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Von wilden Kerlen und wilden Kerlinnen

Gruppenstunde | Alter: 7-10 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Das Buch "Wo die wilden Kerle wohnen" von Maurice Sendak handelt von Max, der ab und zu ein ganz wilder Kerl ist. In dieser Gruppenstunde, die von Sendaks Bilderbuch ausgeht, sollen sich die Kinder damit auseinandersetzen, was sie tun, wenn sie wild sind, wann sie gerne wild sind und wann lieber nicht. Außerdem soll die Botschaft rüberkommen, dass Wild-Sein nicht immer nur etwas Negatives ist, sondern auch positiv sein kann, und dass es wichtig ist, seine wilden Seiten auch ausleben zu können.

Material

  • Geschichte und Bilder "Wo die wilden Kerle wohnen"
  • Verkleidungsgegenstände (Kleidungsstücke, Pelze, Tücher, Krepppapier, Schminksachen,...)
  • Dinge zum Krach machen
  • eine Tür
  • Situationen, in denen man wild oder sanft ist (siehe unten)
  • ein Karton oder Zeichenpapier für jedes Kind
  • diverse Materialien zum Basteln, z.B.: Scheren, Klebstoff, Stifte, Ölkreiden, buntes Papier, Krepppapier, Moosgummi, kleine Stoffreste,...

Aufbau

Am Anfang erzählst du den Kindern die Geschichte "Wo die wilden Kerle wohnen". Danach verkleidet ihr euch als wilde Kerle und Kerlinnen und probiert aus, wie es ist, wild zu sein. Anhand von Situationen überlegt ihr euch, wann ihr gerne wild seid und wann nicht. Zum Abschluss bastelt ihr noch eure wilde und eure sanfte Seite.

 

Max ist ein wilder Kerl!


Du erzählst den Kindern, dass ihr euch heute die Geschichte von Max anhören werdet und es ums Wild-Sein gehen wird. Als Einstimmung erzählst du die Geschichte "Wo die wilden Kerle wohnen". Unten findest du eine Kurzfassung der Geschichte, die Bilder kannst du dazu herzeigen. Das Buch selber ist nicht sehr lang und eignet sich auch sehr gut, um es in der Gruppenstunde vorzulesen, du kannst es dir in einer öffentlichen Bücherei ausborgen, das Buch ist aber für die Durchführung der Gruppenstunde nicht unbedingt notwendig. Wenn du das Buch nicht vorliest und einen Max in der Gruppe hast, solltest du den Namen in der Geschichte ändern.

Wo die wilden Kerle wohnen


Wenn Max sein Wolfskostüm anzog, dann hatte er nur Unfug im Kopf. An einem Abend wurde es seiner Mutter zu viel und sie schimpfte ihn: "Wilder Kerl!". "Ich fress dich auf!", sagte Max, das kränkte seine Mutter und sie schickte ihn ohne Essen ins Bett.
Als er in seinem Zimmer war, wuchs dort ein Wald, der Wald wurde immer größer bis sein Zimmer gar nicht mehr da war. Am Rand des Waldes war ein Meer, da war auch ein Boot und mit dem segelte Max davon, viele Tage lang.
Er kam zu der Insel, wo die wilden Kerle wohnen, und die brüllten und fauchten und zeigten ihre Krallen. Max hatte keine Angst, sondern zähmte sie mit einem Zaubertrick: Er schaute ihnen ganz lange direkt in die Augen. Die wilden Kerle fanden, dass Max noch viel wilder war als sie, und machten ihn zum König der wilden Kerle.
"So, jetzt machen wir Krach!", rief Max und sie brüllten und tanzten und polterten die ganze Nacht.
Doch irgendwann hatte Max genug vom Krach machen und er schickte die Wilden Kerle ohne Essen ins Bett. Da wurde er traurig und sehnte sich nach dem Ort, wo ihn jemand am liebsten hat. Da beschloss er wieder zurückzusegeln.
Aber die wilden Kerle wollten das nicht und riefen: "Geh bitte nicht fort — wir fressen dich auf —, wir haben dich so gern!" Aber Max segelte davon. Viele Tage segelte er zurück und schließlich war er wieder in seinem Zimmer. Da wartete noch das Essen auf ihn und es war sogar noch warm.
(nach: Maurice Sendak (1963): Wo die wilden Kerle wohnen, Zürich: Diogenes Verlag)

Wir sind wilde Kerle und wilde Kerlinnen!


Du hast verschiedene Verkleidungssachen vorbereitet, mit denen sich die Kinder jetzt in wilde Kerle und Kerlinnen verwandeln können. Ihr überlegt euch, was denn die wilden Kerle und Kerlinnen so machen, und das probiert ihr dann gleich aus, z.B.: Wilde Kerl/innen sind laut. Wilde Kerl/innen machen wilde Laute, sie grunzen und schmatzen. Wilde Kerl/innen schauen wild drein. Wilde Kerl/innen gehen wie Monster durch die Gegend...
Weil es nicht unbedingt so einfach ist, auf Kommando wild zu sein, ist es gut, wenn du auch einige Dinge zum Krach machen vorbereitet hast (z.B. Topfdeckel, Kochlöffel, leere Konservendosen, leere Plastikkanister und -flaschen,...)

Hinter dieser Tür bin ich wild!


Bei der nächsten Methode geht es darum, dass jede/r von uns wilde und sanfte Seiten hat. Dafür brauchst du eine Tür. Wenn ihr zwei Räume zur Verfügung habt, dann könnt ihr die Tür dazwischen verwenden, sonst kannst du auch eine symbolische Tür aufbauen (z.B. zwei Sessel, zwischen denen ihr durchgehen könnt, evtl. kannst du noch eine Tür aus Karton oder Packpapier basteln und von der Decke hängen lassen). Die eine Seite der Tür steht für das Wild-Sein, die andere Seite für Ruhig- und Sanft-Sein.
Es geht jetzt darum, in welchen Situationen wir wild sind und in welchen eher nicht. Du liest Situationen vor, und zu jedem Beispiel stellen sich die Kinder entweder auf die eine oder andere Seite der Tür, die zum Wild-Sein führt. Wenn sich die Kinder zu der jeweiligen Situation positioniert haben, könnt ihr euch noch kurz darüber austauschen, warum ihr die jeweilige Seite gewählt habt. Die Kinder können sich auch selbst Situationen einfallen lassen, zu denen sich dann wieder alle positionieren.
Die Situationen (wie viele Situationen du vorliest, hängt davon ab, wie viel Zeit ihr habt):

  • Du bist den ganzen Tag in der Schule gewesen, Turnen ist heute entfallen. Jetzt kommst du nach Hause und weißt, dass du noch eine Rechen-Hausübung bis morgen machen sollst.
  • Du spielst mit deiner jüngeren Schwester mit den Bausteinen, zuerst war es lustig, aber jetzt wird dir langsam fad.
  • Es ist Sonntag Nachmittag und ihr wolltet eigentlich ins Freibad gehen, aber jetzt ist es draußen kalt und es regnet.
  • Du hast dich mit deinem/r Freund/in gestritten.
  • Heute feiert ihr ein großes Familienfest, viele Verwandte sind zu Besuch, auch einige von deinen Cousins und Cousinen sind da.
  • Am Jungscharlager ist heute eine Disco.
  • Deine Mutter/Dein Vater hat gesagt, dass du heute dein Zimmer aufräumen sollst.
  • Du kommst gerade vom Spielplatz nach Hause und bist recht müde.



Hier bin ich wild und hier bin ich sanft.


Jetzt bekommt jedes Kind einen Bogen Zeichenpapier oder einen Karton. In der Mitte ist eine Tür gezeichnet. Du hast verschiedene Materialien zum Basteln vorbereitet. Die Kinder können jetzt die zwei Seiten gestalten, die eine Seite, auf der sie wild sind, und die andere Seite, auf der sie sanft und ruhig sind. Die wilde Seite kann in Anlehnung an das Buch ein dichter Wald sein, muss es aber natürlich nicht.
Das Basteln bietet eine gute Möglichkeit, noch über das Thema Wild-Sein zu plaudern. Dazu einige Fragen, als Anregung:

  • Ist es manchmal schwierig auf der wilden bzw. auf der sanften Seite zu sein?
  • Was brauche ich auf der wilden Seite, um mich wohl zu fühlen, was auf der sanften?
  • Was kann mich zähmen oder locken, wenn ich wild bin, damit ich auf die sanfte Seite komme?
  • Was ist gut am Wild-Sein? Was ist gut am Sanft-Sein?
  • Mit wem bin ich gerne wild? Mit wem bin ich gerne sanft?
  • Stört es mich manchmal, wenn andere Leute wild sind?



Eine andere Möglichkeit ist, dass nicht jede/r für sich bastelt, sondern, dass ihr im Gruppenraum die wilde und sanfte Seite gemeinsam und groß gestaltet (mit Matratzen, großen Kartonschachteln, Kre

  • pier, das ihr als Lianen aufhängt,...). Das Plaudern ist dann natürlich trotzdem gut möglich.

    Autor/in: Angie Weikmann

Publikation: Kumquat_2/04

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Schlagwörter: Spiel, Gefühle