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Unser Ort (war) mal anders!

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

In dieser Gruppenstunde geht es darum, sich mit den Kindern auf die Suche nach Spuren der Vergangenheit des Ortes (Bezirks) zu machen und ein bisschen darüber zu phantasieren, wie denn der Ort in Zukunft aussehen könnte. Du findest hier verschiedene Bausteine, aus denen du Ideen für eine oder mehrere Gruppenstunden auswählen kannst.

Material

  • findest du bei den einzelnen Bausteinen angegeben

 

Gestern — heute — morgen


Material: alte Fotografien, evtl. Lupe, evtl. Fotoapparat, Malutensilien
Du hast alte Fotos (aus einer Chronik, aus dem Pfarrarchiv, von Großeltern,...) von verschiedenen Punkten des Ortes herausgesucht, z.B. eine alte Fotografie des Pfarrhauses, eines Greißlers, den es heute nicht mehr gibt, ein Bild eines markanten Baumes,...
Die Kinder haben nun die Aufgabe, sich gemeinsam auf die Suche nach diesen Plätzen zu machen. Das kann besonders spannend sein, wenn die Kinder mit detektivischem Spürsinn die Fotos betrachten und anhand von kleinen Details (Straßenbeleuchtung, Gassennamen,...) dem Ursprungsort des Fotos näher kommen (dafür kann auch eine Lupe hilfreich sein).
Ist euer Ort recht groß bzw. ist es sehr schwer, die auf den Fotos abgebildeten Punkte in der Gegenwart wieder zu erkennen, ist es wichtig, dass du den Kindern mit Hinweisen und/oder der Eingrenzung des "Such-Gebietes" weiterhilfst.

Wenn die Kinder den Ort gefunden haben, könnt ihr auch ein Foto von "heute" machen, das ihr neben das alte Bild legt. Nun können die Kinder sich überlegen, wie es hier wohl in 30, 50, 100,... Jahren aussehen wird und jede/r für sich oder gemeinsam ein drittes Bild produzieren. Dieses Bild kann entweder gemalt werden oder du stellst den Kindern Kopien der Fotos von heute/damals zur Verfügung, die die Kinder übermalen können. Die jeweils drei Bilder könnt ihr dann im Gruppenraum oder in der Pfarre aufhängen.

Was war anders? War was anders?


Früher war in eurem Ort sicher vieles anders als heute, oder doch nicht? Das gilt es nun herauszufinden. Die Kinder überlegen sich verschiedene Bereiche des Lebens, in denen sie interessiert, wie es denn früher war, z.B. "Wo und wie haben Kinder früher gespielt?", "Wie haben sich Leute früher die Zähne geputzt?", "Wie sind Leute früher ins Nachbardorf gelangt?", "Wo und wie lange sind Kinder früher in die Schule gegangen?", "Wie haben Leute früher Nachrichten erfahren?", "Durften Buben und Mädchen manche Dinge nicht tun?"...

Dann geht es daran zu überlegen, wie ihr die Informationen, die ihr benötigt, bekommen könntet, z.B.: das Heimat-/Bezirksmuseum besuchen, in der Chronik stöbern, auf der Homepage des Ortes nachschauen, Leute interviewen (Großeltern, alter Pfarrer, Bürgermeister/in, Greißler/in,...)...
Wenn ihr euch entschließt, Leute zu interviewen, ist es hilfreich, wenn ihr euch vorher konkrete Fragen überlegt, die ihr den Personen gerne stellen wollt.
Ein Besuch etwa beim/bei der Bürgermeister/in wird wahrscheinlich gemeinsam stattfinden und von dir für die Gruppe organisiert werden, die Recherche im Internet oder das Interviewen von Großeltern kann auch von einzelnen Kindern oder einer Kleingruppe übernommen werden.

In einer der nächsten Stunden könnt ihr nun eure Ergebnisse zusammentragen. Spannend wäre es nun anzuschauen, was sich eurer Meinung nach seit damals zum Besseren bzw. was sich zum Schlechteren entwickelt hat. Wenn ihr Lust habt, können diese Ergebnisse auch in eine Ausstellung für die Pfarre, einen Bericht auf der Pfarrhomepage oder ein Theaterstück einfließen.

Der Auftrag


Material: evtl. Rollenspielbeschreibungen, evtl. Material zum Bauen eines Modells (Karton, Papier, Malutensilien, div. anderes Material wie Kreppapier, Naturpapier, Spielfiguren, Spielzeugautos,...)

Als Raumplanungs-Büro "euer Name" habt ihr vor kurzem drei große Aufträge an Land gezogen, z.B. Auftrag 1: Der Hauptplatz soll kinderfreundlich umgestaltet werden, 2: Die Gemeinde möchte eine neue Freizeitmöglichkeit für Kinder und Jugendliche (Jugendzentrum, Skate-Platz, Internet-Café,...) finanzieren, 3: Die Schule soll umgebaut werden.

Die Kinder überlegen sich nun zuerst, welchen Auftrag sie annehmen wollen. Gibt es unterschiedliche Interessen, können natürlich auch mehrere Aufträge gewählt werden.

Variante 1: Die Kinder überlegen zu zweit oder dritt, welche Kriterien das Projekt erfüllen muss, welche Ideen sie für die Verwirklichung haben.

Variante 2: Die Kinder schlüpfen in die Rollen verschiedener Bewohner/innen des Ortes (Bürgermeister/in, Lehrer/in, Pfarrer, Mutter/Vater eines kleinen Schul-Kindes, Kind/ Jugendliche/r...), treffen einander und diskutieren über das anstehende Projekt. Dafür kannst du Kärtchen mit Beschreibungen der Rollen bereitstellen (z.B. Mutter/Vater mit Schulkind, möchte weniger Verkehr am Hauptplatz, mehr Sitzmöglichkeiten,...)

In beiden Fällen treffen sich alle Mitarbeiter/innen des Büros nachher zu einer Sitzung, diskutieren die Vorschläge (du moderierst die Diskussion) und einigen sich auf die Durchführung. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr dann noch ein dreidimensionales Modell aus Karton, Papier und verschiedenen anderen Gegenständen herstellen.

Anders als sonst


Alles ist wie immer. Wirklich alles? Was macht denn dieses "Spielplatz"-Schild am Kirchenplatz, die Blumengirlande auf der Bank, der Spiegel bei der Haltestelle, das "Heute ist ein großartiger Tag"-Schild am Denkmal,... Bei dieser Aktion geht es darum, Kleinigkeiten im Ort zu verändern — als schräge Aktion und/oder als Anregung, ob Dinge so sein müssen, wie sie sind. Dann könnt ihr die Reaktionen der Leute entweder nur beobachten oder sie konkret auf diese kleinen Veränderungen ansprechen.

Wer sind Sie?


Material: evtl. Verkleidungsmaterial
Für diese Aktion ist es gut, wenn die Kinder sich davor schon mit dem Alltag in eurem Ort in früherer Zeit beschäftigt haben.
Durch ein Loch im Zeit-Raum-Kontinuum tauchen plötzlich verschiedene Personen, die in eurem Ort vor 50, vor 100, vor 200 oder noch mehr Jahren gelebt haben (und möglicherweise ebenfalls in einer Kindergruppe waren) im Gruppenraum auf: Die Kinder übernehmen die Rollen dieser Personen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, besonders fein ist es, wenn ihr Verkleidungsmaterial (Tücher, Röcke, Jacken usw.) zur Verfügung habt, mit dem sich die Kinder leichter in ihre Rolle versetzen können. Die Personen können einander vom Alltag in ihrer Zeit berichten, einen Spaziergang durch den Ort unternehmen und bestaunen, was sich alles verändert hat usw.

Autor/in: Andrea Jakoubi

Publikation: Kumquat_2/04

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