• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Beten in der Jungschar?

Gruppenstunde Lager | Alter: 8-13 | Aufwand: niedrig

 

Vielleicht ist das für dich und deine Gruppe etwas ganz Selbstverständliches. Vielleicht findest du den Gedanken spannend, bist dir aber unsicher, wie du das angehen sollst. Jungschar bietet einen Raum, um miteinander neue Erfahrungen zu machen, auch im religiösen Bereich — im Folgenden findest du einige grundsätzliche Überlegungen, was Beten ist oder sein könnte und einige Bausteine für gemeinsames Beten mit Kindern.

Beten in der JS-Stunde kann etwas sehr Schönes sein. Es kann einerseits ganz selbstverständlicher Teil eures Alltags miteinander sein, z.B. durch ein bestimmtes Gebet oder Lied immer am Schluss der Gruppenstunde. Andererseits kann beten auch in Ausnahmesituationen sehr gut tun, wenn etwas Schlimmes passiert ist, z.B. jemand gestorben ist, ihr euch ohnmächtig fühlt und selbst nicht viel tun könnt. Je persönlicher das Gebet gestaltet ist, je mehr es dem Leben der Kinder und eurer Gruppe entspricht, desto besser.

Was ist beten?


Beten kann zunächst einmal bedeuten, still zu werden, innezuhalten. Den Alltag zu unterbrechen und sich auf sich zu besinnen. Ruhig werden fällt nicht jedem gleich leicht. Vielleicht hilft uns Entspannungsmusik, vielleicht haben wir´s gern dunkel um uns herum. Der Raum, das Licht, vertraute Umgebung bzw. Menschen sind da ganz wichtig. Den Raum zu gestalten ist also ein wichtiger Schritt. Z.B. kannst du Kerzen entzünden, Räucherstäbchen verwenden, das Licht dimmen — einfach schauen, dass eine angenehme Atmosphäre entsteht.

Beten kann auch heißen, gemeinsam ein formuliertes Gebet zu sprechen, z.B. das Vater Unser oder das Jungschargebet. Oder ihr könnt versuchen, eure eigenen Worte zu finden — so könnt ihr euch z.B. am Ende einer Stunde zusammensetzen und du beginnst Gott davon zu erzählen, was du heute an der Stunde schön gefunden hast, vielleicht will auch das eine oder andere Kind für etwas danken, eine Erfahrung einbringen. Dann könntest du z.B. noch einen Segen erbitten für die nächste Woche, bis ihr euch wieder seht.

Beten muss aber nicht immer reden bedeuten. Auch ein Tanz oder ein Lied können ein Gebet sein.

Beten auf Knopfdruck?


Beten kann etwas sehr Schönes sein, funktioniert aber wie viele Dinge im Leben nicht "auf Befehl". Daher ist es ganz wichtig, dass du weder dir selbst, noch deinen Kindern Druck oder Zwang auferlegst. Niemand muss etwas sagen, wenn er oder sie das nicht will — wenn ihr also z.B. Gott um etwas bitten wollt, könnt ihr das so lösen, dass ihr eine Kerze herumreicht. Jede/r, der/die sie in Händen hält, kann etwas sagen, muss das aber nicht, sondern kann sie auch einfach weitergeben.

Bausteine:



Auf dem Weg sein...


Das Labyrinth ist ein Symbol, das erfahren, erlebt und begangen werden will. Beim meditativen Gehen im Labyrinth geht es um den Weg in die eigene Mitte. Das Labyrinth bietet einen Weg, gibt also Sicherheit, Halt und eine Mitte, in der ich mich und vielleicht auch ein Stück weit Gott finden kann. In der Mitte darf ich aber nicht stehen bleiben. Ich muss mich umdrehen/die Gehrichtung verändern, um wieder in das "Leben draußen" zu gelangen.

Wie du das Labyrinth mit Kindern nutzen kannst:

Ein Labyrinth in einem großen Raum oder im Freien aus- bzw. auflegen; dann einfach den langen Weg gehen, laufen, tanzen oder feierlich beschreiten, schauen, wem ich wo im Labyrinth begegne, wohin der Weg mich führt.

Einzelne Sätze eines Gebetes (z.B. Vater Unser) oder eines Bibeltextes (z.B. Psalm-Gebet) in Form von Kopien für alle Teilnehmer/innen auf den Labyrinthweg legen. Auf dem Weg ins Labyrinth die Sätze einsammeln und, in der Mitte angekommen, den Text in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen.

Jede/r geht behutsam mit einem brennenden Teelicht durchs Labyrinth. In der Mitte ist ein Platz vorbereitet, wo die Teelichter nach und nach abgestellt werden. Dazu läuft ruhige Hintergrundmusik.

Beten heißt auch Fragen stellen dürfen. Ihr könnt durch das Labyrinth gehen und dabei eure Fragen an Gott stellen. Ihr könnt eure Fragen auf Zetteln notieren und diese im Labyrinth ablegen. Ihr könnt während des Beschreitens auch die Fragen der anderen mit in eure Gedankenwelt nehmen. Wichtig dabei ist, dass alle Fragen zulässig sind. Fragen könnten z.B. sein: Wie siehst du aus? Warum kann ich dich nicht sehen? Wer bist du? Gibt es dich überhaupt? Beim herausgehen aus dem Labyrinth könnt ihr die eine oder andere Frage vielleicht für euch beantworten, vielleicht wollt ihr sie auch "mitnehmen".

Material:
Eine große leere Fläche (Wiese oder großer Raum), lange Stoffstreifen oder Seile oder Tafelkreiden, eventuell Doppelklebeband oder mittelgroße Steine, um die Labyrinthstreifen auf dem Boden zu fixieren.
(Aus: Gott geht mit: S. 52:)


Ein gemeinsames Gebetsbuch


Jedes Kind kann ein ihm wichtiges Gebet mitbringen, die ihr dann in ein gemeinsames Buch schreibt. Sei es eines, das es als kleines Kind mochte, oder das Tischgebet, das es am liebsten hat. Oder einfach nur ein Spruch oder Lied, das es zum Nachdenken motiviert hat. Gemeinsam könnt ihr jedes Mal eines dieser Gebete sprechen, vielleicht wollt ihr euch auch gegenseitig erzählen warum euch dieses Gebet anspricht. Ihr könnt auch ein Gebet herausgreifen, das allen besonders gefällt, und dazu malen. Die Zeichnungen könnt ihr dann ins Buch dazu kleben. Ihr könnt euer Buch ständig erweitern und so wird es über die Jahre zu einem gemeinsamen Schatz an Gebeten.

Meditations- und Stilleübungen:


Auch verschiedene Formen von Stilleübungen oder Traumreisen können eine Form von Gebet sein. Achte darauf, dass es angenehm warm im Raum ist, sorge für angenehme Atmosphäre. Eine vertraute Umgebung, in der sich die Kinder geborgen und sicher fühlen, ist ganz wichtig. Ihr könnt euch hinlegen, wenn das angenehm möglich ist und jede/r genug Platz hat. Aber ihr könnt auch sitzen, z.B. im Schneidersitz. Die Übungen sollten für Kinder etwa 15 Minuten dauern. Anschließend leitest du Kinder dabei an, ganz bewusst auf ihren Atem zu hören, ihre einzelnen Körperteile zu spüren. Eine ausführliche Anleitung dafür findest du unter http://wien.jungschar.at.

Wer möchte, schließt jetzt die Augen.
Macht es euch bequem, so bequem wie möglich... und noch ein bisschen bequemer... Die Arme ganz entspannt, die Handflächen zeigen nach oben. Deine Beine ganz entspannt.
Du bist vollkommen ruhig. Deine Arme sind schwer. Deine Beine sind schwer. Ganz schwer. Dein Körper fühlt sich warm an. Du atmest ruhig. Versuche dich auf deinen Atem zu konzentrieren... Wenn deine Gedanken abschweifen, kehre einfach immer zurück zum Atem. Beobachte ihn. Wie er raus und rein strömt. Versuche ihn nur zu beobachten. Verändere ihn nicht, greif auch nicht ein, wenn er schnell geht, dann geht er eben schnell, wenn er langsam und ruhig ist, dann beobachte auch das nur. Ohne ihn bewusst zu verändern... Spüre wie er kommt... und wie er geht... dein Herz schlägt ruhig. Dein Bauch ist warm. Deine Arme und Beine sind ganz schwer und warm. Spür den Boden unter dir. Lass dich sinken....

Beobachte deinen Atem. Wie er kommt... und wie er geht... Bei jedem Ausatmen denken wir jetzt an alle Sachen, die uns momentan bedrücken, die uns im Weg stehen, oder irgendwie im Magen liegen, wir atmen all das aus.... und mit jedem Atemzug nehmen wir neue, gute Energie auf. Alles, was wir schön und angenehm finden, nehmen wir durch das Einatmen in uns auf. Alles was uns bedrückt, geben wir ab, indem wir ausatmen, und an alles Schöne denken wir beim einatmen.....
Langsam ist alles Negative durch das positive ausgewechselt. Ganz ruhig und entspannt sind wir. Ganz still.
Bewegt jetzt langsam eure Arme und Beine wieder. Streckt euch, räkelt euch, gähnt wenn euch danach ist, kommt langsam wieder zurück und öffnet die Augen.

Bereits formulierte Gebete:


Es ist gut und wichtig, manchmal für Gebete eigene Worte zu finden. Aber auch bereits von anderen formulierte Gebete können im Gruppenalltag wichtig sein, z.B.

Das Jungschargebet:
Jesus Christus, in der JS sind wir eine Gemeinschaft, die nach deinem Vorbild leben möchte.
Gemeinsam können wir Freundschaft und Freude erleben. Miteinander fällt es uns auch leichter, Schwierigkeiten zu überwinden. Hilf uns, dass wir zusammenhalten und einander gut verstehen. Es soll uns nicht gleichgültig sein, wie es anderen geht. Wir wissen, dass du immer bei uns bist. Wir danken dir dafür.

Viele nette Kindergebete findest du in diesen beiden Büchern: Erwin Grosche/Dagmar Geisler: "Pass gut auf mich auf. Gute-Nacht-Gebete für Kinder" und "Hier ist noch Platz für dich. Tischgebete für Kinder", erschienen im Verlag Thienemann.

Autor/in: Clara Handler und Kathi Wexberg

Publikation: kumquat 1/05

Share |

 

Schlagwort: Religiöses