machen, könnt ihr eine Ausstellung mit den von euch gestalteten Plakaten, gesammelten Argumenten, Bildern etc. machen.

Rollenbeschreibungen:

Wenn Kids aus deiner Gruppe denselben Namen haben, wie in den Rollenbeschreibungen, dann ändere diese ab.

Für Gruppe eins:

Silke:
Du liebst es, trendige Mode zu tragen. Du bist Studentin und hast nicht so viel Geld, daher kaufst du bei billigen Modeketten. Aber du bist verunsichert, weil du gehört hast, dass dein Lieblingsgeschäft nur deswegen so billig ist, weil viele der Produkte durch Kinderarbeit hergestellt werden.

Mirjam:
Du bist 14 Jahre alt und seit drei Jahren arbeitest du als Hausmädchen bei einer reichen Familie. Die Arbeit macht dir keinen Spaß und das Versprechen, dass du zur Schule gehen darfst, wurde nicht eingehalten.

Kerim:
Du bist 15 Jahre alt und arbeitest seit deinem 13. Lebensjahr als Lastenträger. Du bist stolz, so zum Einkommen deiner Familie beitragen zu können. Du hast dich mit anderen Kindern, die auch arbeiten, zusammengeschlossen. Gemeinsam fordert ihr bessere Arbeitsbedingungen.


Für Gruppe zwei:

Arman:
Du bist ein wohlhabender Fabriksbesitzer und beschäftigst in deiner Fabrik gerne Kinder. Sie sind fleißig und beschweren sich nicht. Da du ihnen Arbeit gibst, können sie zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen.

Yusefa:
Du hast einen Sohn, Marco. Er ist 14 Jahre alt. Sein Vater ist vor einigen Jahren gestorben und somit geht er jetzt arbeiten, damit zumindest seine jüngeren Geschwister zur Schule gehen können. Du bist froh, dass er dir hilft. Ohne ihn wüsstest du nicht, wie es weitergehen soll.

Inge:
Du bist Lehrerin. Du bist gegen jede Art von Kinderarbeit. Der einzige Ort, an dem Kinder "arbeiten" sollten, ist die Schule. Kinderarbeit soll endlich überall verboten werden.

Autor/in: Clara Handler

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