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Gerüchten auf der Spur!

Gruppenstunde | Alter: 10-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

In dieser Gruppenstunde geht es darum, sich gemeinsam anzuschauen, wie Gerüchte entstehen können, sich zu überlegen, ob/wie man Gerüchte von Tatsachen unterscheiden kann und, was alles abläuft, wenn wir jemandem etwas mitteilen

Aufbau

Zu Beginn der Gruppenstunde begrüßt du deine Kids und erklärst, dass es heute um das Thema "Gerüchte" gehen wird.
Am Beginn geht es dann darum, selbst zu erproben, wie Gerüchte denn so entstehen können ("Wie bitte entstehen Gerüchte?") und anschließend zu überlegen, wie das mit Gerüchten in unserem Alltagsleben ausschaut ("Gerüchte ganz konkret").

 

Gerücht: [althochdeutsch gehruafti; Rufen, Geschrei], mündlich weitergegebene, unverbürgte Nachricht, umlaufendes Gerede (Klatsch) [...]



Wie bitte entstehen Gerüchte?


Bei den folgenden Spielen geht es darum, dass Informationen immer individuell wahrgenommen werden. Manches wird in der eigenen Phantasie ausgeschmückt, durch persönliche Vorstellungen oder Vorwissen ergänzt — was einem nicht wichtig erscheint, nimmt man oft gar nicht wahr und lässt es auch beim Weitererzählen einfach weg.
In diesen Spielen kann man das Phänomen "Gerüchte verbreiten" sehr einfach beobachten, sprich deine Kids immer wieder mal zwischendurch darauf an und lass sie "analysieren", was da eigentlich passiert. In der Gruppenstunde kannst du eines, mehrere oder auch alle Spiele ausprobieren.

G`schichtl drucken!


Jede/r sucht sich einen Gegenstand, den er/sie aus der Hand geben kann, aber wieder zurückbekommt. Dieser Gegenstand kann ein persönlicher sein (Uhr, Ring, Haarband,...) oder auch einer der einem/r selbst gar nicht gehört (Stift, Zimmerpflanze, Zettel,...). Jede/r überlegt sich zu seinem/ihrem Gegenstand eine Geschichte und erzählt diese jemandem anderen weiter. Die Geschichte kann erfunden, aber auch wahr sein. Wenn beide Spieler/innen ihre Geschichten erzählt haben, tauscht man Gegenstände und sucht sich jemand Neuen. Dann erzählt man die Geschichte von dem Gegenstand, den man gerade bekommen hat, weiter, z.B.: "Das ist die Uhr von der Vroni, und die hat sie zu folgendem Anlass bekommen..." Die Geschichten werden allerdings nicht 1:1 weitererzählt, sondern es werden eben "G'schichtln gedruckt". Man lässt ein Detail weg, ersetzt es durch ein anderes, usw. Nach einiger Zeit wird das Spiel beendet. Je nach Gruppengröße erzählt nun jede/r die Geschichte über den Gegenstand ,den er/sie gerade in der Hand hält, und gibt ihn dann dem/der (ersten) Besitzer/in zurück. Wenn die Gruppe sehr groß ist, sucht jede/r die Person, die zum Gegenstand, den man gerade hat, gehört, und erzählt dieser noch kurz die Geschichte.

Geschichte zeichnen


Material: eine kurze Geschichte, Papier, Stifte
Du erzählst deinen Kindern eine kurze Geschichte. Nun sollen die Kinder zeichnen, was sie gerade gehört haben, einander beim Zeichnen aber nicht zusehen. Dann werden die gezeichneten Bilder verglichen.

sehen-hören-interpretieren


Material: beliebiges Material, z.B.: Filmdosen, Bauklötze, Zündhölzer, Putzschwämmchen, Stifte, Schachterl,...
Immer zwei Kinder setzen sich Rücken an Rücken auf den Boden, vor sich haben beide das gleiche Material in der gleichen Anzahl liegen. Ein Kind legt oder stellt die Gegenstände irgendwie auf, und erklärt dem anderen Kind, wie es alles angeordnet hat; das andere Kind baut nach. Das zweite Kind darf Rückfragen stellen, beide Kinder dürfen sich aber nicht umdrehen. (Blickkontakt und Gesten sind daher nicht möglich!) Wenn der/die Nachbauende glaubt, fertig zu sein, werden die Bauwerke verglichen. In einer zweiten Runde können die Kinder Rollen tauschen.
Anschließend gibt es noch einen zweiten Durchgang, indem nur das erste Kind sprechen darf.

Stille Erklärung (Spielemappe)


Alle sitzen im Kreis, ein Kind denkt sich einen Begriff aus und flüstert ihn seinem/r Nachbar/in ins Ohr. Diese/r flüstert nun dem dritten Kind im Kreis eine Erklärung für den gehörten Begriff ins Ohr, nennt das Wort selbst dabei aber nicht. Das dritte Kind flüstert dem vierten den Begriff, den es glaubt, soeben erklärt bekommen zu haben, ins Ohr. So wird immer abwechselnd ein Wort oder eine Erklärung weitergeflüstert, das letzte Kind im Kreis sagt seine Erklärung oder seinen Begriff laut. Nun könnt ihr ihn mit dem Anfangswort vergleichen.

Ein Bild!


Material: Bilder oder Zeichnungen, Stifte, Papier
Fünf Kids sind an diesem Spiel unmittelbar beteiligt, die anderen übernehmen die Rolle der Beobachter/innen. Bevor sich die fünf Mitspieler/innen melden, sollte das Spiel kurz erklärt werden, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen.
Vier der Kids verlassen den Raum, einem anderen Gruppenmitglied wird ein Bild ca. eine Minute lang gezeigt. Diese Person soll sich das Bild ganz genau anschauen, um es nachher beschreiben zu können. Die restlichen Kids sind Beobachter/innen und sollen sich ebenfalls das Bild genau ansehen.
Eines der Kids wird hereingeholt. Die Person, die sich zuvor das Bild gut eingeprägt hat, beschreibt nun diesem Gruppenmitglied das Bild, das er/sie zuvor gesehen hat. Der/die zweite hat dann die Aufgabe, das Bild so, wie er/sie es sich vorstellt, wiederum dem nächsten Gruppenmitglied, das von draußen hereinkommt, zu beschreiben. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis der/die letzte die Beschreibung des Bildes gehört hat. Die Beobachter/innen sollen das Geschehen beobachten, sich eventuell Notizen machen und vor allem darauf schauen, wie sich die "Bilder" verändern.
Der/die Letzte zeichnet nun auf, wie er/sie sich das Bild vorstellt. (Dabei kommt es nicht darauf an, wie schön gezeichnet wird, sondern was auf dem Bild zu sehen ist!) Dann werden die Beobachter/innen aufgefordert zu erzählen, welche Veränderungen ihnen an den Beschreibungen aufgefallen sind. Zum Schluss könnt ihr auch das gezeichnete Bild und das Original nebeneinander legen, um zu vergleichen, was sich tatsächlich verändert hat.
Mögliche Fragen sind z.B.: Was hat sich alles geändert? Wann und wie hat es sich geändert? Wie ist das passiert? (z.B. Details vergessen, unterschiedliche Vorstellungen von "simplen" Dingen wie Autos, Häusern,...)

Wie tun mit Gerüchten im Alltag?


Auf Kärtchen könnt ihr nun gemeinsam sammeln, wie Gerüchte entstehen können. Je nachdem, welche der Spiele ihr ausprobiert habt, werden sicher Schlagwörter wie "etwas weglassen", "ungenau zuhören und weitererzählen", "interpretieren", "Phantasie" usw. genannt werden. Vielen fällt bei Gerüchten vielleicht auch "etwas absichtlich falsch erzählen" ein.

Gerüchte ganz konkret



Das glaub ich nicht!


Du hast auf einem Plakat 10 Sätze über dich aufgeschrieben. Manche davon sollen wahr sein, manche auch falsch.
In Kleingruppen spekulieren die Kinder, welche der Aussagen wahr bzw. welche falsch sind, und überlegen auch, wie die von ihnen für falsch befundenen Aussagen entstanden sein könnten.
Mögliche Aussagen: (Du musst natürlich eigene schreiben! Einige Aussagen sollen auf jeden Fall auch stimmen!)

Gerüchte! Aber, welche stimmen?

  • 1.Sie war schon mal in Island.
  • 2. Ihr Großvater ist in Tschechien geboren.
  • 3. Ihre Lieblingsfernsehserie ist Charmed.
  • 4. Spaghetti Bolognese isst sie nicht gerne.
  • 5. Am liebsten hört sie Kuschelrock und Bravo Hits.
  • 6. Sie kann nicht Rad fahren.
  • 7. Sie hat schon mal Krokodil-Fleisch gegessen.


usw.

Spekulationen über Spekulationen


Wenn die Kleingruppe z.B. den 3. Satz für falsch hält, können die Kinder spekulieren, warum jemand glaubt, dass ihre Lieblingsfernsehserie "Charmed" ist, und dieses "Gerücht" weiter erzählt hat. Vielleicht hat sie ja zuhause einen Stapel Videokassetten mit Charmed-Folgen liegen, weil sie diese ihrer Freundin zum Geburtstag schenken will, und jemand hat sie gesehen und gedacht, sie liebt Charmed. Oder: Das Gerücht mit den Spaghetti Bolognese kommt vielleicht daher, dass sie eventuell mal am Lager, als es Spaghetti Bolognese gab, keinen Hunger hatte und daher nichts gegessen hat, usw.

Die Aufklärung


Wenn alle Gruppen genug spekuliert haben, kommt ihr wieder zusammen und alle Gruppen können ihre Vermutungen äußern. Natürlich ist es aber dann auch an der Zeit, das Geheimnis zu lüften und zu sagen, welche Gerüchte über dich stimmen und welche nicht. (Es geht dabei nicht darum, welche Gruppe am meisten Gerüchte gelüftet hat!)
Vielleicht ist das ja etwas was man mit in den Alltag nehmen kann: Wenn man nicht weiß, ob man etwas für wahr oder falsch halten soll, einfach bei der betroffenen Person nachfragen!

Vorsicht!


Es ist sehr wichtig, diese Gruppenstunde gut gemeinsam abzuschließen. Es soll klar sein, dass es zwar lustig sein kann, sich über Gerüchte spielerisch Gedanken zu machen, es aber nicht in Ordnung ist, Gerüchte über Menschen, die man kennt, zu verbreiten oder weiter zu erzählen, denn das kann sehr verletzend werden.

Autor/in: Julia Klaban

Publikation: Kumquat_2/04

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Schlagwörter: Kommunikation, Spiel