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Ein neuer Weg

Gruppenstunde Ausflug | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Dieser Kreuzweg folgt nicht den bekannten Kreuzwegstationen, sondern stellt die Leidensgeschichte in einen größeren Zusammenhang. Die Kinder sollen dadurch Zusammenhänge im Leben Jesu erkennen können und entdecken, dass Ostern nicht das Ende sondern der Anfang ist.

Material

  • Das Material findest du bei den jeweiligen Stationen.

Aufbau

Der Kreuzweg hat 4 Stationen, die gemeinsam besucht werden. Diese können sowohl in der Kirche als auch im Freien stattfinden.

 

Beginn


Du heißt die Kinder herzlich willkommen und ihr beginnt den Kreuzweg gemeinsam mit einem Kreuzzeichen. Dann erzählst du den Kindern: "Wir werden heute einen etwas anderen Kreuzweg erleben. Normalerweise ist die erste Station "Jesus wird zum Tod verurteilt". Heute schauen wir uns an, was vorher in seinem Leben passiert ist." Gemeinsam geht ihr nun zur ersten Station.

1. Station "Jede/r ist wertvoll"


Material: Geschichte, evtl. Verkleidungen für die Spieler/innen, Post-its und Stifte

Jesus hat den Menschen Geschichten erzählt. So wollte er ein Bild davon vermitteln, wie das Reich Gottes aussieht. Eine dieser Geschichten wollen wir uns nun gemeinsam anhören.

Hinweis zur Durchführung: Die Geschichte kann vorgelesen werden. Anschaulicher wird sie, wenn sie mit verteilten Rollen vorgespielt wird.

Die Sonne war gerade aufgegangen. Trotzdem ging es auf dem Markplatz des kleinen Dorfes schon hoch her. Die Händler breiteten ihre Waren aus. Viele Männer standen herum. Sie hatten keine Arbeit. Jeden Tag kamen sie hierher und hofften, dass einer der Gutsbesitzer ihnen Arbeit gab.
Einer dieser reichen Gutsbesitzer war Simeon. Auch heute kam er auf den Marktplatz und sah sich nach Arbeitskräften um. Da entdeckte er Levi und Zachäus, die schon für ihn gearbeitet hatten. Er rief ihnen zu: "He, Levi, Zachäus, kommt her. Ich habe Arbeit für euch!" Das ließen sich die beiden nicht zweimal sagen. Sofort kamen sie herüber. "Wir sind gute Arbeiter. Du wirst mit uns zufrieden sein", sagten sie. "Ist schon recht", meinte Simeon. "Seid ihr mit einem Denar Tageslohn einverstanden?"
Ein Denar war so viel, dass eine Familie davon einen Tag leben konnte und genug Lebensmittel kaufen. Gestern hatte keiner der beiden Arbeit gefunden und so nahmen sie das Angebot freudig an.
"Dann sind wir uns einig. Geht in meinen Weinberg. Mein Verwalter wird euch sagen, was zu tun ist", sagte Simeon.
Simeons Weinberg war sehr groß und es gab eine Menge Arbeit. Darum ging Simeon im laufe des Vormittags noch einmal auf den Markt. Er fand zwei weiter Tagelöhner und auch ihnen gab er Arbeit. Auch ihnen versprach er einen Denar Tageslohn. Weil es aber so viel Arbeit gab, dass sie noch immer zu wenige waren, ging Simeon auch zu Mittag, am Nachmittag und am frühen Abend nochmals auf den Markt. Jedes Mal stellte er zwei Männer ein und jedes Mal vereinbarte er einen Lohn von einem Denar.
Dann wurde es Abend. Die Sonne ging unter und die Arbeiter beendeten ihre Arbeit. Der Verwalter zahlte jedem seinen Lohn: Jeder erhielt einen Denar.
Da wurden Levi und Zachäus ärgerlich. Sie sagten: "Wir haben den ganzen Tag in dieser Hitze geschuftet und bekommen nur einen Denar. Die, die zuletzt gekommen sind, haben nur eine halbe Stunde gearbeitet und erhalten das gleiche. Das ist doch unfair."
Simeon hörte das und sagte: "Warum regt ihr euch so auf? Euch geschieht kein Unrecht. Haben wir nicht einen Tageslohn von einem Denar ausgemacht? Den habt ihr auch bekommen. Seid ihr neidisch, weil die anderen auch einen Denar erhalten?"


Die Kinder überlegen sich nun ihre Meinung zu der Geschichte. Dazu können sie Kommentare, Fragen,... auf Post-its schreiben und diese auf die Verkleidung der entsprechenden Person kleben.

Dann erklärst du den Kindern: "Vieles in dieser Geschichte können wir gut verstehen. Was will uns Jesus damit sagen? Hier geht es um Bild für die neue Welt, wie sie sich Gott für uns vorstellt. Dort sind alle Menschen gleich viel wert, egal ob sie alt oder jung sind, viel zu arbeiten haben oder keine Arbeit finden, reich oder arm sind. Hier hat jede/r so viel, wie er/sie zum Leben braucht und jede/r kann nach seinen/ihren Möglichkeiten sein Leben gestalten. Damit das möglich ist, müssen wir aufhören, einander zu vergleichen und zu schauen, ob die anderen mehr haben."

Gemeinsam sammelt ihr nun auf andersfarbigen Post-its Tipps und Gedanken für Levi, Simeon und die anderen.

Dann geht ihr weiter zur 2. Station.

2. Station "Wir Kinder sind wichtig"


Material: Hände aus Papier in unterschiedlicher Größe, Stifte

Du erzählst den Kindern: "Wir haben gerade über die neue Welt gehört. Jede/r von uns kann an dieser neuen Welt mitbauen. Jesus hat auch gesagt, welchen Platz er für die Kinder in dieser neuen Welt vorgesehen hat. Hören wir dazu eine Geschichte aus der Bibel."

Einige Leute brachten ihre Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er zornig und sagte zu ihnen: "Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn gerade für sie steht die neue Welt Gottes offen. Täuscht euch nicht: Wer die neue Welt Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Auf ausgeschnittenen Händen aus Papier können sich die Kinder Gedanken zu folgenden Fragen machen:

  • Was können sich Erwachsene von Kindern abschauen?
  • Was können Erwachsene nicht mehr?
  • Wo verhalten sich Erwachsene auch heute noch so wie in dieser Geschichte?


Dabei dürfen und sollen auch ganz konkrete Beispiele aufgeschrieben werden.

Dann geht ihr weiter zur nächsten Station.

3. Station "Die Mächtigen finden das schlecht"


Diese Station findet bei einem Kreuz oder der 11. Kreuzwegstation statt.
Material: Mikrophon

Du erzählst den Kindern: "Jesus hat viele Dinge gesagt, die den Mächtigen seiner Zeit unrecht waren. Für Jesus waren die armen und unterdrückten Menschen wichtig, die die keine Arbeit hatten, die Schwachen und die Kleinen, die Kinder. Zu ihnen hat er gesagt, dass sie Anteil an der neuen Welt Gottes haben, denn dort ist es nicht wichtig, reich und mächtig zu sein."

Die Kinder überlegen sich, wer heute diese Armen, Unterdrückten sind, die die nicht gehört werden, zu denen Jesus kommen würde. Dann probieren sie aus, wie ist es, die "Namen" dieser Menschen oder Personengruppen einmal ohne und einmal mit Mikrophon zu sagen, z.B. mit dem Satz: "Jesus würde für ... sein!"

"Die Mächtigen haben Jesus zum Schweigen gebracht: Die Soldaten führten Jesus zur Schädelhöhe, das ist der Ort, an dem damals zum Tode Verurteilte hingerichtet wurden. Dort kreuzigten sie ihn und zwei Verbrecher. Jesus betete: "Vater vergib ihnen! Sie wissen nicht, was sie tun." Die Soldaten verlosten untereinander seine Kleider. Die Leute standen dabei und sahen zu. Die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: "Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er wirklich der ist, den Gott uns als Retter bestimmt hat." Auch die Soldaten machten sich lustig über ihn. Sie reichten ihm Essig und sagten: "Hilf dir selbst, wenn du wirklich der König der Juden bist."

Anschließend singt ihr gemeinsam ein Taize-Lied, z.B. "Nah ist der Herr" oder "Meine Hoffnung und meine Freude". (Die Lieder findest du auf der Homepage.) Dann geht ihr weiter zur nächsten Station.

4. Station "Ein neuer Weg beginnt"


Material: Plakat, Pflastersteine aus Karton, Stifte, Uhu

Du erzählst den Kindern: "Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Jünger/innen begriffen haben, dass es weitergeht, auch wenn Jesus nicht mehr unter ihnen ist. Jesus ist von den Toten auferstanden und deshalb dürfen auch wir darauf hoffen, dass es nach dem Tod weitergeht. Der Weg, den Jesus auf der Erde begonnen hat, wird seit mehr als 2000 Jahren von Menschen fortgesetzt. Dabei passieren auch immer wieder Fehler, weil die Menschen nicht perfekt sind, aber das gehört dazu. Auch wir sind eingeladen, an diesem Weg weiterzubauen."

Gemeinsam schreibt ihr auf Pflastersteine, was wir oder andere dazu beitragen können, dass dieser Weg weitergeht, d.h. dass die Welt ein Stück weit besser wird. Das können auch ganz konkrete und einfache Dinge sein z.B. ich gehe sternsingen; ich sage meine Meinung, wenn etwas geschieht, was ich nicht gut finde; ich helfe anderen in der Schule,... Die Pflastersteine klebt ihr dann in Form eines Weges auf das Plakat. Es wäre schön, wenn dieses Plakat in der Kirche hängen bleiben könnte und evtl. auch noch von anderen ergänzt werden kann.

Abschluss


Du erzählst den Kindern: "Das alles ist vor sehr langer Zeit passiert. Aber noch heute treffen sich Menschen, erinnern sich an diese Geschichten und versuchen, gemeinsam an der neuen Welt zu bauen. Dabei gibt es viele verschiedene Vorstellungen und Wünsche, wie diese neue Welt aussehen wird. Es gibt ein Gebet, das Jesus uns mitgegeben hat, wo viele Ideen und Wünsche vorkommen: Das Vater Unser. Das wollen wir nun gemeinsam singen."

Autor/in: Christina Schneider

Publikation: Kumquat_1/04

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Jahreskreis: Fastenzeit

Schlagwörter: Religiöses, Ostern, Kreuzweg