• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Mal schnell, mal langsam

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Viele Tätigkeiten haben in unserem Alltag ein bestimmtes Tempo: Wir entspannen uns ganz langsam und ruhig, wir zwinkern kurz und schnell und wir gähnen meist langsam und ausgedehnt. In dieser Gruppenstunde haben die Kinder die Möglichkeit, alltägliche Tätigkeiten und Bewegungen einmal anders zu probieren, das Tempo zu erhöhen oder zu verlangsamen und Spaß am Tempowechsel zu haben.

Material

  • ...ist bei den einzelnen Teilen der Gruppenstunde bzw. den Bausteinen angegeben.

Aufbau

Das Thema ist sowohl für Gruppen mit jüngeren, älteren oder gemischaltrigen Kindern geeignet. Für jüngere Kinder gibt es die Aktion "Dos — Der zweigeteilte Planet", für Ältere Bausteine, die du beliebig zusammensetzen kannst.

 

"Dos — Der zweigeteilte Planet" (für Jüngere)



Material:

  • Kreide oder Tesakrepp
  • Schilder für die Teile des Planeten
  • Material für "Wasserspiele": Wasser, Becher, div. Material (Wolle, Karton, Strohhalme,...), 2 Kübel o.Ä., evtl. Stoppuhr
  • Tuch

    Am Beginn der Stunde erzählst du den Kindern, dass ihr auf einen neuen, noch unbekannten Planeten gestoßen seid: Dos — den zweigeteilten Planeten. Das besondere an Dos ist, dass auf jeder der beiden Seiten ein ganz anderes Tempo herrscht. Auf der einen Seite (Dosss) vergeht die Zeit nämlich unglaublich schnell — während eines Tages auf der Erde geht auf dieser Seite die Sonne 3x auf und unter! Auf der anderen Seite des Planeten (Dooos) hingegen geht alles ganz, ganz langsam vor sich — während auf der Erde eine ganze Woche vergangen ist, ist auf dieser Seite gerade erst einmal Montag gewesen. Klar, dass sich auf Dosss alle Bewohner/innen unglaublich schnell bewegen, damit sie rechtzeitig am Abend mit allen Sachen, die sie untertags gerne tun wollen, fertig sind. Auf Dooos hingegen geht es sehr gemächlich vor sich.

    Entdeckungsreise


    Im Gruppenraum hast du die beiden Teile des Planeten "eingezeichnet", indem du in der Mitte eine Trennlinie machst (mit Kreide oder Tesakrepp) und in jeder Hälfte ein Schild mit dem entsprechenden Namen aufhängst. Nun könnt ihr auf Entdeckungsreise losziehen und verschiedene alltägliche Tätigkeiten in beiden Hälften ausprobieren. Zu Beginn schlägst du einige Tätigkeiten oder Bewegungen vor, damit sich die Kinder etwas vorstellen können, z.B. winken, Soletti (ev. zu zweit) knabbern, hinsetzen, zwinkern, hüpfen, lachen,... Diese werden ganz langsam oder ganz schnell ausprobiert, je nachdem, auf welcher Seite die Kinder sich gerade befinden. Dann können die Kinder selbst Bewegungen o.Ä. vorschlagen.
    Nun könnt ihr euch zum einen überlegen, ob es Tätigkeiten gibt, die nicht schnell bzw. nicht langsam durchgeführt werden können (z.B. Kann man langsam nießen?). Zum anderen könnt ihr euch austauschen, ob die Bewohner/innen der beiden Planeten-Hälften wohl Vor- oder Nachteile haben: Gibt es Sachen, bei denen es angenehm ist, wenn sie schnell vorbei gehen — oder bei denen es schade ist, wenn sie zu schnell vorbei sind? Gibt es Dinge, die ganz langsam sein sollen — oder bei denen es unangenehm ist, wenn sie sehr lange Zeit dauern?

    Als nächsten Schritt gilt es auszuprobieren, was passiert, wenn Bewohner/innen von Dooos und Dosss aufeinander treffen. Dazu überlegen sich die Kinder in Kleingruppen eine kurze Szene, die sie dann den anderen vorspielen. Du hast einige Situationen vorbereitet, die die Kinder verwenden können, z.B. "Bei der Straßenbahn-Station — die Straßenbahn kommt zu spät", "Die Hochzeit — ein/e Dossser/in und ein/e Doooser/in heiraten!",...

    Die Bewohner/innen von Dosss und Dooos sind mit einem Problem an euch herangetreten:
    Auf Dosss gibt es leider sehr wenig Wasser, weil dieses viel zu schnell fließt — kaum ist es da, ist es auch schon wieder weg. Auf Dooos gibt es ein ähnliches Problem, auch hier gibt es zu wenig Wasser, weil es so langsam fließt, dass es gleich wieder versickert. Eure Aufgabe ist nun Folgendes:
    In Dosss: Versucht Wasser einen möglichst langen Weg möglichst langsam fließen zu lassen. Dazu konstruiert ihr eine Bahn aus verschiedenen Materialien (z.B. Wolle, Karton, Strohhalme, Becher, Tixo, Klebstoff,...) und lasst dann das Wasser durchfließen.
    In Dooos: Versucht Wasser möglichst schnell mit (evtl. unterschiedlich großen) Bechern von einem Kübel zu einem anderen zu transportieren. Voraussetzung ist, dass jedes Kind daran beteiligt ist. Ihr könnt eure Zeit stoppen und bei einem weiteren Durchgang eine neue, vielleicht noch schneller Variante probieren.

    Als Abschluss eurer Reise zeigen euch die Bewohner/innen des Planeten noch zwei Varianten von Spielen, die auch auf der Erde bekannt sind:

    Rosa Dos


    Ein Kind hat ein rosa Tuch und fragt "Wer fürchtet sich vor dem/der Rosa Dos?" Die anderen rufen natürlich: "Alle!" Der/die Rosa Dos möchte, dass sich die Kinder weniger fürchten und sagt z.B. "Dann fürchtet euch zu dritt." Kinder in Dreiergruppen sind nun vor dem Gefangen-Werden geschützt. Der/die Rosa Dos versucht nun ein Kind zu fangen, das in keiner Dreiergruppe steht. Dieses ist dann der/die neue Rosa Dos. Die Gruppen bilden sich immer wieder neu, um andere zu schützen. Da der/die Rosa Dos ein eher gemütliches Tier ist, läuft er/sie den Kindern nicht nach, sondern verwendet andere, gemächlicherer Fortbewegungsarten, z.B. hüpfen, einen Fuß nach dem anderen hinstellen, auf allen Vieren, usw. Die Gangart, die der/die Dos wählt, machen alle Kinder nach.
    Der/die Dos kann jede beliebige Zahl rufen. Hat er/sie keine Lust mehr, lässt er/sie das rosa Tuch fallen und ein anderes Kind schlüpft in die Rolle.

    Dirigent/in raten


    Die Kinder sitzen im Kreis, zwei Detektivkinder gehen kurz weg. Die anderen entscheiden sich lautlos für ein Kind, das Bewegungen vorzeigt: den/die Dirigent/in. Der/die Dirigent/in macht nun nacheinander verschiedene Bewegungen, die alle anderen nachmachen. Das soll jedoch unauffällig geschehen, damit der/die Dirigent/in von den Detektivkindern, die ihn/sie suchen, nicht sofort entlarvt werden kann. Die Detektivkinder können zwischendurch Dooos oder Dossss rufen, dann muss der/die Dirigent/in das Tempo verlangsamen oder beschleunigen!



    Tempo-Bausteine (für Ältere)



    schnelle Bausteine:



    Rederei
    Zwei Kinder sitzen einander gegenüber und versuchen, sich zu einem beliebigen Thema möglichst schnell zu unterhalten, ohne dass eine Gesprächspause entsteht. Variante: Alle Kinder probieren das gleichzeitig (zu zweit oder dritt) aus.

    Zungenbrecher
    Ihr probiert verschiedene Zungenbrecher aus und erfindet eigene.
    "Fischers Fritze fischt frische Fische; frische Fische fischt Fischers Fritze."
    "Zwei Astronauten kauten und kauten, während sie blaugrüne Mondsteine klaubten."
    "Am zehnten Zehnten um zehn Uhr zehn zogen zehn zahme Ziegen zehn Zentner Zucker zum Zoo."

    Entspannung jetzt!
    Grundsätzlich geht es beim Entspannen ja meist recht langsam, gemächlich und ruhig zu. Nun könnt ihr probieren, eine möglichst wirksame und schnelle Form der Entspannung zu finden. Die "Versuchsperson" überlegt sich, was ihr gut tut, um sich entspannen zu können — vielleicht braucht sie ruhige Musik, eine Rückenmassage, gefächelte Luft,... dazu? Nun gilt es zu probieren, ob es tatsächlich möglich ist, bei jemandem schnell Entspannung herbeizuführen...

    langsame Bausteine:



    Wasser-Spiel
    Material: z.B. Wolle, Karton, Strohhalme, Becher, Tixo und Klebstoff, Wasser
    Die Kids versuchen, mithilfe verschiedenen Materials Wasser einen möglichst langen Weg möglichst langsam fließen zu lassen.

    Murmel-Flug
    Material: z.B. Watte, (Seiden-) Papier, Schnüre, Stoff usw., Murmeln
    Die Kids versuchen, mithilfe verschiedener Materialien den Fall einer Murmel aus einer vorher vereinbarten Höhe zu verlangsamen. (Variante: Es wird ein gekochtes Ei verwendet.)

    Was heißt das?
    Die Kinder teilen sich in zwei Kleingruppen, jede Gruppe überlegt sich einige lange, tatsächlich verwendete Wörter, z.B. Mineralwasserflasche. Eine Gruppe beginnt damit, ihr Wort ganz langsam auszusprechen. Die andere Gruppe versucht nun zu erraten, um welches Wort es sich handelt, möglichst bevor die andere Gruppe mit dem Wort fertig ist. Dann wird gewechselt.

    Autor/in: Andrea Jakoubi und Hanni Traxler

Publikation: kumquat 3/04

Share |

 

Schlagwörter: Sinne, Experimente