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Der Weihnachtsmann ist schuld daran...

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Hier findest du einige Ideen, wie man "alternative", also witzige bis kritische Weihnachtslieder in der Gruppenstunde verwenden kann. Viele Ideen sind natürlich auch mit altbekannten Weihnachtsliedern durchführbar. Die einzelnen Bausteine kannst du beliebig aneinander reihen.

Material

  • Mehr Lieder findest du unter http://www.golyr.de
  • Das benötigte Material ist bei den einzelnen Bausteinen angegeben.

 

Standbilder


Die Kids teilen sich in Kleingruppen auf. In der Kleingruppe wählen sie sich ein Lied aus und überlegen sich gemeinsam, was für sie eine Aussage des Liedes oder eine Zeile des Songs ist, die sie anspricht. Die Auseinandersetzung damit kann ernst oder aber auch witzig sein. Dann versuchen sie, diese in einem Standbild darzustellen, d.h. alle Kids nehmen eine Rolle/Position in einem Bild ein und bleiben so ruhig stehen.
Wenn alle Kleingruppen fertig sind, kommen die Kids wieder zusammen und eine Gruppe beginnt, ihr Standbild etwa 1 Minute lang darzustellen. Die anderen assoziieren frei dazu, d.h. sie rufen Begriffe, die ihnen zu dem Dargestellten einfallen, und Titel, die man dem Standbild geben könnte. Außerdem können sie raten, welcher Song bzw. welcher Teil eines Songs dargestellt werden soll. Nach Ablauf der Zeit können sich die anderen Kids auch kurz zu dem Standbild dazustellen und es dadurch — nach ihren Vorstellungen — erweitern. Danach ist die nächste Kleingruppe dran.

Weihnachts-Rap


Die Kids gehen in Kleingruppen zusammen und suchen sich ein bis zwei Strophen eines der Lieder aus, die sie in Rap-Form bringen wollen. D.h. eines der Kids oder ein Teil der Kleingruppe übernimmt das Sprechen des Textes und überlegt sich, in welchem Rhythmus oder mit welcher Betonung die Strophen gerapt werden sollen. Der andere Teil der Kleingruppe kann sich eine "Rhythmuskulisse" dazu überlegen, die die Kids mit Mouthpercussion (bei der Rhythmusinstrumente mit dem Mund nachgemacht werden) oder mit Gegenständen aus dem Gruppenraum machen können. Gemeinsam kann sich die Kleingruppe dann noch eine "Performance" zu dem Lied überlegen.
Wenn alle Kleingruppen fertig sind, kommen sie wieder zusammen und zeigen einander ihre Kreationen. Als "Tüpfelchen auf dem i" können die Zuschauer/innen in einer zweiten Runde während des Raps "Stille Nacht" intonieren und ihr könnt schauen bzw. hören, wie es ist, wenn diese zwei unterschiedlichen Musikstile aufeinanderprallen.

Eine weitere musikalische Variante, die Liedtexte zu bearbeiten, wäre, diese zu anderen euch bekannten Melodien zu singen. Wie macht sich wohl der Text von "Der Weihnachtsmann ist schuld daran" zu der Melodie von "Über den Wolken"?

Aus alt mach neu


Material: mehrere Kopien der Liedtexte, Packpapier oder größeres Papier, Stifte
Du hast die Liedtexte mehrmals kopiert, sodass immer zwei bis drei Kids gemeinsam alle Texte zur Verfügung haben. Nun haben sie die Möglichkeit, aus "alt" "neu" zu machen, d.h. die vorhandenen Liedtexte zeilenweise in Streifen zu schneiden und dann miteinander nach Belieben zu kombinieren. Die fertigen neuen Lieder können auf Packpapier geklebt werden, auf das dann auch fehlende Wörter oder Strophen dazugeschrieben werden.

ge-stimmt


Die Kids gehen zu zweit oder dritt zusammen und überlegen sich eine Stimmungslage bzw. Eigenschaft, in der sie den Text von einem der Lieder "vortragen" wollen: erschüttert, sich vor Lachen schüttelnd, total verärgert, schüchtern, lässig-cool usw. Gemeinsam probieren die Kids nun "ihre" Stimmungslage aus und überlegen sich, wie sie noch verstärkt dargeboten werden kann. Sucht sich eine Gruppe z.B. "schüchtern" aus, so könnten sie während des Vortrags z.B. immer leiser werden, sich hintereinander verstecken, einander gegenseitig den Text zuschieben usw. Sind alle fertig, so werden die Texte nun dargeboten. Entweder die Gruppe sagt zuvor, welche Stimmung sie sich ausgesucht haben, oder die Zuschauer/innen raten, um welche es sich da wohl handelt.

Mögliche Liedtexte für die Gruppenstunde:



Die Prinzen — "Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest"
Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest
Ein Lächeln nur für mich
Dann lächle ich ganz ungestresst
Zurück — und zwar für dich

Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest,
Dass alle an mich denken
Und wem das Denken nicht genügt
Der kann mir auch was schenken

Zum Beispiel Fernseher, Porsche, Haus und alles
Was man halt so braucht im Fall es
Droht mal langweilig zu werden
Doch es streiten die Gelehrten
Ob das alles glücklich macht
Ob man augenblicklich lacht
Wenn man all die Sachen hat
Und trotzdem nichts zu lachen hat

Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest
Auch ideelle Dinge
Jedoch ist das nicht nur der Grund
Warum ich jetzt hier singe

Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest
Ein schönes Portemonnaie
Und möglichst — wenn sich´s machen lässt
Gefüllt — ist das okay?

Und zwar mit kleinen und gebrauchten Scheinen
Schatzbriefen und Edelsteinen
Mit verschiednen Wertpapier´n
Die möglichst nicht an Wert verlier´n
Mit den Zauber-Kreditkarten
Aller Länder, aller Arten
Kurz — mit allem, was man braucht
Wenn man mal kurz untertaucht

Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest,
Dass du mich nicht verlässt
Denn eigentlich will ich nur dich
Drum halt ich dich ganz fest

Christoph & Lollo - Weihnachten

Wenn das Auftreten von Weihnachtsmännern sich verdächtig häuft
und im Fernsehen nur Besinnliches und Handywerbung läuft,
wenn man nett zu seiner Oma ist, dann ist es halt soweit,
denn wenn alles immer lauter wird, beginnt die stille Zeit.
Alle Straßen sind geschmückt, es riecht nach Weihnachtsbäckerei,
doch in echt geht uns der ganze Mist total am Arsch vorbei.

Refrain
Denn es ist jedes Jahr dasselbe, nur noch blöder als zuvor:
Weihnachtssterne, Licht ins Dunkel und der holde Knabenchor,
Weihnachtslieder schlecht wie dieses jeden Tag im Radio,
Paul McCartney, Weihnachtsparty, ja das war schon immer so.

Im Advent da kommt die Kälte und die Selbstmordrate steigt
und an jedem zweiten Eck wird "Little Drummer Boy" gegeigt.
Alle denken nur ans Schenken, trinken Glühwein in der Früh,
jeder macht begeistert mit bei dieser Weihnachtshysterie.
Viele Eltern sind gestresst, hauen ihren Kindern eine rein,
denn dann wissen die, so weit kann die Bescherung nicht mehr sein.

Refrain
Denn es ist jedes Jahr dasselbe, nur noch blöder als vorher:
Alles voll mit Weihnachtskerzen, Zimmerbrände, Feuerwehr, Gratisgulasch in der Kirche, Festansprachen jeden Tag,
das sind längst nicht alle Gründe, warum ich Pfingsten lieber mag.

Konstantin Wecker — "Es weihnachtet sehr"
Es ist wieder soweit, es weihnachtet sehr.
Die Dekorateure arbeiten schwer,
und große Kinderaugen gaffen
verzückt auf die neuesten Spielzeugwaffen.

Die Stadt ist belagert von Weihnachtsmännern,
vorsorglich gereinigt von Punkern und Pennern,
im letzten Waschgang weichgespült,
dass auch jeder die Reinheit der Liebe erfühlt.

Und weiche Flocken aus künstlichem Schnee
umsäuseln verträumt dein Portemonnaie.

Und draußen, wo wirklich die Kälte wohnt,
wo sich das Christkindgesäusel nicht lohnt,
drunten in den Asylen und Heimen
beginnt wieder das alljährliche Schleimen.

Ja, da warten sie dann, die Alten und Armen,
auf das behördliche Weihnachtserbarmen.
Und obwohl sie eigentlich gar nichts mehr glauben,
haben sie immer noch leuchtende Augen.

Und weiße, gepflegte Politikerhände
beschwören betörend das baldige Ende
einer Not, die schon lang nicht mehr nötig ist,
doch die beim Fortgeh´n schon wieder jeder vergisst.

Und wie nebenbei wird dann noch angetragen,
am Wahltag das richtige Kreuzchen zu schlagen,
damit die wirklich großen Weihnachtsgaben
bei denen bleiben, die sie immer schon haben.

Und eisige Flocken aus rußigem Schnee
brennen weiter Löcher ins Portemonnaie.

Und sie warten und warten, die Alten und Armen,
auf wirkliche Hilfe, auf echtes Erbarmen,
und obwohl sie eigentlich gar nichts mehr glauben,
haben sie immer noch leuchtende Augen.

Es ist wieder so weit, es weihnachtet sehr,
und wir tragen an unsren Geschenken so schwer,
und wir sind ja so jung und so irre gut drauf
und helfen schon mal jemand vom Boden auf.

Und das muss doch genügen, wir zahlen ja Steuern
und wählen doch Männer, die stets was beteuern,
und während wir denen alles glauben,
schleicht sich der Glanz aus unseren Augen.

Und es bläht sich und füllt sich das Portemonnaie,
und in die Taschen der Ärmsten rieselt der Schnee.

Reinhard Mey "Es ist Weihnachtstag"
Es ist Weihnachtstag, und es ist Viertel nach zwei.
Ich kann aufatmen, der Weihnachtsstress ist endlich vorbei.
Jetzt gibt‘s gar nichts mehr zu kaufen, alle Läden sind zu:
Klappe zu, Affe tot, jetzt ist endlich Ruh‘.
Ich hab‘ den Baum im Ständer, die Geschenke eingehüllt,
Alle Karten abgeschickt, kurz — alle Pflichten sind erfüllt.
Jetzt bring‘ ich nur noch so, als kleine Aufmerksamkeit,
‘ne Dose Weihnachtskeks zu Müller-Wattenscheidt.

Zu Müller-Wattenscheidt, da führt der Weg mich nun mal genau
Vorbei am Haus von Dr. Zickendraht und seiner Frau,
Die hat mir ‘ne Autofensterkloroll‘nhäkelmütz geschenkt.
Und wenn sie nichts von mir kriegt, ist sie zu Tod‘ gekränkt.
Also kling‘le ich bei ihr und überreich‘ ihr gradewegs
Die für Müller-Wattenscheidt bestimmte Dose Weihnachtskeks.
Sie nötigt mich auf ein Glas Persiko und Erdnußflips
Und schenkt mir dann ein selbstgegoss‘nes Fachwerkhaus aus Gips.

So, die Zickendrahts sind gut bedient, doch, andererseits,
Was schenke ich denn jetzt bloß den Müller-Wattenscheidts?
Die Läden zu, die Kekse weg, der Ofen ist aus,
Ach, dann schenk‘ ich ihnen halt das gips‘ne Fachwerkhaus.
Es macht sie glücklich, und sie hängen es auch gleich an die Wand,
Loben mein Basteltalent und preisen meinen Kunstverstand,
Und schenken mir, so sehr ich mich auch wehre und empör‘,
‘ne Krawatte und dazu ‘ne Flasche Eierlikör.

Mann, jetzt aber nichts wie auf dem schnellsten Wege nach Haus.
Da treff‘ ich vor Zickendrahts doch noch Roswitha und Klaus.
Und die drücken mir gleich großzügig ‘ne Dose in die Hand:
Und zwar die mit meinem Keks, die hab‘ ich gleich wieder erkannt.
Also rück‘ ich schweren Herzens nun auch meine Beute raus:
Die Krawatte kriegt Roswitha und den Eierlikör Klaus.
"Frohe Weihnacht" säuseln sie, "wir müssen weiter, tut uns leid,
Wir sind grade auf dem Weg zu Müller-Wattenscheidt!"

Was lehrt uns dieses Gleichnis? Dass auch mit Hinterlist
Geben nun mal seliger denn nehmen ist!

Rolans Neuwirth "Alle Jahre wieder"
Alle Jahre wieder kommt das Christuskind
und die Tante Frieda, wenn ich den Baum anzünd'.

Sie kommt mir der Mischpoche, bevölkert unser Haus
und sie zieht vor einer Wocher sicher nicht mehr aus.

Dann stellen sie sich alle auf in Reih und Glied,
und ich sitz in der Falle und sing ein Weihnachtslied.

Man duldet kein Gezänke, wir müssen fröhlich sein
und schaun in die Geschenke voll Dankbarkeit hinein.

Das tut mein Aug' benetzen, da wir mir warm um weh,
da muss ich mich gleich setzen, wenn ich den Plunder seh'.

Mein Herz im Leibe pumpert. Nun frag ich mich bloß,
wie wird ich jetzt das Klumpert am schnellsten wieder los.

Da fällt die schöne Vase mir plötzlich auf die Erd'.
Ich jetzt viel Trübsal blase, sie war mir lieb und wert.

Doch ich mich zu früh freue. Nicht gut war die Idee.
Jetzt krieg ich eine neue, noch viele schönere.

Zwei Bilder und ein Luster, ein Rahmenstickmotiv,
ein Regenschirm mit Muster und Plastikhirschhorngriff.

Jetzt sitz ich in dem Plunder wohl unter'm Weinhnachtsbaum.
Vielleicht geschieht ein Wunder und es ist nur ein Traum.

Publikation: Advent & Weihnachten

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Jahreskreis: Weihnachten

Schlagwörter: Advent/Weihnachten, Kreativität, Spaß